Schlagwortarchiv: Flucht und Migration

Geteiltes Haus von Alice Horáčková

„Wenn wir doch irgendwann wieder nach Hause könnten, nur dafür leben wir noch.“ (Seite 9)

Alice Horáčková erzählt in ‚Geteiltes Haus‘ von der Geschichte des Sudetenlandes – von der Zeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bis zum Jahre 1948.

Sie geht dabei näher auf die k.u.k.-Monarchie ein und berichtet vom Ersten und Zweiten Weltkrieg, von der Ersten Tschechoslowakischen Republik, der Zweiten und Dritten Republik sowie von der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Im Zentrum des Romans steht Zdenka Honců, deren Mutter bei der Geburt stirbt und die in Benetzko im Riesengebirge bei ihrem Vater aufwächst. Sie ist die beste Freundin von Anežka, die auch in Benetzko lebt.

Die Freundschaft der beiden überdauert Krisen, Kriege und Systemwechsel sowie Vertreibung. Und auch die Tatsache, dass Anežka den Mann heiratet, in den Zdenka verliebt ist, kann der Freundschaft langfristig nichts anhaben.

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Der Buchhändler von Gaza von Rachid Benzine

„Dieser Roman bezieht sich auf Realitäten, wie sie in Gaza-Stadt vor dem 7. Oktober 2023 vorherrschten. Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ist Gaza-Stadt größtenteils zerstört, die Bevölkerung traumatisiert, vertrieben oder tot.“ (Seite 5)

Gaza-Stadt im Jahre 2014: Der Fotojournalist Julien Desmanges durchstreift die Gassen der Stadt und trifft auf den Buchhändler Nabil Al Jaber. Julien möchte den Mann fotografieren, doch dieser willigt nur unter der Bedingung ein, dass er dem Fotojournalisten die Geschichte seines Lebens und seiner Heimat erzählt.

Nabil berichtet von der Nakba, vom Aufwachsen im Lager Aqabat Jaber, vom Leben im Lager von Dschabaliya, vom Sechstagekrieg, vom Studium in Kairo, vom Leben in Gaza-Stadt, von Heirat und Kindern, von der ersten und zweiten Intifada, von Gefängnis und Freilassung. Er berichtet auch von der Macht und von der Schönheit von Literatur sowie von der Palästinensischen Autonomiebehörde und dem Einfluss der Hamas.

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In die andere Richtung jetzt. Eine Reise durch Ostafrika von Navid Kermani (Hörbuch)

„Der Kolonisator verwandelt sich selbst in ein Tier, wenn er sich, um ein gutes Gewissen zu haben, daran gewöhnt, im Anderen das Tier zu sehen, und sich darin übt, ihn als Tier zu behandeln.“ (Track 3, Zitat von Aimé Césaire)

Navid Kermani hat verschiedene Länder Ostafrikas bereist und berichtet von historischen, politischen und kulturellen Aspekten Madagaskars, der Komoren, Mosambiks, Tansanias, Kenias und des Sudans. Dabei bettet er Aktuelles geschickt in Vergangenes ein, erzählt von historisch prägenden Ereignissen und von den Auswirkungen des Kolonialismus auf den afrikanischen Kontinent.

Kermani thematisiert in In die andere Richtung jetzt Kolonialismus und Bodenschätze, Klimawandel und Hungersnöte, Krieg und Gewalt, Musik und Gemeinschaft, Tradition und Moderne, Konsum und Ausbeutung, Entwicklungshilfe und den Schaden, den die westliche Welt verursacht hat und weiterhin verursacht.

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