
„Es klang ungewollt komisch, wobei es sich freilich nicht um irgendwelche Zwiebeln handelte, sondern um die legendären Oignons de Roscoff mit ihrer unverwechselbaren rosaroten Tunica. Zwiebeln, die ungleich mehr waren als ihre gewöhnlichen Artgenossen – ein einzigartiger kulinarischer Schatz, voller komplexer Aromen: mild, süßlich, dabei pikant und saftig, gekocht schmolzen sie förmlich auf der Zunge.“ (Track 7)
Alljährlich findet in Roscoff ein berühmtes Krimifestival statt. Ausgerechnet dort wird auf dem Festivalgelände die Leiche einer jungen Frau gefunden. Dabei handelt es sich um die Zwiebelbäuerin Annic Philouze, die in der Nacht zuvor erstochen wurde. Die Familie Philouze betreibt seit dem frühen 18. Jahrhundert einen der ältesten und bekanntesten Zwiebelhöfe der Region, und seit dem Tod der Eltern von Annic hatte diese das Geschäft übernommen.
Georges Dupin ermittelt in diesem Fall. Und dann wird auch der Lebensgefährte von Annic tot gefunden.
Bretonischer Glanz ist der 15. Fall der Reihe um den Kommissar Dupin, und Jean-Luc Bannalecs Krimis sind eine feste Größe in meiner Sommerlektüre.
Bannalec versetzt den Leser immer wieder an einen neuen Ort der Bretagne und widmet sich einem neuen Thema. Diesmal geht es um Roscoff und die berühmten Roscoff-Zwiebeln. Bannalec ermöglicht es so, dass man durch seine Romane verschiedene Orte der Bretagne erkunden und entdecken sowie Themen rund um die Bretagne mit jedem Buch besser kennenlernen kann.
Ich empfand diesen 15. Fall als spannend, atmosphärisch, und er macht (wie immer) Lust auf die Bretagne und (diesmal) auch auf Roscoff-Zwiebeln, die ich bald in einem Geschäft suchen werde.
Wie immer wird der Kriminalroman gelungen eingelesen von Christian Berkel, und ich habe hier sehr gern gelauscht und stundenlang am Stück gehört.
Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz. Kommissar Dupins fünfzehnter Fall. Gekürzte Lesung von Christian Berkel. Argon, 2026; 20 Euro.