Archiv der Kategorie: Frauen

Mama & Sam von Sarah Kuttner (Hörbuch)

„Aber um das Ausmaß der Sache zu verstehen, muss ich lesen, und zwar der Reihe nach. Also höre ich dieses Mal nicht auf, sondern will zumindest den ersten offiziellen Tag in diesem elendigen Chat zu Ende lesen.“ (Track 35)

Die Mutter der Ich-Erzählerin ist tot. Sie lag allein in ihrer Wohnung, bis Nachbarn sich über das durchgehend angeschaltete Licht und den zunehmenden Geruch wunderten.

Die Ich-Erzählerin hatte den Kontakt abgebrochen, nachdem ihre Mutter in Kontakt mit einem Love‑Scammer getreten war und vollkommen beratungsresistent weiter Kontakt hielt und dem Mann immer wieder Geld zukommen ließ.

Nach ihrem Tod zeigt sich, dass die Mutter Unsummen in diesen Mann investiert hat.

Die Ich-Erzählerin, die das Erbe ausschlägt, liest sich durch den Chatverlauf ihrer Mutter mit dem Mann, in den ihre Mutter sich verliebt hat und der letztendlich ihr Leben zerstörte.

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Rebellische Frauen – Women in Battle von Marta Breen und Jenny Jordahl

„Die drei wichtigsten Anliegen der Frauenbewegung waren: das Recht auf Bildung, Arbeit und ein eigenes Einkommen, das Recht, an politischen Wahlen teilzunehmen, das Recht, über den eigenen Körper zu verfügen.“ (Seite 23)

Rebellische Frauen erzählt von Sklaverei und Sklavenbefreiung, Sojourner Truth und Frauenrechten, Jean-Jacques Rousseau und der Französischen Revolution, Frauenwahlrecht und Suffragetten, Sozialismus und Clara Zetkin, Abtreibung und Verhütung, Regierungschefinnen und Präsidentinnen, Homosexualität und Pride‑Bewegung, Malala und Friedensnobelpreis.

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Die Frau als Mensch. Am Anfang der Geschichte von Ulli Lust

„Geschichte wurde von Männern geschrieben!“ (Seite 15)

Ulli Lust erzählt in ihrem Sachcomic von Frauenstatuetten von vor über 30.000 Jahren, von Eiszeit, Scham, Jagd, Sexualität, Schimpansen, Bonobos, Großwildjagd, Buschleuten, Trophäengebühr, Python, der Farbe Rot, Völkerwanderung, Höhlenmalerei, Kaltzeit, Neandertalern, Homo heidelbergensis, Höhlenbären, Schwäbischer Alb, Knochen, Mammuts, Walfang und Menstruationsblut.

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Soziopathin. Meine Geschichte von Patric Gagne

„Auch du könntest […] ein Soziopath beziehungsweise eine Soziopathin sein. Oder du kennst vielleicht einen Menschen, dessen Persönlichkeit sich auf dem soziopathischen Spektrum befinden könnte. Und da reden wir nicht mal von tatsächlich Kriminellen, Ärzte, Anwältinnen, Lehrer, Postbotinnen… Soziopathen verstecken sich überall, und das vor aller Augen. Du musst nur nach ihnen Ausschau halten.“ (Seite 13f)

Patric Gagne ist eine promovierte Psychologin und wusste bereits als Kind, dass sie anders als andere Leute ist. Sie hatte andere Interessen und wenige soziale Gefühle wie Schuld und Liebe.

In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Kindheit, die geprägt war durch fehlende Reue, Diebstähle, Lügen, Einbrüche und Gewalt gegenüber anderen, was geholfen hat, ihren inneren Druck zu reduzieren.

Gagne spricht über ihre Jugend und ihr Erwachsenenalter, über ihre erste Liebe, eine intensivere Beschäftigung mit Soziopathie, Psychopathie und antisozialer Persönlichkeitsstörungen. Sie berichtet von Psychotherapie, von Beziehungen, von ihrem Psychologiestudium und von ihrer Dissertation.

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Wohin du auch gehst von Christina Fonthes

„Die Sterne machen nur geneigt, sie zwingen nicht.“ (Seite 69)

Mira wird 1974 Zeugin einer Hinrichtung auf offener Straße – eine öffentliche Verbrennung aufgrund sexueller Abweichungen, die aus Tradition nicht toleriert werden.

Sieben Jahre später lebt sie in Kinshasa, ist fast 16 Jahre alt, trifft auf Charlie Bolingo, einen Gitarristen, als sie nachts von ihrer Freundin Chantal allein in einem Club zurückgelassen wird. Sie verliebt sich in ihn, doch ihre Familie lehnt ihn ab.

Bijoux lebt 2004 bereits seit zwölf Jahren bei ihrer Tante Mireille in London. Sie arbeitet als Anwaltsgehilfin in der Kanzlei Bailey & Cunningham und führt eine heimliche Beziehung mit Kay. Ihre Familie weiß nichts von ihrer Homosexualität, und dann empfiehlt ihr Pater Pasteur die Ehe mit Bruder Fabrice.

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Die Nixen von Estland. Ein Bestimmungsbuch von Enn Vetemaa und Kat Menschik

„Dieses mein Herzensbuch zeigt mir bis heute, wie viele Menschen mich gefördert, an mich geglaubt und mir eine große Chance gegeben haben.“ (Seite 6)

Dieses Buch bietet eine sehr detaillierte Auseinandersetzung mit den Nixen von Estland. So findet man hier zum Beispiel eine Landkarte, Informationen zur Nixen-Häufigkeit und -Dichte, eine allgemeine Dämonologie, Irrtümer und Vorurteile über Nixen, Vorsichtsmaßnahmen, Beobachtung der Nistplätze, eine Anleitung zur Bestimmung verschiedener Nixen, allgemeine Bestimmungsmerkmale, Informationen über Nixen-Schwänze und schließlich eine Bestimmungstabelle der Gattungen und Arten, z.B. die tränenreiche Goldblonde, die grünhaarige Kokette, die schwarzzahnige Kopfkratzerin, die kinderliebe Heulsuse und die Flucherin.

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Die Welt autistischer Frauen und Mädchen. Warum sie anders genau richtig sind von Manon Mannherz, Ismene Ditrich und Christa Koentges

„Es ist nicht lange her, da wurde Autismus in erster Linie mit Männern und Jungen in Verbindung gebracht. Die empirische Forschung ging lange von einem Geschlechterverhältnis von 8:1 aus. Autistische Frauen und Mädchen: eine Rarität.
[…] Vielleicht steckt ja ein Körnchen Wahrheit in der Theorie. Was aber sicher nicht stimmt, ist die Annahme, dass Autismus nur Jungen und Männer betrifft. Zumindest aus klinischer Sicht wird immer deutlicher, dass wir lange Zeit nicht deswegen Mädchen und Frauen mit Autismus außer Acht gelassen haben, weil Autismus auf das männliche Geschlecht beschränkt wäre, sondern weil unser Blick auf Autismus eingeengt war.“
(Seite 9)

Manon Mannherz, Ismene Ditrich und Christa Koentges erzählen in ihrem Buch Die Welt autistischer Frauen und Mädchen davon, was Autismus überhaupt ist, wie sich Autismus im Alltag zeigt, wie Frauen und Mädchen mit Autismus vom Kindergarten bis zur Menopause leben, welche Begleiterkrankungen bei Frauen und Mädchen mit Autismus auftreten können, welche Ressourcen und Stärken Frauen und Mädchen mit Autismus aufweisen können, wie die Diagnose gestellt wird und wie die Diagnostik abläuft, welche Identitätsprobleme auftreten können, wie die Therapie für autistische Frauen und Mädchen aussieht und welche Selbsthilfestrategien es gibt.

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Bye Bye Lolita von Lea Ruckpaul

„Meine letzte Begegnung mit Humbert Humbert liegt einundzwanzig Jahre zurück. Jahre, in denen ich versucht habe, Dolores zu sein. Aber ich kann Lolita nicht abschütteln. Andere Menschen haben eine chronische Krankheit, mit der sie sich ein Leben lang abmühen, ich habe Humbert Humbert. Zu den Symptomen zählen Erbrechen, Depressionen, Taubheitsgefühle, Vergesslichkeit, Veränderung der Persönlichkeit.“ (Seite 11)

Dolores Haze ist 38 Jahre alt, und ihre Zeit mit Humbert Humbert liegt schon viele Jahre zurück, doch nach wie vor prägt er ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihr Verhalten, ihren Umgang mit Nähe, ihre Sexualität.

Sie beginnt, ihre Geschichte aufzuschreiben und hofft, dass sie irgendwann an den Punkt kommt, an dem sie auch Humbert Humberts Aufzeichnungen lesen kann, die er in einem Taschenkalender niedergeschrieben hat, den sie seit Jahren mit sich herumträgt.

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Das große Gynbuch von Mandy Mangler

„Nirgendwo in der Medizin gibt es so viel Macht über Frauenkörper wie in der Gynäkologie.“ (Seite 10)

Mandy Mangler ist Chefärztin zweier Berliner Kliniken für Gynäkologie und Geburtshilfe und ist zudem durch den Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“ bekannt geworden.

In Das große Gynbuch erzählt sie u.a. von Anatomie und Physiologie, Sexualität, Menstruationszyklus, Verhütung, sexualisierter Belästigung und Gewalt, Fruchtbarkeit und Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, Aborten und selbstbestimmten Schwangerschaftsabbrüchen, Wechseljahren und Postmenopause, gutartigen und bösartigen Krankheiten, sexuell übertragbaren Krankheiten sowie der Zukunft der Gynäkologie.

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Die Lungenschwimmprobe. Verteidigung einer jungen Frau, die des Kindsmords bezichtigt wurde von Tore Renberg

„Wenn wir schon die Leiche öffnen, um uns in dem menschlichen Körper umzuschauen, dann wollen wir eine Lungenschwimmprobe machen.“ (Seite 51)

Leipzig im Jahre 1681: Anna Voigt, die Tochter eines Gutsbesitzers, wird angeklagt, ihr neugeborenes Kind getötet zu haben. Sie selbst beharrt darauf, dass das Kind bei der Geburt bereits tot war, doch die Leiche weist zahlreiche Einstichstellen von einem Messer oder einem ähnlichen Gegenstand auf.

Der Stadtphysicus von Zeitz, Doktor Johannes Schreyer, wird zur Leichenschau beordert, und er wendet eine neuartige Methode an, um zu prüfen, ob das Kind tatsächlich tot geboren wurde: die Lungenschwimmprobe. Diese kann laut Schreyer die Schuldfrage klären und damit über Leben und Tod der Kindsmutter entscheiden.

Anna Voigt befindet sich derweil auf der Flucht, und ihr Vater sucht Hilfe beim Advokaten Christian Thomasius.

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