Schlagwort-Archive: Georgien

Belletristik, Sachbücher, Bildbände und Reiseberichte über den und aus dem Kaukasus

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher, Bildbände und Reiseberichte über den und aus dem Kaukasus auf. Dies umfasst Armenien, Aserbaidschan, Georgien und in die zum Kaukasus gehörenden russischen Territorien, z.B. Tschetschenien und Nordossetien-Alanien.

Meine Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe. Belletristik, Sachbücher, Bildbände und Reiseberichte über den und aus dem Kaukasus weiterlesen

Reise durch Georgien – Gastbeitrag von Kleo

Wanderung im Kaukasus (Foto von Kleo)

Georgien scheint gerade auf dem besten Weg, das neueste „hippe“ Reiseland zu werden und ist schon allein aufgrund der Frankfurter Buchmesse in diesem Monat in aller Munde. Doch tatsächlich hatte meine Entscheidung, ausgerechnet dieses Land zu besuchen, nichts mit der Messe zu tun, sondern wurde von einer Dokumentation, die ich 2017 im Kino sah, ausgelöst. „Weit – Die Geschichte von einem Weg um die Welt“ verspricht nicht zu viel von diesem wunderbaren Land. Reise durch Georgien – Gastbeitrag von Kleo weiterlesen

40 Tage Georgien von Constanze John

„Aber um ein Gefühl für unser Land zu bekommen, setzen Sie sich doch bitte auch einmal zu einem Georgier mit an den Tisch. Unterhalten Sie sich mit ihm! Natürlich können Sie in der selben Zeit auch viele Bücher lesen, Reiseführer beispielsweise, und Landkarten studieren. Sie können sich alle möglichen Apps herunterladen, und damit in ganz kurzer Zeit ganz viel sehen und besichtigen. Aber so werden Sie nie erfassen können, was uns Georgier ausmacht, wie unser Leben hier geht.“ (Seite 210)

Constanze John ist durch Georgien gereist und erzählt in 40 Tage Georgien von Singen und Rosenfest, Tbilissi und Schwefelbad, Geschichte und Legenden, Zoroastrismus und Christentum, Sunniten und Schiiten, Judentum und Toleranz, Chinkali und Chatschapuri, Filmemachern und Musikern, Sprache und Nachnamen, Verkehrschaos und Metrolinie, UdSSR und Unabhängigkeit, Bürgerkrieg und Militätputsch, Stalin und Stalinkult, Höhlenstädten und Kühen, Supra und Alkohol, Südossetien und Abchasien, Prometheus und Rustaweli, Taxi und Marschrutka, Frauenraub und Wehrtürmen, Nussfabrik und Weinanbau. 40 Tage Georgien von Constanze John weiterlesen

Die Katze und der General von Nino Haratischwili (Hörbuch)

„Und dann, in solchen selbstvergessenen Augenblicken in mit schwarzem Molton abgehängten Probenräumen oder verrauchten Eckkneipen, gelang ihr etwas, das sich wie Glück anfühlte.“ (Track 37)

Alexander Orlow, ein russischer Oligarch, der von allen „der General“ genannt wird und im Ersten Tschetschenien-Krieg gekämpft hat, hat sich ein neues Leben in Berlin aufgebaut, doch die Erinnerungen an den Krieg lassen ihn nicht los.

Nach dem Krieg wurde der General mit drei anderen Männern angeklagt, ein tschetschenisches Mädchen entführt, vergewaltigt und getötet zu haben. Nun ist für ihn die Zeit der Abrechnung gekommen, und dafür braucht er die Hilfe einer Schauspielerin, die sich „Katze“ nennt, die dem tschetschenischen Mädchen (Nura) verblüffend ähnlich sieht und der er viel Geld bietet, damit sie in einem Video das getötete Mädchen spielt. Die Katze und der General von Nino Haratischwili (Hörbuch) weiterlesen

Die schönsten georgischen Märchen von Heinz Fähnrich (Hrsg.)

„Vor einigen hundert Jahren lebte ein König, der war sehr hartherzig und stolz. Niemandem schenkte er Gnade, sein ganzes Volk lebte in Not und Pein, nur jene nicht, die Tag und Nacht sein Lob sangen.“ (Seite 151f)

Heinz Fähnrich hat die schönsten georgischen Märchen übersetzt und im vorliegenden Band veröffentlicht. Erzählt wird von Herrschern, ihren Söhnen und Töchtern, von bösen Stiefmüttern, von Drachen und Riesen, von Wesiren, von wundersamen Pflanzen, verzauberten Tieren und verhexten Menschen.

Die Märchen drehen sich um die Themen Liebe, Gastfreundschaft, Sehnsucht, Mut, Rache, Hilfsbereitschaft – so man das aus der russischen, orientalischen und europäischen Märchentradition kennt. Und tatsächlich verbinden die georgischen Märchen alles, was man aus diesen oben genannten Märchenschätzen kennt, woran man gut die geschichtlichen Hintergründe Georgiens und die geografische Nähe dieser Regionen erkennen kann. Die schönsten georgischen Märchen von Heinz Fähnrich (Hrsg.) weiterlesen

Einsame Schwestern von Ekaterine Togonidze

„Ich kann ohne Diana nicht leben und sie nicht ohne mich. Diese Worte sind wahr, sie entsprechen den Tatsachen, sind kein romantisches Gefasel.“ (Seite 31)

Diana und Lina sind siamesische Zwillinge: „zwei Nervensysteme, zwei Speiseröhren, 4 Lungenflügel, zwei Herzen, […] eine Leber, zwei Gallenblasen, zwei Mägen, […] drei Nieren, ein Mastdarm, ein Urogenitaltrakt, ein reproduktives Organ, weiblich“ (Seite 121).

Die beiden Schwestern sind grundverschieden, fühlen sich von der permanenten Nähe zu einem anderen Menschen gestört und sind gleichzeitig einsam. Nichts gehört nur der einen Schwester, alles wird zwangsläufig geteilt – bis Diana das Tagebuch-Schreiben für sich entdeckt, wodurch sie endlich etwas gefunden hat, was nur ihr gehört. Auch Lina schreibt bald ihre Gedanken und Gefühle nieder, entdeckt, wie befreiend es ist, offen über ihre Eindrücke schreiben zu können und sie nicht mit Diana teilen zu müssen.

Die Mutter der beiden Schwestern ist bei der Geburt gestorben, ihr Vater von der Bildfläche verschwunden, als seine Freundin ihm von ihrer Schwangerschaft erzählte. Aufgewachsen sind die beiden Mädchen bei ihrer Großmutter, doch als diese stirbt, sehen die beiden Schwestern einer ungewissen und beängstigenden Zukunft entgegen. Einsame Schwestern von Ekaterine Togonidze weiterlesen

Kaukasus. Eine Reise an den wilden Rand Europas von Stephan Orth und Gulliver Theis

„Das stärkste Band, das die Menschen zusammenhält, ist im Kaukasus leider immer der Konflikt mit den Nachbarn.“ (Seite 229)

Der Bildband Kaukasus. Eine Reise an den wilden Rand Europas führt den Leser nach Russland, Abchasien, Inguschetien, Nordossetien, Georgien, Tschetschenien, Dagestan und Aserbaidschan. Armenien, ein weiteres Land im Kaukasus, wurde dabei bewusst ausgeklammert, da sich Stephan Orth (Texte) und Gulliver Theis (Fotografien) auf den Nordkaukasus konzentrieren wollten. Kaukasus. Eine Reise an den wilden Rand Europas von Stephan Orth und Gulliver Theis weiterlesen

Der Held im Pardelfell. Eine georgische Sage von Schota Rustaweli

„Meine Geschichte ist lang und nicht besonders schön […]. Und sie ist ohne jede Hoffnung.“ (Seite 50)

Der Held im Pardelfell – auch bekannt als Der Recke im Tigerfell, Der Mann im Pantherfell, Der Ritter im Pantherfell u.a. – ist das Nationalepos Georgiens und wurde zwischen 1196 und 1207 vom Dichter Schota Rustaweli verfasst.

Die ursprünglich in Versform geschriebene Geschichte wurde für die Ausgabe von Galiani Berlin von Tilman Spreckelsen in Prosaform gebracht und von Kat Menschik illustriert.

Erzählt wird die Geschichte von Awtandil, dem Ziehsohn des Königs Rostewan, der auf Geheiß der Prinzessin Tinatin – Mitregentin im Königreich und Geliebte Awtandils – auf der Suche nach einem mysteriösen Krieger im Pardelfell ist. Dieser tauchte bei einer Feierlichkeit des Königs aus dem Nichts auf und verschwand ebenso plötzlich und unauffindbar im Dickicht. Der Held im Pardelfell. Eine georgische Sage von Schota Rustaweli weiterlesen