Schlagwort-Archive: Lieblingsbücher 2024

Herzensdinge von Umes Arunagirinathan (Hörbuch)

„Bei einem normal gebauten Erwachsenen sorgt das Herz dafür, dass pro Minute sechs Liter Blut durch den Körper gepumpt werden. Wir nennen die Menge, die das Herz in einer bestimmten Zeit pumpen kann, meistens in einer Minute, Herzzeitvolumen. In einer 24-Stunden-Schicht summiert sich die Pumpleistung auf 7000 Liter, in einem durchschnittlichen Menschenleben sind es 250 Millionen Liter – ununterbrochen, Tag und Nacht, ohne auch nur einmal eine Pause einzulegen.“ (Track 5)

Umes Arunagirinathan erzählt in seinem Buch initial über seine frühe Faszination fürs Herz und von seiner Tätigkeit als Herzchirurg. Dann geht er auf verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit dem Herzen ein: Blutkreislauf und Herzklappen, Sinus- und AV-Knoten, Herzkranzgefäße und Lunge, Niere und Leber, Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit, Vorhofflimmern und Blutgerinnung, Kammerflimmern und Defi-Weste, Herzschrittmacher und Myocarditis, Herzklappen-OPs und Endocarditis, Kunstherz und Herztransplantation, Stress und Angst, Frauengesundheit und Studiendesigns, Prävention und Einsamkeit, künstliche Intelligenz und 3D-Druck.

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Zitronen von Valerie Fritsch

„Jedes Leben richtet sich an jemanden, und insofern – und nur insofern – ist es ein sinnvolles Leben, wenn auch den Sinn des Lebens selbst völlige Finsternis umgibt.“ (Imre Kertész)

Die Drachs leben in einem vollgestopften Haus am Ortsrand, das Lilly Drach von ihren Eltern geerbt hat. Hier wächst August auf – mit einem gewalttätigen Vater, der ihn körperlich missbraucht und verbal abwertet, mit einer Mutter, die August nicht vor dem Vater schützt, die sich aber nach den Gewaltausbrüchen des Vaters um ihn kümmert, ihm Kompott kocht und ihm vorliest.

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ADHS – Was isn das eigentlich von Hannah Schmidtpott und Slinga

„Slinga und Hannah haben beide ihre jeweils eigenen Erfahrungen mit ADHS gemacht, doch es gibt auch Gemeinsamkeiten. Beide hatten das Gefühl, anders zu sein als die anderen, beide hatten Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und Dinge zu organisieren, und beide spürten immer wieder, dass sie ihr Leben nicht so leben konnten, wie es es gerne wollten.“ (Seite 9)

Hannah Schmidtpott und Slinga erzählen in ihrem Buch vom Leben mit ADHS, berichten von typischen Symptomen und ihrem eigenen Umgang damit, von Diagnostik und Komorbiditäten, von Selbstwert und Beziehungen, von Besonderheiten im Job. Am Ende ihres Buches bieten Sie Informationen zu Hilfsangeboten sowie ein Literaturverzeichnis.

Begleitet werden die ebenso knappen wie informativen Texte von bunten, abwechslungsreichen Illustrationen.

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Wirksamer werden. Impulse und Interventionen für den Therapiealltag von Tanja Dörner

„Ich möchte hier nicht behaupten, dass Modelle, Techniken und Interventionen ohne Bedeutung sind. Entscheidend ist aber vielmehr, wann und wie und nicht welche Technik genau angewendet wird. Es geht um ein Gespür für Dosis, Timing und um Flexibilität. Mit den Jahren entwickelt sich eine ‚eigene‘ Art von Therapie. Eine Therapie, die man nur bedingt studieren oder nachlesen kann, da sie persönliche Erfahrung und Stunden an Gesprächen mit Patienten erfordert und mit ihr entwickelt sich die eigene psychotherapeutische Identität.“ (Seite 10f)

Tanja Dörner erzählt in ihrem Buch initial, wie Psychotherapie wirkt. Danach geht sie näher auf die therapeutische Haltung ein, berichtet von Stufen der Veränderung und Ambivalenz, fokussiert auf Ressourcenaktivierung.

Im darauffolgenden Abschnitt setzt sich Dörner damit auseinander, wie man als Psychotherapeut zentrale Themen wahrnimmt und versteht sowie wie man mehr Gefühl wagen kann.

Dörner beschreibt zudem Besonderheiten in der Interaktion (Fragen, Zuhören, Validieren, Umgang mit Selbstabwertung, Entpathologisieren etc.) und bietet einige wirksame Metaphern sowie Entspannungsverfahren.

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Trophäe von Gaea Schoeters

„[…] dass es lebenswichtig ist, wer die Kugel abfeuert, die das Tier tötet. Denn darin liegt der Unterschied zwischen Gut und Böse: wem der Finger gehört, der den Abzug drückt.“ (Seite 57f)

John Hunter White – ein reicher und erfolgreicher Amerikaner – ist seit seiner Kindheit begeisterter Jäger und hat eine besondere Leidenschaft für die Großwildjagd. Nun hat er endlich eine der raren Jagdlizenzen ergattert, die ihm den Abschuss eines Nashorns erlaubt und mit der er die Big Five (Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe, Leopard) voll machen kann.

Hunter durchstreift mit Herbert van Heeren, einem Jagdleiter und Berufsjäger, der über die Jahre ein Freund Hunters geworden ist, und Fährtenlesern die afrikanische Savanne und sucht nach Spuren des Spitzmaulnashorns, das er schießen darf.

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Die wunderbare Welt der Bäume. Wissen, Legenden und Geheimnisse von Susan Tyler Hitchcock

„Eine grünere Welt ist eine bessere Welt. In der Natur zu sein, tut uns gut.“ (Seite 18)

Susan Tyler Hitchcock, deren Wie Sie die Nacht noch nie gesehen haben ich vor fast 6 Jahren gelesen und wundervoll gefunden habe, erzählt in Die wunderbare Welt der Bäume von Mythologie und Wissenschaft, Jahresringen und Kreislaufsystem, Höhe und Alter, Cotton Tree in Freetown/Sierra Leone und lebenden Wurzelbrücken in Indien, Waldkindergarten und Biophilie, Rhizosphäre und Bodenarten, Phloem und Xylem, Rodung und Aufforstung, Wüstenbäumen und Regenwald, Weihrauch und Aspirin, Blüten und Früchten, Bestäubung und Parasiten, Waldluft und Waldbränden, Svalbard Global Seed Vault und Baumkronenpfad, Waldbaden und Urwäldern.

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Wahnbegegnungen. Zugänge zur Paranoia von Michael Schödlbauer

„Das Wahnhafte erkennt nicht der, der dem Wahn verhaftet ist. Der Wahn wird vom anderen zugeschrieben, und zwar dann, wenn uns jemand paranoid anmutet.“ (Seite 8)

Michael Schödlbauer setzt sich in Wahnbegegnungen. Zugänge zur Paranoia mit Funktionalität von Wahn, Praecoxgefühl, Wahnkriterien nach Karl Jaspers, Wahnwahrnehmung, Zeiger der Schuld, Zufall, Wahneinfall und Wahn bei ausgewählten psychischen Störungen auseinander.

Er thematisiert zudem den Unterschied zwischen Zwangsgedanken/-handlungen und Wahn, befasst sich näher mit Sinn und Sinnlichkeit, Beleghalluzinationen und Erklärungswahn, Dermatozoenwahn und Liebeswahn.

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Die Hoffnung der Chani Kaufman von Eve Harris (Hörbuch)

„Das Wunder der menschlichen Fortpflanzung war Chani und Baruch versagt geblieben. Etwas war schiefgegangen. Bei ihnen war das Mysterium des Lebens ins Straucheln geraten.
Also wartete sie, ein gutes jiddisches Mädchen, dass ihr guter jiddischer Ehemann von seinen Bemühungen zurückkehrte. War es sein Fehler oder ihrer? Wessen Körper wohl schuld war? Tief im Inneren wusste sie, dass es ihrer war. Sie musste so abscheulich gesündigt haben, dass HaSchem sie unfruchtbar gemacht hatte.“
(Track 1)

Chani und Baruch leben seit ihrer Hochzeit in Jerusalem, wo Baruch den Talmud studiert und sich auf sein Leben als Rabbi vorbereitet. Die beiden sind glücklich miteinander, doch für Chani ist das Glück getrübt: Sie wird nicht schwanger und hat Angst, dass Baruch sich trennen könnte, um eine fruchtbare Frau zu heiraten.

Ausgerechnet Chanis Schwiegermutter, die sie als Ehefrau für ihren Sohn stets abgelehnt hat, hilft den beiden und zahlt die Behandlung in einer Londoner Kinderwunschklinik.

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Die Libanonzeder von Raffaella Romagnolo

„ein von Harz glänzender Stamm, kräftige, ebenfalls spiralförmig angeordnete Äste, die wie Arme ausgestreckt sind, das Blaugrün der Krone, das Wachsgrün der neuen Zapfen und das Braun der alten, das Dottergelb der männlichen Blüten, die randvoll mit Pollen gefüllt sind“ (Seite 9)

Im Weinheimer Schlossgarten steht eine Libanonzeder – die älteste und größte Libanonzeder Deutschlands -, zu der ich immer gern gegangen bin, als ich noch in der Nähe Weinheims gelebt habe. Aufgrund meiner Erinnerungen an diesen wunderschönen Baum (und das hübsche Weinheim) habe ich zu diesem Buch gegriffen, und das Buch hat mich ähnlich verzaubert, wie es die Weinheimer Libanonzeder schon vor mehr als 25 Jahren getan hat.

Als Einstieg in ihre Hommage an die Libanonzeder wählte Raffaella Romagnolo eine detaillierte Beschreibung des Baumes, die magisch anmutet und den Leser mit in die Welt eines Libanonzederkeimlings nimmt.

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Geordnete Verhältnisse von Lana Lux

„Sie war gekommen, um mein bester Freund zu werden.“ (Seite 19)

Der 10-jährige Philipp ist das einzige rothaarige Kind an der katholischen Grundschule, an der er die 3. Klasse wiederholt. Er ist kleiner als alle anderen, sommersprossig, nässt manchmal ein, wenn er die Zeit vergisst oder sich aufregt, wird verspottet. Seine Mutter ist Alkoholikerin, so dass er mehrere Jahre bei seiner Tante Martha aufwächst.

Philipp wünscht sich mehr als alles auf der Welt, einen besten Freund zu haben, und als die rothaarige Faina aus der Ukraine neu in Philipps Klasse kommt, freunden sich die beiden an.

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