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Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft von Swetlana Alexijewitsch

„Was sich in Tschernobyl am meisten einprägt, ist das Leben >>danach<<: Dinge ohne Menschen, Landschaften ohne Menschen. Wege ins Nichts, Telegrafendrähte ins Nichts. Hin und wieder fragt man sich: Was ist das – Vergangenheit oder Zukunft?“ (Seite 51)

Swetlana Alexijewitsch hat fast 20 Jahre lang an Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft geschrieben und hierfür mit ehemaligen Angestellten des Atomkraftwerks, mit Wissenschaftlern, Angehörigen, Liquidatoren, Umgesiedelten und Rückkehrern gesprochen.

Auf diese Weise hat Alexijewitsch, der 2015 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, die Erinnerungen von Menschen, deren Leben eng mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl verbunden ist, eingefangen und bewahrt, bietet so einen detaillierten und umfassenden Blick auf Tschernobyl und die Folgen des Reaktorunglücks.

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Irgendwo in diesem Dunkel von Natascha Wodin (Hörbuch)

„aber jedes Mal spürte ich, dass sich irgendwo in diesem Dunkel der Schlüssel zu ihrem Leben verbarg. Alles schien von Anfang an um dieses Geheimnis zu kreisen, und weil das Eigentliche unaussprechlich war, war bei uns immer alles unaussprechlich gewesen, schon die simpelste, belangloseste Wahrheit war so etwas wie Gift, das auf keinen Fall in den Mund genommen werden durfte.“ (CD 1 , Track 8)

Im Jahre 1989 kehrt die Ich-Erzählerin zur Beerdigung ihres Vaters in ihre alte fränkische Heimat zurück, wo sie in den 1950ern und 1960ern aufgewachsen ist. Ihr Vater kam 1944 mit seiner Ehefrau aus dem südukrainischen Mariupol als Zwangsarbeiter nach Deutschland, fühlte sich in diesem fremden Land jedoch nie zugehörig und nie heimisch. Und ebenso geht es seiner Tochter, die in der Schule angefeindet und ausgestoßen wird, die in Deutschland lange nicht Fuß fassen kann. Irgendwo in diesem Dunkel von Natascha Wodin (Hörbuch) weiterlesen

Kukolka von Lana Lux

„Die Luft war kalt, aber sie roch nach einem neuen Leben. Ganz anders als in mir drin. Da roch es nach Verwesung und Tod.“

1993 in der Ukraine: Die 5-jährige Samira lebt in einem Heim und kennt nur die grausame Seite des Lebens: Beschimpfungen, Gewalt, Erniedrigung. Doch dann freundet sie sich mit Marina an, die von ihrem Vater ins Heim gebracht wurde und fest daran glaubt, dass er sie nach dem Sommer wieder nach Hause holt.

Als Marina von einem Paar aus Deutschland adoptiert wird, bleibt Samira allein zurück, flieht jedoch bald aus dem verhassten Heim und trifft auf den erwachsenen Rocky, der sofort von ihr fasziniert ist, sie am Bahnhof aufliest und mit in sein heruntergekommenes Haus nimmt. Dort lebt er mit mehreren Kindern und Jugendlichen, die für ihn betteln und stehlen, die durch ihn aber auch eine vertraute Gemeinschaft und eine Art Geborgenheit und Obhut gefunden haben. Kukolka von Lana Lux weiterlesen