Archiv der Kategorie: Allgemein

Icons of Street Art. Big Murals von Michael Harker

„Art should comfort the disturbed and disturb the comfortable.“ (Banksy)

Wenn man durch Berlin streift, sieht man in vielen Bezirken an fast jeder Straßenecke riesige, faszinierende und oft meisterhaft gestaltete Bilder an Fassaden, Brandmauern, Wänden etc. Mich begeistern diese Bilder jedes Mal aufs Neue, da sie unglaublich detailliert, kreativ und künstlerisch anspruchsvoll sind. Und genau solche Bilder findet man in Icons of Street Art.

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Gezeitenwechsel von Sarah Moss

„Sich Dinge vorzustellen, hindert sie nicht daran einzutreten. Genauso wenig, wie sie sich nicht vorzustellen.“ (Seite 12)

Manchmal geschehen im Leben Dinge, die ganze Lebenswege verändern. Manchmal weiß man es direkt im Augenblick des Geschehens, dass nun nichts mehr so ist, wie es vorher war. Und manchmal kristallisiert sich erst mit der Zeit heraus, dass die Weichen nun anders gestellt sind, als man das ursprünglich geplant hatte.

An einem solchen Scheideweg befindet sich Adam Goldschmidt, der Vater der 15-jährigen Miriam, als er eines Tages einen Anruf der Rektorin von Miriams Schule erhält: Miriam hatte einen Atem- und Herzstillstand, wurde bewusstlos auf dem Sportplatz gefunden, reanimiert und in eine Klinik gebracht.

Miriam bleibt zur Beobachtung auf der Intensivstation, um die Ursache des Atem- und Herzstillstands festzustellen. Doch niemand weiß, warum sie aufgehört hat zu atmen und wann es wieder passieren könnte.

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Couchsurfing in China. Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht von Stephan Orth

„Ein bisschen Paranoia ist in einem Überwachungsstaat immer mit dabei.“ (Seite 79)

Stephan Orth erzählt in seinem Buch Couchsurfing in China von Macau und Casinos, Shenzhen und Datensammelei, Foshan und Umweltverschmutzung, Yangshuo und Hochgeschwindigkeitszügen, Wenshi und Hunderagout, Zhangjiajie und Zensur, Dandong und Nordkorea, Peking und Skandalkunst, Shanghai und Karaoke, Hangzhou und Computerspielen, Guizhou und Betrügereien.

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Der Sprung von Simone Lappert

„Irgendeine Tragödie ereignete sich immer.“ (Seite 15)

Eine Frau steht auf dem Dach eines Wohnhauses. Sie entfernt Dachziegel. Sie schreit. Sie wirft Gegenstände auf die Straße. Und immer wieder geht sie gefährlich nah an den Rand.

Unten steht irgendwann eine ganze Traube von Menschen. Sie filmen die Szene mit ihren Smartphones. Sie rufen der Frau Beleidigungen entgegen. Sie holen sich im benachbarten Lädchen Getränke und Snacks, starren gebannt nach oben, genießen das Ganze wie einen besonders spannenden Film. Und manche sorgen sich auch um die Frau, die sich möglicherweise suizidieren möchte.

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Messer von Jo Nesbø (Hörbuch)

„Und mit dem Glück kommt die Sehnsucht, die traurige Gewissheit, dass es nie wieder so wie jetzt sein wird, so dass man bereits vermisst, was man hat. Es graut einem vor der Abstinenz, vor der Trauer über den Verlust, und man verflucht das Wissen über das, was man zu fühlen in der Lage ist.“ (CD 1, Track 23)

Harry Hole hat scheinbar alles in den Sand gesetzt: Seine Ehe ist zerbrochen, er hat sich wieder dem Alkohol zugewandt, und er gefährdet seinen Job als Kommissar.

Nach einer durchzechten Nacht erwacht er mit einem Filmriss und mit Blut an den Händen und an der Kleidung. Am Abend ist es scheinbar zu einer tätlichen Auseinandersetzung mit einem Kneipenbesitzer gekommen.

Kurz darauf wird Harrys Frau Rakel erstochen in ihrem Haus gefunden, und der Vergewaltiger Svein Finne, der für seine Affinität zu Messern bekannt und derzeit auf freiem Fuß ist, den Harry schon einmal hinter Gitter gebracht hat und der mit Harry noch eine Rechnung offen hat, gerät schnell in den Fokus der Polizei.

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Die Nibelungen von Burkhard Neie

„So hatte Siegfried alle, die gegen ihn zu kämpfen gewagt hatten, erschlagen oder besiegt, und nun war er der Herr über das Nibelungenland und den Nibelungenhort.“ (Seite 10)

Xanten am Niederrhein: Der Königssohn Siegfried möchte bei Mime das Schmiedehandwerk erlernen, doch Mime will den Königssohn bald loswerden, der mit allen Gesellen Streit anfängt und mit dem niemand arbeiten möchte. Und so schickt Mime Siegfried unter dem Vorwand des Kohlenbrennens in den Wald und hofft, dass Siegfried auf den dort lebenden Drachen trifft und nicht mehr aus dem Wald zurückkehrt.

Doch der mutige und kampfgewandte Siegfried tötet den Drachen und „steckte den Finger in das dampfende Drachenblut, und siehe da, der Finger war von einer festen Hornhaut überzogen, daß kein Schwert ihn ritzen konnte. Da warf Siegfried rasch seine Kleider ab und bestrich sich von oben bis unten mit dem Drachenblut, so daß seine Haut hörnern wurde bis auf eine kleine Stelle am Rücken zwischen den Schultern, wo ein Lindenblatt hingefallen war.“ (Seite 9)

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Weißer Asphalt von Tobias Wilhelm

„hätte schlimmer kommen können. Viel schlimmer.“ (Seite 181)

Eine deutsche Kleinstadt in den Nullerjahren: Der namenlose Ich-Erzähler war bereits zwei Jahre im Jugendknast, ist nun auf Bewährung draußen und macht sein Abitur. In seiner Freizeit hängt er meistens mit seinen Freunden Sascha, Fabio und Ariano ab, nimmt Drogen, dealt und gerät immer wieder in gewaltsame Auseinandersetzung.

Als er mit Dana zusammenkommt, die zuvor Fabios Freundin war, scheint sich das Leben des Ich-Erzählers zum Besseren zu wenden. Doch als Dana einen Studienplatz in Frankfurt/Main annimmt, steigt er ins Kokaingeschäft ein.

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Havanna. Im Herzen Kubas von Sven Creutzmann und Bert Hoffmann

„Fast ein halbes Jahrhundert lang, vom Triumph der Revolution im Jahr 1959 bis zu seiner schweren Erkrankung 2006, war Fidel Castro der unumstrittene Comandante en Jefe, der Oberkommandierende der kubanischen Revolution. An ihm schieden sich die Geister. Der Riss ging durch viele Familien: Die einen hassten ihn und gingen nach Miami, die anderen verehrten ihn und blieben. Gleichgültig war er wenigen.“ (Seite 37)

Bert Hoffmann (Texte) und Sven Creutzmann (Fotografien) stellen in ihrem wunderschönen Bildband Havanna en détail vor: die Bewohner, die Architektur und – natürlich – Fidel Castro und Oldtimers.

Die großformatigen Fotografien Creutzmanns sind wirklich grandios, zeigen sowohl typische Szenen, die man mit Kuba/Havanna assoziiert, als auch besondere Details, ungewöhnliche Motive und Perspektiven sowie sehr bewegende Momente, z.B. von seinen Begegnungen mit Fidel Castro.

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Der Sandmann. Graphic Novel nach E.T.A. Hoffmann von Vitali Konstantinov

„Mir kamen keine Worte in den Sinn, die nur im Mindesten etwas von dem Farbenglanz dieses inneren Bildes spiegelten. Vielleicht gelingt es mir aber, manche Gestalt so aufzufassen, dass du das Porträt ähnlich findest, ohne das Original zu kennen, ja dass es dir ist, als hättest du die Person recht oft schon selbst gesehen.Vielleicht wirst du, o mein Leser, dann glauben, dass nichts wunderlicher und verrückter sei als das wirkliche Leben und dass der Dichter dieses doch nur wie im dunklen Widerschein eines matten Spiegels auffassen kann.“ (Seite 12)

Nathanaels Kindheit wird bestimmt durch seine Furcht vor dem Advokaten Coppelius, der seinen Vater abends häufig besucht und mit diesem alchemistische Experimente durchführt. Als der Vater stirbt, gibt Nathanael Coppelius die Schuld, und später meint Nathanael, Coppelius in der Gestalt des Wetterglashändlers Coppola wiedergetroffen zu haben.

Immer weiter steigert sich Nathanael in seine Fantasien und in düstere Träume hinein, und schließlich verliebt er sich in Olimpia, die Tochter seines Professors, für die er seine Jugendliebe Clara verlässt.

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Der Fall der linkshändigen Lady von Nancy Springer

„In diesem gigantischen Gordischen Knoten gab es ein einziges Stück Faden, das ich mit absoluter Überzeugung ergriff“ (Seite 77)

London im Januar 1889: Enola Holmes versteckt sich vor ihren Brüdern Mycroft und Sherlock, nimmt verschiedene Identitäten an und arbeitet u.a. als Sekretärin namens Miss Meshle in Dr. Ragostins Büro für Fundsachen.

Als die 16-jährige Lady Cecily Alistair, die zweitälteste Tochter von Sir Eustaces, spurlos verschwindet, macht sich Enola Holmes auf die Suche nach ihr. Während sie die verschwundene Lady sucht, gerät sie immer wieder in Situationen, in denen sie auf ihren verkleideten Bruder Sherlock trifft, der seinerseits versucht, Enola aufzuspüren.

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