Schlagwort-Archive: Berlin

Fräulein Gold. Die Stunde der Frauen (Die Hebamme von Berlin, Band 4) von Anne Stern (Hörbuch)

„Aber wo Glanz ist, ist auch Schatten.“ (Klappentext)

Berlin im Jahre 1925: Hulda Gold ist zur leitenden Hebamme der Frauenklinik in Berlin-Mitte befördert worden und hat alle Hände voll zu tun, denn sie hilft nebenbei auch noch in anderen Bezirken aus.

Auch privat ist einiges los: Der junge Arzt Johann Wenckow möchte mit ihr eine gemeinsame Zukunft planen, aber Hulda hat Bedenken, ob sie auch nach der Heirat weiter arbeiten kann, zumal Johanns Familie sie nicht recht als Schwiegertochter akzeptiert.

Als sie Johann auf eine Feier bei Freunden seiner Eltern begleitet, lernt sie eine junge Frau kennen, die anscheinend in Schwierigkeiten steckt. Hulda bietet ihre Hilfe an, und bald wird sie in eine unangenehme Geschichte verwickelt und verwahrt schließlich ein Gemälde für die Frau.

Fräulein Gold. Die Stunde der Frauen (Die Hebamme von Berlin, Band 4) von Anne Stern (Hörbuch) weiterlesen

Rollkofferterroristen. Die selbstironische Abrechnung eines Berliner Airbnb-Gastgebers von Jens Brambusch

„Damit hat Airbnb seine Unschuld aus den Anfangstagen endgültig verloren und sein Image als raffgieriger Treiber der Gentrifizierung geschärft.“ (Seite 37)

Jens Brambusch erzählt in Rollkofferterroristen von der Geschichte von Airbnb und von seiner eigenen Lebensgeschichte, von Top-Positionen und Bewertungen, von schönen und schlimmen Begegnungen, von lustigen und tragischen Erfahrungen.

Rollkofferterroristen. Die selbstironische Abrechnung eines Berliner Airbnb-Gastgebers von Jens Brambusch weiterlesen

Stadt der Nachtigallen. Berlins perfekter Sound von David Rothenberg (Hörbuch)

„im Wettkampf mit dem Stadtlärm“ (Klappentext)

Stadt der Nachtigallen. Berlins perfekter Sound erzählt vom Paarungsverhalten und vom Lebensraum von Nachtigallen, von der Musik David Rothenbergs und von seiner Zusammenarbeit mit anderen Musikern wie Lembe Lokk (Gesang), Sanna Salmenkallio (Geige), Wassim Mukdad (Oud) und Volker Lankow (Rahmentrommel).

Das Feature bietet tolle Einblicke in die Gesänge von Nachtigallen und ihr Verhalten, in Rothenbergs Klarinettenklänge, die Arbeit und die Vision des Philosophen Rothenberg.

Stadt der Nachtigallen. Berlins perfekter Sound von David Rothenberg (Hörbuch) weiterlesen

Mitte von Volker Kutscher und Kat Menschik (Buch und Hörbuch)

„Kennst du das Gefühl, daß man meint, man sei plötzlich in einer völlig anderen Welt, in einer, die sich falsch anfühlt und fremd und kalt und düster? Auch wenn alles noch genauso aussieht wie vorher?“ (Seite 22)

Friedrich „Fritze“ Thormann, Pflegekind von Gereon und Charly Rath, ist abgetaucht, und nun sucht nicht nur das Jugendamt nach ihm, sondern auch das Geheime Staatspolizeiamt.

Fritze hat sich einen neuen Ausweis besorgt, nennt sich nun Friedrich Hutzke, arbeitet in einer Kohlenhandlung und ist einsam. Er schreibt Briefe an Charly und an Hannah, die vor einigen Jahren aus der geschlossenen Abteilung der Wittenauer Heilstätten entflohen ist und sich nun in Breslau aufhält.

Eines Tages trifft Fritze den Wehrmachtssoldaten wieder, mit dem er beim Suizid eines Arztes im Olympischen Dorf kurz zu tun hatte, und diese Begegnung hat weitreichende Folgen.

Mitte von Volker Kutscher und Kat Menschik (Buch und Hörbuch) weiterlesen

Nachtschicht in Neukölln. Eine Polizistin erzählt von Lana Atakisieva

„Meine gesamte Schullaufbahn in Deutschland war davon geprägt, dass mir Leute gesagt hatten, ich würde es nicht schaffen […].“ (Seite 153)

Lana Atakisieva ist Polizeioberkommissarin in Berlin-Neukölln. In Nachtschicht in Neukölln‘ erzählt sie vom Aufwachsen im aserbaidschanischen Baku, vom Umzug nach Deutschland als 15-Jährige, von Hauptschule, Jugend in Zehlendorf, Umzug nach Neukölln, Wechsel aufs Gymnasium, erster Liebe, Auszug bei den Eltern, Abitur und Bachelor-Studiengang.

Zudem berichtet sie (natürlich!) von ihrer Arbeit bei der Polizei, von konservativen Familien, Messerstechereien, Drogendealern, aggressiven Nachbarn, lauten Studentenpartys und Trickbetrügern.

Nachtschicht in Neukölln. Eine Polizistin erzählt von Lana Atakisieva weiterlesen

Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei. Eine Berliner Busfahrerin erzählt von Susanne Schmidt

„diese Stadt, die so viel Toleranz übt für so viele Seiten des Lebens, die Begegnungen ermöglicht, Abenteurer anlockt. Mein neuer Beruf schenkt mir Einblicke und Berührungen, die voller zwischenmenschlicher Überraschungen stecken.“ (Seite 31)

Als die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) explizit Frauen zur Bewerbung animieren, zögert Susanne Schmidt nicht lange, bewirbt sich und wird eingestellt. Sie geht euphorisch in ihren neuen Lebensabschnitt, freut sich, ist stolz und gespannt. Die Ernüchterung kommt leider schneller als gedacht.

Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei. Eine Berliner Busfahrerin erzählt von Susanne Schmidt weiterlesen

Mond über Beton von Julia Rothenburg

„Wer hier aus der U-Bahn steigt, ist selber schuld.“ (Seite 9, Zitat aus „Die Welt, 7.3.2016“)

Das „Zentrum Kreuzberg“, das bis 2000 „Neues Kreuzberger Zentrum“ (NKZ) hieß, ist ein Gebäude mit 12 Stockwerken am Kottbusser Tor. Der Bau begann 1969, im Sommer 1974 wurde das NKZ erstmals bezogen.

In diesem real existierenden Gebäude leben in Julia Rothenburgs Roman unter anderem Stanca, die ursprünglich aus Rumänien stammt, verwitwet, verarmt und einsam ist, der ebenfalls verwitwete Mutlu, den die Lebensfreude verlassen hat und der mit der Erziehung seiner beiden Söhne überfordert ist, Mutlus Nichte Aylin, die in der Wohnung über ihm wohnt und versucht, ihrem Onkel und ihren Cousins so gut wie möglich zu helfen, sowie Marianne und Günther, die entsetzt ob der allgegenwärtigen Gewalt am Kotti sind und eine Bürgerwehr zusammenstellen, um auf eigene Faust gegen Junkies und Dealerbanden vorzugehen.

Mond über Beton von Julia Rothenburg weiterlesen

Fräulein Gold. Der Himmel über der Stadt von Anne Stern (Hörbuch)

„Nur, was blieb ihnen übrig? Der Mann hatte ihnen sogar Geld versprochen und, was noch wichtiger war, einen Platz in seinem Krankenhaus. Die Behandlung wäre umsonst, sagte er, bevor sie fragen konnten. Und so war sie ihm aus der Vorstadt nach Mitte gefolgt, hatte sich in der Frauenklinik einquartieren lassen, weit fort von zu Hause.“ (Track 1)

Berlin im Jahre 1924: Hulda Gold arbeitet nicht mehr als selbstständige Hebamme, sondern hat eine Anstellung in der neuen Frauenklinik in Mitte gefunden. Die Klinik ist modern, ermöglicht Hulda ein geregeltes Einkommen und somit mehr finanzielle Sicherheit, aber die eigentliche Tätigkeit ist für Hulda mehr als gewöhnungsbedürftig: Während sie bisher hauptverantwortlich für die Schwangeren, die Geburt und die Neugeborenen zuständig war, muss sie sich nun den Ärzten unterordnen, hat in dieser männerdominierten Welt weniger Rechte, wird nicht ernst genommen und verrichtet viele Handlangertätigkeiten.

Fräulein Gold. Der Himmel über der Stadt von Anne Stern (Hörbuch) weiterlesen

Lost & Dark Places Berlin. 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte von Corinna Urbach und Christine Volpert

„Solche Orte versprühen zurecht für viele eine Faszination. Lost Places haben oft etwas Düsteres und Geheimnisvolles. Eine gewisse morbide Schönheit. Gleichzeitig schwingt auch eine Art Melancholie mit.“ (Seite 7)

Corinna Urbach und Christine Volpert stellen in ihrem Buch 33 verlassene Orte in Berlin und Brandenburg vor, die nach „Industrie“, „Zweiter Weltkrieg“‚ „DDR“ und „Besondere Orte“ gegliedert wurden.

Die einzelnen Orte werden recht detailliert und spannend in Bild und Text vorgestellt. Die Autorinnen erwähnen zudem Verhaltensregeln an Lost Places.

Ich fotografiere gerne und finde Lost Places spannend, fotografiere aber trotzdem (so gut wie) nie an Lost Places. Ich habe das Buch gelesen, weil ich mehr über verlassene Orte in Berlin erfahren und interessante Fotos anschauen wollte.

Im Buch werden einige Orte vorgestellt, die ich von außen kenne, an denen ich schon mehrmals vorbeigekommen bin und über die ich nun – endlich – mehr erfahren habe.

Ich finde, das Buch eignet sich hervorragend, um mehr über die Stadtgeschichte Berlins zu erfahren und zudem Ausflüge in die Umgebung zu planen, egal ob mit oder ohne Kamera.

Corinna Urbach und Christine Volpert: Lost & Dark Places Berlin. 33 vergessene, verlassene und unheimliche Orte. Bruckmann, 2021, 160 Seiten; 19,99 Euro.

Marzahn, mon amour von Katja Oskamp

„Keine von uns war auf direktem Wege hier gelandet, jede zuvor irgendwo abgeprallt, steckengeblieben, nicht weitergekommen. Wir wussten, wie Scheitern sich anfühlt. […] Wir waren ganz unten bei den Füßen angelangt, an denen wir, nichtsdestotrotz, scheiterten.“ (Seite 10f)

Die Mittvierzigerin Katja Oskamp braucht eine Veränderung. Sie legt die Schriftstellerei vorerst auf Eis, absolviert einen Fußpflegekurs und arbeitet fortan in einem Kosmetikstudio in Marzahn.

Marzahn, mon amour von Katja Oskamp weiterlesen