Schlagwort-Archive: Graphic Novel

Das Nest. Gesamtausgabe 1: Marie – Serge – Die Männer von Régis Loisel und Jean-Louis Tripp

„Geht nicht gibt‘s nicht“ (Seite 29)

Die 1920er Jahre in der kanadischen Provinz Québec: Den Eltern von Felix Ducharme gehört der Dorfladen in Notre-Dame am See, den Felix schließlich übernimmt. Zwanzig Jahre lang ist Felix mit der fünf Jahre jüngeren Marie verheiratet, und als er stirbt, überlegt Marie, ob sie nicht in ihre Heimat Chicoutimi zurückkehren soll, denn in Notre-Dame am See ist sie immer noch die Zugezogene, keine Heimische.

Doch Marie bleibt und behält den Dorfladen, arbeitet hart, ist Stütze und Hilfe für viele im Dorf.

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Kim Philby. Gentleman, Spion, Verräter. Als Doppelagent zwischen Moskau und London von Pierre Boisserie und Christophe Gaultier

„Wenn ich Freunde denunzieren muss, pfeife ich auf die Wahrheit. Wenn die Wahrheit zu Ungerechtigkeit führt, sage ich nicht die Wahrheit.“ (Seite 18)

Harold „Kim“ Philby stammte aus bürgerlichem Hause. Er besuchte die renommierte Westminster School und studierte später am Trinity College in Cambridge.

In Cambridge fühlte sich Philby anfangs fremd, hatte scheinbar nichts mit seinen Kommilitonen gemein. Doch dann knüpfte er in Nordengland Kontakte zur Arbeiterklasse, beginnt, über die Ungerechtigkeiten und die Kluft zwischen Arm und Reich nachzudenken, schließt sich schließlich den Kommunisten an und wird Mitglied der „Cambridge Five“.

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Mary Shelley. Die Comic-Biografie der Frankenstein-Schöpferin von Manuela Santoni und Alessandro Di Virgilio

„Wie gefährlich Wissen ist und wie viel glücklicher derjenige Mensch, welcher seine Geburtsstadt für die Welt hält, als derjenige, der größer werden will, als es seine Natur erlaubt.“ (Seite 6, Zitat von Mary Wollstonecraft Shelley)

Wenige Tage nach Mary Godwins Geburt stirbt ihre Mutter, und das Mädchen wächst in unkonventioneller und intellektueller Umgebung auf.

Später verlässt sie kurzzeitig ihre Heimat London, lebt eine Weile im schottischen Dundee, beginnt zu schreiben, verliebt sich in Percy Bysshe Shelley, den sie schließlich heiratet.

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Die erstaunliche Familie Appenzell von Sébastien Perez und Benjamin Lacombe

„Die wahren Monster sind die, denen man das nicht ansieht.“ (Klappentext)

Sébastien Perez und Benjamin Lacombe erzählen in ihrem Buch von der Bankiersfamilie Appenzell, wobei sie bis ins 19. Jahrhundert zurückgehen, als die Familie noch wohlhabend war und in einer Villa in der Gemeinde Ballovre lebte.

Über die Jahre und Generationen hinweg kommt es zum finanziellen Abstieg, denn der Urgroßvater Charles hatte nichts vom Geschäftssinn seines Vaters geerbt und anscheinend die falsche Frau geheiratet.

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1984. Graphic Novel nach George Orwell von Jean-Christophe Derrien und Rémi Torregrossa

„KRIEG = FRIEDEN. FREIHEIT = SKLAVEREI. UNWISSENHEIT = STÄRKE“ (Seite 15)

1984 erschien bereits 1949 und erzählt die Geschichte von Winston Smith, der im Jahre 1984 in Ozeanien lebt und im Ministerium für Wahrheit arbeitet. Seine Aufgabe ist es, die Geschichte überzeugend und durch Vernichtung alter Zeitungen etc. zu fälschen und so passend für die neueste Propaganda des Ministeriums zu machen.

Eines Tages fällt ihm bei der Arbeit eine junge Frau auf, wobei er vermutet, dass sie Mitglied der Gedankenpolizei oder ein Spitzel ist, ihn aushorchen und der Geheimpolizei ausliefern möchte.

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Bezimena von Nina Bunjevac

„Aus dem sonderbaren Kind wurde ein noch sonderbarer junger Mann, der immerzu im Schatten lauerte und den die unheilvollen Gedanken seiner Kindheit nie ganz verlassen hatten – sie hielten sich nunmehr lediglich verborgen.“

Bezimena taucht den Kopf einer Priesterin unter Wasser, bis sie stirbt, und sie wird schließlich als Junge wiedergeboren. Die Eltern – eine wohlhabende Gerberfamilie – hatten einen langgehegten Kinderwunsch, und finden mit Benedict (Benny) vorerst ihr Glück.

Doch schon als Kind zeigt Benny auffälliges Verhalten gegenüber einer Mitschülerin, und als Erwachsener trifft er die „weiße Becky“, die er schon als Junge begehrt hat, wieder. Er findet ihr Tagebuch, in das sie Szenen sexuellen Inhalts gezeichnet hat, die Benny schließlich in die Tat umsetzt.

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Auf der Suche nach Moby Dick. Graphic Novel nach Herman Melville von Isaac Wens und Sylvain Venayre

„Es gibt zwei Arten, etwas über eine Orange zu erfahren. Man kann ihre Oberfläche untersuchen, minutiös, Millimeter für Millimeter. Danach weiß man etwas über die Orange. Man kann aber auch ein Loch in die Schale bohren und bis ins Innere der Frucht vordringen. Auch so lernt man etwas über die Orange.“ (Seite 23f)

Moby Dick erschien erstmals 1851 in London und New York, und ich kenne den Roman als Hörbuch, das ich vor ein paar Jahren gehört habe. Richtige Freunde sind Herman Melville und ich nicht geworden, ich glaube, ich fand den Roman damals einfach zu weitschweifig, obgleich er auch sehr spannende Passagen hat.

Nun habe ich die Graphic Novel gelesen, und entgegen meiner Erwartung entspricht das Buch nicht ganz der bekannten Geschichte, sondern geht darüber hinaus: In Paris trifft ein junger Journalist einen Experten für Melvilles Werk, und gemeinsam erkunden sie nicht nur die bekannte Geschichte um Kapitän Ahab und seine Jagd auf den Wal, sondern sie lassen den Leser auch an weiterführenden Informationen teilhaben, z.B. an den Hintergründen der Veröffentlichung und an kulturgeschichtlichen Besonderheiten zur Entstehungszeit des Romans.

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Verbrechen und Strafe. Graphic Novel nach Fjodor Dostojewski von Bastien Loukia

„Wird nicht ein einziges winziges Verbrechen von tausend guten Taten wettgemacht? […] Für ein einziges ausgelöschtes Leben werden Tausende Leben wieder lebenswert.“ (Seite 39)

Der verarmte Student Rodion Romanowitsch Raskolnikow lebt in St. Petersburg und muss immer mehr seines (ohnehin eher kärglichen) Besitzes bei der gefürchteten, habgierigen Pfandleiherin Aljona Iwanowna versetzen. Bei diesen Gelegenheiten erkundet er ihre Wohnung und ihre Gewohnheiten, denn er plant ein Verbrechen, und eines Tages erschlägt er sie mit einem Beil. Auch ihre Schwester Lisaweta, die zufällig in der Wohnung der Pfandleiherin auftaucht, tötet er, kann zwar unbemerkt fliehen, doch findet keine Ruhe mehr.

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QualityLand. Band 1.1. Graphic Novel von Marc-Uwe Kling

„Gerüchten zufolge ist der niedrigste Rang übrigens Level 2. Anscheinend wird keiner auf Level 1 eingestuft, damit selbst Level-2-Menschen noch jemanden unter sich glauben. Die Sorge, tiefer fallen zu können, wird als nützlich betrachtet. Menschen, die denken, sie hätten nichts mehr zu verlieren, sind gefährlich.“

Marc-Uwe Kling nimmt den Leser mit nach QualityLand, wo das Leben von Algorithmen optimiert wurde. Im Mittelpunkt der Graphic Novel, die von Zachary Tallent gezeichnet wurde, steht Peter Arbeitsloser, der das System, in dem er lebt, immer mehr anzweifelt.

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Wagner. Die Graphic Novel von Andreas Völlinger und Flavia Scuderi

„Er war genialer Komponist, flammender Revolutionär und Staatsfeind, liebender Ehemann, charakterloser Opportunist, ätzender Antisemit, romantischer Liebhaber, komplexbeladener Paranoiker, väterlicher Mentor, skrupelloser Ehebrecher, freigiebiger Freund, luxussüchtiger Verschwender, temperamentvoller Dirigent, neidzerfressener Künstlerkollege, humorvolles Unterhaltungstalent, selbstverliebter Egozentriker, begeisterter Vater, kontroverser Kunsttheoretiker und begnadeter Selbstdarsteller.“ (Seite 44)

Die Graphic Novel Wagner gewährt einen knappen, aber sehr gelungenen Einblick in das Leben und das Werk Richard Wagners. Der Leser erfährt so vom musikalischen und vom politischen Menschen Wagner, von den wichtigsten Stationen seines Lebens, von beeinflussenden Begegnungen, von finanzieller Not und Antisemitismus, von der Unterstützung durch Ludwig II von Bayern, von Erfolgen und Misserfolgen.

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