Archiv der Kategorie: Psychische Störungen

Stalins Kühe von Sofi Oksanen

„Der schlimmste Feind des Esten ist der Este.“

Anna ist Bulimikerin, ihr Leben ist bestimmt vom Essen und von der Beschäftigung mit Essen. In Stalins Kühe wird die Geschichte von Anna und ihrer Krankheit, von Annas Familie und ihrer Herkunft erzählt. So wie Anna ihre Krankheit leugnet, leugnet ihre Mutter Katariina ihre estnische Herkunft und erwartet auch von Anna, dass sie nicht über ihre Familiensituation spricht, denn Estinnen sind in Finnland nicht angesehen. Stalins Kühe von Sofi Oksanen weiterlesen

Umgang mit bipolaren Patienten von Larissa Wolkenstein und Martin Hautzinger

„Wir möchten in diesem Buch auf diejenigen Situationen eingehen, die den Umgang mit bipolaren Patienten für professionelle Helferinnen und Helfer zu einer ganz besonderen Herausforderung machen. Wir hoffen, dass es uns mit diesem Buch gelingt, diejenigen Befürchtungen oder Vorbehalte abzubauen, die psychiatrisch Tätige auch heute noch oft zu haben scheinen, wenn es um die Behandlung von und den Umgang mit bipolaren Patienten geht.“ (Seite 8)

Larissa Wolkenstein und Martin Hautzinger fassen in ihrem Basiswissen-Titel die wichtigsten Informationen zu bipolaren Störungen zusammen, berichten unter anderem von diagnostischen Kriterien der depressiven, manischen und hypomanen Episoden, Krankheitsverlauf, Bipolar-I- und Bipolar-II-Störung, Zyklothymie, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Umgang mit manischen Patienten, Suizidalität, Sorgen und Ängsten von Angehörigen sowie sozialen Folgen einer bipolaren Störung wie Stigmatisierung und Entscheidungen bezüglich Schwangerschaft und Kinderwunsch.

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Umgang mit traumatisierten Patienten von Jens Gräbener

„Traumatisierte Patientinnen und Patienten unterscheiden sich in einem Punkt deutlich von anderen Patientengruppen: Sie haben etwas erlebt, was sie dauerhaft verändert hat, und zwar in einer Umwelt, die sich oft wenig oder gar nicht vom Lebensumfeld anderer Menschen unterscheidet. Ihre Symptome lassen sich nicht auf neurophysiologische Funktionsstörungen oder genetische Dispositionen reduzieren. Das, was diesen Menschen zugestoßen ist, könnte auch anderen, und damit auch professionellen Helfern zustoßen. Wie würden wir selbst reagieren? Könnten wir lernen, damit umzugehen? Was würde sich für uns und in uns verändern? Wie würde unser soziales Umfeld reagieren?“ (Seite 9)

Jens Gräbener fasst in seinem Basiswissen-Titel das Wichtigste zum Thema Trauma und Traumatisierung zusammen. Er berichtet u.a. von Typ-I-Trauma (einmalig, kurzfristig einwirkend) und Typ-II-Trauma (mehrfach, langfristig einwirkend), akzidentiellen und interpersonellen („man-made“) Traumata, traumatischer Zange und Dissoziation, Hippocampus und Amygdala, Folgen von traumatischen Erlebnissen, Traumabewältigung, professionellen Hilfsangeboten sowie der professionellen Interaktion mit traumatisierten Menschen.

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Akzeptanz- und Commitmenttherapie. 75 Therapiekarten von Norbert Lotz

„Aus der Sicht der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) gilt es, die Herausforderungen und Möglichkeiten unseres Lebens in ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes und -geleitetes Leben zu integrieren und eine entsprechende Lebenshaltung zu entwickeln.“ (Seite 8)

Ich kenne die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) kaum, lediglich von einem Einführungskurs, von Videomaterial zu Einzel- und Gruppentherapien sowie von wenigen Gruppentherapiesitzungen, bei denen ich als zweite Therapeutin vor Ort war. Demzufolge war ich selbst recht dankbar für das kleine Heft, das dem Kartenset beiliegt und das eine knappe thematische Einführung in ACT bietet, welche allgemeinverständlich ist und die wichtigsten Eckpunkte von ACT vorstellt (z.B. Hexaflex mit den sechs Handlungs-/Wirkprozessen).

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Herausforderungen der Psychotherapie. 23 Therapeutinnen und Therapeuten im Interview von Uwe Britten

„Psychotherapie ist ein komplexes Geschehen. Deshalb erfordert die psychotherapeutische Tätigkeit sowohl eine gründliche, breite und engagierte fachliche Ausbildung als auch die Notwendigkeit, dass sich Therapeutinnen und Therapeuten in einem professionellen Verständnis mit ihrer ganzen Person und Persönlichkeit ins Geschehen einbringen. Wie in kaum einem anderen Beruf bedeutet das, nicht nur immer wieder ‚als Person‘ dazuzulernen, sondern sich selbst stetig reflektieren zu müssen.“ (Seite 9)

Die für Herausforderungen der Psychotherapie Interviewten gehören verschiedenen Therapieschulen an und vermitteln anhand breit gefächerter Themen, wo es in der Psychotherapie heikle Themen gibt und was wirkliche Herausforderungen sind.

Das Buch befasst sich dabei mit Themen wie Neurobiologie, Beziehungsgestaltung, Persönlichkeitsstörungen, Einbezug von Angehörigen, Triangulierung, Missbrauch in der Therapie, Sexualität, Paartherapie, Scham, Alkoholabhängigkeit, Cannabiskonsum, Hypochondrie, Trauer, Psychosen und Suizidalität.

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Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders von Åsne Seierstad

„Die Fachleute sahen einen Vierjährigen ohne Lebensfreude. Ganz anders als das anstrengende Kind, als das ihn die Mutter beschrieben hatte.“ (Seite 36)

Die norwegische Journalistin Åsne Seierstad erzählt in Einer von uns vom 22. Juli 2011, als Anders Behring Breivik im Osloer Regierungsviertel und auf der Fjordinsel Utøya 77 Menschen tötete.

Das Regierungsviertel in Oslo kurz nach dem Bombenanschlag (Quelle: Wikipedia)

Um dem Leser ein Bild von Breiviks Kindheit, seiner Jugend, seiner Ideologie, seinen beiden Terroranschlägen, seiner Psychopathologie und der Gerichtsverhandlung zu vermitteln, hat sie u.a. Aussagen von Freunden, Verwandten, Bekannten, Opfern und deren Angehörigen sowie Breiviks Tagebuch, sein Manifest, seine eigenen Aussagen im Verhör und vor Gericht zurate gezogen.

Die Insel Utøya (Quelle: Wikipedia)
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Mein Tabulu. Ein Kinderfachbuch über Angst und Angststörungen von Paula Kuitunen

„Die nächsten Tage tat ich so einiges, um Tabulu los zu werden. …doch bei jedem Versuch, es abzuschütteln, wegzusperren oder abzuhängen, wurde es sogar noch ein Stückchen größer, lauter und nerviger.“

Die siebenjährige Tabea ist Jungseglerin und hat eine beste Freundin, mit der sie eigene Comics zeichnet. Doch dann wird ihr Leben ganz schön durcheinander geschüttelt, denn sie muss mit ihrer Familie umziehen, alles, was sie kennt, hinter sich lassen und woanders ganz neu anfangen.

Und da taucht Tabulu auf und sorgt dafür, dass Tabea Schwierigkeiten mit Situationen bekommt, die sie bisher problemlos bewältigen konnte.

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Sonnige Traurigtage von Schirin Homeier

Sonnige Traurigtage ist nicht nur ein unterhaltsames Kinderbuch mit ansprechenden Illustrationen. Es ist ein konkreter Beitrag zur Überwindung der Tabuisierung psychischer Erkrankungen.“ (Seite 5)

Mona wächst bei ihrer psychisch erkrankten Mutter auf, und manchmal ist das gar nicht so einfach. Denn Mona ist erst neun Jahre alt, versteht nicht, warum sich ihre Mama manchmal so schlecht fühlt, dass sie ihr die Tür nicht aufmachen, nicht kochen und nicht für sie sorgen kann. Mona übernimmt viele Aufgaben ihrer Mutter, weil sie hofft, dass ihre Mama dadurch wieder glücklich wird. Ansonsten fühlt sich Mona oft allein und alleingelassen, schämt sich, ist wütend, hat Schuldgefühle und wird in der Schule gemobbt.

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Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug von Andrea Trost und Stefan Rogge

„Mitarbeitende des Maßregelvollzugs treffen in der täglichen Arbeit auf Untergebrachte, die neben einer schweren psychischen Erkrankung auch noch ein – vielfach schwerwiegendes – Delikt begangen haben. Das Leben dieser Personengruppe weist zumeist tragische Erlebnisse und Ereignisse auf. So finden sich in den Biografien eigene Missbrauchs- und Gewalterfahrungen, mitunter aus dem familiären Umfeld stammend.

Aus diesen biografischen Erlebnissen entwickelte sich dann vielfach der Wandel in die Täterrolle, vollzogen in innerpsychischen Prozessen, die für Außenstehende nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar sind.“ (Seite 7)

Andrea Trost und Stefan Rogge fassen in ihrem „Basiswissen“-Titel zusammen, was bei der Arbeit im Maßregelvollzug und beim Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug wichtig ist. Sie erzählen von juristischen Grundlagen, von der Milieugestaltung, von der Haltung und der Beziehungsgestaltung, von Sexualität, Gewalt und Aggression, von der Behandlung, Gruppenarbeit und Einbezug von Angehörigen.

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Umgang mit psychotischen Patienten von Thomas Bock

„Schon vor langer Zeit habe ich entdeckt, dass ich lieber und vermutlich auch besser mit psychoseerfahrenen Menschen arbeite als mit anderen Patientinnen und Patienten. Ich glaube, es hat damit zu tun, dass Menschen in Psychosen vor allem mit sich selbst beschäftigt und in sich selbst verunsichert sind. […] Es berührt mich in eigenen ungefähren Ahnungen, Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten. Und es lässt mich in der Rolle als Gegenüber auf eine gewisse Weise ‚in Ruhe‘. Ich werde nicht sofort in vordergründige Beziehungsscharmützel verwickelt, muss mich nicht automatisch gegen Manipulationen wehren, egal, ob die vom Patienten oder von mir selbst ausgehen. So verrückt es klingen mag: Ich habe mehr Zeit und kann gelassener bei mir selbst bleiben. Der psychotische Mensch wirkt, als sei er in einer eigenen anderen Welt. Und ich kann in Ruhe versuchen, Brücken zu bauen, um ihn in seiner Welt zu besuchen, um unsere Welten wieder zu verbinden und unsere Wahrnehmungen wieder anzunähern.“ (Seite 7)

Thomas Bock erzählt in Umgang mit psychotischen Patienten von seiner eigenen Faszination für Psychosentherapie, von Besonderheiten im Denken, Fühlen und Handeln bei Psychosen, von Entstehung und Aufrechterhaltung von Psychosen, von Kontakt und Gesprächsführung sowie von Psychosentherapie. Zudem setzt er sich mit Fragen wie dem Umgang mit Wahnerleben, Negativsymptomatik, depressiven Denkmustern und manischem Erleben auseinander und verdeutlicht seine Ausführungen an Fallbeispielen.

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