Finnisches Blut von Taavi Soininvaara (Hörbuch)

„Der Tod ist der Sünde Sold.“ (Track 100)

Der Wissenschaftler Arto Ratamo findet bei seiner Forschungstätigkeit ein Gegenmittel gegen Ebola-Helsinki. Schnell gerät er in den Fokus von Geheimdiensten und Terroristen, und als seine Frau Kaisa vor seinen Augen erschossen wird, gelingt Ratamo nur in letzter Sekunde die Flucht.

Der Mord an seiner Frau und an einem Wissenschaftler werden indes so inszeniert, dass Ratamo unter Hauptverdacht gerät und untertauchen muss. Ab jetzt geht es für ihn jedoch nicht nur ums eigene Überleben, sondern er sorgt sich auch um seine kleine Tochter, die seit dem Mord an ihrer Mutter mit ihrer Großmutter im Verborgenen lebt.

Finnisches Blut, sehr gelungen gelesen von Julian Mehne und durchweg unterhaltsam, war nicht nur meine erste Begegnung mit Taavi Soininvaara, sondern auch mit finnischen Krimis überhaupt.

Mir hat das Hörbuch gut gefallen, obwohl ich die Handlung bisweilen ein wenig zu dick aufgetragen fand. Alles in allem ist Soininvaara aber ein guter Auftakt seiner Ratamo-Reihe geglückt, und Finnisches Blut macht definitiv neugierig auf die anderen Bände der Reihe.

Insgesamt erzählt Soininvaara auf packende Weise, und beim Hören wird man nicht nur unterhalten, sondern lernt auch viel über Ebola, streift mit Soininvaara und seinen Figuren durch Finnland, bekommt Einblicke in die Mentalität und das Alltagsleben der Finnen sowie in die Geschichte und Politik des Landes.

Die Thematik des Krimis empfand ich als gut umgesetzt und ungewöhnlich, die Handlungsorte sind noch kein ausgetretenes (Krimi-) Terrain, und das Ende des ersten Bandes verspricht eine fesselnde Reihe. Ich kann Finnisches Blut somit definitiv empfehlen, wenn man sich Finnland über einen Krimi nähern möchte.

Taavi Soininvaara: Finnisches Blut. Aus dem Finnischen von Peter Uhlmann. Gelesen von Julian Mehne. RADIOROPA Hörbuch, 2007; vergriffen (antiquarisch erhältlich).

Dieser Post gehört zum Finnland-Monatsthema im Januar 2020.

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