Schlagwortarchiv: Lieblingsbücher 2026

Tee, Tod und die versiegelte Tür (Ein Fall für Stockingham und Pike 1) von Ross Montgomery

„Abergläubische Menschen verbringen den Tag in Kirchen und bereiten sich auf das bevorstehende Chaos vor. Laut Aussage von Wissenschaftlern besteht nicht die geringste Gefahr. Die Erde taucht heute Abend um 23:30 Uhr Eastern Time in den Schweif des Kometen ein.“ (Seite 13)

18.05.1910: Der Halleysche Komet ist nur noch zwölf Stunden von der Erde entfernt – die Menschen erwarten ihr Ende oder dass der Komet an der Erde vorbeizieht, so wie er das immer schon getan hatte.

Stephen Pike tritt den zehn Meilen langen Weg nach World’s End, der größten Gezeiteninsel des Vereinigten Königreiches, an, kommt schließlich mit nassen Füßen, zu spät und mit zitternden Händen in Tithe Hall an.

Stephen stellt sich bei Mr. Stokes vor, ist wegen einer Anstellung als zweiter Hausdiener aus London angereist. Doch Stokes gibt an, das Haus sei geschlossen, ein Diener werde nicht gebraucht. Stephen kann jedoch einen Brief von Lettice Welt, einer Verwandten des Viscounts, des Herren vom Tithe Hall, vorzeigen, in dem Lettice Welt um die Anstellung von Stephen bittet. Und letztendlich bekommt Stephen die Stelle im Haus.

Der Viscount ist fest davon überzeugt, dass mit dem Halleyschen Kometen das Ende der Welt kommt. Er sorgt vor, möchte das ganze Haus gegen giftige Dämpfe abdichten, ordnet an, dass sich alle in ihren jeweiligen Räumen einsperren.

Am nächsten Morgen wird der Viscount tot in seinem Arbeitszimmer gefunden – mit einem Armbrustbolzen im Auge, seine Arbeitszimmertür noch von innen versiegelt.

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Frankie – Unter Menschen. Die Frankie-Reihe, Band 2 von Jochen Gutsch (Hörbuch)

„Vielleicht habt ihr mal diesen Satz gehört: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Aber wer immer sich das ausgedacht hat, weise war er sicher nicht. Denn Reden ist logisch Gold und Schweigen für Tote. Wenn ich niemanden mehr zum Reden hätte, würde ich lieber mit mir selbst reden, oder mit einem alten Stock, als schweigend durch die Welt zu latschen und zu glauben, dass Schweigen Gold ist. Wer das glaubt, war nie einsam gewesen.“ (Track 17)

Frankie ist – eigentlich – ein glücklicher Kater. Er lebt in einem großen Haus, hat Freunde und viel Futter. Doch er vermisst sein Herrchen – Gold -, der wegen Depressionen in der Psychiatrie ist.

Eines Tages gerät Frankie in die Biomülltonne und wird mit all den Essensresten in ein Auto der Müllabfuhr geleert. Zwar wird er später entdeckt und befreit, doch er befindet sich an einem unbekannten Ort, hat keine Ahnung, wie er nach Hause kommen soll und fühlt sich einsam.

Da trifft er auf ein 14-jähriges Mädchen, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Gold und nach Frankies Zuhause.

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PARIS. Eine Reise in das Herz der schönsten Stadt der Welt von Marin Montagut

„Dies hier ist nun eine Retrospektive: Alle genannten Adressen sind mehr als dreißig Jahre alt, einige sogar Jahrhunderte.“ (Seite 5)

Marin Montagut stellt in seinem Buch ganz besondere Orte in Paris vor. Dabei geht er nach den einzelnen Arrondissements vor und bietet Tipps für Kunst und Kultur, Aktivitäten im Freien, kleine Läden, Lebensmittelgeschäfte und Märkte, Restaurants, Cafés und Bars, Ambiente und Unterhaltung.

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Ich verteidigte Anders Breivik. Warum? Meine schwierigste Strafverteidigung von Geir Lippestad

„Ich hoffe, dass dieses Buch dazu beiträgt, dass wir uns mehr Gedanken über die Werte machen, die uns unabhängig von Glaube, Hautfarbe, Nationalität und anderen Eigenschaften vereinen. Anstatt über kulturelle Unterschiede zu diskutieren, die uns scheinbar in Kategorien einteilen, und die Breivik und seine Gesinnungsgenossen ausnutzen, sollten wir lieber dasselbe tun wie die vielen Jugendlichen, die ich während der Verhandlung kennenlernen durfte: Wir müssen den Wert jedes einzelnen Menschen und die Bedeutung unserer gesellschaftlichen Grundwerte erkennen und schätzen – Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichstellung, Menschenrechte. Wie unterschiedlich wir auch sind, wir dürfen nie zulassen, dass diese Werte untergraben werden. Wir dürfen keine Intoleranz tolerieren, auch wenn dies paradox klingt.“ (Seite 8)

Geir Lippestad erzählt in seinem Buch von seinem eigenen Leben, von seiner Kindheit und Jugend, seinem Studium und seiner Anwaltstätigkeit, von seiner Ehefrau und seinen Kindern, von seinen Prägungen und seiner Sicht auf die Welt, von Werten und seinem Blick auf das Recht, von seinem Menschenbild.

Er berichtet (natürlich) auch von den Attentaten von Anders Behring Breivik und vom Strafprozess, den er als Breiviks Verteidiger begleitete, zeichnet dabei ein sehr lebendiges Bild von Breivik.

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Therapie-Tools Narzissmus von Claas-Hinrich Lammers und Gunnar Eismann

„Narzissmus ist zwar ein sehr prominentes Thema, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im klinisch‑therapeutischen Alltag, doch findet sich in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen oftmals eine einseitig negative Darstellung sogenannter ‚Narzissen‘. Auch gibt es viele Therapeut:innen, die Vorbehalte gegenüber narzisstischen Patient:innen hegen, die therapeutische Arbeit mit diesen als belastend empfinden oder sie sich schlichtweg nicht zutrauen. So sind es nur wenige Therapeut:innen, die gerne mit narzisstischen Menschen arbeiten und diese mit offenen Armen empfangen.“ (Seite 9)

Claas-Hinrich Lammers und Gunnar Eismann setzen sich in ihren Therapie-Tools Narzissmus initial mit einer Einführung zum Thema auseinander, wo man zum Beispiel häufige Fehler in der Therapie narzisstischer Patient:innen findet, wo Basisstrategien zur Krisenintervention geboten und ein Notfallplan für narzisstische Krisen vorgestellt werden sowie der vulnerable Narzissmus näher erläutert wird.

Im zweiten Kapitel gehen Lammers und Eismann näher auf die therapeutische Beziehungsgestaltung ein, danach unterstützen sie bei der Erarbeitung eines Störungsmodells und schließlich beleuchten sie die Arbeit am grandiosen Selbst und am vulnerablen Selbst. Das letzte Kapitel setzt sich mit der Verbesserung sozialer Interaktion auseinander.

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Die Chronistin der Meere. Über die Tiefe und die Neugier von Patrik Svensson

„Es ist das tiefblaue Meer, das der Erde ihre Farbe gibt, das ihr Eigenheit und Schönheit schenkt. Es ist das Meer, das überhaupt erst die Voraussetzung für die Entwicklung des Lebens schafft, von den ersten Einzellern bis in den Weltraum hinaus. Es ist das Meer, das unseren blauen Planeten zu dem gemacht hat, was er ist, und im Meer erkennen wir eine Verletzlichkeit, die auch unsere eigene Verletzlichkeit ist. Der Himmelskörper, den wir den unseren nennen, ist gleichzeitig ein Planet des Meers.“ (Seite 11)

Patrik Svensson erzählt in seinem Buch Die Chronistin der Meere von Musik und Rhythmus von Tag und Nacht, von der Weltkarte von Fra Mauro und räumlicher Orientierung, von Ferdinand Magellan und Seefahrt, Walfang und Pottwal, Klimawandel und Überfischung, Kompass und geografischer Breite, Sextant und geografischer Länge, Senkblei und Wassertiefe, Mythologie und Tiefsee, Neugier und Wissenschaft.

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Wer bist du? von Monika Helfer und Kat Menschik

„Ich bemühte mich, vor ihr einen guten Eindruck zu machen. Sie bemühte sich nicht.“ (Seite 11)

Ein Mädchen steht vor der Tür einer Frau und fragt, ob der auf der Straße gefundene 1000‑Schilling-Schein wohl ihr gehören könnte. Die Frau bittet das Mädchen, ins Haus zu kommen, und das Mädchen erzählt ihr von ihren drei Brüdern, die bei dem Vater, den sie Florian nennt, leben. Das Mädchen berichtet weiterhin, dass sie selbst bei ihrer Mutter geblieben ist, die mit Suizid gedroht hatte, falls ihr auch das vierte Kind weggenommen wird.

Das Mädchen kümmert sich um den Haushalt, damit Frau Steurer von der Fürsorge, die einmal pro Woche vorbeikommt, zufrieden ist:
„Wir hoffen, die Frau Steurer sagt dort, von wo wir die Hilfe bekommen, nicht, dass sie glaubt, dass meine Mama nicht krank ist. Weil dann bekommen wir nichts mehr. Und dann nimmt man mich weg. Aber wenn sie sagt, die Mama ist sehr krank, dann nimmt man mich auch weg. Sehr krank ist schlecht, und nicht krank ist auch schlecht. So mittendrin ist gut.“ (Seite 15)

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Mama & Sam von Sarah Kuttner (Hörbuch)

„Aber um das Ausmaß der Sache zu verstehen, muss ich lesen, und zwar der Reihe nach. Also höre ich dieses Mal nicht auf, sondern will zumindest den ersten offiziellen Tag in diesem elendigen Chat zu Ende lesen.“ (Track 35)

Die Mutter der Ich-Erzählerin ist tot. Sie lag allein in ihrer Wohnung, bis Nachbarn sich über das durchgehend angeschaltete Licht und den zunehmenden Geruch wunderten.

Die Ich-Erzählerin hatte den Kontakt abgebrochen, nachdem ihre Mutter in Kontakt mit einem Love‑Scammer getreten war und vollkommen beratungsresistent weiter Kontakt hielt und dem Mann immer wieder Geld zukommen ließ.

Nach ihrem Tod zeigt sich, dass die Mutter Unsummen in diesen Mann investiert hat.

Die Ich-Erzählerin, die das Erbe ausschlägt, liest sich durch den Chatverlauf ihrer Mutter mit dem Mann, in den ihre Mutter sich verliebt hat und der letztendlich ihr Leben zerstörte.

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