
„In Neapel gibt es eine Passage, halb Bahnhofshalle und Kathedrale, die Galleria Umberto Primo genannt wird. Man glaubt, in einem Museum zu sein, bis man die Bars und Geschäfte entdeckt. Früher besaß diese Passage eine große gewölbte Glasdecke, doch die Bomben, die auf Neapel fielen, zertrümmerten die Lichtkuppel, Scherben klirrten auf den Marmorboden wie grausamer Schnee. Aber das Leben in der Galleria ging weiter.“ (Seite 9)
John Horne Burns erzählt anhand von verschiedenen Personen und deren Geschichten von der Stadt Napoli und der halb zerstörten Galleria Umberto – wobei die Stadt und die Galleria die eigentlichen Hauptakteure des Romans sind.
Burns berichtet vom Leben in der Stadt im August 1944, erzählt zum Beispiel vom 27-jährigen Michael Patrick, der an seinem letzten Abend in Napoli in die Oper gehen möchte und sich nach einer Frau sehnt, bevor er wieder in die Schlacht zurückkehrt.
Er berichtet zudem von Louella, die sich als Freiwillige beim Roten Kreuz gemeldet hat, und von Giulia, die darunter leidet, wie der moralische Verfall der Menschen in Napoli auch vor ihrer eigenen Familie und ihren Freunden nicht Halt macht.
Galleria Umberto von John Horne Burns weiterlesen

Yasmina Khadra erzählt von der Kindheit und Jugend des Arabers Younes/Jonas im Algerien des 20. Jahrhunderts, von den französischen Kolonialisten, die das Land und seine muslimischen Bewohner unterjochen, vom Kampf um Unabhängigkeit, von politischen Unruhen und der algerischen Nationalbewegung. Der Leser erfährt von den Verlockungen der Städte, die die arme Landbevölkerung anziehen, weil ein besseres Leben erhofft wird, und von zerplatzten Träumen und enttäuschten Hoffnungen. Der Autor berichtet von der Rechtlosigkeit der Araber, die in ihrem eigenen Land nur noch Menschen zweiter Klasse sind und die von den Franzosen politisch und kulturell unterdrückt und klein gehalten werden.
„Hier geschieht nie was. Aber wenn, dann schnell wie der Blitz. Dann lässt sich die Welt in einem Tag verändern. Es mag zweiundvierzig Jahre dauern, bis der Tag kommt, aber wenn…“
„Plötzlich sah ich die Vergangenheit in der Gegenwart und wusste, das wird auch die Zukunft dieses Landes sein. Syrien ist nicht tot.“
„Als ich jung war, sammelte ich Postkarten. […] Meine liebsten Postkarten stammen aus den 2030er und 2040er Jahren, den beiden letzten Jahrzehnten, bevor der Planet sich gegen das Land wandte und das Land gegen sich selbst. Es waren Bilder von den großen Ozeanstränden, bevor der ansteigende Meeresspiegel sie verschlang; Bilder aus dem Südwesten des Landes, bevor nur Asche davon blieb; Fotografien von den endlosen Ebenen des Mittleren Westens, menschenleer unter strahlend blauem Himmel, bevor sich in der großen Wanderung all die vielen, die ihre Heimat an den Küsten verloren hatten, hier niederließen. Bilder, die an ein Amerika erinnerten, wie es in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts gewesen war: überschäumend und übermütig, selbstvergessen, als gäbe es kein Morgen.“
Dave Eggers hat die wahre Lebensgeschichte von Valentino Achak Deng in Romanform gebracht: Valentino ist weit gegangen und wurde deshalb auch von einigen Freunden so genannt – „Weit Gegangen“. Sein Weg führt ihn aus seiner Heimat, Marial Bai im Süden des Sudan, nach Äthiopien, Kenia und schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika. Sein Weg und sein Leben sind geprägt von Freundschaft und Verlusten, von Hunger, Durst und Elend, von Massakern und Tod.
„Die Feinde sind da. Mitten in Sandheim.“