Schlagwortarchiv: Roman

Kurt von Sarah Kuttner

„Ich kann meinen Kurt nicht ohne seinen Kurt haben, er gehört dazu. Schon immer. Ich glaube, ich will meinen auch nicht ohne seinen, aber richtig aussuchen konnte ich es mir nicht.“ (Seite 51)

Lena befindet sich in einer Beziehung mit Kurt – dem großen Kurt, denn dieser hat einen 6-jährigen Sohn, der auch Kurt heißt, also ‚der kleine Kurt‘.

Lena fühlt sich bisweilen etwas fremd in dieser Familie, zu der sie eigentlich nicht so richtig gehört, doch sie ist glücklich mit dem großen Kurt und hat eine gute Beziehung zum kleinen Kurt.

Der große Kurt und Lena haben zusammen ein Haus in Brandenburg gekauft, das sie nun renovieren und nach ihren Wünschen ausbauen.

Dann stirbt der kleine Kurt plötzlich, und nichts ist mehr so wie vorher.

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Die Auster von Yael Inokai (Hörbuch)

„Sie sehnte sich danach, ein Ding zu sein, ein Möbelstück, ein langweiliges Buch, dieser Wäscheständer, behangen mit Unterhosen, Unterhemden und Socken, frei von Mord und Totschlag, Steuererklärungen, verwöhnten Töchtern, die nicht mehr in ihre winzigen Kleider passten.“ (Track 15)

Seit 45 Jahren arbeitet die 73-jährige Leonora Bloch als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett und hält sowohl seinen Privatbereich als auch das Kaufhaus, wo er Geschäftsführer ist, in Ordnung.

Eines Tages findet sie ihn tot in seiner Villa, mit abgetrennten Händen. Da überall Blut ist und Leonora Ordnung und Sauberkeit wichtig sind, putzt sie erst einmal alles auf und vernichtet so lauter Spuren, was die Polizei selbstverständlich äußerst verdächtig findet.

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Entzug von Christoph Peters

„Es wird sich für alles eine Lösung finden.“ (Seite 13)

Jeder Tag und sein gesamtes Denken kreist um die Beschaffung von Alkohol, um die Planung des passenden Pegels, um Methoden der Geheimhaltung seiner Sucht: Christoph Peters erzählt in seinem autobiografischen Roman Entzug von negativen Konsequenzen eines Alkoholkonsums, die sich vor allem dadurch zeigen, dass er nicht mehr die gewohnte Qualität in seinem Job abliefern kann und dass er in seiner Familie nicht mehr funktioniert.

Peters erzählt zudem von körperlichen Schädigungen, Entzugserscheinungen, Toleranzentwicklung, Kontrollverlust und Suchtdruck.

„Ich muss aufhören zu trinken. Ich kann nicht aufhören zu trinken.“ (Seite 29)

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Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel (Hörbuch)

„Wir Zoo-Leute sagen gern: Das gefährlichste Tier im Zoo ist der Mensch. Allgemein gesprochen meinen wir damit, dass die Unersättlichkeit des Raubtiers Mensch den ganzen Planeten zu seiner Beute gemacht hat. Im spezielleren Sinne denken wir dabei an jene, die den Ottern Angelhaken zu fressen hinwerfen, den Bären Rasierklingen, den Elefanten Äpfel, in die sie Nägel gesteckt haben.“ (CD 1, Track 5)

Piscine Patel, genannt Pi, wächst im indischen Pondicherry auf. Sein Vater ist Zoodirektor im hiesigen Zoo, Pi selbst ist gläubiger Christ, Muslim und Hindu.

Als Pi 16 Jahre alt ist, beschließt die Familie, nach Kanada auszuwandern. Sie reist auf einem Frachter mit dem halben Zoo übers Meer. Als sie in einen schweren Sturm geraten und schließlich Schiffbruch erleiden, bleiben am Ende nur noch Pi und der Tiger Richard Parker übrig.

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Popóm von Johanna Sebauer

„Denn ich wusste, dieser Mann, den ich nur kurz von vorne gesehen hatte, als er vor dem Regal mit den Konserven sich zu mir umgedreht hatte, bevor er nach den Dosenpfirsichen gegriffen hatte, dieser Mann, der womöglich doppelt so alt war wie ich, dessen Car-Coat-Rücken ich an die Kasse gefolgt war, wo wir jetzt standen – mein Augenlid zuckte, ich atmete zitternd -, dieser Mann, und darüber gab es keinen einzigen Zweifel: Dieser Mann war ich.“ (Seite 8)

Das Leben von Hendrik Popom, Ende 20, ist nicht gerade auf seinem Höhepunkt: Sein Agenturjob läuft nicht so gut, mit seiner Freundin Anja könnte es auch besser sein, und dann macht er auch noch eine sonderbare Begegnung, die ihn durcheinanderbringt und sein Leben stark beeinflusst: An einem Sommerabend begegnet der Protagonist des Romans sich selbst in einem Kiosk.

Der Mann, bei dem sich Hendrik Popom sicher ist, dass es sich um ihn selbst handelt, auch wenn der Mann, gekleidet in einem saharagelben Car-Coat, mit braunen Lederschuhen und taubengrauem Hut, etwa doppelt so alt ist wie er selbst, stellt sich schließlich als Hendrik Popóm vor.

Die beiden treffen sich zufällig wieder. Popóm fühlt sich verfolgt und veräppelt von Hendrik, der seinen Namen auf der ersten Silbe betont – Pópom -, doch schließlich versteht auch Popóm, dass er sich selbst getroffen hat.

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Überleben von Frederika Amalia Finkelstein

„[D]as wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute.“ (Seite 7, Zitat von Imre Kertész)

Seit die 25-Jährige Ava ein Foto von Leichen im Bataclan gesehen hat, spürt sie Hass und hat einen wiederkehrenden Albtraum. Das Foto war teilweise verpixelt, doch Ava will die unzensierte Version des Fotos finden, denn:

„Den Körper eines Toten zu verpixeln bedeutet, ihn noch einmal zu töten.“ (Seite 16)

Ava war am 13. November 2015 nicht im Bataclan und auch nicht in einem der Restaurants oder Cafés, in denen Menschen von Terroristen getötet wurden, sondern sie hat alles vom Bildschirm aus verfolgt.

Doch sie ist regelrecht besessen von dem Thema. Schon länger befasst sie sich mit zwischenmenschlicher Gewalt. Sie schaut sich immer wieder Bilder und Videos an, lernt Opferlisten auswendig und denkt sogar über einen Job bei der Armee nach.

Angst begleitet Ava auf Schritt und Tritt, lauert überall und macht es ihr schwer, den Menschen im öffentlichen Raum nicht zu misstrauen.

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Yesteryear von Caro Claire Burke (Hörbuch)

„Heute ist der letzte Tag des Lebens, wie ich es mir immer vorgestellt habe.“ (Track 2)

Natalie ist mit ihrem sechsten Kind schwanger, lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren Kindern auf einer Farm in Idaho.

Natalie ist eine Tradwife: Sie filmt ihr ebenso traditionelles wie scheinbar rundum perfektes Leben, das geprägt ist von schwerer Arbeit, tiefem Glauben und augenscheinlich großem Glück und Leichtigkeit, und stellt den Content ihrer heilen Welt unter dem Instagram-Account „Yesterday Ranch“ ins Netz.

Doch eines Tages erwacht Natalie im 19. Jahrhundert, also im echten Yesteryear.

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Wirf einen Schatten von Elena Fischer

„Wie maß man Mut? In der Anzahl der Zweifel, die einem auf dem Weg kamen, den man doch beharrlich weiterging?“ (Seite 14)

Josephs Frau Lis ist Anfang August zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Samuel ausgezogen, und Josef hat keinerlei Kontakt zu den beiden.

Am Heiligabend des Jahres 1963 versorgt Joseph die Tiere, geht in die Kirche, verabschiedet sich, erinnert sich an seine Eltern, an Lis und an Samuel.

Joseph ist bereit für den Tod. Doch in dem Moment, in dem er sein Leben beenden will, klingelt es an der Tür.

Vor der Tür findet Joseph eine fremde Frau mit Füßen voller Blasen, um die er sich schließlich kümmert. Es handelt sich um die 20-jährige Birdie, die auf der Flucht vor ihrer Familie ist, die schließlich bei Joseph unterkommt und sein Leben beeinflusst.

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Mirabellentage von Martina Bogdahn (Hörbuch)

„Und ich frage mich mit einem Mal, warum man jemanden erst vermissen kann, wenn er nicht mehr da ist. Unbeirrt lebt man sein Leben weiter. Es kommt Neues hinzu. Und immer seltener erinnert man sich an den Verlust, auch wenn der einst mit solcher Wucht kam, dass man dachte, er bleibe für immer.“ (Track 104)

Blumfeld, ein fiktives Dorf in Franken: Die Ich-Erzählerin Anna stammt von hier und hat drei Jahrzehnte lang für den Dorfpfarrer Josef als Haushälterin gearbeitet.

Anna und Josef kannten sich schon aus Kindheitstagen, und nun ist sie Anfang 50, Josef ist überraschend gestorben, und Anna steht vor einem großen Wendepunkt in ihrem Leben, ihre Zukunft ist vollkommen ungewiss.

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