Schlagwort-Archive: Literatur

Die Liebe am Nachmittag von Ernö Szép

„[…] nichts sollte dieses heimliche Aufkeimen stören, das sich gerade in meinem Herzen vollzog. Ein sensibler Prozess, wie wenn eine Pfütze gerade im Begriff ist zuzufrieren, da reicht es schon, wenn ein Kind nur mit dem Fingernagel hineinfährt, um alles kaputt zu machen.“ (Seite 23)

Der 46-jährige Mihály – Feuilletonist, Theaterkritiker, Dichter und Flaneur – hat Liebschaften, doch er sucht die Liebe, die perfekte Liebe, bei der alles stimmig ist, bei der ihn nichts stört, die keinerlei Makel aufweist.

Da trifft er auf eine verheiratete Dame, die er aufgrund ihres Parfums Cinq-Fleur nennt, die er mal anbetet, mal halbherzig begehrt.

Zeitgleich verbringt er seine Tage mit der jungen Schauspielschülerin Iboly, die ihn in aller Unschuld anhimmelt, die er bisweilen herablassend behandelt, weil sie arm ist und weil sie tiefe Gefühle für ihn hegt, die er nicht recht ernst nehmen kann und will.

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Die Detektive vom Bhoot-Basar von Deepa Anappara (Hörbuch)

„Eines Tages verlieren wir alle jemanden, der uns nahe stand und den wir liebten.“ Track 162)

Der neunjährige Jai lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester in einem indischen Basti, einer Armensiedlung am Rande einer Großstadt.

Er schaut gerne Polizeidokus, und als ein Junge aus seiner Klasse verschwindet, wittert Jai seine große Chance, das durch die TV-Serien erlangte Wissen anzuwenden, um den Jungen zu finden. Bei seiner Detektivtätigkeit helfen ihm sein Freund Faiz, der ein viel besserer Anführer als Jai ist, und seine Freundin Pari, die in der Schule bessere Noten als Jai bekommt und viel klüger als er ist.

Gemeinsam mit Faiz und Pari wagt sich Jai in den geheimnisvollen Bhoot-Basar mit seinen verwinkelten Gässchen und in verbotene Viertel der Stadt. Doch dann verschwinden weitere Kinder, und im Basti geht nicht nur die Angst um, dass es das eigene Kind treffen könnte, sondern auch die Sorge, dass die Polizei mit Bulldozern anrückt und die illegale Siedlung niederwalzt.

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Die Glut von Sándor Márai (Hörbuch)

„Doch im Grunde unseres Daseins lag vielleicht der Sinn aller unserer Handlungen in der Bindung, die uns an jemanden fesselte.“ (Seite 216 der gebundenen Ausgabe von Piper, 2000)

Die Glut spielt im Jahre 1941 auf einem Jagdschloss am Rande der Karpaten. Hier wurde der General Henrik geboren, hier hat er sein Leben verbracht. Auf dieses Leben blickt er nun zurück, während er auf seinen Jugendfreund Konrád wartet, mit dem er seit vier Jahrzehnten keinen Kontakt hatte.

Henrik und Konrád verband über Jahre hinweg eine enge Freundschaft, die gesellschaftliche Grenzen überschritt: Henrik stammt aus einer reichen Familie des Hochadels, Konrád ist der Sohn eines verarmten Barons.

Doch eines Tages kam es zu einem Zwischenfall, der dazu führte, dass Konrád das Land verließ und Henrik nie wieder ein Wort mit seiner Frau Krisztina wechselte: Auf einer Jagd legte Konrád mit dem Gewehr auf Henrik an.

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Wo ich mich finde von Jhumpa Lahiri

„Jede bittere Wendung meines Lebens fand im Frühling statt. Jeder schwere Schlag. Das ist der Grund, warum mich das helle Grün der Bäume, die ersten Pfirsiche auf dem Markt betrüben, genauso wie die ausgestellten Röcke, die die Frauen in meinem Viertel zu tragen beginnen. Mich erinnert all das nur an Verlust, Verrat, Enttäuschung. Ich kann es nicht leiden, zu erwachen und unausweichlich nach vorne getrieben zu werden.“ (Seite 17)

Die namenlose Ich-Erzählerin lebt in einer namenlosen italienischen Stadt. Ihr Leben ist geprägt von Routinen: immergleiche Wege, die sie läuft, immergleiche Restaurants, die sie besucht und wo sie die immergleichen Menschen beobachtet. Sie lebt ein Leben ohne viele Höhen und Tiefen, sie hat sich mit ihrem Alleinsein größtenteils arrangiert, aber leidet auch unter ihrem Einzelgängertum.

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Die Eifersüchtigen von Sándor Márai

„Wieso musste ich aus den sicheren Kreisen meines Lebens hinaustreten und zurückkehren in das neblige und furchtbare Bekannte, dem ich vor zwanzig Jahren für immer abgeschworen hatte?“

Péter Garren arbeitet seit vielen Jahren für den dubiosen Emmánuel, führt eine Beziehung mit Edit, die er beinahe liebt, und hat eine Geliebte. Sein Leben läuft in recht geregelten Bahnen, obgleich er von Emmánuel in einem unsichtbaren Käfig gehalten wird, der über die Jahre hinweg einen Abgrund zwischen Péter und der Welt angelegt hat.

Doch nun hat Péter einen Brief seiner Schwester erhalten, die ihn bittet, ans Krankenbett des Vaters zu kommen, da dieser im Sterben liegt. Péter lässt Emmánuel, Edit und seine Geliebte La zurück und macht sich auf den Weg in die alte Heimat und damit in eine für ihn längst vergangene Zeit. Dort wartet er zusammen mit seinen Geschwistern und Halbgeschwistern auf den Tod des Vaters. Das Warten wird begleitet vom Wiederaufleben alter Streitigkeiten und Konflikte sowie von der Ungewissheit, wie es nach dem Tod des Vaters mit der Familie weitergehen wird.

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Reise im Mondlicht von Antal Szerb

„Und solange man lebt, weiß man nicht, was noch geschehen kann.“

Mihály und Erzsi befinden sich auf ihrer Hochzeitsreise in Italien. In Ravenna trifft Mihály auf einen alten Bekannten, János Szepetniki, der ihn in Italien gesucht hat, um ihm von einem gemeinsamen Freund zu berichten, der sich gerade in Italien aufhält.

Diese Begegnung ändert den Verlauf der Reise: Mihály erzählt Erzsi von seiner Vergangenheit, von der Freundschaft mit Tamás Ulpius und seiner Schwester Éva, unter deren Einfluss er sich sehr verändert hat. In Terontola verlässt Mihály schließlich den Zug, um einen Kaffee zu trinken, springt auf den falschen Zug auf und setzt die Reise ohne seine Frau fort.

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Löwenchor. Novellen von György Dragomán

„[…] ich wusste, dass es sich nur um einen Fluch handeln konnte, einen ganz bösen Fluch, und ich wusste, dass es abergläubisch war, so etwas zu denken, es gibt keine Flüche, und doch spürte ich, wie die Angst bei mir einzog.“ (Seite 71)

Der gemeinsame Nenner der Novellen in György Dragománs Buch Löwenchor ist die Musik, ansonsten widmet er sich vollkommen unterschiedlichen Themen und erzählt diese auf ganz verschiedene Weise.

Der Leser erfährt z.B. von einem Jungen, der unermüdlich Geige spielt, da ihm sein Vater erzählt, dass an seinem 13. Geburtstag der schwarze Geiger kommt und ihn prüfen wird.

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Belletristik, Sachbücher und Reiseberichte aus und über Pakistan

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher und Reiseberichte aus und über Pakistan auf.

Meine Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe.

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Die Straße der Geschichtenerzähler von Kamila Shamsie

„All diese Geschichten, die sich hier abgespielt haben, in unserer Heimat, auf unserem Stück Erde – wie kannst du dafür so unempfänglich sein?“

Sommer 1914: Die 22-jährige Vivian Rose Spencer wurde von Tahsin Bey, einem Freund ihres Vaters, dazu eingeladen, an Ausgrabungen in Labraunda teil zu nehmen. Vivian genießt das Leben fernab von London und träumt von einer Ehe mit Tahsin. Doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs trennt die beiden, Vivian kehrt zurück nach London und arbeitet als Krankenschwester in einem Militärkrankenhaus.

Als sie von Tahsin Bey hört, dass er möglicherweise an Ausgrabungen in Peschawar teilnehmen wird, macht auch sie sich auf den Weg nach Indien. Im Zug trifft sie auf Qayyum Gul, der für die Engländer im Ersten Weltkrieg gekämpft hat, verwundet wurde und nun zurück zu seiner Familie nach Peschawar reist.

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Gott wohnt im Wedding von Regina Scheer (Hörbuch)

„Die meisten denken, ein Haus sei nichts als Stein und Mörtel, totes Material. Aber sie vergessen, dass in meinen Wänden der Atem von all denen hängt, die hier gewohnt haben. Ihre Tränen, ihr Blut habe ich aufgesogen, ich habe ihre Schreie gehört, ihr Flüstern, ihr endloses Gemurmel in den Nächten. All ihre Leben habe ich in mich aufgenommen, durch sie lebe ich selbst, auf meine Weise.“ (Track 2)

In der Utrechter Straße im Berliner Wedding steht ein altes Haus, das um 1890 gebaut wurde, in das seit 115 Jahren die unterschiedlichsten Menschen ein- und ausgehen, und das nun aufgrund der Gentrifizierung dem Untergang geweiht ist.

Zu diesem Haus kehrt im Jahre 2015 Leo Lehmann in Begleitung seiner Enkelin Nira zurück, um Erbangelegenheiten zu klären. Leo, ein Jude, ist damals als sogenanntes „U-Boot“ bei Gertrud Romberg untergekommen, die nach wie vor im gleichen Haus lebt. Leo verbindet zahlreiche Erinnerungen mit dem Haus, u.a. wurde sein Freund Manfred hier vor mehr als 70 Jahren von der Gestapo abgeholt, und Leo fragt sich seitdem, ob Gertrud ihn verraten hat.

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