Schlagwort-Archive: Israel

Häuser aus Sand von Hala Alyan

„Die Sehnsucht nach dem Vergangenen ist eine Qual. […] Das Verlangen nach dem, was verschwunden ist, kann einen Menschen hinwegraffen wie Fieber oder Krebs. Nicht nur die unerträglichen Verluste, auch die kleinen Dinge.“ (Seite 99)

Hala Alyan erzählt in Häuser aus Sand, ihrem ersten Roman, der auf Deutsch erschienen ist, von der Familie Yacoub, die ursprünglich aus Jaffa stammt, aber im Zuge der Gründung des Staates Israel aus ihrer Heimat vertrieben wurde.

Die Geschichte um die Yacoubs beginnt mit Salma, die sich nach dem Verlust ihrer Villa und ihrer Orangenplantage in Jaffa zusammen mit ihrem Mann Hussam und ihren drei Kindern ein neues Leben in Nablus aufbaut. Die Traurigkeit, die der Verlust der Heimat in Salma und Hussam auslöst, zieht sich auch durch die nachfolgenden Generationen, die immer und immer weiterziehen müssen, deren Leben durch Vertreibung und Kriege, aber auch durch Heirat und Studium stets an einen neuen Ort verlegt werden muss, wo die einzelnen Familienmitglieder mehr oder weniger Fuß fassen können. Häuser aus Sand von Hala Alyan weiterlesen

Levante-Monatsthema im August 2019

Levante (Quelle: Wikipedia)

„Levante“ bezeichnet historisch die Länder des östlichen Mittelmeeres, wozu häufig auch Griechenland, Zypern und Teile der Türkei gezählt werden. Im engeren Sinne beschränkt sich der Begriff Levante jedoch auf Syrien, den Libanon, Jordanien, Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete sowie die türkische Provinz Hatay.

Mich fasziniert die Levante schon seit Kindheitstagen, und so mache ich diese Region im August 2019 zu meinem Blogthema.

Ich werde euch diesen Monat Bücher aus und über Syrien, den Libanon und Jordanien vorstellen. Zu Palästina und Israel gab es auf Travel Without Moving bereits ein Monatsthema (Palästina und Israel im Juni 2017). Syrien habe ich teilweise bereits durch mein Monatsthema Flucht und Migration abgedeckt, werde einige Bücher, die ich besonders wichtig und lesenswert fand und finde, jedoch diesen Monat nochmals präsentieren.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Entdecken der Levante und freue mich natürlich auch über eure Buchempfehlungen.

Dieser Post ist Teil des Levante-Monatsthemas im August 2019.

Mann und Frau von Zeruya Shalev

„[…] natürlich ist es eine Chance, denn in jedem Verlust liegt auch eine Erleichterung, stell dir vor, du kommst eines Tages nach Hause, und alles ist gestohlen, buchstäblich alles, du besitzt nichts mehr, es lohnt sich noch nicht einmal, aufzuzählen, was du nicht mehr hast. Ganz plötzlich werden deine Gedanken ruhig, du spürst eine tiefe Gelassenheit, fast so etwas wie Gnade, und du verstehst auf einmal, daß es keinen Kampf mehr gibt, weil es sinnlos geworden ist, zu kämpfen, daß du nachgeben mußt, weil du keine Wahl hast, du verlierst alles, aber du gewinnst eine tiefe Gelassenheit.“

Na’ama und Udi sind seit beinahe 25 Jahren, seit ihrem 12. Lebensjahr, ein Paar, haben ein gemeinsames Kind, die fast 10-jährige Noga, doch nun droht ihre Ehe zu zerbrechen. Sie sind gefangen in einem Teufelskreis aus Beschuldigungen, Schuldgefühlen und Kritik. Udi reagiert auf ihre Partnerschaftsprobleme mit einer Konversionsstörung – an einem Tag ist er plötzlich gelähmt, an einem anderen blind. Als Na’ama eine junge Heilerin um Hilfe bittet, entwickelt sich die Beziehung schließlich in eine ungeahnte und unerhoffte Richtung. Mann und Frau von Zeruya Shalev weiterlesen

Schmerz von Zeruya Shalev

„und plötzlich hatte sie nichts außer sich selbst, nichts außer ihm, außer dem Schmerz“

Iris kennt den Schmerz: körperlichen Schmerz, der sie nach einer schweren Verletzung bei einem Terroranschlag seit 10 Jahren tagtäglich begleitet, und seelischen Schmerz, dem sie seit fast 30 Jahren ausgesetzt ist, nachdem ihre große Liebe Eitan sie verlassen hat.

Nun führt ausgerechnet der körperliche Schmerz dazu, dass sie Eitan nach all den Jahren wiedersieht, denn er arbeitet als Schmerzspezialist. Schmerz von Zeruya Shalev weiterlesen

Oliven und Asche von Ayelet Waldman und Michael Chabon

„Die Besatzung ist wie eine dunkle, schwere Wolke, die auf dem Land lastet. Wie ein Kloß im Hals. Manchmal droht sie, sich herabzusenken und uns gänzlich zu ersticken. Dann wieder kann es vorkommen, dass sie sich kurz lichtet. Niemals jedoch ganz. Keiner, der in ihrem Schatten lebt, kann die unterdrückerische Besatzung jemals vergessen.“ (Seite 134, Raja Shehadeh)

Ayelet Waldman und Michael Chabon haben sich für ihr gemeinsames Buch Oliven und Asche mit 24 renommierten Schriftstellern aus aller Welt zusammengetan und über das Leben der Palästinenser unter der Besatzung Israels geschrieben.

Das Ergebnis sind Essays und Geschichten von international bekannten Autoren wie Madeleine Thien, Dave Eggers, Mario Vargas Llosa, Taiye Selasi, Colm Tóibín, Eva Menasse und Anita Desai, die von Tod, Rassismus, Gleichgültigkeit, Egoismus, Erniedrigung, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Siedlungsbau, Menschenwürde, Wasser, Mobilfunk, Intifada, Checkpoints, Passagierscheinen, Seife, Straßensperren, Umwegen, Sperrzonen, Olivenhainen, Bulldozern, Flüchtlingslagern, Drogenproblemen, Willkür und Menschenrechten erzählen. Oliven und Asche von Ayelet Waldman und Michael Chabon weiterlesen

Auf Jesu Spuren von Nils Straatmann

„Die Israelis wollen das Land, um hier ihre Siedlungen zu bauen. Aber wir pflanzen Olivenbäume. Wo ein Olivenbaum ist, da ist Hoffnung.“ (Seite 50)

Der Theologiestudent Nils Straatmann hat genug von der grauen Theorie und entwickelt die Idee, „den Weg Jesu nachzuwandern“, denn:

„Wie sollte ich das Christentum verstehen, wenn ich seine Wurzeln, die Kultur und Region, denen es entstammt, nicht kannte?“ (Seite 16).

Im Mai 2016 bricht Straatmann zusammen mit seinem Freund Sören auf nach Israel und Palästina, bereist Bethlehem, Nazareth, Tiberias, Nablus, Jericho, Jerusalem und Hebron sowie den Berg Tabor, den Fluss Jordan, den See Genezareth und die Golanhöhen. Auf Jesu Spuren von Nils Straatmann weiterlesen

18 Tage im Sinai von Michael Obert

„Keine Arbeit, kein Geld, keine Zukunft“ (Seite 31)

Der 28-jährige Selomon ist aus seiner Heimat Eritrea in den benachbarten Sudan geflohen, wurde in Ostsudan gekidnappt, an ein internationales Menschenhändlernetzwerk verkauft und schließlich in ein Foltercamp auf der Sinai-Halbinsel verschleppt. Hier wurde er so lange gefoltert, bis seine Familie ein exorbitant hohes Lösegeld gezahlt und ihm somit die Freiheit erkauft hat.

Anhand der Geschichte Selomons erzählt Michael Obert von den Foltercamps, von Islamismus, von Menschen- und Organhandel. 18 Tage im Sinai von Michael Obert weiterlesen

Geschenkideen für den Nachbarn, der endlich verstehen will, was Liebe ist

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Geschenkideen für den Schwippschwager, der viel Text unheimlich findet

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