Kategoriearchiv: Sex und Gewalt

Sexuelle Sucht (Fortschritte der Psychotherapie) von Rudolf Stark und Sina Wehrum-Osinsky

„Mit zunehmender Anerkennung von Verhaltenssüchten als psychische Erkrankungen gerät auch der Begriff der ‚sexuellen Sucht‘ verstärkt in das therapeutische Interesse, nachdem diese Thematik bisher hauptsächlich in den öffentlichen Medien behandelt wurde. Personen, die sich als ‚sexsüchtig‘ beschreiben, berichten vor allem über einen unkontrollierbaren Drang, verschiedensten sexuellen Aktivitäten nachzugehen […]. Neben einem starken Leidensdruck sind die geschilderten Symptome zudem häufig mit negativen Konsequenzen im privaten oder beruflichen Bereich verbunden.“ (Seite 1)

Rudolf Stark und Sina Wehrum-Osinsky beschäftigen sich mit ihrem Band Sexuelle Sucht aus der Reihe „Fortschritte der Psychotherapie“ zunächst mit der Beschreibung der Störung, zum Beispiel mit einer diagnostischen Einordnung, Erscheinungsformen bei Männern und Frauen, epidemiologischen Daten sowie Verlauf und Ritualen.

Danach gehen sie auf Störungstheorien und Störungsmodelle ein, geben einen kurzen Abriss von Diagnostik und Indikation und setzen sich schließlich etwas ausführlicher mit der Behandlung sexueller Sucht auseinander.

Am Ende bieten die beiden Autor:innen ein Fazit und einen Ausblick, geben weiterführende Literatur an.

Im Anhang findet sich ein Fragebogen sowie Auswertungshinweise zum Fragebogen. Das Buch enthält außerdem eine Kurzanleitung für die Exploration auf einer dem Buch beigelegten Karte.

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Sommer 24 von Navid Kermani (Hörbuch)

„Wie soll man sich orientieren in einem Leben, dessen Koordinaten nicht mehr zu stimmen scheinen?“ (Klappentext)

Navid Kermani erzählt in Sommer 24 unter anderem die Geschichte von seinem Freund Rudolf, einem Juden, dessen Eltern die Shoah überlebt haben und der schließlich mit der AfD sympathisiert, rechte Parolen vertritt und durch assistierten Suizid stirbt.

Kermani berichtet auch von einer Frau, die er vor langer Zeit in einer Kneipe getroffen hat, die ihm von ihrer Vergewaltigung erzählt hat, über die er schließlich ohne ihr Einverständnis schreibt, was sie als zweite Vergewaltigung empfindet.

Kermani thematisiert zudem den Ukraine-Krieg, Antisemitismus und Gaza-Krieg und erzählt von anderen Konflikten auf der Welt.

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Therapie-Tools Pornografienutzungsstörung von Michael Krämer und Katrin Grümer

„Das vorliegende Buch soll Betroffene und Fachkräfte dabei unterstützen, Pornografiekonsum differenziert zu betrachten und in einen reflektierten Dialog einzutreten. Es ist ein Angebot, hinter das konsumierte Material zu blicken, Scham abzubauen und gesunde Wege zu finden, mit der eigenen Sexualität umzugehen. Es ist kein moralischer oder strafender Zeigefinger und verurteilt nicht die Betrachtung von Pornografie.“ (Seite 22)

Die Therapie-Tools Pornografienutzungsstörung fokussieren initial auf Anamnese und Exploration, gehen dann auf Motivation, Ziele und Rückfallprophylaxe ein. Im Anschluss bieten Michael Krämer und Katrin Grümer Informationen zu Verhaltensänderungen und zu Paar- und Angehörigenarbeit sowie ermöglichen am Ende eine Selbstreflexion.

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Das Lieben danach von Helene Bracht (Hörbuch)

„Some of them want to use you
Some of them want to get used by you
Some of them want to abuse you
Some of them want to be abused“
(„Sweet Dreams (Are Made of This)“ von Eurythmics)

Helene Bracht erzählt von ihrer eigenen Missbrauchserfahrung, die sie im Alter von fünf bis acht Jahren erlebt hat. Sie berichtet vom sexuellen Missbrauch durch ihren Nachhilfelehrer, von Schmerzen, von Affektlogik, von Scham und von den Auswirkungen des Missbrauchs auf ihr gesamtes Leben.

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Zerrissene Sonne von Jean D’Amérique

„Du wirst allein sein in der großen Nacht. Es ist nicht das erste Mal, dass ich diesen Satz höre.“ (Seite 17)

Die zwölfjährige Têle Fêlée lebt mit ihrer alkoholabhängigen Mutter, die als Prostituierte Geld verdient, und dem Mann, den sie ‚Papa‘ nennt, der jedoch nicht ihr leiblicher Vater ist, in der Cité de Dieu, einem Slum in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince.

Têle Fêlée, deren Vater der beste Söldner des mächtigsten Gangsters im Viertel ist, wächst mit häuslicher Gewalt auf, erlebt, beobachtet und hört von körperlicher und von sexueller Gewalt. Sie lernt früh, dass Gewalt ein probates Mittel ist, um sich abzugrenzen, um sich zu schützen, um Rache zu üben, um zu überleben.

Neben all dem Elend, das Têle Fêlée erlebt, gibt es jedoch auch Schönes, Hoffnungsvolles in ihrem Leben: die Liebe zu Silence, die Haiti jedoch verlässt und fortan in den USA lebt.

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Bye Bye Lolita von Lea Ruckpaul

„Meine letzte Begegnung mit Humbert Humbert liegt einundzwanzig Jahre zurück. Jahre, in denen ich versucht habe, Dolores zu sein. Aber ich kann Lolita nicht abschütteln. Andere Menschen haben eine chronische Krankheit, mit der sie sich ein Leben lang abmühen, ich habe Humbert Humbert. Zu den Symptomen zählen Erbrechen, Depressionen, Taubheitsgefühle, Vergesslichkeit, Veränderung der Persönlichkeit.“ (Seite 11)

Dolores Haze ist 38 Jahre alt, und ihre Zeit mit Humbert Humbert liegt schon viele Jahre zurück, doch nach wie vor prägt er ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihr Verhalten, ihren Umgang mit Nähe, ihre Sexualität.

Sie beginnt, ihre Geschichte aufzuschreiben und hofft, dass sie irgendwann an den Punkt kommt, an dem sie auch Humbert Humberts Aufzeichnungen lesen kann, die er in einem Taschenkalender niedergeschrieben hat, den sie seit Jahren mit sich herumträgt.

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Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani

„Es ist die Begegnung eines Menschen, der ein Land hinter sich gelassen hat, in dem es für ihn kein Weiter gab, mit einem Menschen aus einem Land, in dem es ein Weiter gibt, dem sich dieser aber verweigert.“ (Seite 19)

Reza verlässt zusammen mit seinen Eltern den Iran und lebt fortan in einer Plattenbauwohnung in Bochum. Die Gegend ist ein Problemviertel mit Gewalt, Hoffnungslosigkeit und Diskriminierung, und die neue Heimat fühlt sich so gar nicht nach Heimat an:

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Ab unter die Gürtellinie. Medizin untenrum endlich verständlich von Carola Holzner (Hörbuch und Buch)

„und am Ende sind wir alle tatsächlich schlauer“ (Klappentext)

Die Notärztin Carola Holzner erzählt in ihrem (Hör-)Buch, das von ihr selbst auf sehr gelungene, sympathische und angenehme Weise eingelesen wurde, von Toxic Shock Syndrome und Tampons, weiblicher und männlicher Anatomie, Menstruation und prämenstruellem Syndrom, G-Punkt und Vaginalverstümmelung, Zirkumzision und Geschlechtskrankheiten, Sterilisation und Kastration, Hormonen und Neurotransmittern, Prostata und Viagra, Pubertät und Aufklärung, Sympathikus und Parasympathikus, Sex und Orgasmus.

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Scham von Inès Bayard

„Ein einziger tragischer Vorfall in ihrem Leben hatte zu dieser Tat geführt.“ (Seite 9)

Gleich beim Einstieg ins Buch erfahren wir, dass Marie sich und ihren Sohn Thomas vergiftet und dass ihr Mann Laurent überlebt hat.

Danach erzählt Inès Bayard von den Geschehnissen zuvor: von der glücklichen Beziehung zwischen Marie und Laurent, von ihrem Kinderwunsch, von ihrer Karriere in einer Bank und seiner als Anwalt. Die beiden sind ein schönes Paar, leben in Paris, sind erfolgreich und beliebt.

Dann wird Marie vom Direktor der Bank brutal vergewaltigt, doch sie schweigt darüber, erzählt keinem davon, leidet still, ekelt sich vor Laurent und vor Sex, versucht mit aller Kraft, das Geschehene hinter sich zu lassen. Doch sie wird immer wieder von dem Erlebnis eingeholt.

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Geordnete Verhältnisse von Lana Lux

„Sie war gekommen, um mein bester Freund zu werden.“ (Seite 19)

Der 10-jährige Philipp ist das einzige rothaarige Kind an der katholischen Grundschule, an der er die 3. Klasse wiederholt. Er ist kleiner als alle anderen, sommersprossig, nässt manchmal ein, wenn er die Zeit vergisst oder sich aufregt, wird verspottet. Seine Mutter ist Alkoholikerin, so dass er mehrere Jahre bei seiner Tante Martha aufwächst.

Philipp wünscht sich mehr als alles auf der Welt, einen besten Freund zu haben, und als die rothaarige Faina aus der Ukraine neu in Philipps Klasse kommt, freunden sich die beiden an.

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