Schlagwort-Archive: Lieblingsbücher 2021

Der Junge von Nadia Bozak

„Sie hat vergessen, weswegen sie hierhergekommen ist, so grenzenlos ist die Demütigung, die Kontrolle über ihr Leben – über alles – verloren zu haben.“ (Seite 132)

Honey hat ihre Mutter Marianne seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gesehen, und als sie sie auch telefonisch nicht mehr erreicht, macht sie sich auf den Weg in die Grenzregion, in der Marianne zusammen mit ihrem Hund Baez lebt.

Als Honeys Auto eine Panne hat, nimmt sie den Greyhound, wagt sich allein in die extrem abgelegene Gegend.

Auf dem Grundstück der Mutter gibt es keine Spur von ihr und ihrem Hund. Und schließlich wird Honey überfallen und schleppt sich schwer verletzt durch die fiktive Oro-Wüste, begleitet von Chávez, einem Jungen, der selbst auf der Flucht ist und behauptet, er wisse, wo Marianne und Baez sind. Für 5000 Euro ist Chávez bereit, Honey zu ihrer Mutter zu führen.

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Schicksal von Zeruya Shalev (Hörbuch)

„Manchmal braucht es eine große Erschütterung, um das Selbstverständliche zu verinnerlichen.“ (CD 6, Track 10)

Nur ein Jahr lang waren die Untergrundkämpfer Rachel und Meno verheiratet, und 70 Jahre später taucht Menos Tochter Atara plötzlich bei Rachel auf, weil sie nach dem Tod ihres Vaters die Frau kennenlernen will, die ihr Vater Meno anscheinend sein ganzes Leben lang geliebt hat, während Atara sich sicher war, dass dieser gefühlskalte Mann gar nicht lieben könnte.

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Als ich aus der Zeit fiel. Mein Weg durch die paranoide Schizophrenie von Jens Jüttner

„Noch immer leiden Betroffene psychotischer Erkrankungen besonders an Stigmatisierung und Diskriminierung. Dies hat vielfältige Folgen von Statusverlust, Nachteile bei der Wohnungs- und Arbeitssuche sowie sozialer Isolation bis hin zu ungünstigen Krankheitsverläufen. Auch die unzureichende Versorgung von Menschen mit psychotischen Erkrankungen durch psychotherapeutische Behandlungsangebote stellt eine Benachteiligung dar.

Daher ist es wichtig, mehr Akzeptanz psychischer Erkrankungen wie die der Schizophrenie sowohl in der Bevölkerung, bei Professionellen sowie bei Betroffenen zu schaffen.“ (Seite 11, Vorwort von J. Cordes)

Jens Jüttner erzählt in Als ich aus der Zeit fiel seine eigene Krankheitsgeschichte und berichtet anhand eigener Erfahrungen, Erlebnisse und Symptome vom Beginn der Schizophrenie, vom Verlauf, von Positiv- und Negativsymptomatik, von den Folgen der Erkrankung, von der Behandlung, von Reboundpsychose, vom Leben nach der Diagnose und nach Psychiatrieaufenthalten.

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Die Eloquenz der Sardine. Unglaubliche Geschichten aus der Welt der Flüsse und Meere von Bill François (Buch und Hörbuch)

„Als das Meer gerade wieder einatmete, sah ich hoch oben vom Felsen am Rande der Wellen etwas aufblitzen. Ein Leuchten, das meinen Blick magisch anzog, vielleicht ein kleiner Schatz, ein Stück Perlmutt oder ein verlorener Gegenstand. Das musste ich mir ansehen. Über die scharfkantigen Felsen stolpernd kam ich dem schimmernden Etwas näher und näher. Und ich sah meine erste Sardine.“ (Seite 10)

Die erste Begegnung mit einer Sardine weckt Bill François‘ Begeisterung für die Geheimnisse des Meeres: Er wollte wissen, wie Meeresbewohner miteinander kommunizieren, wie sie ihre Welt erleben und entdecken.

In Die Eloquenz der Sardine erzählt François von Farben und Gerüchen, elektrischen Feldern und Magnetfeldern, Geräuschen und Kommunikation, Fischschuppen und Fischschwärmen, Putzerfischen und Korallen, Kraken und Buckelwalen, Austern und Wellhirnschnecken, Garnelen und Hummern, Fischfang und Aquakultur, Sardellen und Riemenfischen, Pariser Streetfisher und Sargassosee, Meeresungeheuern und Carl von Linné, Spiegeltheorie und Nonnengänsen.

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Helden. Die klassischen Sagen der Antike neu erzählt. Die Mythos-Trilogie, Band 2 von Stephen Fry

„In dem Zeitalter, in das wir nun eintreten, sind die Götter immer noch sehr anwesend, wohlwollend und missbilligend, lenkend und störend, aber das Geschenk des Prometheus, das Feuer, hat den Menschen die Fähigkeit verliehen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, eigenständige Stadtstaaten zu errichten, Königreiche und Dynastien. […]

Das Goldene Zeitalter ist zum Zeitalter der Helden geworden – Männer und Frauen, die ihr Schicksal in die Hand nehmen und ihre menschlichen Fähigkeiten einsetzen, Mut, Ehrgeiz, Gerissenheit, Schnelligkeit und Kraft, um erstaunliche Taten zu vollbringen, schreckliche Monster zu besiegen und große Kulturen und Dynastien zu erschaffen, die die Welt verändern.“ (Seite 17f)

Nach seinem gelungenen ersten Band der Mythos-Trilogie (Mythos) erzählt Stephen Fry im zweiten Band von den Heldengeschichten der griechischen Mythologie: von Perseus, von Herakles, von Orpheus, von Jason, von Ödipus und weiteren Helden.

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Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit. Wahr, falsch, plausibel? Die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft von Mai Thi Nguyen-Kim (Buch und Hörbuch)

„Nur eine Sache ist mir klarer als je zuvor: Dass wir uns immer mehr von einem gemeinsamen Verständnis von Wirklichkeit entfernen, das müssen wir dringend ändern.“ (Seite 12)

Mai Thi Nguyen-Kim – promovierte Chemikerin und bekannt durch ihren YouTube-Kanal maiLab – setzt sich in Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit mit verschiedenen Themen auseinander, über die immer wieder gestritten und debattiert wird, und sie erwähnt dabei Fakten, die auf Ergebnissen wissenschaftlicher Studien beruhen, erklärt, wie diese Ergebnisse überhaupt zustande gekommen sind, worauf man bei der Interpretation von Studienergebnissen achten sollte.

Nguyen-Kim berichtet z.B. über die Legalisierung von Drogen, den Zusammenhang zwischen Videospielen und Gewalt, alternative Medizin, Impfungen sowie Tierversuche. Erwähnt werden dabei unter anderem Korrelation und Kausalität, p-Werte und Effektgrößen, Publication Bias und Confirmation Bias, Placebo und Nocebo, Reliabilität und Validität sowie Gen-Umwelt-Interaktionen.

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Für alles um die Welt. Per One-Way-Ticket in ein neues Leben von Waltraud Hable

„Es geht um einen Neuanfang. Ums Sich-treiben-Lassen. Ums Stolpern. Ums Wiederaufstehen. Um Zweifel. Um Kurswechsel. Um kleine und große Glücksmomente. […] Manchmal muss man springen und vertrauensvoll seine Flügel ausbreiten, um sich vom Wind und den eigenen Träumen tragen zu lassen.“ (Seite 13)

Waltraud Hable kehrte nach ihrer Weltreise zurück in ihren Beruf, ihre Altbauwohnung und ihren Alltag, aber glücklich ist sie damit nicht. Also beschließt sie, etwas Radikaleres zu wagen:

„Die Fremde wird fürs Erste oder für immer mein Zuhause sein, Ziel oder Ende gibt es erst einmal nicht, beides wird sich finden.“ (Seite 22)

In Für alles um die Welt erzählt sie von ihren Aufenthalten in Thailand, Vietnam, Hawaii, Indien, Brasilien und Südafrika, nimmt den Leser mit in ihr neues, ungeheuer aufregendes Leben.

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Fräulein Gold. Der Himmel über der Stadt von Anne Stern (Hörbuch)

„Nur, was blieb ihnen übrig? Der Mann hatte ihnen sogar Geld versprochen und, was noch wichtiger war, einen Platz in seinem Krankenhaus. Die Behandlung wäre umsonst, sagte er, bevor sie fragen konnten. Und so war sie ihm aus der Vorstadt nach Mitte gefolgt, hatte sich in der Frauenklinik einquartieren lassen, weit fort von zu Hause.“ (Track 1)

Berlin im Jahre 1924: Hulda Gold arbeitet nicht mehr als selbstständige Hebamme, sondern hat eine Anstellung in der neuen Frauenklinik in Mitte gefunden. Die Klinik ist modern, ermöglicht Hulda ein geregeltes Einkommen und somit mehr finanzielle Sicherheit, aber die eigentliche Tätigkeit ist für Hulda mehr als gewöhnungsbedürftig: Während sie bisher hauptverantwortlich für die Schwangeren, die Geburt und die Neugeborenen zuständig war, muss sie sich nun den Ärzten unterordnen, hat in dieser männerdominierten Welt weniger Rechte, wird nicht ernst genommen und verrichtet viele Handlangertätigkeiten.

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Das Nest. Gesamtausgabe 1: Marie – Serge – Die Männer von Régis Loisel und Jean-Louis Tripp

„Geht nicht gibt‘s nicht“ (Seite 29)

Die 1920er Jahre in der kanadischen Provinz Québec: Den Eltern von Felix Ducharme gehört der Dorfladen in Notre-Dame am See, den Felix schließlich übernimmt. Zwanzig Jahre lang ist Felix mit der fünf Jahre jüngeren Marie verheiratet, und als er stirbt, überlegt Marie, ob sie nicht in ihre Heimat Chicoutimi zurückkehren soll, denn in Notre-Dame am See ist sie immer noch die Zugezogene, keine Heimische.

Doch Marie bleibt und behält den Dorfladen, arbeitet hart, ist Stütze und Hilfe für viele im Dorf.

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Mythos. Was uns die Götter heute sagen. Die Mythos-Trilogie, Band 1 von Stephen Fry

„Also ist das Chaos, mit dem alles begann, auch das Chaos, das alles beenden wird.“ (Seite 18)

Stephen Fry erzählt in Mythos von der Entstehung von Erebos und Nyx (Dunkelheit und Nacht), von der Vereinigung von Uranos und Gaia (Himmelsgewölbe und Erde), von deren Kindern, von Titanen und Olympiern, von der Erschaffung des Menschen, von Königen und Dynastien, von Helden und Halbgöttern.

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