Archiv der Kategorie: Afrika (Länder M bis Z)

Gebrauchsanweisung für Namibia von Dominik Prantl

„Namibia ist oftmals Weite, unterbrochen von Einsamkeit. Trotz der gewaltigen Fläche leben schließlich nur etwa zweieinhalb Millionen Einwohner in dem Land. Das sind in etwa so viele wie jeweils in den Ballungsräumen von Wien, Hamburg oder München, die allesamt mehr als 100-mal auf Namibias Staatsfläche Platz hätten. Es gibt Farmen, die sind größer als das gesamte Münchner Stadtgebiet.“ (Seite 13)

Dominik Prantl reist seit 15 Jahren regelmäßig nach Namibia und erzählt in seiner Gebrauchsanweisung für Namibia von Größe und Bevölkerungsdichte, Herero und Nama, Samuel Daniel Shafiishuma Nujoma und Hendrik Witbooi, deutscher Kolonialherrschaft und Unabhängigkeitskampf, Bodenschätzen und Diamanten, HIV und antiretroviralen Medikamenten, Windhoek und Katatura, The Namibian und Allgemeine Zeitung, Hyäne und Puffotter, Krokodil und Nilpferd, Autofahren und Unfallstatistik, Namib und Apfelkuchen, Überschwemmung und Dürre, Braai und Fleischessern, Duwisib Castle und Lüderitz, Veterinärzaun und Apartheid, Touristen und Trophäenjägern, Alkoholismus und Political Correctness, Sonnentagen und Nebel, Akazie und Baobab, San und Himba. Gebrauchsanweisung für Namibia von Dominik Prantl weiterlesen

Ruanda 1994 bis heute. Vom Umgang mit einem Völkermord von Gerd Hankel

„Das war also die Situation im Frühjahr 1994: Ein Land am Rande des Abgrunds, in dem es nur eines Funkens bedurfte, um die Mischung aus Hass, Vergeltungssucht und beiderseitiger Kriegsbereitschaft zur Explosion zu bringen.“ (Seite 46)

Gerd Hankel berichtet in Ruanda 1994 bis heute vom Völkermord, der sich zwischen April und Juli 1994 in Ruanda zugetragen hat und dem Hunderttausende zum Opfer gefallen sind. Bei den Tätern handelte es sich um Hutu, der größten Bevölkerungsgruppe Ruandas, bei den Opfern größtenteils um Tutsi, jedoch auch um Hutu, die sich nicht aktiv am Genozid beteiligten und/oder versuchten, Tutsi zu schützen. Ruanda 1994 bis heute. Vom Umgang mit einem Völkermord von Gerd Hankel weiterlesen

Die acht Lektionen der Wüste. Mit den Nomaden Nordafrikas nach Timbuktu von Nicholas Jubber

„Meine Lehre beginnt in einer Stadt in der Sahara, am Ende der Welt und so weit ab vom Schuss, dass man von den Bewohnern mit den Worten begrüßt wird: >Willkommen mitten im Nirgendwo.<„

In Die acht Lektionen der Wüste erzählt Nicholas Jubber davon, woher seine Faszination für Wüsten kommt, und berichtet von seiner Reise ins sagenumwobene Timbuktu.

Jubber schreibt von der Entstehung Timbuktus und der Kultur der Tuareg, Salz und Kauri-Muscheln, Gerberei und Hamam, Arabisch und Tieropfern, Fez und Sultanstraße, Hochland und Berbern, Kamelmilch und Landminen, Marrakesch und Dschihadisten, Wüste und Westsahara, Islam und Gastfreundschaft, Dschinn und madschnun, Karawanenrouten und Bibliotheken, Bordellen und Geschlechtskrankheiten, garabuts und marabuts, Fulbe und Bozo, Niger und Mungo Park. Die acht Lektionen der Wüste. Mit den Nomaden Nordafrikas nach Timbuktu von Nicholas Jubber weiterlesen

Blaue Dahlie, schwarzes Gold. Eine Reise durch Angola von Daniel Matcalfe

„Man muss nur anfangen, sich über Angola zu informieren, um festzustellen, dass es eines der einzigartigsten und fesselndsten Länder ist, die man besuchen kann.“

Daniel Metcalfe reiste mehrere Monate durch Angola und berichtet in Blaue Dahlie, schwarzes Gold von seinen Erlebnissen im Land und über das Leben in Angola.

Er erzählt von São Tomé e Príncipe, Kolonialzeit und Sklavenhandel, Bürgerkrieg und Minenfeldern, Ölboom und Luxushotels, Sonangol und Wohlstand, Korruption und Slums, Wirtschaft und Politik, Folter und politische Gewalt, Luanda und Benguela, Inland und Hochebene, Prostitution und HIV, Stammesidentität und Traditionen, Magie und Fetischismus. Blaue Dahlie, schwarzes Gold. Eine Reise durch Angola von Daniel Matcalfe weiterlesen

Die Großmächtigen von Hédi Kaddour

„[…] sie erregten Aufsehen, aber das störe vor allem die Franzosen, die es nicht leiden könnten, wenn man Leute bestaunte, die größer und reicher waren als sie selbst […]“

Anfang der 1920er Jahre im nordafrikanischen Nahbès: Einheimische und Franzosen leben hier recht friedlich miteinander, doch eines Tages wird die alltägliche Routine durch das Eintreffen eines amerikanischen Filmteams erschüttert. Dieses ist nach Nahbès gekommen, um hier den Film Der Wüstenkrieger zu drehen, und binnen kürzester Zeit mischen die offenen, lebensfrohen, unkonventionellen, kurzröckigen Amerikaner das Leben der Bewohner Nahbès‘ auf. Die Großmächtigen von Hédi Kaddour weiterlesen

Dschungelfieber und Wüstenkoller. Abenteuer West- und Zentralafrika von Wolf-Ulrich Cropp

„Ihr habt die Uhr, wir haben die Zeit.“

Im Juni 2013 macht sich Wolf-Ulrich Cropp auf eine Reise durch fünf afrikanische Länder und erzählt in Dschungelfieber und Wüstenkoller von seinen Erlebnissen in Gabun, Kamerun, der Republik Kongo, der Demokratischen Republik Kongo und dem Tschad. Dschungelfieber und Wüstenkoller. Abenteuer West- und Zentralafrika von Wolf-Ulrich Cropp weiterlesen

Weit Gegangen von Dave Eggers

Dave Eggers hat die wahre Lebensgeschichte von Valentino Achak Deng in Romanform gebracht: Valentino ist weit gegangen und wurde deshalb auch von einigen Freunden so genannt – „Weit Gegangen“. Sein Weg führt ihn aus seiner Heimat, Marial Bai im Süden des Sudan, nach Äthiopien, Kenia und schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika. Sein Weg und sein Leben sind geprägt von Freundschaft und Verlusten, von Hunger, Durst und Elend, von Massakern und Tod. Weit Gegangen von Dave Eggers weiterlesen

Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam von Wolf-Ulrich Cropp

„Doch über allem bleibt der Schatten jahrzehntelanger blutiger Unterdrückung mit Zehntausenden von Toten, Grausamkeiten, Ausbeutung.“

Wolf-Ulrich Cropp macht sich auf die Reise nach Sansibar, um mehr über Salme, die Prinzessin von Oman und Sansibar, zu erfahren. Diese verließ im 19. Jahrhundert ihre Heimat und lebte an der Seite ihres deutschen Ehemannes als Emily Ruete in Hamburg.

In Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam erzählt der Autor von ostafrikanischen Völkern und ihren Traditionen, vom Kilimandscharo und Dar es Salaam, von Sklaverei und Kolonialgeschichte, von Stone Town und Freddie Mercury, von Gewürzen und Sansibar-Stummelaffen, von Plattenbau und verfallenen Villen, von Zoroastrismus und schamanischem Geisterglaube, von Pemba und Sansibar – und natürlich von Salme und ihrem Leben.  Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam von Wolf-Ulrich Cropp weiterlesen

Bleib bei mir von Ayọ̀bámi Adébáyọ̀

„Wenn die Last zu groß ist, zu groß über eine zu lange Zeit, knickt selbst die Liebe ein, bekommt Risse, droht zu zerbrechen und zerbricht manchmal. Aber auch wenn sie in tausend Scherben verstreut um unsere Füße liegt, ist es noch immer Liebe.“ (Seite 28)

Yejide und Akin haben aus Liebe geheiratet und sich – ganz entgegen der nigerianischen Tradition – gegen die Polygamie entschieden. Doch dass Yejide nicht schwanger wird, belastet nicht nur das Paar, sondern wird zunehmend von Akins Familie thematisiert. Jeden Monat schickt Akins Mutter eine potenzielle Heiratskandidatin in Akins Büro, doch er lehnt stets ab. Bis er Funmi vorgestellt wird, die er schließlich heiratet, weil sie ihm der beste Kompromiss zu sein scheint, denn Funmi erklärt sich bereit, nicht im gleichen Haus wie Yejide und Akin zu leben.

Die Beziehung zwischen Akin und Yejide bekommt Brüche, und Yejide weiß, dass sie schwanger werden muss, um Akin zu halten. Und sie ist bereit, dafür jeden Preis zu zahlen. Bleib bei mir von Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ weiterlesen

Wassermusik von T.C. Boyle (Hörbuch)

„Ich will das Unerforschliche erforschen und das Unsichtbare sehen, ich will Berge ersteigen und hinter die Sterne blicken. Ich will die weißen Flecken auf den Landkarten füllen, die Geografen unterweisen und den Gelehrten die Lampe halten. Der Niger… Stell dir vor, Johnson: Kein Weißer hat ihn je erblickt. Ich werde sehen, was noch keiner von ihnen gesehen hat – nicht der Lord von Dumfries, nicht Charles Fox, ja nicht mal der König.“ (Track 44)

T.C. Boyle erzählt in Wassermusik, seinem ersten Roman, von dem Schotten Mungo Park, der Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Afrika reiste, um die Quelle des Nigers zu suchen und den Verlauf des drittlängsten Flusses Afrikas zu erkunden.

Ein zweiter Handlungsstrang behandelt das Leben von Ned Rise, einem vom Unglück Verfolgten, der jedoch immer wieder auf die Füße kommt und sich irgendwie durchs Leben schlägt. Wassermusik von T.C. Boyle (Hörbuch) weiterlesen