Archiv der Kategorie: Russland/Sowjetunion

Geordnete Verhältnisse von Lana Lux

„Sie war gekommen, um mein bester Freund zu werden.“ (Seite 19)

Der 10-jährige Philipp ist das einzige rothaarige Kind an der katholischen Grundschule, an der er die 3. Klasse wiederholt. Er ist kleiner als alle anderen, sommersprossig, nässt manchmal ein, wenn er die Zeit vergisst oder sich aufregt, wird verspottet. Seine Mutter ist Alkoholikerin, so dass er mehrere Jahre bei seiner Tante Martha aufwächst.

Philipp wünscht sich mehr als alles auf der Welt, einen besten Freund zu haben, und als die rothaarige Faina aus der Ukraine neu in Philipps Klasse kommt, freunden sich die beiden an.

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Sibir von Sabrina Janesch (Hörbuch)

„Mein Vater, der sein Leben lang Geschichten erzählt hat, kann sich nicht erinnern, und meine Mutter, die ein Leben lang zugehört hat, will sich nicht erinnern, will nicht aus einem losen Wirrwarr von Geschichten eine Geschichte machen, die, welchem Ansturm auch immer, standhält.“ (Track 2)

Im Jahre 1945 ist Josef Ambacher 10 Jahre alt und wird gemeinsam mit seiner Familie von Polen nach Kasachstan zwangsumgesiedelt. Dies ist nicht die erste Umsiedlung in der Geschichte der Familie Ambacher: Frühere Generationen kamen ursprünglich aus Deutschland, siedelten sich bereits im 18. Jahrhundert in Galizien an, doch mussten im Zuge der beiden Weltkriege immer wieder eine neue Heimat finden.

Schon der Transport nach Kasachstan ist dramatisch, Josefs jüngerer Bruder stirbt während der Fahrt, und später verschwindet seine Mutter in einem Schneesturm. Auch das Leben in Nowa Karlowka in der kasachischen Steppe ist hart: Die Familie lebt in einfachen Unterkünften, sie dürfen kein Deutsch sprechen, sind von anderen Deutschen isoliert, haben Angst vor Fehlern, die schnell im Gulag enden können.

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Bei Regen in einem Teich schwimmen. Von den russischen Meistern lesen, schreiben und leben lernen von George Saunders

„Ich wünsche mir, dass meine Geschichten jemanden ebenso sehr bewegen und verändern können, wie diese russischen Erzählungen mich bewegt und verändert haben.“ (Seite 12)

Das Buch enthält sieben Erzählungen verschiedener russischer Meister: Auf dem Wagen von Anton Tschechow, Die Sänger von Iwan Turgenjew, Herzchen von Anton Tschechow, Herr und Knecht von Leo Tolstoi, Die Nase von Nikolai Gogol, Stachelbeeren von Anton Tschechow und Aljoscha der Topf von Leo Tolstoi.

Zu jeder der Erzählungen bietet George Saunders detaillierte Erläuterungen, die dem Leser vermitteln, wie gute Geschichten funktionieren.

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Wintergeschichten von Anton Čechov

„der Frost ist stark, er klirrt“ (Seite 17)

Ich liebe russische Autoren des 19. Jahrhunderts und lese diese am liebsten in der kalten Jahreszeit, da dies meiner Meinung nach oft besser zur Stimmung in den Büchern passt.

Die Jahreszeiten-Reihe zu Anton Čechov lese ich passend in den jeweiligen Jahreszeiten, und als vor ein paar Wochen der Winter über Deutschland hereingebrochen ist, hat dieser Winter-Band natürlich perfekt gepasst.

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Späte Blumen. Herbstgeschichten von Anton Čechov

„Es ist angenehm, zu frieren und sich naß regnen zu lassen, wenn man weiß, daß man sich gleich aufwärmen kann.“ (Seite 32)

Anton Čechovs Herbstgeschichten thematisieren unerfüllte Liebe und Freundschaft, Aristokratie und Leibeigenschaft, Traurigkeit und Schwermut, Musik und Spiritismus, Vodka und Piroggen, Gewalt und Schulden, Krankheit und Tod, Armut und Reichtum,
Geistliche und Beamte, Bauern und Jäger, Herren und Lakaien.

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Sommergeschichten von Anton Čechov

„Dort, in der freien Natur, unter dem blauen Himmelsgewölbe, im Anblick des grünen Waldes und gurgelnder Bäche, in Gesellschaft der Vögel und grüner Käfer werden Sie begreifen, was das Leben ist.“ (Seite 20)

Christine Stemmermann hat sommerliche Geschichten von Anton Pavlovič Čechov zusammengetragen. So wird z.B. vom Familienvater Ivan Ivanyč erzählt, der das Leben nicht mehr aushält und seinen Freund bittet, ihm seinen Revolver zu leihen, oder vom 39-jährigen Makar Baldastov, der sich 15 Mal angeschickt hat zu heiraten, der aber trotzdem Junggeselle ist.

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Djamila von Tschingis Aitmatow

„Weder meine Mutter noch ich ahnten damals, womit das alles enden würde.“ (Seite 17)

Die Novelle Djamila stammt vom kirgisischen Autor Tschingis Aitmatow und entstand bereits 1958. Laut Louis Aragon, der die Geschichte entdeckte und ins Französische übersetzte, ist Djamila „die schönste Liebesgeschichte der Welt“.

Aitmatow erzählt darin von Djamila, deren Ehemann Sadyk im Zweiten Weltkrieg kämpft, und die beim Einfahren des Korns helfen muss, weil es im Aul (Dorf) zu wenige Männer für diese schwere Arbeit gibt.

Der 15-jährige Said, der seine Schwägerin Djamila anhimmelt, begleitet Djamila, um den Anstand zu wahren und für Djamilas Sicherheit zu garantieren, und Said ist es auch, der die Geschichte erzählt.

Bei den täglichen Kornfuhren zum Bahnhof lernt die ausgelassene Djamila den verschlossenen und schweigsamen Danijar kennen, der als Teilinvalider von der Front zurückkehrte und beim Kornfahren hilft.

Djamila und Danijar verlieben sich schließlich ineinander.

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Das Damengambit von Walter Tevis (Hörbuch)

„Sportsgeist interessierte sie nicht. Sie wollte spielen, und sie wollte gewinnen.“ (Track 5)

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Beth Harmon in einem Waisenhaus, wo die Kinder mit Pillen ruhiggestellt werden und wo ein strenges Regiment herrscht. Dort entdeckt Beth das Schachspielen, das ihr der Hausmeister des Waisenhauses beibringt.

Schnell stellt sich heraus, dass Beth ein echtes Ausnahmetalent ist. Als sie Jahre später adoptiert wird, wird sie von ihrer Adoptivmutter gefördert, nimmt an Turnieren teil und perfektioniert ihr Spiel.

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Pique Dame (Illustrierte Lieblingsbücher, Band 8) von Alexander Puschkin

„Die Anekdote von den drei Karten hatte ihm stark die Sinne erhitzt und ihn noch die Nacht über heimgesucht.“ (Seite 28)

In einer durchspielten Nacht erfährt der Pionieroffizier Hermann, dass die Großmutter des anwesenden Tonski, „die Gräfin“, vor Jahrzehnten herausfand, wie man beim Glückssiel drei Gewinnkarten voraussehen kann.

Hermann ist daraufhin besessen von der Idee, der Gräfin das Geheimnis zu entlocken, und so dringt er in ihr Haus ein und zwingt sie mit vorgehaltener Pistole, ihr Wissen mit ihm zu teilen.

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Das Leben ist groß von Jennifer DuBois

„Einmal, in Norwegen, habe ich fünfzehn Züge vorausgedacht, aber es hätte einen viel einfacheren Weg zum Sieg gegeben, und den habe ich übersehen. Sich zu sehr auf die Zukunft zu konzentrieren kann lähmend sein, habe ich festgestellt.“

Die Amerikanerin Irina Ellison hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ihr Leben verlaufen wird: Ihr Vater litt an Chorea Huntington, ist nach 18 qualvollen Jahren gestorben, und Irina erwartet das selbe Los.

Nach dem Tod ihres Vaters stößt sie auf eine Kiste voller Zeitungsartikel über den Schachweltmeister Alexander Kimowitsch Besetow, auf eine Kopie eines Briefes, den ihr Vater an Besetow geschrieben hatte, sowie das recht nichtssagende Antwortschreiben einer gewissen Elisabeta Nasarowna.

Irina möchte die Antworten bekommen, die ihr Vater nie erhalten hat, und macht sich auf den Weg nach Russland, um Besetow zu finden. Das Leben ist groß von Jennifer DuBois weiterlesen