Schlagwort-Archive: Psychiatrie

Die abklingende Psychose von Jann Schlimme und Burkhart Brückner

„Mit ihrem Buch tragen Jann E. Schlimme und Burkhart Brückner zu der wichtigen Diskussion um die Wertschätzung und Verarbeitung psychotischer Erfahrungen bei, der sich die Betroffenen in ihrem Umgang mit den oft zutiefst erschütternden Erfahrungen stellen müssen.“ (Seite 8)

Der Aufbau von Die abklingende Psychose orientiert sich am Genesungsverlauf. Es werden u.a. die Phasen des Genesungsverlaufs mit dem Erreichen eines Wendepunkts, dem Wahrnehmen und Differenzieren doppelter Realitäten, dem „Parken“ psychotischer Realität und einer integrierten Psychoseerfahrung thematisiert, bevor die Autoren ein Modell der abklingenden Psychose vorstellen.

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Umgang mit bipolaren Patienten von Larissa Wolkenstein und Martin Hautzinger

„Wir möchten in diesem Buch auf diejenigen Situationen eingehen, die den Umgang mit bipolaren Patienten für professionelle Helferinnen und Helfer zu einer ganz besonderen Herausforderung machen. Wir hoffen, dass es uns mit diesem Buch gelingt, diejenigen Befürchtungen oder Vorbehalte abzubauen, die psychiatrisch Tätige auch heute noch oft zu haben scheinen, wenn es um die Behandlung von und den Umgang mit bipolaren Patienten geht.“ (Seite 8)

Larissa Wolkenstein und Martin Hautzinger fassen in ihrem Basiswissen-Titel die wichtigsten Informationen zu bipolaren Störungen zusammen, berichten unter anderem von diagnostischen Kriterien der depressiven, manischen und hypomanen Episoden, Krankheitsverlauf, Bipolar-I- und Bipolar-II-Störung, Zyklothymie, Vulnerabilitäts-Stress-Modell, Umgang mit manischen Patienten, Suizidalität, Sorgen und Ängsten von Angehörigen sowie sozialen Folgen einer bipolaren Störung wie Stigmatisierung und Entscheidungen bezüglich Schwangerschaft und Kinderwunsch.

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Umgang mit traumatisierten Patienten von Jens Gräbener

„Traumatisierte Patientinnen und Patienten unterscheiden sich in einem Punkt deutlich von anderen Patientengruppen: Sie haben etwas erlebt, was sie dauerhaft verändert hat, und zwar in einer Umwelt, die sich oft wenig oder gar nicht vom Lebensumfeld anderer Menschen unterscheidet. Ihre Symptome lassen sich nicht auf neurophysiologische Funktionsstörungen oder genetische Dispositionen reduzieren. Das, was diesen Menschen zugestoßen ist, könnte auch anderen, und damit auch professionellen Helfern zustoßen. Wie würden wir selbst reagieren? Könnten wir lernen, damit umzugehen? Was würde sich für uns und in uns verändern? Wie würde unser soziales Umfeld reagieren?“ (Seite 9)

Jens Gräbener fasst in seinem Basiswissen-Titel das Wichtigste zum Thema Trauma und Traumatisierung zusammen. Er berichtet u.a. von Typ-I-Trauma (einmalig, kurzfristig einwirkend) und Typ-II-Trauma (mehrfach, langfristig einwirkend), akzidentiellen und interpersonellen („man-made“) Traumata, traumatischer Zange und Dissoziation, Hippocampus und Amygdala, Folgen von traumatischen Erlebnissen, Traumabewältigung, professionellen Hilfsangeboten sowie der professionellen Interaktion mit traumatisierten Menschen.

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Mein Tabulu. Ein Kinderfachbuch über Angst und Angststörungen von Paula Kuitunen

„Die nächsten Tage tat ich so einiges, um Tabulu los zu werden. …doch bei jedem Versuch, es abzuschütteln, wegzusperren oder abzuhängen, wurde es sogar noch ein Stückchen größer, lauter und nerviger.“

Die siebenjährige Tabea ist Jungseglerin und hat eine beste Freundin, mit der sie eigene Comics zeichnet. Doch dann wird ihr Leben ganz schön durcheinander geschüttelt, denn sie muss mit ihrer Familie umziehen, alles, was sie kennt, hinter sich lassen und woanders ganz neu anfangen.

Und da taucht Tabulu auf und sorgt dafür, dass Tabea Schwierigkeiten mit Situationen bekommt, die sie bisher problemlos bewältigen konnte.

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Sonnige Traurigtage von Schirin Homeier

Sonnige Traurigtage ist nicht nur ein unterhaltsames Kinderbuch mit ansprechenden Illustrationen. Es ist ein konkreter Beitrag zur Überwindung der Tabuisierung psychischer Erkrankungen.“ (Seite 5)

Mona wächst bei ihrer psychisch erkrankten Mutter auf, und manchmal ist das gar nicht so einfach. Denn Mona ist erst neun Jahre alt, versteht nicht, warum sich ihre Mama manchmal so schlecht fühlt, dass sie ihr die Tür nicht aufmachen, nicht kochen und nicht für sie sorgen kann. Mona übernimmt viele Aufgaben ihrer Mutter, weil sie hofft, dass ihre Mama dadurch wieder glücklich wird. Ansonsten fühlt sich Mona oft allein und alleingelassen, schämt sich, ist wütend, hat Schuldgefühle und wird in der Schule gemobbt.

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Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug von Andrea Trost und Stefan Rogge

„Mitarbeitende des Maßregelvollzugs treffen in der täglichen Arbeit auf Untergebrachte, die neben einer schweren psychischen Erkrankung auch noch ein – vielfach schwerwiegendes – Delikt begangen haben. Das Leben dieser Personengruppe weist zumeist tragische Erlebnisse und Ereignisse auf. So finden sich in den Biografien eigene Missbrauchs- und Gewalterfahrungen, mitunter aus dem familiären Umfeld stammend.

Aus diesen biografischen Erlebnissen entwickelte sich dann vielfach der Wandel in die Täterrolle, vollzogen in innerpsychischen Prozessen, die für Außenstehende nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar sind.“ (Seite 7)

Andrea Trost und Stefan Rogge fassen in ihrem „Basiswissen“-Titel zusammen, was bei der Arbeit im Maßregelvollzug und beim Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug wichtig ist. Sie erzählen von juristischen Grundlagen, von der Milieugestaltung, von der Haltung und der Beziehungsgestaltung, von Sexualität, Gewalt und Aggression, von der Behandlung, Gruppenarbeit und Einbezug von Angehörigen.

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Umgang mit psychotischen Patienten von Thomas Bock

„Schon vor langer Zeit habe ich entdeckt, dass ich lieber und vermutlich auch besser mit psychoseerfahrenen Menschen arbeite als mit anderen Patientinnen und Patienten. Ich glaube, es hat damit zu tun, dass Menschen in Psychosen vor allem mit sich selbst beschäftigt und in sich selbst verunsichert sind. […] Es berührt mich in eigenen ungefähren Ahnungen, Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten. Und es lässt mich in der Rolle als Gegenüber auf eine gewisse Weise ‚in Ruhe‘. Ich werde nicht sofort in vordergründige Beziehungsscharmützel verwickelt, muss mich nicht automatisch gegen Manipulationen wehren, egal, ob die vom Patienten oder von mir selbst ausgehen. So verrückt es klingen mag: Ich habe mehr Zeit und kann gelassener bei mir selbst bleiben. Der psychotische Mensch wirkt, als sei er in einer eigenen anderen Welt. Und ich kann in Ruhe versuchen, Brücken zu bauen, um ihn in seiner Welt zu besuchen, um unsere Welten wieder zu verbinden und unsere Wahrnehmungen wieder anzunähern.“ (Seite 7)

Thomas Bock erzählt in Umgang mit psychotischen Patienten von seiner eigenen Faszination für Psychosentherapie, von Besonderheiten im Denken, Fühlen und Handeln bei Psychosen, von Entstehung und Aufrechterhaltung von Psychosen, von Kontakt und Gesprächsführung sowie von Psychosentherapie. Zudem setzt er sich mit Fragen wie dem Umgang mit Wahnerleben, Negativsymptomatik, depressiven Denkmustern und manischem Erleben auseinander und verdeutlicht seine Ausführungen an Fallbeispielen.

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Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Martin Reker

„Wer das Wagnis riskiert, mit einer Haltung interessierter Neugier verstehen zu wollen, warum sich Menschen mit Alkoholproblemen so verhalten, wie sie es tun, muss die Welt durch die Brille der Betroffenen sehen. Das gelingt am ehesten in einer vorübergehenden Identifikation mit ihnen, indem man sich konkrete Ereignisse schildern lässt, die charakteristisch für das Problemverhalten sind.“ (Seite 8)

Martin Reker berichtet in Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Belohnungs-, Vermeidungs- und Gewohnheitstrinkern, Suchtdruck, Ich-Syntonie versus Ich-Dystonie, Geschlechter- und kulturellen Unterschieden, schädlichem Gebrauch versus Abhängigkeit, körperlichen Veränderungen, Komorbidität, der Geschichte des Alkoholkonsums, Behandlung, Entzug, den Einflüssen von Alkoholkonsum auf Arbeit und Wohnen, rechtlichen und forensischen Aspekten.

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Wahn und Sinn. Patienten, Ärzte, Personal und Institutionen der Psychiatrie in Sachsen vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts von Thomas R. Müller

„Die Geschichte der Psychiatrie ist gekennzeichnet durch ihren doppelten Auftrag der Behandlung und Heilung psychisch kranker Menschen einerseits und dem Schutz der Gesellschaft und der Kontrolle abweichenden Verhaltens auf der anderen Seite. Die Psychiatrie ist zu allen Zeiten ein Spiegelbild des jeweils herrschenden Menschenbildes und der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der therapeutischen Möglichkeiten und des Selbstverständnisses der in der Psychiatrie tätigen Menschen.“ (Seite 9)

Ich kenne die Dauerausstellung des Sächsischen Psychiatriemuseums in Leipzig (noch!) nicht, aber da ich ein gewisses Faible für die Geschichte der Psychiatrie habe, wollte ich den Katalog zur Ausstellung trotzdem gerne lesen und betrachten, und ich kann Wahn und Sinn sehr empfehlen, wenn man sich konkret für die Ausstellung oder auch generell für das Thema interessiert.

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Gangsterblues von Joe Bausch (Hörbuch)

„Letztlich steckt man nie im Kopf von anderen Menschen.“ (CD 6, Track 18)

Als ich 18 Jahre alt war, habe ich im Rahmen einer Krankenpflegeausbildung in der Arbeits- und Beschäftigungstherapie mit forensischen Patienten gearbeitet – mit Mördern Körbe geflochten und Vergewaltigern an der Kreissäge assistiert. Dort hat ein rauer Umgangston geherrscht, und ich bin dadurch mit einem Milieu in Verbindung geraten, in das man als Normalsterblicher normalerweise (und glücklicherweise) kaum Zutritt erhält. Schon vorher haben mich Geschichten aus dem Gefängnis und der Forensik, Schilderungen von Gerichtsverfahren, das bisweilen schwierige Abwägen der Schuldfrage und ähnliche Themen interessiert, aber seit dieser persönlichen Erfahrungen hatte sich mein Interesse noch verstärkt, so wie das oft ist, wenn man Einblicke in eine bislang fremde und völlig andersartige Welt erhalten hat. Gangsterblues hat mir sehr gut gefallen, denn das (Hör-) Buch schlägt genau in diese Kerbe und bietet dem Leser/Hörer die Möglichkeit, in den Gefängnisalltag zu schauen und mehr über Strafvollzug zu lernen. Gangsterblues von Joe Bausch (Hörbuch) weiterlesen