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DIE ZEIT Verbrechen 3 von Sabine Rückert

„Wer von Verbrechen berichtet, steht mitunter im Verdacht, die niederen Motive der Leser bedienen zu wollen, ihre vermeintliche Gier nach Blut, Gemetzel, Sex und dem Untergang (anderer Menschen). Und in der Tat stößt man in der Boulevardpresse, auf Privatsendern oder im Netz immer wieder auf Sensationsberichte, deren Autoren sich offenbar vorgenommen haben, die Gier medialer Gaffer zu bedienen.“ (Seite 7)

DIE ZEIT Verbrechen enthält elf Fallgeschichten, z.B. den Fall von zwei alten einsamen Menschen im Prenzlauer Berg, die jahrelang nicht vermisst wurden, während der Mörder die Rente einstrich. Erzählt wird auch von einer Mutter, die ihre beiden Töchter tötete, von einem Krankenpfleger, der womöglich mehr als 200 Menschen umgebracht hat, sowie von Marwa el-Sherbini, die im Landgericht Dresden vor Richtern, Anwälten, ihrem Sohn und ihrem Mann mit 18 Messerstichen getötet wurde.

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Herzensdinge von Umes Arunagirinathan (Hörbuch)

„Bei einem normal gebauten Erwachsenen sorgt das Herz dafür, dass pro Minute sechs Liter Blut durch den Körper gepumpt werden. Wir nennen die Menge, die das Herz in einer bestimmten Zeit pumpen kann, meistens in einer Minute, Herzzeitvolumen. In einer 24-Stunden-Schicht summiert sich die Pumpleistung auf 7000 Liter, in einem durchschnittlichen Menschenleben sind es 250 Millionen Liter – ununterbrochen, Tag und Nacht, ohne auch nur einmal eine Pause einzulegen.“ (Track 5)

Umes Arunagirinathan erzählt in seinem Buch initial über seine frühe Faszination fürs Herz und von seiner Tätigkeit als Herzchirurg. Dann geht er auf verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dem Herzen ein: Blutkreislauf und Herzklappen, Sinus- und AV-Knoten, Herzkranzgefäße und Lunge, Niere und Leber, Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit, Vorhofflimmern und Blutgerinnung, Kammerflimmern und Defi-Weste, Herzschrittmacher und Myocarditis, Herzklappen-OPs und Endocarditis, Kunstherz und Herztransplantation, Stress und Angst, Frauengesundheit und Studiendesigns, Prävention und Einsamkeit, künstliche Intelligenz und 3D-Druck.

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Zitronen von Valerie Fritsch

„Jedes Leben richtet sich an jemanden, und insofern – und nur insofern – ist es ein sinnvolles Leben, wenn auch den Sinn des Lebens selbst völlige Finsternis umgibt.“ (Imre Kertész)

Die Drachs leben in einem vollgestopften Haus am Ortsrand, das Lilly Drach von ihren Eltern geerbt hat. Hier wächst August auf – mit einem gewalttätigen Vater, der ihn körperlich missbraucht und verbal abwertet, mit einer Mutter, die August nicht vor dem Vater schützt, die sich aber nach den Gewaltausbrüchen des Vaters um ihn kümmert, ihm Kompott kocht und ihm vorliest.

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111 Dinge über das Wattenmeer, die man wissen muss von Petra Wochnik

„Vor der Küste der Niederlande, Deutschlands und Dänemarks erstreckt sich ein Naturwunder: das größte Wattenmeer der Welt, ein einzigartiges und sich stetig veränderndes Ökosystem von 14.700 Quadratmetern zusammenhängendem Schlick- und Sandwatt.“ (Seite 10)

Petra Wochnik erzählt in 111 Kapiteln über das Wattenmeer, berichtet unter anderem vom Einfluss des Mondes, von verschiedenen Inseln in Ost- und Nordfriesland, Wattwandern, verschiedenen Vögeln, Biosphärenreservaten, Wattwurm, Dünen, Fischfang, Seegatts, Kegelrobben, Lahnungen, Leuchttürmen, Algen, Nationalparks, Garnelen, Pantoffelschnecken, Austern, Muscheln, Plastikmüll, Postkutschenfahrt, Salzwiesen, Schweinswalen, Seepferdchen, Seenebel, Strandflieder, Wattmobil und Wellhornschnecken.

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Butter von Asako Yuzuki

„Wenn Sie mich nochmal besuchen wollen, müssen Sie mir versprechen, nie wieder Margarine zu essen. Ich pflege nur Umgang mit Menschen, die das Echte schätzen.“ (Seite 35)

Rika Machida ist Journalistin und hat bereits mehrere Briefe an die mutmaßliche Mörderin Manako Kajii geschrieben, weil sie diese gerne interviewen möchte. Doch sie hat bisher keine Antwort von der Frau bekommen, die mehrere Männer mit ihren Kochkünsten verführt und schließlich getötet haben soll und die nun im Gefängnis sitzt. Rikas beste Freundin Reiko empfiehlt ihr, sie solle Manako nach dem Rezept für Rinderschmorbraten fragen – und prompt erhält Rika einen Brief aus dem Gefängnis.

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Lebenswege. Bilderwerkstatt. 60 Bildkarten für Therapie und Beratung von Susanne Büscher

„Lebenswege sind vielfältig. Jeder Weg ist einzigartig und besonders – so wie der Mensch, der ihn geht. Manchmal sind die Wege leicht und die Lebensreise unbeschwert. Alles passt und das Glück ist im Gepäck. Manchmal können Lebenswege aber auch gewunden und anstrengend sein. So wie Weggabelungen, die Entscheidungen nötig machen, Sackgassen, die zum Umdenken zwingen, und Weggefährten, die eine andere Route einschlagen.“ (Seite 2)

Das Kartenset ist in fünf Rubriken gegliedert: Orientierung und Aktivierung; Ressourcen und Kraftquellen; Grenzen und Hindernisse; schwere Wege; leichte Wege. Die Farbcodes sorgen dafür, dass man sich schnell orientieren kann.

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Ein Landarzt von Franz Kafka und Kat Menschik

„[…] im Schlussmarsch wie in einem schweren Traum versinkend, weint er, ohne es zu wissen.“ (Seite 29)

Der erste Band der Illustrierten Lieblingsbücher von Kat Menschik erschien bereits 2016 und wurde nun – anlässlich des diesjährigen Franz-Kafka-Jubiläums – nochmals und bunter aufgelegt.

Enthalten sind 14 Erzählungen: Der neue Advokat. Ein Landarzt. Auf der Galerie. Ein altes Blatt. Vor dem Gesetz. Schakale und Araber. Ein Besuch im Bergwerk. Das nächste Dorf. Eine kaiserliche Botschaft. Die Sorge des Hausvaters. Elf Söhne. Ein Brudermord. Ein Traum. Ein Bericht für eine Akademie.

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ADHS – Was isn das eigentlich von Hannah Schmidtpott und Slinga

„Slinga und Hannah haben beide ihre jeweils eigenen Erfahrungen mit ADHS gemacht, doch es gibt auch Gemeinsamkeiten. Beide hatten das Gefühl, anders zu sein als die anderen, beide hatten Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und Dinge zu organisieren, und beide spürten immer wieder, dass sie ihr Leben nicht so leben konnten, wie es es gerne wollten.“ (Seite 9)

Hannah Schmidtpott und Slinga erzählen in ihrem Buch vom Leben mit ADHS, berichten von typischen Symptomen und ihrem eigenen Umgang damit, von Diagnostik und Komorbiditäten, von Selbstwert und Beziehungen, von Besonderheiten im Job. Am Ende ihres Buches bieten Sie Informationen zu Hilfsangeboten sowie ein Literaturverzeichnis.

Begleitet werden die ebenso knappen wie informativen Texte von bunten, abwechslungsreichen Illustrationen.

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Wirksamer werden. Impulse und Interventionen für den Therapiealltag von Tanja Dörner

„Ich möchte hier nicht behaupten, dass Modelle, Techniken und Interventionen ohne Bedeutung sind. Entscheidend ist aber vielmehr, wann und wie und nicht welche Technik genau angewendet wird. Es geht um ein Gespür für Dosis, Timing und um Flexibilität. Mit den Jahren entwickelt sich eine ‚eigene‘ Art von Therapie. Eine Therapie, die man nur bedingt studieren oder nachlesen kann, da sie persönliche Erfahrung und Stunden an Gesprächen mit Patienten erfordert und mit ihr entwickelt sich die eigene psychotherapeutische Identität.“ (Seite 10f)

Tanja Dörner erzählt in ihrem Buch initial, wie Psychotherapie wirkt. Danach geht sie näher auf die therapeutische Haltung ein, berichtet von Stufen der Veränderung und Ambivalenz, fokussiert auf Ressourcenaktivierung.

Im darauffolgenden Abschnitt setzt sich Dörner damit auseinander, wie man als Psychotherapeut zentrale Themen wahrnimmt und versteht sowie wie man mehr Gefühl wagen kann.

Dörner beschreibt zudem Besonderheiten in der Interaktion (Fragen, Zuhören, Validieren, Umgang mit Selbstabwertung, Entpathologisieren etc.) und bietet einige wirksame Metaphern sowie Entspannungsverfahren.

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Unter dem Moor von Tanja Weber (Hörbuch)

„Am Stettiner Haff konnte man nicht lange am Ufer entlang im Sand laufen. Dicht gewachsenes Röhricht versperrte den Weg. Am Moor aber weitete sich der Blick. Man sah übers Wasser bis zur Ostsee, und in südlicher Richtung weit bis ins Hinterland. Flechten und Moose überzogen einen Teil der Fläche. Vom Wetter grau gewaschene Stämme, hohl und abgestorben, ragten daraus hervor. Dazwischen strahlten Gruppen von jungen Birken, die hell zwischen grün glänzendem Röhricht wuchsen. Glitzernde Wasserflächen blitzten hier und da hervor. Libellen, leuchtend blau und rot, flitzten tief darüber hinweg.“ (Track 55)

Drei Frauenschicksale im Stettiner Haff: Nina ist Ärztin an der Berliner Charité und braucht dringend eine Auszeit. Sie reist ins Stettiner Haff und findet dort menschliche Knochen. Sigrun ist eine junge Mutter, die der Enge der DDR entflieht, indem sie mit ihrer Freundin Christa Ostberlin erkundet. Gine verbringt 1936 ein Landjahr im Stettiner Haff, erlebt Willkür und Gewalt – und kehrt viele Jahre später zurück.

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