Schlagwortarchiv: Lieblingsbücher 2026

Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova (Hörbuch)

„Wie seltsam, dass etwas zu wollen und etwas zu fürchten manchmal das Gleiche ist.“ (Track 10)

Klara, die Tochter von Elli Hajek, ist gerade aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Eigentlich war geplant, dass Elli nun mit ihrem Partner Jan zusammenzieht, doch panische Angst drängt sie weg von ihm und von der Stadt und von der Trauer um ihr einziges Kind, das nun ihr eigenes Leben in einer anderen Stadt lebt.

Vor Jahrzehnten hat Elli von ihrer tschechischen Großmutter Märchen erzählt bekommen, und oft ging es um Viktorka, eine junge Frau, die für wahnsinnig erklärt wurde und schließlich allein im böhmischen Wald lebte.

Nun ist Elli selbst in eine Hütte im Wald gezogen, um dort in Ruhe an ihrem Roman zu schreiben. Und plötzlich tauchen nicht nur Erinnerungen an ihre Großmutter und Viktorka auf, sondern sie sieht Viktorka auch zwischen den Baumstämmen – als ob diese noch am Leben wäre.

Schließlich versteht Elli, dass die Geschichte um Viktorka nicht nur eine fiktive Erzählung ist, sondern dass es Viktorka tatsächlich gab, und Elli reist – auf der Suche nach Viktorka – in das Land, aus dem sie in ihrer Kindheit mit ihren Eltern geflohen ist.

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Isidor. Ein jüdisches Leben von Shelly Kupferberg

„Ich beginne, diese Briefe zu lesen, versuche zu rekonstruieren, was für ein Leben meine Vorfahren gelebt haben, was für rasante persönliche und gesellschaftliche Entwicklungen sie durchgemacht haben – und wie schmerzlich alles, was sie sich mühselig und kühn erarbeitet hatten, von einer Sekunde auf die andere zunichtegemacht wurde. Bevor dann sie zunichtegemacht werden sollten.“ (Seite 9)

Isidor – oder Innozenz oder Ignaz oder Israel – ist der Wiener Urgroßonkel von Shelly Kupferberg. Einst war Isidor ein herrischer Mann, doch nach einer Verhaftung durch die Nazis am Tag des Anschlusses Österreichs ans Deutsche Reich im Jahre 1938 hatte Isidor Angst und war nur noch ein Schatten seiner selbst.

Bis dahin war Isidor ein sogenannter gemachter Mann, wurde von vielen (aber nicht von allen) „bewundert für das, was er geschafft hatte“ (Seite 13)

Aufgewachsen ist Isidor mit vier Geschwistern im Schtetl im ostgalizischen Tłumacz, später hat er in Lemberg und Wien studiert und ist zu großem Reichtum gekommen – und hat diesen durch die Nazis wieder verloren.

„Die Nazis hatten ihn binnen kürzester Zeit zu dem gemacht, was sie in ihm sehen wollten: eine Elendsfigur.“ (Seite 209)

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Orca. Majestät der Tiefe von Elena Gossmann

„Wir schützen, was wir lieben, und wir lieben, was wir verstehen.“ (Seite 5, Zitat von Jacques-Yves Cousteau)

Elena Gossmann erzählt in ihrem Buch unter anderem über die Anatomie von Orcas, kulturelle Einheiten, akustische Kommunikation, Echoortung, Gehirn und Intelligenz, Bewusstsein, Emotionen und soziale Bindungen, Verhalten und Körpersprache, globale Verbreitung, Ökotypen, Jagdstrategien, die Beziehung zwischen Orcas und Menschen.

„Orcas faszinieren. Ihre Kraft, ihre Eleganz und ihr tiefer familiärer Zusammenhalt berühren etwas in uns, das sehr weit über bloße Bewunderung hinausgeht.“ (Seite 8)

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Fettnäpfchenführer Sachsen von Kristina vom Dorf

„Wo die Hosen ‚Husen‘ und die Hasen ‚Hosen‘ heißen.“ (Seite 57)

Anhand der Sächsin Jenny und ihres neuen Partners Tobias, der aus Frankfurt stammt und der Jenny in Sachsen besucht, werden im Buch allerlei Fettnäpfchen vorgestellt, in die man in Sachsen tappen kann. Des Weiteren erfährt man, was überhaupt schiefgelaufen ist und wie man es besser machen kann.

Kristina vom Dorf setzt sich unter anderem mit der Mentalität der Sachsen, Sächsisch, Musik und Kaffeetrinken, sächsischem Humor und Vorurteilen gegenüber Sachsen, der Uhrzeit, Powerfrauen, sächsischen Erfindungen, Sporthelden, Weihnachten und Politik auseinander.

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Mehr Essen essen (Illustrierte Lieblingsbücher, Band 22) von Kat Menschik

„Man staunt immer wieder, wie köstlich Gemüse ist. Und wie reichhaltig und abwechslungsreich man sich ernähren kann.“ (Seite 8)

Kat Menschik stellt in ihrem wundervoll illustrierten Buch Mehr Essen essen zahlreiche Rezepte vor, wobei die meisten davon vegetarisch sind.

Mit dabei sind zum Beispiel ein Rotkrautsalat, ein winterlicher Eintopf, Spargel mit Estragonbutter, Zitronentarte, Sommergalette, kalte Rote-Bete-Suppe, gefüllte Paprikaschoten, gebratener Chicorée, eine Gemüsesuppe mit Graupen und Safran sowie ein Schokoladenkuchen.

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1984 von George Orwell (Hörbuch)

„Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Unwissenheit ist Stärke.“ (Track 20)

1984 erschien bereits 1949 und beschreibt das Leben in einem totalitären Überwachungsstaat im Jahre 1984.

Die Welt ist 1984 in drei Machtblöcke aufgeteilt – Ozeanien, Eurasien und Ostasien -, die sich in dauerhaftem Krieg miteinander befinden und die ständig wechselnde Bündnisse miteinander eingehen.

In Ozeanien unterdrückt die Innere Partei – geführt vom Großen Bruder – die restlichen Parteimitglieder und die breite Masse des Volkes. Sämtliche Wohnungen werden mittels Teleschirmen visuell kontrolliert, die Menschen abgehört, so dass es keine Privatsphäre mehr gibt und jede Person permanent in Gefahr ist, verfolgt und inhaftiert zu werden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei nicht nur die Gedankenpolizei und die allgegenwärtige Propaganda, sondern auch die neue Sprache Neusprech, die die Sprache immer mehr von vermeintlich schädlichen Begriffen säubert.

Im Zentrum des Romans steht Winston Smith, der im Landefeld 1 (England) in Ozeanien lebt. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit und sorgt dafür, alte Zeitungsberichte so zu verändern, dass diese zur gegenwärtigen Meinung passen.

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Kurt von Sarah Kuttner

„Ich kann meinen Kurt nicht ohne seinen Kurt haben, er gehört dazu. Schon immer. Ich glaube, ich will meinen auch nicht ohne seinen, aber richtig aussuchen konnte ich es mir nicht.“ (Seite 51)

Lena befindet sich in einer Beziehung mit Kurt – dem großen Kurt, denn dieser hat einen 6-jährigen Sohn, der auch Kurt heißt, also ‚der kleine Kurt‘.

Lena fühlt sich bisweilen etwas fremd in dieser Familie, zu der sie eigentlich nicht so richtig gehört, doch sie ist glücklich mit dem großen Kurt und hat eine gute Beziehung zum kleinen Kurt.

Der große Kurt und Lena haben zusammen ein Haus in Brandenburg gekauft, das sie nun renovieren und nach ihren Wünschen ausbauen.

Dann stirbt der kleine Kurt plötzlich, und nichts ist mehr so wie vorher.

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Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel (Hörbuch)

„Wir Zoo-Leute sagen gern: Das gefährlichste Tier im Zoo ist der Mensch. Allgemein gesprochen meinen wir damit, dass die Unersättlichkeit des Raubtiers Mensch den ganzen Planeten zu seiner Beute gemacht hat. Im spezielleren Sinne denken wir dabei an jene, die den Ottern Angelhaken zu fressen hinwerfen, den Bären Rasierklingen, den Elefanten Äpfel, in die sie Nägel gesteckt haben.“ (CD 1, Track 5)

Piscine Patel, genannt Pi, wächst im indischen Pondicherry auf. Sein Vater ist Zoodirektor im hiesigen Zoo, Pi selbst ist gläubiger Christ, Muslim und Hindu.

Als Pi 16 Jahre alt ist, beschließt die Familie, nach Kanada auszuwandern. Sie reist auf einem Frachter mit dem halben Zoo übers Meer. Als sie in einen schweren Sturm geraten und schließlich Schiffbruch erleiden, bleiben am Ende nur noch Pi und der Tiger Richard Parker übrig.

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Popóm von Johanna Sebauer

„Denn ich wusste, dieser Mann, den ich nur kurz von vorne gesehen hatte, als er vor dem Regal mit den Konserven sich zu mir umgedreht hatte, bevor er nach den Dosenpfirsichen gegriffen hatte, dieser Mann, der womöglich doppelt so alt war wie ich, dessen Car-Coat-Rücken ich an die Kasse gefolgt war, wo wir jetzt standen – mein Augenlid zuckte, ich atmete zitternd -, dieser Mann, und darüber gab es keinen einzigen Zweifel: Dieser Mann war ich.“ (Seite 8)

Das Leben von Hendrik Popom, Ende 20, ist nicht gerade auf seinem Höhepunkt: Sein Agenturjob läuft nicht so gut, mit seiner Freundin Anja könnte es auch besser sein, und dann macht er auch noch eine sonderbare Begegnung, die ihn durcheinanderbringt und sein Leben stark beeinflusst: An einem Sommerabend begegnet der Protagonist des Romans sich selbst in einem Kiosk.

Der Mann, bei dem sich Hendrik Popom sicher ist, dass es sich um ihn selbst handelt, auch wenn der Mann, gekleidet in einem saharagelben Car-Coat, mit braunen Lederschuhen und taubengrauem Hut, etwa doppelt so alt ist wie er selbst, stellt sich schließlich als Hendrik Popóm vor.

Die beiden treffen sich zufällig wieder. Popóm fühlt sich verfolgt und veräppelt von Hendrik, der seinen Namen auf der ersten Silbe betont – Pópom -, doch schließlich versteht auch Popóm, dass er sich selbst getroffen hat.

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Geteiltes Haus von Alice Horáčková

„Wenn wir doch irgendwann wieder nach Hause könnten, nur dafür leben wir noch.“ (Seite 9)

Alice Horáčková erzählt in ‚Geteiltes Haus‘ von der Geschichte des Sudetenlandes – von der Zeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bis zum Jahre 1948.

Sie geht dabei näher auf die k.u.k.-Monarchie ein und berichtet vom Ersten und Zweiten Weltkrieg, von der Ersten Tschechoslowakischen Republik, der Zweiten und Dritten Republik sowie von der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Im Zentrum des Romans steht Zdenka Honců, deren Mutter bei der Geburt stirbt und die in Benetzko im Riesengebirge bei ihrem Vater aufwächst. Sie ist die beste Freundin von Anežka, die auch in Benetzko lebt.

Die Freundschaft der beiden überdauert Krisen, Kriege und Systemwechsel sowie Vertreibung. Und auch die Tatsache, dass Anežka den Mann heiratet, in den Zdenka verliebt ist, kann der Freundschaft langfristig nichts anhaben.

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