Schlagwort-Archive: Nationalsozialismus

Waldinneres von Mónica Subietas (Hörbuch)

„Wie sollte man wissen, wer man war, wenn man nicht wusste, woher man kam?“ (Track 20)

Der jüdische Kunsthändler Jakob Sandler flieht vor den Nazis, und ihm gelingt mit Hilfe von Fluchthelfern die Grenzüberquerung in die Schweiz.

Nachdem er sich den Fuß bricht, will sein Führer Hilfe holen, doch als dieser zurückkehrt, ist Sandler verschwunden. Nur der Spazierstock des Kunsthändlers bleibt dem Helfer, darin verborgen ist ein kleines Gemälde.

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Mitte von Volker Kutscher und Kat Menschik (Buch und Hörbuch)

„Kennst du das Gefühl, daß man meint, man sei plötzlich in einer völlig anderen Welt, in einer, die sich falsch anfühlt und fremd und kalt und düster? Auch wenn alles noch genauso aussieht wie vorher?“ (Seite 22)

Friedrich „Fritze“ Thormann, Pflegekind von Gereon und Charly Rath, ist abgetaucht, und nun sucht nicht nur das Jugendamt nach ihm, sondern auch das Geheime Staatspolizeiamt.

Fritze hat sich einen neuen Ausweis besorgt, nennt sich nun Friedrich Hutzke, arbeitet in einer Kohlenhandlung und ist einsam. Er schreibt Briefe an Charly und an Hannah, die vor einigen Jahren aus der geschlossenen Abteilung der Wittenauer Heilstätten entflohen ist und sich nun in Breslau aufhält.

Eines Tages trifft Fritze den Wehrmachtssoldaten wieder, mit dem er beim Suizid eines Arztes im Olympischen Dorf kurz zu tun hatte, und diese Begegnung hat weitreichende Folgen.

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Der totale Rausch von Norman Ohler

„Man verzichtet doch nicht aufs Pervitin, weil es vielleicht etwas gesundheitsschädlich sein könnte. Wenn man ohnehin dazu bestimmt ist, in Kürze zu fallen!“

Die Verbreitung von Drogen im Dritten Reich war bisher ein eher unbekanntes Thema, und eine umfassende Darstellung, wie Rauschmittel den Alltag im Dritten Reich und den Verlauf des Zweiten Weltkriegs prägten, fehlte bislang.

Für sein Buch hat Norman Ohler unzählige, oftmals unveröffentlichte Quellen recherchiert. In Der totale Rausch erzählt er von der Volksdroge Pervitin (Methamphetamin, heute bekannt als Crystal Meth), die 1938 in den Temmler-Werken entwickelt wurde, vom extensiven Gebrauch der Droge in der Allgemeinbevölkerung, vom Einsatz von Pervitin im Zweiten Weltkrieg, von Blitzkrieg und Kriegsverlauf, von Adolf Hitler und seinem Leibarzt Theodor Morell, von Kriegsende und Hitlers Suizid.

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Gott wohnt im Wedding von Regina Scheer (Hörbuch)

„Die meisten denken, ein Haus sei nichts als Stein und Mörtel, totes Material. Aber sie vergessen, dass in meinen Wänden der Atem von all denen hängt, die hier gewohnt haben. Ihre Tränen, ihr Blut habe ich aufgesogen, ich habe ihre Schreie gehört, ihr Flüstern, ihr endloses Gemurmel in den Nächten. All ihre Leben habe ich in mich aufgenommen, durch sie lebe ich selbst, auf meine Weise.“ (Track 2)

In der Utrechter Straße im Berliner Wedding steht ein altes Haus, das um 1890 gebaut wurde, in das seit 115 Jahren die unterschiedlichsten Menschen ein- und ausgehen, und das nun aufgrund der Gentrifizierung dem Untergang geweiht ist.

Zu diesem Haus kehrt im Jahre 2015 Leo Lehmann in Begleitung seiner Enkelin Nira zurück, um Erbangelegenheiten zu klären. Leo, ein Jude, ist damals als sogenanntes „U-Boot“ bei Gertrud Romberg untergekommen, die nach wie vor im gleichen Haus lebt. Leo verbindet zahlreiche Erinnerungen mit dem Haus, u.a. wurde sein Freund Manfred hier vor mehr als 70 Jahren von der Gestapo abgeholt, und Leo fragt sich seitdem, ob Gertrud ihn verraten hat.

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Olympia von Volker Kutscher (Buch und Hörbuch)

„Wahrscheinlich sah er bereits Gespenster. Die SS drang einfach immer mehr in seine Welt ein, ins Berufsleben sowieso und nun auch noch in sein Privatleben.“

Berlin steht im Sommer 1936 ganz im Zeichen der Olympischen Spiele, und da kommt es ausgerechnet im Olympischen Dorf zu einem Zwischenfall: In der Kantine stirbt ein Mann beim Essen. Initial sieht es nach einer natürlichen Todesursache aus, aber dann wird deutlich, dass er mit Digitalis getötet wurde.

Auf diese Geschichte wird Gereon Rath von seinem ehemaligen Freund und Kollegen Reinhold Gräf angesetzt, denn bei dem Toten handelt es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, und die nationalsozialistischen Machthaber vermuten, dass hinter der Sache ein Verbrechen steht, um die Olympischen Spiele (und damit die Machthaber) zu diskreditieren.

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… Deine Lise. Die Physikerin Lise Meitner im Exil von Stefan Frankenberger (Hörbuch)

„Nichts liegt vor mir, alles hinter mir.“ (CD1, Track 1)

Lise Meitner war Deutschlands erste Professorin für Physik, arbeitete 30 Jahre lang mit Otto Hahn zusammen und war inoffizielle Assistentin bei Max Planck. Im Jahre 1933 wurde Meitner aufgrund ihrer jüdischen Abstammung die Lehrbefugnis entzogen, und 1938 gelang ihr mit der Hilfe Hahns die illegale Ausreise ins Exil, wo sie ihre Forschungen fortsetzte.

In Deine Lise findet sich der Briefwechsel zwischen Meitner und Hahn sowie die Korrespondenz mit ihrem Neffen, dem Kernphysiker Otto Robert Frisch, Werner Heisenberg, Planck u.a. … Deine Lise. Die Physikerin Lise Meitner im Exil von Stefan Frankenberger (Hörbuch) weiterlesen

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer von Alex Capus

„[…] weil jede vernünftige Reise in möglichst gerader Linie vom Ausgangspunkt zum Ziel führt und zwei Geraden sich nach den Gesetzen der Geometrie nicht zweimal kreuzen.“

Die 13-jährige Laura d’Oriano befindet sich im Orient-Express auf der Strecke Konstantinopel – Paris. Ihre Familie hat das Nomadenleben aufgegeben und möchte nun sesshaft werden. Laura hat einen Traum, den sie unbedingt verwirklichen möchte: Sie will Sängerin werden.

Ein junger Mann sitzt am Züricher Bahnhof, er weiß nicht, was die Zukunft bringt, hat seinen Weg noch nicht gefunden. Im späteren Leben wird er, Felix Bloch, Atomphysik bei Heisenberg studieren und Oppenheimer beim Bau der Atombombe helfen.

Ein Schnellzug nach Genf: Der Kunstmaler Emile Gilliéron trägt die Asche seines kürzlich verstorbenen Vaters an den Genfersee, die alte Heimat der Familie. Emile wird später als einer der größten Fälscher in die Geschichte eingehen.

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Nürnberger Tagebuch von Gustave M. Gilbert

„Als Psychologe interessierte es mich natürlich, herauszufinden, was Menschen dazu gebracht hat, sich der Nazi-Bewegung anzuschließen und all das zu tun, was sie getan hatten.

Meine Befragung von Kriegsgefangenen und deutschen Zivilisten hatte sich als erfolglos erwiesen. Die kleinen Leute beteuerten, daß sie keinerlei Mitverantwortlichkeit trügen und nur ihren Führern gehorcht hätten, die sie verraten hatten. Diese Führer befanden sich nun im Nürnberger Gefängnis, und das war auch der Ort, an den es mich zog. Glücklicherweise konnte ich für den Übersetzer des Gefängniskommandanten einspringen und wurde daraufhin auch zum Gerichtspsychologen für die Dauer des Prozesses ernannt.“ (Seite 9)

Gustave Mark Gilbert pflegte täglich engen Kontakt mit den Angeklagten des Nürnberger Hauptkriegsverbrecher-Prozesses, d.h. mit Hermann Göring, Joachim von Ribbentrop, Rudolf Heß, Ernst Kaltenbrunner, Alfred Rosenberg, Hans Frank, Wilhelm Frick, Fritz Sauckel, Albert Speer, Hjalmar Schacht, Walter Funk, Franz von Papen, Konstantin von Neurath, Baldur von Schirach, Arthur Seyß-Inquart, Julius Streicher, Wilhelm Keitel, Alfred Jodl, Karl Dönitz, Erich Raeder und Hans Fritzsche.

Nürnberger Prozess, Verhandlungssaal. 1. Reihe v.l. Göring, Heß, v. Ribbentrop, Keitel, Kaltenbrunner, Rosenberg, Frank, Frick, Streicher, Funk, Schacht. 2. Reihe: Raeder, v. Schirach, Sauckel, Jodl, v. Papen, Seyß-Inquart, Speer, v. Neurath, Fritsche. Quelle: Wikipedia.
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Stella von Takis Würger (Hörbuch)

„Andere sehen die Dunkelheit. Ich sehe die Schönheit.“ (CD 2, Track 5)

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, als ich während meines Studiums erstmals im Detail vom Milgram-Experiment gehört habe. Nach der Präsentation des Versuchsaufbaus und der Ergebnisse wurde im Hörsaal aufgeregt diskutiert, und viele der anwesenden Psychologie-Studenten waren der Meinung, sie würden ganz anders reagieren, sie würden den anderen Versuchsteilnehmern keine gefährlichen Stromstöße verpassen, sie würden sich wehren und dem Versuchsleiter sagen, dass sie ein solches Vorgehen ethisch nicht vertreten könnten. Ich war schon damals der Meinung, dass solche Situationen aus der Entfernung schlecht eingeschätzt werden können, und dass auch gute Menschen unter bestimmten Bedingungen schlimme Dinge tun, die sie sich im Vorfeld vielleicht selbst nicht zutrauen würden. Stella von Takis Würger (Hörbuch) weiterlesen

Das Tagebuch der Anne Frank von Ari Folman und David Polonsky (Graphic Diary)

© Ari Folman / David Polonsky – S. Fischer Verlag 2017

„Es ist mir nun mal unmöglich, alles auf der Basis von Tod, Elend und Verwirrung aufzubauen. Ich sehe, wie die Welt langsam immer mehr in eine Wüste verwandelt wird, ich höre den anrollenden Donner immer lauter, der auch uns töten wird, ich fühle das Leid von Millionen Menschen mit.“

© Ari Folman / David Polonsky – S. Fischer Verlag 2017

Ari Folman und David Polonsky haben – nach dem gemeinsamen Erfolg mit dem Animationsfilm und der Graphic Novel Waltz with BashirDas Tagebuch der Anne Frank als Graphic Diary umgesetzt. Ich habe das Tagebuch vor etwa 20 Jahren gelesen, konnte mich jedoch kaum noch an Details erinnern, so dass ich das Graphic Diary nicht nur als visuell spannende Variante des Tagebuchs, sondern auch als inhaltliche Auffrischung verstanden und erlebt habe. Das Tagebuch der Anne Frank von Ari Folman und David Polonsky (Graphic Diary) weiterlesen