Archiv der Kategorie: Frauen

Manhattan Beach von Jennifer Egan (Hörbuch und Buch)

„Die Mädchen haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Sie wären überrascht – ich war es jedenfalls -, wenn Sie wüssten, dass sie ihre Vorzüge haben. Sie sind kleiner und wendiger. Sie kommen in jeden Winkel. Und die Hausarbeit sorgt für Fingerfertigkeit, all das Stricken und Nähen, Sockenstopfen, Gemüseschnippeln …“ (Track 96)

Anna Kerrigan lebt zusammen mit ihrer Mutter Agnes, ihrem Vater Eddie und ihrer behinderten Schwester Lydia in den 1930er Jahren in New York. Als ihr Vater, der vom Waisenkind zum wohlhabenden Mann aufgestiegen, im Zuge des Börsenkrachs sozial und finanziell wieder abgestürzt ist und sich aus Not möglicherweise mit den falschen Leuten eingelassen hat, eines Tages spurlos verschwindet, wird die 19-jährige Anna zur Alleinversorgerin für sich, ihre Mutter und Lydia. Sie arbeitet in einer Werkstatt in der Marinewerft, der Brooklyn Naval Yard, prüft dort Teile für Schlachtschiffe. Doch sie träumt von einem Leben als Taucherin, einem Beruf, der normalerweise nur Männern vorbehalten ist. Manhattan Beach von Jennifer Egan (Hörbuch und Buch) weiterlesen

Das Beste von allem von Rona Jaffe

„Wahrscheinlich ist es alles eine Frage des richtigen Zeitpunkts.“

Die 20-jährige Caroline Bender tritt im Januar 1952 ihre erste Stelle an und hofft, dass sie sich durch die Arbeit bei dem New Yorker Verlag Fabian Publications von ihrer aufgelösten Verlobung ablenken kann. Sie steigt bald die Karriereleiter nach oben, doch im Privatleben hängt ihr die Trennung von ihrem Verlobten noch lange nach.

Neben Carolines Geschichte wird vom Leben von vier anderen jungen Frauen erzählt, die auf der Suche nach den unterschiedlichsten Dingen sind, sich jedoch alle Erfolg, Glück und Liebe erhoffen.

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The Five. Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden von Hallie Rubenhold

„[…] zwei Frauen, deren Leben und Sterben unsere Sicht auf das 19. Jahrhundert mitbestimmen sollten. Die eine war Königin Victoria, die der Ära von 1837 bis 1901 ihren Namen gab. Die andere war eine obdachlose Frau, Mary Ann Nichols, auch Polly genannt, die in dem fraglichen Jahr auf dem Trafalgar Square kampierte. Anders als im Fall der Monarchin geriet ihr Name in Vergessenheit, jedoch erinnerte sich die Welt mit Faszination und sogar mit einer gewissen Wollust an den Namen ihres Mörders: Jack the Ripper.“ (Seite 20)

Hallie Rubenhold erzählt in The Five nicht nur von Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly, sondern lässt auch das Viktorianische Zeitalter wiederauferstehen.

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Erschütterung von Percival Everett (Hörbuch)

„Aber ich bewegte mich mit Vorsicht durchs Leben, und für wahres Glück gibt es nichts Fataleres als Vorsicht in der Liebe.“ (Track 3)

Der Paläontologe Zack Wells ist nicht zufrieden mit seinem Leben, doch seine 12-jährige Tochter Sarah liebt er abgöttisch.

Beim Schachspiel mit Sarah fällt Zack eines Tages auf, dass sie eine Figur auf dem Spielbrett nicht gesehen hat, obwohl sie eine ausgezeichnete Spielerin ist, die das Schachbrett und alle Figuren stets im Blick hat.

Dann mehren sich solche Ereignisse, und die besorgten Eltern konsultieren verschiedene Ärzte. Es zeigt sich, dass Sarah an einer seltenen Krankheit leidet, die nach und nach zu Blindheit und schließlich zu immer mehr körperlichen und geistigen Einschränkungen und zum Tod führen wird.

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Die Harpyie von Megan Hunter

„Als ich ein Kind war, gab es ein Buch […] über ein Einhorn, das ins Meer ging und zum Narwal wurde. Das Buch hatte wunderschöne Abbildungen, dunkelblaue Meere, pfirsichblasse Abendhimmel. Aber das Bild, an das ich mich am besten erinnerte, zeigte die Harpyien: dunkle Schatten, Vögel mit Frauengesichtern, die heranstießen, um das Einhorn zu quälen, es leiden zu lassen.

Ich fragte meine Mutter, was eine Harpyie sei; sie sagte, dass sie Männer für das strafen, was sie tun.“ (Seite 37)

Lucy und Jake leben gemeinsam mit ihren beiden Söhnen in einer englischen Kleinstadt. Als Lucy von einer Affäre zwischen Jake und einer Kollegin erfährt, beschließt das Paar, sich nicht zu trennen. Stattdessen bietet Jake an, dass Lucy ihn drei Mal verletzen darf, um seinen Verrat wiedergutzumachen.

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Die Freiheit einer Frau von Édouard Louis

„Ich wollte nicht, dass du wusstest, wer ich bin.“ (Seite 10)

Nach dem Buch über seinen Vater (Wer hat meinen Vater umgebracht), das ich sehr geliebt habe und das extrem sehr bewegt hat, hat Édouard Louis nun ein Buch über seine Mutter geschrieben.

In Die Freiheit einer Frau erzählt er von ihrer Herkunft, ihren Partnern, ihren Kindern, ihren geplatzten Träumen, ihren ungelebten Sehnsüchten – und vom Ausbruch aus ihrem beengten Leben und von neu errungener Freiheit.

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Nachtschicht in Neukölln. Eine Polizistin erzählt von Lana Atakisieva

„Meine gesamte Schullaufbahn in Deutschland war davon geprägt, dass mir Leute gesagt hatten, ich würde es nicht schaffen […].“ (Seite 153)

Lana Atakisieva ist Polizeioberkommissarin in Berlin-Neukölln. In Nachtschicht in Neukölln‘ erzählt sie vom Aufwachsen im aserbaidschanischen Baku, vom Umzug nach Deutschland als 15-Jährige, von Hauptschule, Jugend in Zehlendorf, Umzug nach Neukölln, Wechsel aufs Gymnasium, erster Liebe, Auszug bei den Eltern, Abitur und Bachelor-Studiengang.

Zudem berichtet sie (natürlich!) von ihrer Arbeit bei der Polizei, von konservativen Familien, Messerstechereien, Drogendealern, aggressiven Nachbarn, lauten Studentenpartys und Trickbetrügern.

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Das Mädchen mit der lauternen Stimme von Abi Daré

„die Zukunft arbeitet ständig, ist immer damit beschäftigt, bessere Dinge zu enthüllen, und auch wenn es manchmal nicht so scheint, darauf können wir hoffen“ (Seite 363)

Die 14-jährige Adunni lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren Geschwistern in ihrem Heimatdorf in Nigeria. Der Vater ist Alkoholiker und hat Geldsorgen, weshalb er Adunni mit Morufu, einem deutlich älteren Taxifahrer „mit Ziegenbartgesicht“ verheiratet, um von einem Teil des Brautpreises die Miete und Essen bezahlen zu können.

Morufu hat bereits zwei Ehefrauen, wobei die Erstfrau Adunni tyrannisiert und die Zweitfrau Adunni unterstützt, wo sie nur kann. Von ihrem Ehemann Morufu, der sich sehnlichst einen Sohn wünscht, wird Adunni immer wieder vergewaltigt, und sie, die wegen ihres Vaters die Schule abbrechen musste, träumt weiterhin davon, wieder zur Schule zu gehen, zu lernen, später zu arbeiten und Geld zu verdienen.

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Bleib bei mir von Ayọ̀bámi Adébáyọ̀

„Wenn die Last zu groß ist, zu groß über eine zu lange Zeit, knickt selbst die Liebe ein, bekommt Risse, droht zu zerbrechen und zerbricht manchmal. Aber auch wenn sie in tausend Scherben verstreut um unsere Füße liegt, ist es noch immer Liebe.“ (Seite 28)

Yejide und Akin haben aus Liebe geheiratet und sich – ganz entgegen der nigerianischen Tradition – gegen die Polygamie entschieden. Doch dass Yejide nicht schwanger wird, belastet nicht nur das Paar, sondern wird zunehmend von Akins Familie thematisiert. Jeden Monat schickt Akins Mutter eine potenzielle Heiratskandidatin in Akins Büro, doch er lehnt stets ab. Bis er Funmi vorgestellt wird, die er schließlich heiratet, weil sie ihm der beste Kompromiss zu sein scheint, denn Funmi erklärt sich bereit, nicht im gleichen Haus wie Yejide und Akin zu leben.

Die Beziehung zwischen Akin und Yejide bekommt Brüche, und Yejide weiß, dass sie schwanger werden muss, um Akin zu halten. Und sie ist bereit, dafür jeden Preis zu zahlen. Bleib bei mir von Ayọ̀bámi Adébáyọ̀ weiterlesen

Das Leben ist ein Fest. Ein Frida-Kahlo-Roman von Claire Berest (Buch und hörbuch)

„Man kann nie vorher wissen, wer einem die Hand reicht, wenn alles einstürzt.“ (Seite 37)

Claire Berest erzählt in ihrem Frida-Kahlo-Roman vom Leben und vom Leiden der mexikanischen Künstlerin: von Diego Rivera und Sexualität, Polio und Unfall, Schmerz und Lebensfreude, Schwangerschaften und Affären, Reisen und Heimat, Leo Trotzki und Kommunismus, Kunst und Ausstellungen, Scheidung und erneuter Heirat, Amputation und Tod.

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