Schlagwort-Archive: Fachbuch

Herausforderung Pädophilie. Beratung, Selbsthilfe, Prävention von Claudia Schwarze und Gernot Hahn

„Pädophilie ist eines der emotional am stärksten aufgeheizten Themen in unserer Gesellschaft und wird gleichzeitig tabuisiert.“ (Seite 14)

Claudia Schwarze und Gernot Hahn sprechen in ihrem Buch zahlreiche Aspekte und Facetten im Zusammengang mit Pädophilie an. So bieten sie initial eine Begriffsklärung und eine Begriffsabgrenzung, gehen auf Ursachen pädophiler Neigungen sowie Strafverfolgung ein, erklären, wie man mit Pädophilie leben lernen kann, schreiben über Gefühle und die Unterstützung von Angehörigen, vom Einfluss des Internets, von Risiko- und Schutzfaktoren, d.h. wie und wodurch aus pädophil Veranlagten Täter werden oder eben keine Täter werden. Des Weiteren setzen sich die Autoren mit den Folgen von sexuellem Missbrauch, mit Möglichkeiten der Selbsthilfe sowie mit professioneller Hilfe und Therapie auseinander, bevor sie das Therapieangebot „Kein Täter werden“ vorstellen.

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Die abklingende Psychose von Jann Schlimme und Burkhart Brückner

„Mit ihrem Buch tragen Jann E. Schlimme und Burkhart Brückner zu der wichtigen Diskussion um die Wertschätzung und Verarbeitung psychotischer Erfahrungen bei, der sich die Betroffenen in ihrem Umgang mit den oft zutiefst erschütternden Erfahrungen stellen müssen.“ (Seite 8)

Der Aufbau von Die abklingende Psychose orientiert sich am Genesungsverlauf. Es werden u.a. die Phasen des Genesungsverlaufs mit dem Erreichen eines Wendepunkts, dem Wahrnehmen und Differenzieren doppelter Realitäten, dem „Parken“ psychotischer Realität und einer integrierten Psychoseerfahrung thematisiert, bevor die Autoren ein Modell der abklingenden Psychose vorstellen.

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Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Martin Reker

„Wer das Wagnis riskiert, mit einer Haltung interessierter Neugier verstehen zu wollen, warum sich Menschen mit Alkoholproblemen so verhalten, wie sie es tun, muss die Welt durch die Brille der Betroffenen sehen. Das gelingt am ehesten in einer vorübergehenden Identifikation mit ihnen, indem man sich konkrete Ereignisse schildern lässt, die charakteristisch für das Problemverhalten sind.“ (Seite 8)

Martin Reker berichtet in Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Belohnungs-, Vermeidungs- und Gewohnheitstrinkern, Suchtdruck, Ich-Syntonie versus Ich-Dystonie, Geschlechter- und kulturellen Unterschieden, schädlichem Gebrauch versus Abhängigkeit, körperlichen Veränderungen, Komorbidität, der Geschichte des Alkoholkonsums, Behandlung, Entzug, den Einflüssen von Alkoholkonsum auf Arbeit und Wohnen, rechtlichen und forensischen Aspekten.

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Impulskontrollstörungen in der Verhaltenstherapie von Alfred Ehret

„Das Buch […] umfasst alle wichtigen Bereiche dieses breiten und in sich heterogenen Feldes, geht bei den Fallvignetten aber auch auf eher exotische (um nicht zu sagen „dunkle“) Störungsbilder wie Paraphilien, Kleptomanie oder Pyromanie ein.“ (Seite 13)

Alfred Ehret befasst sich in seinem Buch mit unterschiedlichsten Formen der Impulskontrollstörungen, deren gemeinsamer Nenner das zwanghafte und nicht kontrollierbare Verhalten ist.

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Umgang mit narzisstisch geprägten Klienten von Rainer Sachse und Marc Walburg

„Psychisch beeinträchtigte Straftäter, gerade auch mit Persönlichkeitsstörungen, sind zu Beginn des Vollzugs auch bei Therapieauflage nicht regelhaft therapiemotiviert und noch seltener änderungsmotiviert. Sie haben oft unrealistische Ansichten und Erwartungen, können sich selbst schlecht einschätzen und ihre Anlassdelikte und begleitenden Verhaltensauffälligkeiten ohne professionelle Unterstützung oft nur begrenzt reflektieren.“ (Seite 17)

Rainer Sachse und Marc Walburg erklären in ihrem Buch nicht die „normale“, d.h. freiwillig vereinbarte Behandlung, sondern die psychotherapeutische Behandlung narzisstischer Persönlichkeitsstörungen im strafrechtlichen Kontext.

Sie berichten von klärungsorientierter Psychotherapie (KOP), Besonderheiten bei der Behandlung persönlichkeitsgestörter Klienten im strafrechtlichen Kontext (z.B. bezüglich der Motivation der Klienten), dysfunktionalem Handeln (z.B. Gründe und Bedingungen für dysfunktionales Handeln, Handlungstendenzen, Kontrollstrategien) und Ursachen für dysfunktionales Handeln bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen (z.B. Schemata und dysfunktionale Handlungstendenzen bei erfolgreichen versus erfolglosen versus gescheiterten Narzissten). Zudem gehen die Autoren sehr detailliert auf das therapeutische Vorgehen ein (z.B. Beziehungsgestaltung, Entwicklung einer Änderungsmotivation, Bearbeitung von Schemata, Bewältigungsstrategien, Analyse von Images und Appellen).

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Cannabiskonsum und psychische Störungen von Michael Büge

„Wie in der Gesamtbevölkerung, so gibt es auch bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung viele, die Cannabis nur gelegentlich und damit gesundheitlich eher unproblematisch konsumieren. Ein vermehrter Konsum von Cannabis kann allerdings bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung besondere und auch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.“ (Seite 7)

Michael Büge fasst in seinem Basiswissen-Buch die wichtigsten Punkte zum Thema Cannabiskonsum zusammen. So bietet er initial basale Informationen zu Begriffen und zur Wirkweise, beantwortet Fragen aus dem Arbeitsalltag mit cannabiskonsumierenden Klienten und erklärt, wie Sucht entsteht, bevor er auf Wechselwirkungen mit psychischen Erkrankungen bzw. Medikamenten eingeht, die Rolle der Helfer beschreibt und Vorschläge zum Umgang mit cannabiskonsumierenden Klienten macht.

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Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen von Jann E. Schlimme, Thelke Scholz und Renate Seroka

„Das Leitmotiv der ärztlichen Profis sollte lauten: Wer ansetzt, muss auch wissen, wie er oder sie absetzt!“ (Seite 83)

„Langfristig plombieren die Neuroleptika die betreffende Person oftmals derart, dass sie von ihren eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und Wünschen abgeschnitten ist und eigene Belastungsgrenzen, Ängste und Sehnsüchte nicht adäquat wahrnehmen kann.“ (Seite 27)

Jann E. Schlimme (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie), Thelke Scholz (Expertin durch Erfahrung) und Renate Seroka (Angehörige) bieten in ihrem Buch Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen Informationen zum Genesungsprozess und zu Psychopharmaka, benennen die Herausforderungen, denen man sich beim Reduzieren stellen muss, beschreiben detailliert den Reduktionsprozess, stellen bedeutungsdosierte Sozialräume und Abschalttechniken vor und gehen schließlich darauf ein, wie es nach dem Absetzen weitergeht bzw. warum man manchmal nicht vom letzten Krümel der Medikamente loskommt.

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Aufsuchende psychiatrische Arbeit von Klaus Obert, Karin Pogadl-Bakan und Gabriele Rein

„Am Ende eines mehr oder weniger langen Prozesses liegt für den jeweiligen Menschen ein enormer Hilfebedarf vor, ohne in der Lage zu sein, sich angemessene Hilfe und Unterstützung zu holen, und zwar auch dann nicht, wenn die Umgebung dies empathisch einfühlend oder mit Druck einfordert. Zurück bleiben psychisch kranke Menschen in prekärsten Lebenslagen und mit völlig unangemessener Lebensführung. Weitgehend isoliert, sind sie massiv überlastet, vom Hilfesystem alleingelassen, und so entfernen sie sich sukzessive von Angehörigen, Freunden, Nachbarn oder Bekannten.“ (Seite 9f)

Seit ich zum ersten Mal von dem Konzept der aufsuchenden psychiatrischen Arbeit gehört habe, bin ich begeistert von diesem Ansatz, der es auch denjenigen Menschen ermöglicht, psychiatrische Hilfe zu erhalten, die sonst durchs Versorgungsnetz fallen würden. Gleichzeitig habe ich mich oft gefragt, wie es für mich wäre, als professionelle Helferin zu anderen Menschen nach Hause zu gehen – in ihr eigenes Reich, wo Dinge möglicherweise anders laufen, als ich das bevorzugen würde.

Aufsuchende psychiatrische Arbeit von Klaus Obert, Karin Pogadl-Bakan und Gabriele Rein spricht all diese Aspekte und noch viele weitere Facetten dieser besonderen Art von psychiatrischer Tätigkeit an, so dass ich das Buch nicht nur als eine Quelle der Information, sondern auch als Inspiration empfunden habe.

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Die Vermessung der Psychiatrie von Stefan Weinmann

„Das Problematische an unserer gegenwärtigen Situation in der Psychiatrie ist, dass schlechte Krankheitsverläufe häufig der Biologie und der „Erkrankung“ selbst (oder der krankheitsbedingt unzureichenden Therapietreue) und weniger unserem Umgang damit oder gar unseren Therapien angelastet werden.“ (Seite 20)

Stefan Weinmann ist Psychiater. Er weiß, wovon er spricht und was er kritisiert, ist mittendrin, kennt die Krankheitsbilder, die Behandlung, die Versorgungslage und die Forschungsergebnisse im Bereich der Psychiatrie. Das hat mich beim Lesen seines Buches von Anfang an begeistert und beeindruckt. Hier schwimmt jemand gegen den Strom, der genauso gut mit ihm schwimmen könnte, so wie es die breite Masse in der Psychiatrie tut. Die Vermessung der Psychiatrie von Stefan Weinmann weiterlesen

Recoveryorientierte Gruppenarbeit für Menschen mit Psychoseerfahrungen von Sebastian von Peter, Antje Wilfer und Andreas Gervink

„Die Recoverybewegung hat auch deshalb so viel Anklang gefunden, weil sie sich gegen die demoralisierende Hoffnungslosigkeit vieler professionell Tätiger zur Wehr gesetzt und gezeigt hat, dass ein sinnerfülltes Leben und/oder Heilung trotz schwerer und langwieriger Beeinträchtigungen möglich ist.“ (Seite 68)

Die Gruppe „Lebenswege“ wurde 2011 mit dem Ziel ins Leben gerufen, um bei Menschen mit Psychoseerfahrungen Recoveryprozesse anzustoßen, sie zu fördern oder sie zumindest nicht zu behindern. Diese Gruppe wird angeleitet durch eine Genesungsbegleiterin, einen Arzt und eine Pflegekraft und bietet einen Erfahrungsaustausch von Menschen mit und ohne Erfahrungsexpertise. Recoveryorientierte Gruppenarbeit für Menschen mit Psychoseerfahrungen von Sebastian von Peter, Antje Wilfer und Andreas Gervink weiterlesen