Mut zum Protest. Erfahrungen von DDR-Zeitzeugen von Aleksandra Majzlic

„Die Schicksale meiner Interviewpartner machen die Dimension der SED-Diktatur begreifbar. In den geheimsten Ecken der Gesellschaft nisteten sich die Schergen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) ein.“ (Seite 20)

Aleksandra Majzlic hat Zeitzeugen interviewt, die sich bereits vor dem Mauerfall gegen die Politik der DDR und die Machenschaften der ostdeutschen Regierung gestellt haben. In Mut zum Protest porträtiert sie 14 Personen, die auf unterschiedliche Weise rebelliert und sich zur Wehr gesetzt haben.

Majzlic erzählt z.B. von Katrin Behr, die selbst in der DDR zwangsadoptiert wurde und heute Menschen mit ähnlichen Erfahrungen hilft, von Gilbert Furian, der in der DDR inhaftiert war und nach dem Fall der Mauer seinen Vernehmer von einst wiedergetroffen hat, von Corinna Thalheim, die als 17-Jährige in einer Jugenderziehungseinrichtung sexuell missbraucht wurde und heute über sexuelle Gewalt aufklärt, und Günter Wetzel, der mit einem Heißluftballon aus der DDR geflohen ist.

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Stasiland von Anna Funder

„Die DDR ist verschwunden, doch ihre Überbleibsel sind noch allgegenwärtig.“ (Seite 17)

Im Jahre 1987 kam die Australierin Anna Funder zum ersten Mal nach Berlin und lebte im Westen der Stadt. Nach dem Fall der Mauer kehrte sie zurück und machte sich daran, „ein paar Geschichten aus diesem auf Abwege geratenen Land aufzutreiben“ (Seite 25).

Dafür interviewt sie sowohl Opfer der Diktatur, z.B. Inhaftierte, als auch Täter, z.B. Mitarbeiter der Stasi.

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Persönlichkeitsstörungen verstehen. Zum Umgang mit schwierigen Klienten von Rainer Sachse

„Es gibt also keinen Grund, Personen mit diesen Problemen abzuwerten oder auszugrenzen. Vielmehr gibt es viele Gründe zu versuchen, diese Personen zu verstehen (was im Grunde auch gar nicht so schwierig ist) und zu versuchen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen, um sie „da abzuholen, wo sie sich befinden“, und ihnen zu ermöglichen, ihr Verhalten zu verändern.“ (Seite 17)

Rainer Sachse erklärt in Persönlichkeitsstörungen verstehen initial, dass Persönlichkeitsstörungen Beziehungsstörungen sind, wie sich Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung verhalten, wann eine Störung vorliegt, wann eine Diagnose hilfreich ist und wann nicht, bevor er auf das von ihm entwickelte Modell der doppelten Handlungsregulation eingeht. Im Rahmen dieses Modells erläutert Sachse, was Motiv- und was Spielebene bedeutet, welche Rolle Schemata, Images, Appelle und Tests spielen.

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Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland von Jochen Schmidt

„So vieles hatte sich geändert, aber so viel anderes wieder nicht. Nur dass einem das, was sich nicht ändert, nicht so auffällt.“

Jochen Schmidt erzählt in seiner Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland von Trabant und MZ, Improvisieren und Basteln, Thementorten und Fahnenhaltern, Spielzeugmuseum und Sommerrodelbahn, Kyffhäuser und Eierscheckenäquator, Plattenbau und Ha-Neu, Eisenhüttenstadt und Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, Karl May und Schneckenmühle, Leipziger Buchmesse und Völkerschlachtdenkmal, das Grüne Band und Mödlareuth, Sigmund Jähn und Talsperre Pöhl.

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Ich musste raus. Wege aus der DDR von Constantin Hoffmann (Hörbuch)

„Von 1961 bis 1989 galt die innerdeutsche Grenze als die am schärfsten bewachte Grenze überhaupt. Für die meisten Menschen in der DDR war sie unüberwindbar. Trotzdem setzten viele alles daran, das Land zu verlassen.“ (Klappentext)

Ich bin in der DDR aufgewachsen und war beim Fall der Mauer dreizehn Jahre alt. Ich bin also (wie ich finde) eine der Glücklichen, die sich noch an das Leben in der Diktatur, an die Propaganda und die Pionierorganisationen, aber auch an die schönen Momente des Lebens in der DDR erinnern kann.

Ich musste raus erzählt fünf Fluchtgeschichten, die allesamt detailliert wiedergegeben und packend erzählt wurden. Der Hörer erfährt z.B. von Manfred, der die DDR in einem Kofferraum verlassen hat, von Michael, der mit seiner Freundin über Ungarn und Österreich geflohen ist, und von Uta, die erst nach einem Gefängnisaufenthalt in die BRD ausreisen durfte. Ich musste raus. Wege aus der DDR von Constantin Hoffmann (Hörbuch) weiterlesen

Fettnäpfchenführer Italien. Wie man so tut, als sei man Italiener von Sandro Mattioli

„Deutsche lieben Italien, respektieren das Land aber nicht. Italiener respektieren Deutschland, lieben es aber nicht.“ (Seite 247)

Sandro Mattioli erzählt am Beispiel der fiktiven Erasmusstudentin Franziska von den Fallstricken in Italien. Der Fokus liegt dabei auf Rom, wo Franziska neun Monate ihres Lebens verbringt und wo auch ihr Vater aus geschäftlichen Gründen eine Weile lebt.

Mattioli berichtet in seinem Fettnäpfchenführer Italien von Ampeln und Verkehrsregeln, Vermietern und Einkaufen, Frühstück und Stadtbummel, Flirten und Abgrenzen, Mafia und Steuerhinterziehung, Döner und Rechtsextremismus, Mülltrennung und Spülwasser, Fremdsprachen und Anglizismen, Hierarchien und akademischen Titeln, Diebstahl und Bußgeldern, Trinkgeldern und Parmesan, Vatikan und Ostia antica, Kindern und Lautstärke, Vetternwirtschaft und Geschäftsessen, Komplimenten und Kritik.

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Der Osten ist ein Gefühl. Über die Mauer im Kopf von Anja Goerz

„Habt im Blick, was uns verbindet, sucht nicht, was uns trennt.“

Anja Goerz erlebte das Aufeinanderprallen der ostdeutschen und der westdeutschen Mentalität im Job, wollte deshalb genauer wissen, was die „ost-westlichen Befindlichkeiten und Denkweisen ausmacht“ und hat dafür unterschiedliche Menschen aus der Ex-DDR zu ihrem Leben befragt. Sie hat zudem „versucht, Menschen im Westen zu finden, die einige Fragen ‚von der anderen Seite‘ beleuchten“.

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Der Revolver von Fuminori Nakamura

„Gestern – es kommt mir vor wie gestern – habe ich einen Revolver gefunden. Vielleicht auch gestohlen, ich weiß es nicht genau. Noch nie habe ich etwas so Schönes gesehen, er liegt in meiner Hand, als wäre er für mich gemacht. Bisher hatte überhaupt kein Interesse an Waffen, aber in dem Moment, in dem ich den Revolver sah, musste ich ihn haben.“ (Seite 9)

Nishikawa, ein junger Student, läuft im strömenden Regen durch Tokio. Er ist bis auf die Knochen durchnässt, aber er geht immer weiter und weiter, obwohl sich ein Teil von ihm nach einer heißen Dusche und trockener Kleidung sehnt.

Als er für eine Zigarettenpause Zuflucht unter einer Brücke sucht, findet er die Leiche eines Mannes – und neben dem Mann einen Revolver.

Er steckt die Waffe kurzerhand ein, geht mit einem Hochgefühl nach Hause, und der Fund ändert sein Leben. All seine Gedanken drehen sich fortan um die Waffe. Er poliert und betrachtet den Revolver. Der Besitz macht ihn glücklich. Und die Vorstellung, jemanden zu töten, erregt Nishikawa immer mehr, und er weiß, dass er sein unbändiges Verlangen nicht mehr lange kontrollieren kann.

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Umgang mit depressiven Patienten von Angela Mahnkopf

„Dass fast jeder Mensch glaubt, Depressionen zu kennen, hat Vor- und Nachteile: Das Einfühlen in einen depressiven Menschen scheint zunächst leichter als bei manchen anderen Erkrankungen, weil man eine Ahnung von einzelnen Symptomen des Betroffenen hat. Da viele Menschen aber das Gefühl der Niedergeschlagenheit, Antriebsstörung und Lustlosigkeit nur als kurzzeitigen und vorübergehenden Zustand kennen, meinen sie, dies müsse beim depressiv Kranken ebenso sein. Dieser Schluss ist falsch. Dass sich die depressive Erkrankung qualitativ deutlich vom „normalen Bedrücktsein“ unterscheidet und sich nicht durch ein bloßes „Zusammenreißen“ beheben lässt, wird von Laien oft nicht verstanden.“ (Seite 14)

Angela Mahnkopf, Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin, fasst in ihrem Buch knapp zusammen, was man über den Umgang mit Menschen mit einer depressiven Störung wissen sollte. Sie erzählt von den Unterschieden zwischen normalen Stimmungsschwankungen und einer Depression, von Symptomatik und Diagnostik, Epidemiologie, Etikettierung und Stigmatisierung, einer helfenden Grundhaltung, Depressionsspirale, Suizidalität, der Behandlung und dem Einbezug von Angehörigen.

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Sie sprechen mit der Stasi von Andreas Ammer und FM Einheit (Hörbuch)

„Belege für die Banalität des Bösen“ (Joachim Gauck, Booklet Seite 4)

Sie sprechen mit der Stasi beinhaltet Tonbandaufnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, die von Andreas Ammer und FM Einheit ausgewählt, geschnitten und mit Musik hinterlegt wurden. Hier erfährt man von Denunzianten und Denunzierten, lauscht Telefongesprächen und Verhören, hört weinende, verängstigte, wütende und rachsüchtige Menschen, lernt aber auch solche kennen, die Widerstand leisteten, z.B. den „Telefonterrormenschen“, der regelmäßig anrief, um die Telefonleitung der Stasi zu belegen.

„Wir hören plötzlich zu, wie die Stasi ein Verhör führte. Wir kennen die Situation gut, aus jedem Kriminalfilm, aber wir haben sie noch nie in ‚Wirklichkeit‘ gehört. […] Wir hören, wie ein Mensch zerbricht: besser, wie er gebrochen wird. Wir hören, wer schuld ist.“ (Andreas Ammer, Booklet Seite 9f) Sie sprechen mit der Stasi von Andreas Ammer und FM Einheit (Hörbuch) weiterlesen