Schlagwortarchiv: Lieblingsbücher 2026

Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel (Hörbuch)

„Wir Zoo-Leute sagen gern: Das gefährlichste Tier im Zoo ist der Mensch. Allgemein gesprochen meinen wir damit, dass die Unersättlichkeit des Raubtiers Mensch den ganzen Planeten zu seiner Beute gemacht hat. Im spezielleren Sinne denken wir dabei an jene, die den Ottern Angelhaken zu fressen hinwerfen, den Bären Rasierklingen, den Elefanten Äpfel, in die sie Nägel gesteckt haben.“ (CD 1, Track 5)

Piscine Patel, genannt Pi, wächst im indischen Pondicherry auf. Sein Vater ist Zoodirektor im hiesigen Zoo, Pi selbst ist gläubiger Christ, Muslim und Hindu.

Als Pi 16 Jahre alt ist, beschließt die Familie, nach Kanada auszuwandern. Sie reist auf einem Frachter mit dem halben Zoo übers Meer. Als sie in einen schweren Sturm geraten und schließlich Schiffbruch erleiden, bleiben am Ende nur noch Pi und der Tiger Richard Parker übrig.

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Popóm von Johanna Sebauer

„Denn ich wusste, dieser Mann, den ich nur kurz von vorne gesehen hatte, als er vor dem Regal mit den Konserven sich zu mir umgedreht hatte, bevor er nach den Dosenpfirsichen gegriffen hatte, dieser Mann, der womöglich doppelt so alt war wie ich, dessen Car-Coat-Rücken ich an die Kasse gefolgt war, wo wir jetzt standen – mein Augenlid zuckte, ich atmete zitternd -, dieser Mann, und darüber gab es keinen einzigen Zweifel: Dieser Mann war ich.“ (Seite 8)

Das Leben von Hendrik Popom, Ende 20, ist nicht gerade auf seinem Höhepunkt: Sein Agenturjob läuft nicht so gut, mit seiner Freundin Anja könnte es auch besser sein, und dann macht er auch noch eine sonderbare Begegnung, die ihn durcheinanderbringt und sein Leben stark beeinflusst: An einem Sommerabend begegnet der Protagonist des Romans sich selbst in einem Kiosk.

Der Mann, bei dem sich Hendrik Popom sicher ist, dass es sich um ihn selbst handelt, auch wenn der Mann, gekleidet in einem saharagelben Car-Coat, mit braunen Lederschuhen und taubengrauem Hut, etwa doppelt so alt ist wie er selbst, stellt sich schließlich als Hendrik Popóm vor.

Die beiden treffen sich zufällig wieder. Popóm fühlt sich verfolgt und veräppelt von Hendrik, der seinen Namen auf der ersten Silbe betont – Pópom -, doch schließlich versteht auch Popóm, dass er sich selbst getroffen hat.

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Geteiltes Haus von Alice Horáčková

„Wenn wir doch irgendwann wieder nach Hause könnten, nur dafür leben wir noch.“ (Seite 9)

Alice Horáčková erzählt in ‚Geteiltes Haus‘ von der Geschichte des Sudetenlandes – von der Zeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bis zum Jahre 1948.

Sie geht dabei näher auf die k.u.k.-Monarchie ein und berichtet vom Ersten und Zweiten Weltkrieg, von der Ersten Tschechoslowakischen Republik, der Zweiten und Dritten Republik sowie von der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Im Zentrum des Romans steht Zdenka Honců, deren Mutter bei der Geburt stirbt und die in Benetzko im Riesengebirge bei ihrem Vater aufwächst. Sie ist die beste Freundin von Anežka, die auch in Benetzko lebt.

Die Freundschaft der beiden überdauert Krisen, Kriege und Systemwechsel sowie Vertreibung. Und auch die Tatsache, dass Anežka den Mann heiratet, in den Zdenka verliebt ist, kann der Freundschaft langfristig nichts anhaben.

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Mein Bruder Wolf von Lara Taveirne

„Du kamst jeden Tag aufs Neue nicht zurück. Niemand von uns kann sich daran erinnern, wie wir es durch diese Zeit geschafft haben.“ (Seite 9)

Der 18-jährige Wolf verschwindet, und Monate später wird sein Körper in einem Nadelwald im Norden Schwedens gefunden.

Dort findet sich auch ein schwarzes Moleskine, sein Tagebuch, in dem Wolf die letzten Tage seines Lebens niedergeschrieben hatte.

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Umlaufbahnen von Samantha Harvey

„Eine außerirdische Zivilisation würde sich das Ganze wahrscheinlich anschauen und fragen: Was machen die hier? Warum fahren die immer nur im Kreis?“ (Seite 10)

Sechs Personen befinden sich in einem Raumschiff – zwei Frauen und vier Männer. Sie kommen aus Amerika, aus Japan, aus Großbritannien, aus Italien und Russland, sind unterwegs mit 28.000 Kilometern pro Stunde und sind insgesamt neun Monate im All.

Während sie die Erde immer wieder umkreisen, erfahren wir von ihrem Leben, ihren Träumen und Krisen, von Sehnsüchten und Problemen. Und wir lesen davon, wie der Mensch seine Lebensgrundlage zerstört und nichts aus seinen Fehlern lernt.

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Gaza. Überlebensberichte aus einem zerstörten Land von Samar Yazbek

„Wer kann all diesen Schmerz ertragen?“ (Seite 12)

Samar Yazbek stellt in ihrem Buch Berichte aus Gaza vor. Dabei kommen Personen im Alter zwischen 13 und 65 Jahren zu Wort, sowohl Männer als auch Frauen, und sie alle leben im Gazastreifen, zum Beispiel in Khan Yunis, in Nord-Gaza, im Flüchtlingslager Dschabalya, im Sabra-Viertel in Zentral-Gaza.

Wir lesen hier Geschichten von Eltern, die bei Detonationen ihre toten, verbrannten, (schwer-) verletzten Kinder aufgefunden haben. Wir erfahren von ihren Gedanken, Gefühlen, Befürchtungen und Hoffnungen. Wir lesen von Ärzten, die von der Bombardierung von Krankenhäusern und der Zerstörung von Babystationen berichten. Wir erfahren von Folter und Misshandlungen.

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Unter Wasser von Tara Menon

„Anurak hat mir beigebracht, in der Natur nach Anzeichen für Regen Ausschau zu halten: Die Sonne brenne zu heiß, erklärte er, ein scharfer, süßer Geruch hänge in der Luft, die Brise verebbe, dann komme ein starker Wind auf.“ (Seite 22)

Marissa ist Redaktionsassistentin, schreibt anonyme Begleittexte für die Fotografien der Top-Five-Reihe des Reisemagazins Cortés. Wiederholt erwacht Marissa aus Albträumen, erinnert sich auch tagsüber immer wieder an ihre Freundin Arielle.

Arielle und Marissa haben sich in Thailand in Marissas erster Schulwoche in Phuket im Alter von sieben Jahren kennengelernt. Marissas Vater hatte nach dem Tod seiner Ehefrau das Land verlassen und in Thailand nach Ablenkung und Abstand gesucht.

„Ich kann es nicht leiden, wenn die Leute sagen, wir beide wären wie Schwestern gewesen. Sie war nicht meine Schwester. Eine Schwester kann man sich nicht aussuchen. Wir haben uns gegenseitig ausgesucht.“ (Seite 33)

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Stunden wie Tage von Shelly Kupferberg (Buch und Hörbuch)

„Jeder Mensch ist anders komisch.“ (Seite 16)

Martha E. ist eine alte Dame, die schäbig gekleidet ist und einen verwirrten Eindruck macht, anscheinend aber gar nicht so arm ist, wie sie mit ihrer Erscheinung wirkt.

Im Berliner Viertel, in dem sie lebt, wird gemunkelt, sie sei gar eine Millionärin, besitze ein ganzes Wohnhaus, das ihr von ihrer Affäre, einem Nazi, geschenkt worden sei, damit sie Stillschweigen über ihre Liebelei bewahre.

Shelly Kupferberg erzählt die Geschichte von Martha, die sich 1925 nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Konturistin auf eine Stelle als Hausbesorgerin in einem Schöneberger Mietshaus bewirbt. Es handelt sich um das Haus der Brüder Henry und Ber Berkowitz, die eine zuverlässige Person suchen, die sich um Mieteinnahmen und Ordnung im Haus kümmert.

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Der Buchhändler von Gaza von Rachid Benzine

„Dieser Roman bezieht sich auf Realitäten, wie sie in Gaza-Stadt vor dem 7. Oktober 2023 vorherrschten. Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ist Gaza-Stadt größtenteils zerstört, die Bevölkerung traumatisiert, vertrieben oder tot.“ (Seite 5)

Gaza-Stadt im Jahre 2014: Der Fotojournalist Julien Desmanges durchstreift die Gassen der Stadt und trifft auf den Buchhändler Nabil Al Jaber. Julien möchte den Mann fotografieren, doch dieser willigt nur unter der Bedingung ein, dass er dem Fotojournalisten die Geschichte seines Lebens und seiner Heimat erzählt.

Nabil berichtet von der Nakba, vom Aufwachsen im Lager Aqabat Jaber, vom Leben im Lager von Dschabaliya, vom Sechstagekrieg, vom Studium in Kairo, vom Leben in Gaza-Stadt, von Heirat und Kindern, von der ersten und zweiten Intifada, von Gefängnis und Freilassung. Er berichtet auch von der Macht und von der Schönheit von Literatur sowie von der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem Einfluss der Hamas.

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Heureka! Von Atom bis Zufall – die unglaubliche Geschichte der Naturwissenschaften von Didier Convard, Pierre Boisserie, Philippe Bercovici und Cédric Villani

„Theologie und Wissenschaft gingen nicht immer Hand in Hand. Ich kann mir vorstellen, dass dies auch für die Mathematik galt.“ – „Ja, Marie… Was sich beweisen lässt, kann nicht auf Wunder zurückgeführt werden!“ (Seite 35)

Cédric Villani und Marie Curie treffen sich regelmäßig im Pariser Café des Sciences und gehen gemeinsam der Frage nach, wozu die Wissenschaft überhaupt dient.

Um dies zu klären, widmen sie sich zuerst der Mathematik, besuchen den Pyramidenbau im alten Ägypten, treffen sich mit Thales, Pythagoras, Isaac Newton, Jakob und Johann Bernoulli.

Danach betreten sie die Welt der Physik, setzen sich mit Archimedes, Galileo Galilei, Anders Celsius, James Watt, Otto von Guericke, Wilhelm Röntgen, Marie und Pierre Curie, Nils Bohr, Albert Einstein und Werner Heisenberg auseinander.

Im dritten Kapitel befassen sie sich mit Chemie, treffen Platon, Paracelsus, Avicenna und Dmitri Mendelejew.

Im vierten und letzten Kapitel gehen sie näher auf Astronomie ein, besuchen die Höhle von Lascaux und Stonehenge, treffen Claudius Ptolemäus, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler.

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