Schlagwort-Archive: Skandinavien

Fettnäpfchenführer Schweden. Wilde Erdbeeren und zahme Elche von Cornelia Lohs

„Deutschland ist durch und durch schwedisiert.“ (Klappentext)

Die Molekularbiologin Katharina verbringt ein Forschungssemester am Stockholmer Karolinska-Institut. An ihrem Beispiel erzählt Cornelia Lohs von den Fettnäpfchen und Fallstricken, in die man als ahnungsloser Reisender in Schweden geraten kann.

Lohs berichtet z.B. von Unisex-Toiletten und Gleichheitsprinzip, Königshaus und Beziehungen zu Dänemark, Bargeld und Personnummer, Middag und falschen Freunden, Erdbeertorte und Mittsommer, Buttermesser und Alkohol, Smalltalk und Bescheidenheit, Niesen und Einladungen, Pünktlichkeit und Höflichkeit, Jedermannsrecht und Naturschutz, Elchen und Småland, Öffentlichkeitsprinzip und Privatsphäre, Duzen und Siezen, Sauna und Offenherzigkeit.

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Fettnäpfchenführer Norwegen. Im Slalom durch den Sittenparcours des hohen Nordens von Julia Fellinger

„[…] mit Druck erreicht man in Norwegen nicht besonders viel. Das Einzige, was hilft, ist, sich dem Tempo anzupassen.“ (Seite 139)

Julia Fellinger erzählt am Beispiel des Münchner Versicherungsdetektivs Stefan Derek von den Fallstricken und Fettnäpfchen, in die man in Norwegen geraten bzw. treten kann. Sie berichtet von Namen und Friedland-Klingelschildern, bokmål und nynorsk, (Un-) Höflichkeit und Schweigsamkeit, janteloven und bunad, Fjord und Segeln, Königshaus und Volksnähe, Alkohol und Einladungen, Schulabschluss und Feiertagen, Gleichheitsprinzip und Bildungssystem, Johannisfeuer und Einweggrill, Sauna und Bibelgürtel, Reichtum und Eigenheim, Zeitmanagement und Work-Life-Balance, Mitternachtssonne und Lofoten, Samen und Ola Normann, Tunnelbau und Superlativen, Lillehammer und Skifahren, EWR und EU, Angeln und Walfang, Jedermannsrecht und Umweltschutz.

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Die Grenze. Eine Reise rund um Russland von Erika Fatland

„Das Imperium war so groß geworden, dass der Zar nicht genau wusste, wo die Außengrenze verlief; niemand überblickte mehr die Aufzeichnungen früherer Entdeckungsreisender.“ (Seite 15)

Erika Fatland reist entlang der russischen Grenze – von Nordkorea bis nach Norwegen, durch China, die Mongolei, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien, die Ukraine, Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland, Estland und Finnland.

Acht Monate ist sie unterwegs, und im Hinterkopf hat sie immer die Frage, was es eigentlich heißt, „das größte Land der Welt als Nachbarn zu haben“ (Seite 23). Auf ihrer Reise erfährt Fatland, dass es hierauf mindestens 14 Antworten gibt: für jedes Nachbarland Russlands eine.

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Der Beginn von Carl Frode Tiller

„Ich blickte sie direkt an, aber auch jetzt sah sie mich nicht, sie sah durch mich hindurch. Jetzt sterbe ich tatsächlich, dachte ich, so ist es, wenn man stirbt.“ (Seite 12)

Nach einem Suizidversuch liegt Terje im Sterben.

Während sich seine Familie im Krankenhaus um sein Bett versammelt, denkt er über sein Leben nach. Dabei geht er immer weiter in die Vergangenheit zurück und lässt den Leser so teilhaben an den großen und kleinen Wendepunkten und prägenden Erlebnissen seines Lebens: am Leben mit seiner Ehefrau Turid und seiner Tochter Marit, an der schwierigen Beziehung zur alkoholabhängigen Mutter, an den wechselhaften Gefühlen für seine Schwester Anita, an der Abwesenheit des Vaters, an der Liebe zur Natur.

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Das Evangelium der Aale von Patrik Svensson

„Wenn man nicht weiß, woher man kommt, kann man auch nicht wissen, wohin man geht.“ (Seite 238)

Die Geburt der Aale vollzieht sich im nordwestlichen Atlantik, in der Sargassosee. Hier laicht der Europäische Aal ab, und hier schlüpfen die sogenannten Weidenblattlarven bzw. Leptocephalus-Larven, die sich sofort auf die weite Reise zur europäischen Küste begeben. Bis zu drei Jahre sind die Weidenblattlarven unterwegs, und wenn sie an der europäischen Küste ankommen, durchlaufen sie ihre erste Metamorphose und werden zum Glasaal.

Von der europäischen Küste wandern die meisten Glasaale die Flüsse hinauf, passen sich ans Süßwasser an, durchlaufen ihre zweite Metamorphose und werden zum Gelbaal.

Der Gelbaal verbringt den Großteil seines weiteren Lebens an einem einzigen Ort, den er selbst wählt und zu dem er immer wieder zurückkehrt. Bis zu 50 Jahre können ins Land gehen, bis der Gelbaal plötzlich beschließt sich fortzupflanzen, die Wanderung zum Meer antritt und seine letzte Metamorphose durchläuft. Nun wird der Gelbaal zum Blankaal, schwimmt durch den Atlantik bis zur Sargassosee. Dort laicht er ab und stirbt kurz darauf.

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Wildauge von Katja Kettu

„Ich hatte das Gefühl, als wäre ich so angesehen worden, wie ich noch nie zuvor angesehen worden war.“ (Seite 36 der gebundenen Ausgabe)

Lappland im Sommer 1944: Der deutsche Offizier Johannes Angelhurst soll als Fotograf die finnischen Verbündeten porträtieren. Da trifft er auf eine Hebamme, die Johannes schließlich „Wildauge“ nennt.

Wildauge fühlt sich sofort zu Johannes hingezogen, und als Johannes bald darauf ins Lager Titowka versetzt wird, folgt Wildauge ihm und lässt sich als Krankenschwester in das Kriegsgefangenenlager einschleusen, um in seiner Nähe zu bleiben.

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Finnisches Blut von Taavi Soininvaara (Hörbuch)

„Der Tod ist der Sünde Sold.“ (Track 100)

Der Wissenschaftler Arto Ratamo findet bei seiner Forschungstätigkeit ein Gegenmittel gegen Ebola-Helsinki. Schnell gerät er in den Fokus von Geheimdiensten und Terroristen, und als seine Frau Kaisa vor seinen Augen erschossen wird, gelingt Ratamo nur in letzter Sekunde die Flucht.

Der Mord an seiner Frau und an einem Wissenschaftler werden indes so inszeniert, dass Ratamo unter Hauptverdacht gerät und untertauchen muss. Ab jetzt geht es für ihn jedoch nicht nur ums eigene Überleben, sondern er sorgt sich auch um seine kleine Tochter, die seit dem Mord an ihrer Mutter mit ihrer Großmutter im Verborgenen lebt.

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Lesereise Finnland. Das letzte Postamt diesseits des Polarsterns von Helge Sobik

„Ein besonders schwerer Fall, dieser Finne. Er ist anders als andere. Seltsamer. Sehr eigen. Ein bisschen verschroben. Mindestens.“ (Seite 27)

Helge Sobik erzählt in Das letzte Postamt diesseits des Polarsterns. Finnische Fundstücke von Samen und Lappland, Schamanen und christlichen Missionaren, Kakslauttanen und Iglus, Jedermannsrecht und FKK, Rauchsauna und Eisbaden, Rovaniemi und dem echten Weihnachtsmann, Joiks und Leningrad Cowboys, Åland-Inseln und Weinbergschneckenfarm, Pankoka und Schnaps, Wegbeschreibungen und Einsamkeit, Wäldern und Seen, Eisbrechern und Hundeschlitten, Helsinki und Mitsommernacht, Rentieren und Geistern.

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Kalevala. Eine Sage aus dem Norden

„Väinämöinens Welt wurde größer, und wohin er ging, traf er auf Menschen. Sie bauten Höfe, bestellten das Land und fuhren aufs Meer, um zu fischen. Sie bekamen Kinder, die nichts mehr wussten von der Entstehung der Welt, nur das, was sie abends in den alten Liedern hörten. Väinämöinen hatte diese Lieder gedichtet, er zog mit ihnen von Dorf zu Dorf, und sein Ruhm verbreitete sich im ganzen Land.“ (Seite 17)

Das Kalevala gilt als finnisches Nationalepos, wurde im 19. Jahrhundert von Elias Lönnrot auf der Grundlage von mündlich überlieferter finnischer Mythologie zusammengestellt und zählt zu den wichtigsten literarischen Werken in finnischer Sprache. Bei Galiani Berlin ist Kalevala als großartige Nacherzählung von Tilman Spreckelsen und mit den kongenialen Illustrationen von Kat Menschik erschienen.

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Fettnäpfchenführer Finnland. Wenn der Fisch nicht beißt, spart man den Wurm von Gudrun Söffker

„Schweden sind wir nicht, Russen wollen wir nicht werden, also lasst uns Finnen sein!“ (Seite 37)

Ich kenne bereits mehrere Fettnäpfchenführer, die mir sehr gut gefallen haben, und da ich Finnland noch nie selbst bereist habe, das Land aber schon lange auf meiner Reise-To-do-Liste steht, war ich sehr gespannt auf den Fettnäpfchenführer Finnland. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, denn ich habe zwar einiges über Finnland gelernt, aber insgesamt hat mir das Buch viel weniger gefallen als andere Fettnäpfchenführer.

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