Schlagwort-Archive: Russland

Die Grenze. Eine Reise rund um Russland von Erika Fatland

„Das Imperium war so groß geworden, dass der Zar nicht genau wusste, wo die Außengrenze verlief; niemand überblickte mehr die Aufzeichnungen früherer Entdeckungsreisender.“ (Seite 15)

Erika Fatland reist entlang der russischen Grenze – von Nordkorea bis nach Norwegen, durch China, die Mongolei, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien, die Ukraine, Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland, Estland und Finnland.

Acht Monate ist sie unterwegs, und im Hinterkopf hat sie immer die Frage, was es eigentlich heißt, „das größte Land der Welt als Nachbarn zu haben“ (Seite 23). Auf ihrer Reise erfährt Fatland, dass es hierauf mindestens 14 Antworten gibt: für jedes Nachbarland Russlands eine.

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Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft von Swetlana Alexijewitsch

„Was sich in Tschernobyl am meisten einprägt, ist das Leben >>danach<<: Dinge ohne Menschen, Landschaften ohne Menschen. Wege ins Nichts, Telegrafendrähte ins Nichts. Hin und wieder fragt man sich: Was ist das – Vergangenheit oder Zukunft?“ (Seite 51)

Swetlana Alexijewitsch hat fast 20 Jahre lang an Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft geschrieben und hierfür mit ehemaligen Angestellten des Atomkraftwerks, mit Wissenschaftlern, Angehörigen, Liquidatoren, Umgesiedelten und Rückkehrern gesprochen.

Auf diese Weise hat Alexijewitsch, der 2015 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, die Erinnerungen von Menschen, deren Leben eng mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl verbunden ist, eingefangen und bewahrt, bietet so einen detaillierten und umfassenden Blick auf Tschernobyl und die Folgen des Reaktorunglücks.

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Gespräche mit Lebenden und Toten von Swetlana Alexijewitsch (Hörbuch)

„Nach Beobachtungen wurde am 29. April 1986 eine hohe Strahlenbelastung in Polen, Deutschland, Österreich und Rumänien registriert, am 30. April in der Schweiz und in Norditalien, am 1. und 2. Mai in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Nordgriechenland, am 3. Mai in Israel, Kuweit und der Türkei. In große Höhe geschleuderte gasförmige und flüchtige Substanzen breiteten sich global aus. Am 2. Mai wurden sie in Japan registriert, am 4. Mai in China, am 5. Mai in Indien, am 5. und 6. Mai in den USA und in Kanada. Weniger als eine Woche brauchte es, um Tschernobyl zum Problem der ganzen Welt werden zu lassen.“

„Manchmal mach ich einfach die Augen zu und wandere ich Gedanken durchs Dorf. Na, sage ich dann, wo soll denn hier die Radioaktivität sein, wo doch Schmetterlinge umherflattern und Hummeln brummen.“

Ich habe Gespräche mit Lebenden und Toten zwei Mal im Abstand von zwei Tagen angehört. Beim und nach dem ersten Mal war ich von den einzelnen Geschichten, die Swetlana Alexijewitsch aus Gesprächen mit Zeugen, Opfern und Helfern des Reaktorunglücks wiedergibt, stellenweise wie paralysiert und wusste, dass ich das Ganze noch einmal anhören, mir das ganze Grauen ihrer Porträts noch einmal vor Augen führen muss. Auch beim zweiten Mal hat mich das Hörspiel emotional sehr aufgewühlt und mich so gefesselt wie kaum ein anderes Hörbuch zuvor. Und auch nach dem zweiten Hören sind die Geschehnisse, das Leid und die fatalen Folgen kaum greifbar und begreifbar. Gespräche mit Lebenden und Toten von Swetlana Alexijewitsch (Hörbuch) weiterlesen

Fegefeuer von Sofi Oksanen

„[…] der Stolz war das Ende jeder Kunst und die Demut aller Dinge Anfang […]“

West-Estland im Jahre 1992: Aliide Truu lebt allein in einem Bauernhaus und findet eines Tages ein Bündel in ihrem Garten, das sich als junge Frau herausstellt, die auf der Flucht vor ihren Zuhältern ist.

Das Mädchen – Zara – ist völlig verängstigt und befürchtet das baldige Auftauchen der beiden Männer, die sie zur Prostitution gezwungen und sie mehrfach missbraucht und misshandelt haben.

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Mut für zwei. Mit der Transsibirischen Eisenbahn in unsere neue Welt von Julia Malchow

„Im Zweifel für die größere Veränderung.“

Julia Malchow geht zusammen mit ihrem 10 Monate alten Sohn Levi auf eine große Reise: von St. Petersburg mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Irkutsk, nach einem Aufenthalt am Baikalsee nach Ulan Bator und gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Markus durch die Mongolei bis nach Peking.

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Die Reise nach Petuschki von Wenedikt Wassiljewitsch Jerofejew

Der Alkoholiker Wenedikt Jerofejew befindet sich im Zug von Moskau nach Petuschki. Dort möchte er die „Favoritin unter den Flittchen“ treffen, die er 12 Wochen zuvor kennengelernt und seitdem jede Woche besucht hat. In seinem Gepäck hat er jede Menge Schnaps, und die Zugfahrt entwickelt sich schließlich zu einem Saufgelage und einem Monolog über Politik, sowjetische Lebens- und Arbeitsbedingungen, Frauen u.v.m. Die Reise nach Petuschki von Wenedikt Wassiljewitsch Jerofejew weiterlesen

Wodka. Weite. Abenteuer von Holger Fritzsche

„Wir sind unterwegs auf dem längsten Schienenstrang der Welt, durch den größten Flächenstaat und zum tiefsten See der Erde. Wir fahren immer der aufgehenden Sonne entgegen, um am Ende der 9288 Kilometer langen Strecke bei hoffentlich bestem Wetter in Wladiwostok am Pazifischen Ozean anzukommen.“

Der Dresdener Holger Fritzsche erzählt in seinem Buch Wodka. Weite. Abenteuer von seinen Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau über Kirow, Omsk, Nowosibirsk, Irkutsk, den Baikalsee und Ulan-Ude bis nach Wladiwostok sowie mit dem „Zarengold“ von Moskau nach Peking. Wodka. Weite. Abenteuer von Holger Fritzsche weiterlesen

Die Kreutzersonate von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (Hörbuch)

„Die hauptsächlichste Qual war die Ungewissheit, der Zweifel, der Zwiespalt, das Nicht-Wissen, ob ich sie lieben oder hassen sollte.“

Lew Nikolajewitsch Tolstois Novelle Die Kreutzersonate entstand in den 1880er Jahren, wurde 1890 in deutscher Sprache erstveröffentlicht und erschien 1891 erstmals auf Russisch. Benannt wurde die Novelle nach Ludwig van Beethovens Violinsonate A-Dur op. 47, die als Kreutzer-Sonate Bekanntheit erlangte und die in der Novelle eine zentrale Rolle spielt.

Tolstoi erzählt in seiner Novelle von Posdnyschew, der seine Frau getötet hat, jedoch freigesprochen wurde und sich nun auf einer längeren Zugfahrt befindet. Dabei ergibt sich eine Diskussion mit anderen Reisenden, in deren Folge Posdnyschew von seinen Grundüberzeugungen, seiner Ehe, seiner Leidenschaft, seiner Eifersucht und schließlich von seinem Verbrechen erzählt. Die Kreutzersonate von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (Hörbuch) weiterlesen

Sechs Koffer von Maxim Biller

„Es gibt schlechten und es gibt guten Verrat.“ (Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräche)

Schmil Grigorewitsch wurde vom KGB verhaftet und hingerichtet. Wurde er von seiner eigenen Familie verraten? Möglich wäre das, denn einige der Familienmitglieder verhalten sich durchaus auffällig, z.B. Schmils Sohn Dima, der fünf Jahre im berühmt-berüchtigten Prager Gefängnis Pankrác einsaß – wo übrigens auch der Regimekritiker und spätere Staatspräsident Václav Havel seine Gefängnisstrafe abbüßte – und sich dort mit dem Geheimdienst einließ. Sechs Koffer von Maxim Biller weiterlesen

Kaukasus. Eine Reise an den wilden Rand Europas von Stephan Orth und Gulliver Theis

„Das stärkste Band, das die Menschen zusammenhält, ist im Kaukasus leider immer der Konflikt mit den Nachbarn.“ (Seite 229)

Der Bildband Kaukasus. Eine Reise an den wilden Rand Europas führt den Leser nach Russland, Abchasien, Inguschetien, Nordossetien, Georgien, Tschetschenien, Dagestan und Aserbaidschan. Armenien, ein weiteres Land im Kaukasus, wurde dabei bewusst ausgeklammert, da sich Stephan Orth (Texte) und Gulliver Theis (Fotografien) auf den Nordkaukasus konzentrieren wollten. Kaukasus. Eine Reise an den wilden Rand Europas von Stephan Orth und Gulliver Theis weiterlesen