Schlagwort-Archive: Gewalt

Dann schlaf auch du von Leïla Slimani

„Sie hat die stille Wohnung ganz in ihrer Gewalt, wie einen Feind, der um Gnade bittet.“ (Seite 32)

Paul und Myriam leben mit ihrer Tochter Mila und ihrem Sohn Adam im 10. Arrondissement in Paris und stellen eines Tages die Nanny Louise ein. Sie können ihr Glück kaum fassen, denn Louise kümmert sich rührend um die beiden Kinder, räumt die Wohnung auf, näht Knöpfe an, bringt Ordnung in ihr Leben und scheint sich bedingungslos auf die Arbeit bei der Familie einzulassen.

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nichts, was uns passiert von Bettina Wilpert

„Auch wenn man als Frau anscheinend immer damit rechnen muss und es das Schlimmste zu sein scheint, was passieren kann, ist es doch nichts, was wirklich geschieht. […] Vergewaltigung passiert anderen Leuten.“ (Seite 60)

Sommer in Leipzig: Anna ist gerade mit ihrem Studium fertig geworden und jobbt in einer Kneipe. Sie trinkt viel, sie macht die Nächte durch, und sie lernt über ihren besten Freund Hannes Jonas kennen.

Anna und Jonas treffen sich – nachdem sie eine Weile zuvor Sex miteinander hatten, sich dann aber wieder voneinander entfernt haben – auf einer Party wieder, auf der beide sehr betrunken sind. Was in dieser Nacht zwischen Anna und Jonas passiert, ist für ihn einvernehmlicher Sex, für sie eine Vergewaltigung, die sie zwei Monate später zur Anzeige bringt. nichts, was uns passiert von Bettina Wilpert weiterlesen

Blauschmuck von Katharina Winkler

„Der Blauschmuck der Frauen trägt die Handschrift der Männer.“

Filiz Lale wächst in einem Dorf in der Türkei auf und lebt hier zusammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern. Sie ist verliebt in den wenige Jahre älteren Yunus, doch ihr Vater ist gegen eine Heirat.

Und so verlässt Filiz ihr Dorf, heiratet Yunus heimlich und gegen den Willen ihres Vaters. Sie lebt mit Yunus im Haus seiner Mutter und wird von dieser und Yunus drangsaliert, verprügelt und bedroht. Blauschmuck von Katharina Winkler weiterlesen

Und doch ist es Heimat von Jochen Metzger

„Die Feinde sind da. Mitten in Sandheim.“

Sandheim, ein badisches Dorf zwischen Bruchsal und Karlsruhe, ist vom Zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont geblieben, doch kurz vor Ende des Krieges fallen auch hier Bomben. Die Dorfbewohner warten auf den Einzug der Amerikaner, doch auch die französische Armee rückt immer näher. Und doch ist es Heimat von Jochen Metzger weiterlesen

Sagte sie. 17 Erzählungen über Sex und Macht von Lina Muzur (Herausgeber)

„In der vorliegenden Anthologie geht es um genau diese Art von Konfliktmomenten; um Momente, in denen die Anwesenden eine diametrale Sicht auf die Ereignisse haben; um Momente, die, nimmt man die englische Redewendung ganz wörtlich, im Nachhinein von ihm tatsächlich ganz anders erzählt werden als von ihr.“ (Seite 7)

Sagte sie enthält 17 Erzählungen, die sich um Angst, Scham, Wut und Schuld drehen. Angst davor, demjenigen, der Grenzen überschreitet, vor den Kopf zu stoßen. Scham wegen des Nicht-Handeln, wegen einer scheinbaren Akzeptanz des Geschehens. Wut auf sich selbst und auf den anderen, der nicht merkt, was man nicht in Worte fassen kann oder will. Schuld daran, dass man zur falschen Zeit am falschen Ort war, anscheinend nicht vorsichtig genug gewesen ist.

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Handbuch Häusliche Gewalt von Melanie Büttner

„[…] es gab Zeiten, da war es legitim, die Menschen zu schlagen, die einem am nächsten stehen. […]
Heute gilt häusliche Gewalt als eine schwere Menschenrechtsverletzung […].“
(Seite V)

Im Handbuch Häusliche Gewalt finden sich nach einigen Grundlagen zum Thema (z.B. Folgen von häuslicher Gewalt, emotionale Gewalt, Partnerschaftsgewalt, Gewalt gegen Kinder, organisierte rituelle Gewalt) Informationen zu Intervention, Therapie und Prävention (z.B. polizeiliches Einschreiten, Frauenhaus, rechtsmedizinische Aspekte, Beratungsangebote, traumafokussierte Therapie, Unterstützung von Kindern).

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Grausame Frauen. Schockierende Fälle einer forensischen Psychiaterin von Nahlah Saimeh

„Menschen sind komplexe Wesen, und die menschliche Psyche ist nicht eindimensional beschreibbar.“ (Seite 159)

Nahlah Saimeh erzählt im Vorwort von ihrem eigenen Werdegang als (forensische) Psychiaterin und stellt im Folgenden acht ausführliche Fallgeschichten vor. Der Leser erfährt dabei z.B. von einer Frau, die ihren Ex-Partner mit einem Saufänger erdolcht, und von einer Mutter, die ihre Kinder erstickt hat, sowie von einer Schülerin, die einen Amoklauf geplant und initiiert hat.

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Sektenkinder. Über das Aufwachsen in neureligiösen Gruppierungen und das Leben nach dem Ausstieg von Kathrin Kaufmann, Laura Illig und Johannes Jungbauer

„In den Gesprächen zeigte sich über die unterschiedlichen religiösen Gruppierungen hinweg ein erschreckendes Ausmaß an Gewalt. Die meisten Sektenkinder offenbarten uns in den Gesprächen, in ihrer Kindheit und Jugend Opfer körperlicher und seelischer Misshandlungen geworden zu sein.“ (Seite 39)

In Sektenkinder kommen mehrere Personen zu Wort, die in Sekten (z.B. Neuapostolische Kirche, Zeugen Jehovas, Moon-Bewegung, verschiedene Freikirchen) aufgewachsen und schließlich ausgestiegen sind.

Diese Betroffenen berichten im ausführlichsten Kapitel des Buches von emotionaler Vernachlässigung, körperlicher und sexueller Gewalt, Trennung von den Eltern, Regeln, Willkür, (unerfüllten) Grundbedürfnissen, sekundärer Viktimisierung, Bestrafung, Isolation, Ausgrenzung, „Sektenpersönlichkeit“, aber auch von Verbundenheitsgefühl, Solidarität und Zuwendung.

Weitere Kapitel widmen sich unter anderem dem Ausstieg aus der Sekte und der Zeit danach.

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Die Schande von Missoula von Jon Krakauer

„Wenn man von jemandem, den man kenne und dem man vertraue, sexuell missbraucht werde […], dann „ist die Welt auf einmal ein sehr, sehr beängstigender und unberechenbarer Ort“.“

In Die Schande von Missoula beschäftigt sich Jon Krakauer mit einer Serie von sexuellen Übergriffen, die sich zwischen 2010 und 2012 in der Universitätsstadt Missoula/Montana zugetragen haben.

Dabei führte er Interviews mit Opfern, deren Familien, Freunden und Bekannten sowie mit den mutmaßlichen Tätern. Die Schande von Missoula von Jon Krakauer weiterlesen

All das zu verlieren von Leïla Slimani (Hörbuch)

„Sie ist euphorisch, wie Betrüger es sind, die man noch nicht entlarvt hat. Voller Dankbarkeit, geliebt zu werden, und starr vor Angst bei der Vorstellung, all das zu verlieren.“ (Track 22)

Adèle lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn im 18. Arrondissement in Paris, arbeitet in einer Redaktion, hat anscheinend alles, was man sich wünschen kann.

Doch Adèle fühlt nichts als Leere, und sie versucht, diese Leere durch wahllosen Sex mit unzähligen Männern zu füllen. Sie führt ein Doppelleben zwischen ihrem gesellschaftlich akzeptiertem Leben als Ehefrau, Mutter und Journalistin und dem Leben, in dem sie immer wieder (sexuelle) Grenzen überschreiten muss. Sie ist getrieben, die Suche nach etwas, das die Leere füllt, hat Suchtcharakter und bringt sie dazu, alles zu riskieren und alles in Frage zu stellen.

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