Schlagwort-Archive: Erinnerungen

Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt von Henning Mankell

„Alle Statistiken vom afrikanischen Kontinent sprechen dieselbe Sprache: Diejenigen, die lesen und schreiben können, sind am besten vor der Ansteckung geschützt.“

Henning Mankell ist nach Uganda gefahren, um Menschen zu treffen, die sich auf den Tod vorbereiten, indem sie für ihre Kinder Erinnerungsbücher schreiben. Diese kleinen Hefte enthalten Gedanken und Gefühle über das Leben und über den Tod im Angesicht des nahenden Todes.

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Weihrauch, Khat und Pfeffer. Erinnerungen an den Jemen von Marianne Manda

„Da die Fahrt die 1.000 Meter hoch nach Schihara so furchterregend war, will ich auf gar keinen Fall mit einem der Pickups wieder herunterfahren.“ (Seite 105)

Marianne Manda lebte zwischen 1986 und 2013 20 Jahre lang im Jemen. Sie konnte den Jemen somit in ganz unterschiedlichen Epochen kennenlernen und lässt den Leser so am politischen und gesellschaftlichen Wandel teilhaben.

In Weihrauch, Khat und Pfeffer erzählt Manda von Ratten und Leptospirose, Imamen und Palästen, Khat und Krummdolch, Bab al-Yemen und Suq, Weihrauchstraße und Karawanen, Scharschaff und Galabia, Taizz und Djebel Sabir, Funduq und Flöhen, Muezzin und Azan, Quran und Hadith, Gamerijas und Mafradj, Rub al-Khali und Hadramaut, Sajjida Arwa und Bilqis, Heuschrecken und Salta, Shaharah und Haraz-Gebirge, Marib und Ausgrabungen, Aden und Tihama, Sa‘dah und Huth, Entführungen und Stammeskriegern, Scharia und Blutrache.

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Dieser Mensch war ich. Nachrufe auf das eigene Leben von Christiane zu Salm

„[…] und dann habt Spaß. Jeden Tag, bis zum letzten.“

Christiane zu Salm ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin und hat Sterbende gefragt, wie sie im Angesicht des Todes auf ihr Leben zurück blicken. Diese Nachrufe berichten von Glück und von Traurigkeit, von Liebe und von Verbitterung, von Einsamkeit und Erfüllung, von verpassten Chancen und von begangenen Fehlern.

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Belletristik, Sachbücher, Reiseberichte, Bildbände und Erinnerungen aus und über Ungarn

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher, Reiseberichte, Bildbände und Erinnerungen aus und über Ungarn auf.

Meine Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe.

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Belletristik, Sachbücher, Erinnerungen, Biografien und Reiseberichte im Zusammenhang mit Radioaktivität

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher, Erinnerungen, Biografien und Reiseberichte im Zusammenhang mit Radioaktivität auf.

Meine Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe.

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Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft von Swetlana Alexijewitsch

„Was sich in Tschernobyl am meisten einprägt, ist das Leben >>danach<<: Dinge ohne Menschen, Landschaften ohne Menschen. Wege ins Nichts, Telegrafendrähte ins Nichts. Hin und wieder fragt man sich: Was ist das – Vergangenheit oder Zukunft?“ (Seite 51)

Swetlana Alexijewitsch hat fast 20 Jahre lang an Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft geschrieben und hierfür mit ehemaligen Angestellten des Atomkraftwerks, mit Wissenschaftlern, Angehörigen, Liquidatoren, Umgesiedelten und Rückkehrern gesprochen.

Auf diese Weise hat Alexijewitsch, der 2015 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, die Erinnerungen von Menschen, deren Leben eng mit der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl verbunden ist, eingefangen und bewahrt, bietet so einen detaillierten und umfassenden Blick auf Tschernobyl und die Folgen des Reaktorunglücks.

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Nur das Leben war dann anders: Nekrolog auf meinen pädophilen Vater von Dominik Riedo

„Schon öfters hatte ich gesagt, dass ich lieber sterben als Weiterleben möchte. In Wirklichkeit möchte ich tatsächlich lieber weiterleben, aber unter anderen Bedingungen.“ (Seite 63)

Nach dem Tod seines Vaters setzt sich Dominik Riedo ausführlich mit der Pädophilie seines Vaters auseinander, zeichnet durch Tagebucheinträge und Briefe des Vaters, psychiatrische Gutachten, Polizei- und Gerichtsprotokolle und Zeitschriftenartikel sowie eigene Beobachtungen und Erfahrungen im Zusammenleben und im Alltag mit dem Vater ein komplexes Bild von ihm und seinen pädophilen Neigungen.

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Eine andere Art von Wahnsinn von Stephen P. Hinshaw

„Menschen, die sich erinnern, beschwören den Wahnsinn durch Schmerz herauf, durch den Schmerz über den ständig wiederkehrenden Tod ihrer Unschuld; Menschen, die vergessen, beschwören eine andere Art von Wahnsinn herauf, den Wahnsinn, der durch Schmerzverleugnung und Hass auf die Unschuld entsteht, und die Welt ist vorwiegend bevölkert mit Wahnsinnigen, die sich erinnern, und mit Wahnsinnigen, die vergessen.“ (Seite 7f, Zitat von James Baldwin)

Wenn sich Stephen P. Hinshaw an seine Kindheit erinnert, sind das oft wochen- oder gar monatelange Verschwinden seines Vaters Virgil Jr. Hinshaw, das Schweigen über die Gründe hierfür und die Sorge des Sohnes, sein Vater könnte niemals wieder nach Hause zurückkehren, zentrale Themen, die sein Leben stark geprägt haben.

Als Stephen P. Hinshaw erwachsen ist, öffnet sich sein Vater ihm gegenüber plötzlich und erzählt in diesem ersten Gespräch und in vielen weiteren Unterhaltungen in den folgenden 24 Jahren von seiner psychischen Erkrankung, die er seinen Kindern und dem größten Teil seines sozialen Umfelds so lange verschwiegen hat. Er berichtet von einer ersten psychotischen Episode im Alter von 16 Jahren und zahlreichen weiteren Episoden, seinen Aufenthalten in psychiatrischen Anstalten, Fixierung und inhaltsleeren Stunden, Tabuisierung und Scham, Elektrokonvulsionstherapie und Insulinschocktherapie, Barbituraten und Antipsychotika, Gewalt und Machtlosigkeit, Schweigen und Leugnen, Isolation und Ausgrenzung. Eine andere Art von Wahnsinn von Stephen P. Hinshaw weiterlesen

Der alte König in seinem Exil von Arno Geiger

„Witz und Weisheit des August Geiger“

Nachdem bereits der Großvater des Autors an Demenz erkrankt war, trifft es schließlich auch den Vater. Nach einem schleichenden Beginn, der der Familie einige Zeit verborgen blieb, sind die Anzeichen einer demenziellen Erkrankung letztendlich nicht mehr weg zu deuten.

Arno Geiger erzählt in Der alte König in seinem Exil von der Kindheit des Vaters im bäuerlichen Umfeld, von den Kriegserfahrungen des Vaters, von den Jahren zwischen Krieg und Demenz und schließlich von der Erkrankung, den Symptomen, dem Leiden und den schönen Augenblicken. Der alte König in seinem Exil von Arno Geiger weiterlesen

Wer hat meinen Vater umgebracht von Édouard Louis

„Sie sind einander räumlich nah, doch sie dringen nicht zueinander durch.“ (Seite 7)

Édouard Louis hat seinen Vater seit Jahren nicht gesehen, und als er ihn nach dieser langen Zeit besucht, erkennt er ihn kaum wieder: Er ist vorzeitig gealtert, hat Probleme beim Gehen und beim Atmen, leidet an Diabetes.

In Wer hat meinen Vater umgebracht erzählt Louis von seiner Kindheit und Jugend, von der schwierigen Interaktion zwischen ihm und seinem Vater, von der zur Schau getragenen Männlichkeit und der unterdrückten Emotionalität seines Vaters, von der Trennung seiner Eltern, vom Arbeitsunfall seines Vaters, in dessen Folge dieser wochenlang das Bett hüten musste und den Rest seines Lebens von chronischen Schmerzen geplagt wurde.

Was als persönlicher Bericht über das Leben von Vater und Sohn sowie die Beziehung zwischen den beiden begann, wird nach den Schilderungen des Arbeitsunfalls und den erwähnten Kürzungen der Sozialleistungen schließlich zur politischen Debatte, zur Streitschrift, zur Abrechnung mit der französischen Regierung. Wer hat meinen Vater umgebracht von Édouard Louis weiterlesen