Schlagwort-Archive: Finnland

Sakari lernt, durch Wände zu gehen von Jan Costin Wagner

„Und die Krankheit, an der er gelitten hat, habe ich nur als etwas Bedrohliches wahrgenommen, ich wollte damit nichts zu tun haben […].“ (Seite 115 der gebundenen Ausgabe)

Auf dem Marktplatz im finnischen Turku steht ein nackter Mann in einem Springbrunnen. Er hat ein Messer bei sich, und als ihm der Polizist Petri Grönholm zu nahe kommt, beginnt der Mann, sich selbst zu verletzten. Die Situation eskaliert, und Petri erschießt den Mann, der – wie er schließlich feststellt – eigentlich noch ein Junge war.

Petri kann später gar nicht mehr genau sagen, wieso er den Jungen, Sakari Ekman, getötet hat, wird von Schuldgefühlen geplagt und versucht herauszufinden, wer Sakari war und wieso er nackt im Springbrunnen stand. Dabei hilft ihm sein Kollege Kimmo Joentaa, der die Eltern des Toten aufsucht, dabei selbst in Gefahr gerät und von einer weiteren Katastrophe erfährt, die sich Jahre zuvor zugetragen hat.

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Finnisches Blut von Taavi Soininvaara (Hörbuch)

„Der Tod ist der Sünde Sold.“ (Track 100)

Der Wissenschaftler Arto Ratamo findet bei seiner Forschungstätigkeit ein Gegenmittel gegen Ebola-Helsinki. Schnell gerät er in den Fokus von Geheimdiensten und Terroristen, und als seine Frau Kaisa vor seinen Augen erschossen wird, gelingt Ratamo nur in letzter Sekunde die Flucht.

Der Mord an seiner Frau und an einem Wissenschaftler werden indes so inszeniert, dass Ratamo unter Hauptverdacht gerät und untertauchen muss. Ab jetzt geht es für ihn jedoch nicht nur ums eigene Überleben, sondern er sorgt sich auch um seine kleine Tochter, die seit dem Mord an ihrer Mutter mit ihrer Großmutter im Verborgenen lebt.

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Lesereise Finnland. Das letzte Postamt diesseits des Polarsterns von Helge Sobik

„Ein besonders schwerer Fall, dieser Finne. Er ist anders als andere. Seltsamer. Sehr eigen. Ein bisschen verschroben. Mindestens.“ (Seite 27)

Helge Sobik erzählt in Das letzte Postamt diesseits des Polarsterns. Finnische Fundstücke von Samen und Lappland, Schamanen und christlichen Missionaren, Kakslauttanen und Iglus, Jedermannsrecht und FKK, Rauchsauna und Eisbaden, Rovaniemi und dem echten Weihnachtsmann, Joiks und Leningrad Cowboys, Åland-Inseln und Weinbergschneckenfarm, Pankoka und Schnaps, Wegbeschreibungen und Einsamkeit, Wäldern und Seen, Eisbrechern und Hundeschlitten, Helsinki und Mitsommernacht, Rentieren und Geistern.

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Kalevala. Eine Sage aus dem Norden

„Väinämöinens Welt wurde größer, und wohin er ging, traf er auf Menschen. Sie bauten Höfe, bestellten das Land und fuhren aufs Meer, um zu fischen. Sie bekamen Kinder, die nichts mehr wussten von der Entstehung der Welt, nur das, was sie abends in den alten Liedern hörten. Väinämöinen hatte diese Lieder gedichtet, er zog mit ihnen von Dorf zu Dorf, und sein Ruhm verbreitete sich im ganzen Land.“ (Seite 17)

Das Kalevala gilt als finnisches Nationalepos, wurde im 19. Jahrhundert von Elias Lönnrot auf der Grundlage von mündlich überlieferter finnischer Mythologie zusammengestellt und zählt zu den wichtigsten literarischen Werken in finnischer Sprache. Bei Galiani Berlin ist Kalevala als großartige Nacherzählung von Tilman Spreckelsen und mit den kongenialen Illustrationen von Kat Menschik erschienen.

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Stalins Kühe von Sofi Oksanen

„Der schlimmste Feind des Esten ist der Este.“

Anna ist Bulimikerin, ihr Leben ist bestimmt vom Essen und von der Beschäftigung mit Essen. In Stalins Kühe wird die Geschichte von Anna und ihrer Krankheit, von Annas Familie und ihrer Herkunft erzählt. So wie Anna ihre Krankheit leugnet, leugnet ihre Mutter Katariina ihre estnische Herkunft und erwartet auch von Anna, dass sie nicht über ihre Familiensituation spricht, denn Estinnen sind in Finnland nicht angesehen. Stalins Kühe von Sofi Oksanen weiterlesen

Fettnäpfchenführer Finnland. Wenn der Fisch nicht beißt, spart man den Wurm von Gudrun Söffker

„Schweden sind wir nicht, Russen wollen wir nicht werden, also lasst uns Finnen sein!“ (Seite 37)

Ich kenne bereits mehrere Fettnäpfchenführer, die mir sehr gut gefallen haben, und da ich Finnland noch nie selbst bereist habe, das Land aber schon lange auf meiner Reise-To-do-Liste steht, war ich sehr gespannt auf den Fettnäpfchenführer Finnland. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, denn ich habe zwar einiges über Finnland gelernt, aber insgesamt hat mir das Buch viel weniger gefallen als andere Fettnäpfchenführer.

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Fegefeuer von Sofi Oksanen

„[…] der Stolz war das Ende jeder Kunst und die Demut aller Dinge Anfang […]“

West-Estland im Jahre 1992: Aliide Truu lebt allein in einem Bauernhaus und findet eines Tages ein Bündel in ihrem Garten, das sich als junge Frau herausstellt, die auf der Flucht vor ihren Zuhältern ist.

Das Mädchen – Zara – ist völlig verängstigt und befürchtet das baldige Auftauchen der beiden Männer, die sie zur Prostitution gezwungen und sie mehrfach missbraucht und misshandelt haben.

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Gebrauchsanweisung für Finnland von Roman Schatz

„Am wohlsten fühlt sich ein Finne, wenn er alleine in der dunklen Sauna sitzt und über den Tod nachdenkt.“

Der Wahlfinne Roman Schatz berichtet in seiner Gebrauchsanweisung für Finnland von Geschichte und Politik, Alkohol und Drogen, Essen und Wohnen, Kunst und Kultur, Sauna und Tango, Depression und Suizidalität, Sprache und den feinen Nuancen der Kommunikation, Wirtschaft und Geschlechterrollen.

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Finnland-Monatsthema im Januar 2020

Rentier (Quelle: Wikipedia)

Eigentlich wollte ich im Januar 2020 ein Skandinavien-Monatsthema machen, aber ich habe schnell gemerkt, dass ich hierzu viel zu viele Bücher vorstellen könnte und damit den Rahmen sprengen würde. Deshalb habe ich auf Facebook und Twitter gefragt, welches skandinavische Land ich diesen Monat vorstellen soll, und das Ergebnis war recht eindeutig: Finnland.

Dann habe ich allerdings festgestellt, dass ich gar nicht so viele finnische Autoren kenne. Aber ich war natürlich in Zugzwang und muss nun liefern :-). Dieses Monatsthema diente und dient also auch dafür, dass ich mich selbst auf etwas unbekannteres Terrain begebe, was ich ziemlich spannend finde.

Diesen Monat stelle ich euch also Bücher von finnischen Autoren vor, präsentiere Bücher, die in Finnland spielen, zeige euch Reisebücher, die euch virtuell nach Finnland führen. Wenn ihr Tipps habt: Immer her damit!

Viel Spaß auf der Reise nach und durch Finnland und allen noch ein schönes neues Jahr!

Dieser Post gehört zum Finnland-Monatsthema im Januar 2020.

Mein Date mit der Welt von Waltraud Hable

„Dieses Gefühl, dass sich plötzlich unkontrolliert viel Energie in einem anstaut und man körperlich fast überwältigt wird von der wilden Sehnsucht und unbändigen Lust aufs Leben – davon können wir alle mehr gebrauchen.“ (Seite 11)

Waltraud Hable kündigt ihren Job als Chefredakteurin eines Magazins, vermietet ihre Wohnung unter, hebt ihr Erspartes vom Konto ab und stürzt sich in ein Abenteuer: Sie nimmt sich elf Monate Zeit, um die Welt zu bereisen, macht sich auf den Weg nach Tansania, Südafrika, USA, Argentinien, Brasilien, Australien, Japan, Myanmar, Laos, Thailand, Indien, Finnland, Marokko und Portugal. Mein Date mit der Welt von Waltraud Hable weiterlesen