Schlagwortarchiv: Terrorismus

Überleben von Frederika Amalia Finkelstein

„[D]as wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute.“ (Seite 7, Zitat von Imre Kertész)

Seit die 25-Jährige Ava ein Foto von Leichen im Bataclan gesehen hat, spürt sie Hass und hat einen wiederkehrenden Albtraum. Das Foto war teilweise verpixelt, doch Ava will die unzensierte Version des Fotos finden, denn:

„Den Körper eines Toten zu verpixeln bedeutet, ihn noch einmal zu töten.“ (Seite 16)

Ava war am 13. November 2015 nicht im Bataclan und auch nicht in einem der Restaurants oder Cafés, in denen Menschen von Terroristen getötet wurden, sondern sie hat alles vom Bildschirm aus verfolgt.

Doch sie ist regelrecht besessen von dem Thema. Schon länger befasst sie sich mit zwischenmenschlicher Gewalt. Sie schaut sich immer wieder Bilder und Videos an, lernt Opferlisten auswendig und denkt sogar über einen Job bei der Armee nach.

Angst begleitet Ava auf Schritt und Tritt, lauert überall und macht es ihr schwer, den Menschen im öffentlichen Raum nicht zu misstrauen.

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Ich verteidigte Anders Breivik. Warum? Meine schwierigste Strafverteidigung von Geir Lippestad

„Ich hoffe, dass dieses Buch dazu beiträgt, dass wir uns mehr Gedanken über die Werte machen, die uns unabhängig von Glaube, Hautfarbe, Nationalität und anderen Eigenschaften vereinen. Anstatt über kulturelle Unterschiede zu diskutieren, die uns scheinbar in Kategorien einteilen, und die Breivik und seine Gesinnungsgenossen ausnutzen, sollten wir lieber dasselbe tun wie die vielen Jugendlichen, die ich während der Verhandlung kennenlernen durfte: Wir müssen den Wert jedes einzelnen Menschen und die Bedeutung unserer gesellschaftlichen Grundwerte erkennen und schätzen – Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichstellung, Menschenrechte. Wie unterschiedlich wir auch sind, wir dürfen nie zulassen, dass diese Werte untergraben werden. Wir dürfen keine Intoleranz tolerieren, auch wenn dies paradox klingt.“ (Seite 8)

Geir Lippestad erzählt in seinem Buch von seinem eigenen Leben, von seiner Kindheit und Jugend, seinem Studium und seiner Anwaltstätigkeit, von seiner Ehefrau und seinen Kindern, von seinen Prägungen und seiner Sicht auf die Welt, von Werten und seinem Blick auf das Recht, von seinem Menschenbild.

Er berichtet (natürlich) auch von den Attentaten von Anders Behring Breivik und vom Strafprozess, den er als Breiviks Verteidiger begleitete, zeichnet dabei ein sehr lebendiges Bild von Breivik.

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Das Attentat von Loïc Dauvillier und Glen Chapron

„Wie kann man das tun, sich mit Sprengstoff beladen und mitten in der Menge hochjagen?“ (Seite 48)

Der Araber Amin ist erfolgreicher Chirurg, ist glücklich verheiratet mit Sihem und lebt sein Leben scheinbar fernab des Nahostkonflikts, fernab der Ungerechtigkeit, die seinem Volk widerfährt, fernab der Intifada.

Eines Tages wird seine heile Welt zerstört, denn alles deutet darauf hin, dass Sihem für ein Selbstmordattentat und den Tod unschuldiger Menschen verantwortlich ist.

Amin versucht schließlich, den Geheimnissen seiner Frau auf den Grund zu gehen, und begibt sich in die Zentren des palästinensischen Widerstandes.

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9/11. Ein Tag, der die Welt veränderte von Baptiste Bouthier und Héloïse Chochois

„Eines dieser Ereignisse, bei dem jeder genau weiß, wo er gewesen ist, als er davon erfahren hat.“ (Seite 5)

Im Jahre 2001 ist die Heldin der Graphic Novel 14 Jahre alt. Zwanzig Jahre später sitzt sie in einem Flugzeug nach New York und erzählt im Rückblick von den Ereignissen des 11. September 2001. Sie berichtet davon, wie sie als Jugendliche von den Anschlägen erfahren hat, was genau am 11. September 2001 passiert ist, wie sich die Welt nach dem Anschlag verändert hat.

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Boko Haram von Mike Smith

„Doch da ist dieses Meer der Gleichgültigkeit, in dem die Aufständischen operieren können […].“

Mike Smith erzählt in seinem Buch Boko Haram nicht nur von der Geschichte der islamistischen Sekte, sondern auch von der Geschichte Nigerias: von Islamisierung und dem Kalifat von Sokoto, von Kolonialismus und Unabhängigkeit, von Bürgerkrieg und Diktatur.

Er beschreibt den Aufstieg des Boko Haram-Führers Mohammed Yusuf, seinen Tod und das darauffolgende (kurzzeitige) Verschwinden von Boko Haram, das Wiederauftauchen der Sekte mit Abubakar Shekau an der Spitze und die Gewalttaten, durch die Boko Haram auch in der westlichen Welt bekannt geworden ist.

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Und auf einmal diese Stille. Die Oral History des 11. September von Garrett M. Graff (Hörbuch)

„Ich kann mich an keine Geräusche erinnern. Meine Erinnerungen sind geräuschlos und in Zeitlupe, aber ich weiß, dass alles mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und einer enormen Lautstärke abgelaufen ist.“ (CD1, Track 24)

Garrett M. Graff hat die Worte derer zusammengetragen, die den 11. September 2001 hautnah und vor Ort erlebt haben. Das Hörbuch zu Und auf einmal diese Stille enthält mehr als 17 Stunden Augenzeugenberichte und Beschreibungen von verschiedensten Personen. Zu Wort kommen nicht nur die Überlebenden der Anschläge, sondern auch die Verstorbenen, die vor ihrem Tod noch Nachrichten an ihre Familien, Freunde usw. geschickt haben, die Angehörigen, die Attentäter selbst, die Besatzung der Flugzeuge, die Feuerwehrleute, andere Helfer und Beteiligte, Politiker, Prominente etc.

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Nur wenn du allein kommst von Souad Mekhennet (Hörbuch)

„Statt meine Ängste die Oberhand gewinnen zu lassen, begann ich, sie als Herausforderung zu begreifen.“

Souad Mekhennet, Tochter einer türkischen Mutter und eines marokkanischen Vaters, aufgewachsen bei den Großeltern in Marokko und später bei den Eltern in Deutschland, beschäftigte sich nach dem Besuch der Henri-Nannen-Schule für Journalismus und ihrem Politikstudium intensiv mit islamistischem Terror.

Im Laufe der Jahre gelang es ihr, Kontakte zu (teils hochrangigen) Mitgliedern von al-Qaida und ISIS aufzubauen, sie recherchierte dabei in Deutschland, Pakistan, Algerien, Ägypten, Tunesien, im Grenzgebiet Türkei/Syrien, im Libanon, im Irak und vielen anderen Ländern. Nur wenn du allein kommst von Souad Mekhennet (Hörbuch) weiterlesen

Hausbrand von Kamila Shamsie

„Ich erzähle niemandem von dir; du erzählst niemandem von mir. Wir sind des anderen Geheimnis.“ (Seite 80)

Nach dem Tod ihrer Mutter und ihrer Großmutter hat sich Isma um ihre beiden jüngeren Geschwister, die Zwillinge Aneeka und Parvaiz, gekümmert, doch als diese alt genug sind, um auf eigenen Füßen zu stehen, geht Isma in die USA, um an einem Promotionsstudiengang in Soziologie teilzunehmen.

Dass Isma problemlos in die USA einreisen kann, kommt einem Wunder gleich, denn Ismas Vater, der schon länger tot ist, war ein Dschihadist, und nun hat sich Ismas Bruder Parvaiz dem IS angeschlossen.

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Patria von Fernando Aramburu (Hörbuch)

„Bittori, um der Liebe Jesu Willen, warum steckst du deinen Finger in diese Wunde? Da hab ich ihm geantwortet: Um den ganzen Eiter herauszupulen, der da noch drinnen steckt. Sonst schließt sie sich nie.“

Bittori und Miren – einst beste Freundinnen, die zusammen ins Kloster gehen wollten, aber schließlich beide 1963 geheiratet haben – haben sich voneinander entfremdet: Während Bittoris Ehemann Txato vor über 20 Jahren von Terroristen der Euskadi Ta Askatasuna (ETA) erschossen wurde, sitzt Mirens Sohn Joxe Mari wegen seiner ETA-Aktivität im Gefängnis.

Seit seinem gewaltsamen Tod besucht Bittori regelmäßig das Grab Txatos und spricht mit ihm. Nun hat sie eine Entscheidung getroffen, mit der sie ihn konfrontieren möchte: Sie will am selben Abend in ihr altes Haus zurückkehren, das sie nach seiner Ermordung verlassen hat.

Bittoris Wiederauftauchen im Dorf sorgt für Aufregung bei den Bewohnern, vor allem bei Miren, die der alten Freundin nur noch ablehnende und feindliche Gefühle entgegenbringt. Patria von Fernando Aramburu (Hörbuch) weiterlesen