Schlagwort-Archive: Literatur

Die Chroniken des Aufziehvogels von Haruki Murakami (Hörbuch)

„In einem benachbarten Hain mit Bäumen kreischte regelmäßig ein Vogel, den wir den ‚Aufziehvogel‘ nannten, weil er klang, als würde man eine Feder aufziehen. Den Namen hatte Kumiko ihm gegeben. Wie er wirklich hieß, wussten wir nicht. Auch nicht, wie er aussah. Dessen ungeachtet kam der Aufziehvogel jeden Tag in den Hain und zog die stille Welt auf, deren Teil wir waren.“ (CD 1, Track 4)

Toru Okada hat vor zwei Monaten seine Stelle in einer Anwaltskanzlei gekündigt und kümmert sich seitdem um den Haushalt, während seine Frau Kumiko arbeiten geht und das Geld nach Hause bringt.

Als der Kater des Paares verschwindet, macht sich Toru Okada auf die Suche und geht zu einem verlassenen Haus am Ende der Gasse, wo er die 16-jährige May Kasahara kennenlernt, mit der er sich in der Folge mehrfach trifft.

Immer mehr sonderbare Dinge geschehen in Toru Okadas Leben: Er erhält mysteriöse Anrufe, lernt zwei Schwestern kennen, die sich Malta und Kreta Kano nennen, bekommt erotische Anrufe und träumt von sexuellen Abenteuern – bis er schließlich in den Brunnen im Garten des verlassenen Hauses steigt.

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Belletristik und Sachbücher über Pilze

In diesem Post liste ich Belletristik und Sachbücher über Pilze auf.

Meine Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe.

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Meine Schwester, die Serienmörderin von Oyinkan Braithwaite

„Ab drei wird man als Serienmörder bezeichnet.“ (Seite 52)

Ayoola hat es wieder getan: Sie hat ihren Partner umgebracht, und nun muss ihre Schwester Korede ihr zum wiederholten Male helfen, die Wohnung vom Blut zu reinigen und die Leiche verschwinden zu lassen.

Korede, die als Krankenschwester arbeitet, ist ganz anders als ihre wunderschöne Schwester, die den Männern immer wieder den Verstand vernebelt und sie dann mit ihrem scharfen Messer niedermetzelt. Korede ist schüchtern gegenüber Männern und heimlich verliebt in den Arzt Tade, mit dem sie zusammenarbeitet. Und eines Tages, als Ayoola sie in der Klinik besucht, verliebt sich Tade Hals über Kopf in Ayoola.

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Was Sie schon immer über Bücher und ihre Autoren wissen wollten. Von Elena Ferrante bis Leo Tolstoi von Erin McCarthy (Herausgeber)

„Eine einzigartige Inspirationsquelle für alle Buchliebhaber“ (Klappentext)

Was Sie schon immer über Bücher und ihre Autoren wissen wollten stellt ganz unterschiedliche Autoren vor und vermittelt Wissen über sie, ihr Werk und ihr Leben. Mit dabei sind z.B. Klassiker wie George Orwell, Fjodor Dostojewski und Mary Shelley sowie Gegenwartsautoren wie Jhumpa Lahiri, Elena Ferrante und Khaled Hosseini. Es finden sich sowohl Nobelpreisträger als auch Autoren von Unterhaltungsliteratur.

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Grund von Sylvia Wage

„[…] niemand kehrt als der zurück, der er einst war, wenn er in einen Brunnen hinabgestiegen ist.“ (Seite 8)

Der Vater der Ich-Erzählerin ist tot: Er liegt abgemagert, in Feinrippunterhemd und Jogginghose in einem Loch im Keller seines eigenen Hauses.

Bereits als Kind hat die Ich-Erzählerin damit begonnen, ein dreieinhalb Meter tiefes Loch zu graben, das sie einen Brunnen nennt, auch wenn dieser nie Wasser enthielt.

Zwanzig Jahre lang fristete der Vater sein Dasein auf dem Grund des Lochs, zwanzig Jahre lang wurde er von seiner Tochter über einen Flaschenzug mit Essen versorgt und am Leben gehalten.

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Der dunkle Fluss von Chigozie Obioma

„[…] denn die Zukunft war das, was wir aus ihr machten, eine leere Leinwand, auf die sich alles Mögliche projizieren ließ. Das alles war vorbei, als Vater wegzog.“ (Seite 10 der gebundenen Ausgabe)

Der neunjährige Ich-Erzähler Ben lebt zusammen mit seinen älteren Brüdern Ikenna, Boja und Obembe, seinen Eltern sowie dem kleinen Bruder David und dem Baby Nkem in Akure, einer Stadt im Südwesten Nigerias.

Das Leben der Familie verändert sich deutlich, als der Vater ins mehr als 1000 Kilometer entfernte Yola im Norden des Landes zieht und nur noch an den Wochenenden zu seiner Familie zurückkehrt. Ein weiterer Wendepunkt tritt ein, als die Brüder beginnen, im dunklen Fluss zu fischen, was die Eltern streng verboten hatten, da hier schon viele Erwachsene verschwunden sind.

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Der Brand von Daniela Krien (Hörbuch)

„Widerspruch ist ein Grundmoment des menschlichen Daseins.“ (Zitat von Ernst Cassirer, CD 1, Track 1)

Rahel und Peter sind seit fast drei Jahrzehnten verheiratet, doch ganz gemächlich haben sie sich voneinander entfernt, und als Peter Probleme an der Uni bekommt, kommt es zu einem größeren Bruch. Doch die beiden bleiben zusammen, und ein gemeinsamer Urlaub soll helfen, sich darauf zu besinnen, was sie im Leben und im Zusammensein miteinander noch möchten.

Als das gebuchte Ferienhaus wenige Tage vor ihrem Urlaub abbrennt, ist die gemeinsame Auszeit in Gefahr, doch dann meldet sich Ruth, die Rahel um Hilfe bittet: Ihr Partner Viktor hatte einen Schlaganfall, und sie möchte ihn in die Reha begleiten, sucht deshalb händeringend jemanden, der auf ihr Haus aufpasst und sich um ihre Tiere kümmert. Rahel sagt zu, und dann verbringen sie und Peter drei Wochen in der Uckermark.

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Das Leben ist ein Fest. Ein Frida-Kahlo-Roman von Claire Berest (Buch und hörbuch)

„Man kann nie vorher wissen, wer einem die Hand reicht, wenn alles einstürzt.“ (Seite 37)

Claire Berest erzählt in ihrem Frida-Kahlo-Roman vom Leben und vom Leiden der mexikanischen Künstlerin: von Diego Rivera und Sexualität, Polio und Unfall, Schmerz und Lebensfreude, Schwangerschaften und Affären, Reisen und Heimat, Leo Trotzki und Kommunismus, Kunst und Ausstellungen, Scheidung und erneuter Heirat, Amputation und Tod.

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Die Bagage von Monika Helfer (Hörbuch)

„Meine schöne Großmutter war Vorbild und Vorwurf.“ (CD 1, Track 20)

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren vier Kindern Herrmann, Katharina, Walter und Lorenz in einem Bergdorf. Sie wohnen etwas auswärts, gehören nicht recht zur Dorfgemeinschaft, sind die Bagage.

Als Josef in den Ersten Weltkrieg eingezogen wird, bleibt Maria allein mit den Kindern zurück und erhält anfangs Hilfe vom Bürgermeister des Ortes.

Doch als der Deutsche Georg ins Dorf kommt und Maria schwanger wird, munkeln die Dorfbewohner, wer denn wohl der Vater sei, denn dass Maria bei einem der kurzen Fronturlaube Josefs direkt schwanger geworden sein könnte, halten sie für unwahrscheinlich.

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Das lügenhafte Leben der Erwachsenen von Elena Ferrante

„Ich lernte immer mehr, meine Eltern zu belügen. Anfangs waren es keine richtigen Lügen, aber da ich nicht die Kraft hatte, mich ihrer stets gut organisierten Welt zu widersetzen, tat ich so, als akzeptierte ich sie, und zweigte dabei auf einen Weg ab, den ich eilig verlassen konnte, sobald sich ihre Mienen verfinsterten.“ (Seite 59)

Giovanna war bisher eine gute Schülerin, doch dann brechen ihre Noten ein, und als sie eines Tages hört, wie ihr Vater, den sie anhimmelt, sie mit seiner verhassten Schwester Vittoria vergleicht, schleichen sich Zweifel in Giovannas Leben: Wird sie hässlich, ist sie abstoßend, hat sie einen schlechten Charakter?

Giovanna möchte mehr über Vittoria herausfinden, von der in ihrer Familie kaum gesprochen wird und mit der ihre Eltern kaum Kontakt haben. Sie sucht nach Fotos von Vittoria und steigert sich immer mehr in die Angelegenheit hinein. Giovanna hinterfragt vieles, fühlt sich wenig liebenswert, denkt, sie wird abgelehnt – und wird (ganz im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung) zunehmend mürrisch und immer unsicherer.

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