Schlagwort-Archiv: Psychosen

Psychopharmaka reduzieren und absetzen. Praxiskonzepte für Fachkräfte, Betroffene, Angehörige von Peter Lehmann und Craig Newnes (Hg.)

„Klar ist, für die Behandelnden sollte gelten: Wer ansetzt, muss auch absetzen können.“ (Seite 13)

Dieses Buch enthält Texte verschiedener Autoren, die sich zum Beispiel mit Gründen für das Absetzen oder die Reduktion von Psychopharmaka auseinandersetzen, die zweifelhafte prophylaktische Wirkung von Neuroleptika und Antidepressiva behandeln, die Prädiktoren für erfolgreiches Absetzen von Psychopharmaka vorstellen.

Zudem setzen sich die Autor:innen im Buch mit einer möglichen Abhängigkeit von Antidepressiva und Neuroleptika auseinander, stellen professionelle Strategien und Konzepte vor, gehen näher auf hyperbolisches Ausschleichen von Antidepressiva, Ausschleichstreifen zum hyperbolischen Absetzen von Psychopharmaka, den Umgang mit Rebound-Effekten beim Absetzen von Psychopharmaka und das Absetzen beziehungsweise Reduzieren von Psychopharmaka-Kombinationen ein.

Am Ende des Buches liefern die Autor:innen zudem Strategien und Konzepte der Selbsthilfe und der unterstützten Selbsthilfe, zum Beispiel Angehörigenunterstützung, Peer-Unterstützung und Online-Plattformen.

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Schizophrenie. Entstehung, Erscheinungsformen und die bedürfnisangepasste Behandlung von Yrjö O. Alanen

„Diese Therapien waren insofern supportiv, als ich beabsichtigte, die Patienten bei der Lösung ihrer aktuellen Probleme zu unterstützen; aber ich machte auch Gebrauch vom psychoanalytischen Ansatz, um ihnen zu einem besseren Verständnis ihrer Schwierigkeiten und dazu zu verhelfen, sich als Persönlichkeiten zu entwickeln. Diese Kombination von Ansätzen ist geläufig in der Psychotherapie psychotischer Störungen.“ (Seite 24)

Yrjö O. Alanen erzählt in seinem Buch zunächst drei Fallgeschichten und geht danach auf allgemeine Bemerkungen zur Schizophrenie ein, z.B. Symptome, Untergruppen, Prognose und Krankheitsmodelle.

Danach berichtet er über die Entstehung der Schizophrenie, inklusive biologischer Faktoren, präpsychotischer Persönlichkeitsentwicklung, Faktoren, die den Ausbruch einer Psychose bedingen, und den Ausbruch einer Psychose an sich.

Im vierten Kapitel geht Alanen auf die gegenwärtige Behandlung der Schizophrenie und auf Psychotherapieforschung ein. Im fünften Kapitel setzt er sich schließlich mit der bedürfnisangepassten Behandlung schizophrener Psychosen auseinander und berichtet schließlich von therapeutischen Erfahrungen sowie von gesellschaftlichen Aspekten der Behandlung der Schizophrenie.

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Die Seele will gesund werden. Impulse für ein erfolgreiches Leben mit Schizophrenie von Niko Andrija Rukavina

„Aufklärung betreiben, Vorurteile abbauen, Verständnis schaffen und einen offenen Dialog über psychische Erkrankungen fördern“ (Seite 11)

Niko Andrija Rukavina erzählt in seinem Buch initial, was die paranoide Schizophrenie überhaupt ist, geht etwas näher auf das Vulnerabilitäts‑Stress‑Modell ein und schließt an das erste Kapitel einen Absatz mit eigenen Erfahrungen an.

Danach geht er auf verschiedene Aspekte ein, die man im Blick behalten sollte, wenn man an paranoider Schizophrenie erkrankt ist. Er spricht zum Beispiel über Ernährung, Sport, Achtsamkeit und Entspannung, berichtet von Paranoia, vom Erkennen von Wahn und vom Erlernen einer Realitätsanpassung und geht näher auf Spiritualität ein.

Im vierten Abschnitt setzt sich der Autor mit der wichtigen Struktur im Alltag auseinander, bietet Informationen zu Tagesstruktur und zu Kreativität.

Im Folgenden findet sich ein kurzer Exkurs zur Akzeptanz‑ und Commitment‑Therapie (ACT), zu den Themen Schizophrenie und Arbeit sowie Schizophrenie und soziales Netzwerk. Am Ende bietet Rukavina Hinweise, wie man Klinikaufenthalte besser meistern kann.

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Psychosen und Spiritualität. Erfahrungen an den Grenzen des Bewusstseins von Jo Becker

„In über 40 Jahren meiner Tätigkeit als Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sind mir viele Menschen begegnet, die in ihrer Psychose auch spirituelle Erfahrungen gemacht haben. Die meisten waren davon tief beeindruckt und haben es als eine überwältigend positive Erfahrung beschrieben, in den Worten von Dorothea Buck als ‚Zentralerleben‘ […]. Diese Erfahrung hilft häufig, später der Psychose einen Sinn zu geben, sie biografisch einzuordnen oder auch Spiritualität im weiteren Leben als eine wichtige Kraftquelle zu erleben und zu nutzen.“ (Seite 7f)

Der Psychiater Jo Becker hat Berichte von Psychoseerfahrenen gesammelt, in denen von existenziellen Erfahrungen die Rede ist.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit Grenzbereichen menschlichen Bewusstseins: Schlaf, Trance, Nahtoderfahrungen und Rauschzustände, mystisches Erleben in religiöser Praxis und während der Psychose.

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Schizoaffektive Psychosen. Diagnostik und Therapie von Peter Hartwich und Arnd Barocka (Hrsg.)

„Mittlerweile wird die Existenz der klinischen Realität der schizoaffektiven Erkrankungen nicht mehr in Frage gestellt. Die Erfahrung des Klinikers legt nahe, dass es tatsächlich eine Zwischen- oder Übergangsgruppe zwischen schizophrenen und affektiven Erkrankungen gibt.“ (Klappentext)

Das Buch enthält Texte zum Konzept der schizoaffektiven Psychosen, zu den Besonderheiten schizoaffektiver Psychosen im Kindes- und Jugendalter, zur Psychodynamik und Psychotherapie schizoaffektiver Psychosen, zum Übergang schizophrener Psychosen im Langzeitverlauf in bipolare Störungen, zur Bedeutung der pharmakologischen Behandlung bei schizoaffektiven Psychosen sowie zur Anamneseerhebung bei chronisch rezidivierenden psychischen Erkrankungen mithilfe von Life Charts.

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Psychosen. Ringen um Selbstverständlichkeit von Thomas Bock und Andreas Heinz

„Komorbidität festzustellen wird zur abstrakten Addition, ohne ein Gefühl für die Wechselwirkungen der Phänomene zu entwickeln. Mit dieser Haltung wird vor allem Unverständnis vermittelt und das Risiko der (Selbst-)Stigmatisierung verstärkt. Psychosen, Angststörungen und Depressionen werden addiert, anstatt die Angst aus der Psychose zu erklären und die Depression mit Genesung und Erschrecken in Verbindung zu bringen. Wir vergessen, was früher längst geläufig war, dass Symptome Hierarchien bilden, sich wechselseitig bedingen und teilweise auch erklären.“ (Seite 24f)

Thomas Bock und Andreas Heinz setzen sich in ihrem Buch sehr umfassend mit Psychosen auseinander. Sie diskutieren z.B. Diagnoseschlüssel, Krankheitsbegriff und die Rolle der Sprache, thematisieren Resilienz und Vulnerabilität, Grundformen der Angst, Bedeutung von Schamerleben, Sinnsuche, Recovery und Empowerment.

Im Anschluss stellen sie einzelne Phänomene vor und bieten Erklärungen und anthropologische Ansätze zum besseren Verständnis, z.B. für Stimmenhören, Ich-Störungen, Wahnstimmung und Minussymptomatik.

Weitere Abschnitte befassen sich mit Entstehungsbedingungen für Psychosen, mit therapeutischen Handlungskonsequenzen und mit nötigen Strukturveränderungen im psychiatrischen Hilfesystem.

Gwen Schulz ergänzt das Werk mit zwei Gastbeiträgen zur Suche nach dem Sinn ihrer Psychose und zur Bedeutung der Peerarbeit.

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Mentalisieren bei Psychosen von Helga Felsberger

„Der Begriff ‚Mentalisieren‘ beschrieb bislang die imaginative und intuitive Fähigkeit, das eigene Verhalten oder das Verhalten anderer Menschen durch Zuschreibung mentaler Zustände, wie etwa Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Überzeugungen und Motive, zu interpretieren. Eine solche Fähigkeit setzt allerdings die Möglichkeit und Bereitschaft zur kommunikativen Bezogenheit voraus.“ (Seite 9f)

Helga Felsberger setzt sich in ihrem Buch initial mit dem Begriff „schizophren“ und mit Stigmatisierung auseinander, geht im weiteren Verlauf auf Klassifikation und Erklärungsmodelle von Psychosen ein, bevor sie Besonderheiten des Mentalisierens bei Psychoseerfahrung eingeht und die Mentalisierungsbasierte Psychosen-Psychotherapie (MBT-P) vorstellt.

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Die beginnende Schizophrenie. Versuch einer Gestaltanalyse des Wahnsinns von Klaus Conrad

„Wer dieses Buch liest, kann sich einfühlen in das was geschieht, wenn eine Psychose beginnt, wenn sie immer heftiger wird und die Kranken schließlich überwältigt.“ (Klappentext)

Klaus Conrad befasst sich in seinem Buch, das in erster Auflage bereits 1959 erschien, mit dem Trema (u.a. Fehlhandlungen, initiale Depression, Misstrauen, Wahnstimmung), der apophänen Phase (u.a. Wahnwahrnehmung, Bekanntheits- und Entfremdungserlebnisse, Omnipotenz, Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, Gedankenlautwerden), der apokalyptischen Phase (u.a. Katatonie), der Konsilidierung und dem Residualzustand.

Im zweiten Teil des Buches geht er näher auf die Schübe und die Prozessformen ein.

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Wahnbegegnungen. Zugänge zur Paranoia von Michael Schödlbauer

„Das Wahnhafte erkennt nicht der, der dem Wahn verhaftet ist. Der Wahn wird vom anderen zugeschrieben, und zwar dann, wenn uns jemand paranoid anmutet.“ (Seite 8)

Michael Schödlbauer setzt sich in Wahnbegegnungen. Zugänge zur Paranoia mit Funktionalität von Wahn, Praecoxgefühl, Wahnkriterien nach Karl Jaspers, Wahnwahrnehmung, Zeiger der Schuld, Zufall, Wahneinfall und Wahn bei ausgewählten psychischen Störungen auseinander.

Er thematisiert zudem den Unterschied zwischen Zwangsgedanken/-handlungen und Wahn, befasst sich näher mit Sinn und Sinnlichkeit, Beleghalluzinationen und Erklärungswahn, Dermatozoenwahn und Liebeswahn.

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Stationäre evidenzbasierte Psychotherapie bei Psychosen. Kognitiv-verhaltenstherapeutisches Praxismanual von Stefan Klingberg und Klaus Hesse

„Menschen mit Psychosen sind einer in jeder Hinsicht schädlichen Stigmatisierung ausgesetzt. Oft haben wir uns gefragt, ob diese Stigmatisierung nicht auch durch die professionell in der Psychiatrie Tätigen erfolgt. Wie sonst kann man erklären, dass insgesamt so wenig Zeit und Mühe in die psychotherapeutische Behandlung dieser Patientengruppe investiert wird, wo auf der anderen Seite die Evidenz für die Wirksamkeit vergleichsweise gut belegt ist und alle hochwertigen Behandlungsleitlinien die Psychotherapie für die Routinebehandlung empfehlen.“ (Seite 13)

Stefan Klingberg und Klaus Hesse beschreiben initial die Erfolge in der Psychosenpsychotherapie, erwähnen im Anschluss ungünstige Ausgangsbedingungen, präsentieren Themen und Strategien für Einzelgespräche.

Im folgenden Abschnitt stellen sie eine Orientierungsgruppe vor, die auf Lebensziele, Situationseinschätzung, Unterstützungsmöglichkeiten und Entscheidungshilfe für die Behandlung fokussiert.

Danach präsentieren die beiden Autoren eine Psychoedukationsgruppe (Verlauf und Symptomatik, Ursachen der Erkrankung, Behandlung, Erkennen von Frühsymptomen) und schließlich eine Angehörigengruppe.

Stationäre evidenzbasierte Psychotherapie bei Psychosen. Kognitiv-verhaltenstherapeutisches Praxismanual von Stefan Klingberg und Klaus Hesse weiterlesen