Schlagwort-Archive: Ostafrika

Belletristik, Sachbücher und Reiseberichte aus und über Afrika (Länder M bis Z)

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher und Reiseberichte aus und über verschiedene Länder Afrikas auf. Dabei habe ich mich – im Gegensatz zu meinen bisherigen Lektürelisten – entschlossen, pro Land nur eine einzige Buchempfehlung zu geben. Sicherlich wird es in der Zukunft Monatsthemen zu ausgewählten Ländern Afrikas geben, zu denen ich dann eine ausführliche Lektüreliste biete.

Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe. Belletristik, Sachbücher und Reiseberichte aus und über Afrika (Länder M bis Z) weiterlesen

Ruanda 1994 bis heute. Vom Umgang mit einem Völkermord von Gerd Hankel

„Das war also die Situation im Frühjahr 1994: Ein Land am Rande des Abgrunds, in dem es nur eines Funkens bedurfte, um die Mischung aus Hass, Vergeltungssucht und beiderseitiger Kriegsbereitschaft zur Explosion zu bringen.“ (Seite 46)

Gerd Hankel berichtet in Ruanda 1994 bis heute vom Völkermord, der sich zwischen April und Juli 1994 in Ruanda zugetragen hat und dem Hunderttausende zum Opfer gefallen sind. Bei den Tätern handelte es sich um Hutu, der größten Bevölkerungsgruppe Ruandas, bei den Opfern größtenteils um Tutsi, jedoch auch um Hutu, die sich nicht aktiv am Genozid beteiligten und/oder versuchten, Tutsi zu schützen. Ruanda 1994 bis heute. Vom Umgang mit einem Völkermord von Gerd Hankel weiterlesen

Weit Gegangen von Dave Eggers

Dave Eggers hat die wahre Lebensgeschichte von Valentino Achak Deng in Romanform gebracht: Valentino ist weit gegangen und wurde deshalb auch von einigen Freunden so genannt – „Weit Gegangen“. Sein Weg führt ihn aus seiner Heimat, Marial Bai im Süden des Sudan, nach Äthiopien, Kenia und schließlich in die Vereinigten Staaten von Amerika. Sein Weg und sein Leben sind geprägt von Freundschaft und Verlusten, von Hunger, Durst und Elend, von Massakern und Tod. Weit Gegangen von Dave Eggers weiterlesen

Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam von Wolf-Ulrich Cropp

„Doch über allem bleibt der Schatten jahrzehntelanger blutiger Unterdrückung mit Zehntausenden von Toten, Grausamkeiten, Ausbeutung.“

Wolf-Ulrich Cropp macht sich auf die Reise nach Sansibar, um mehr über Salme, die Prinzessin von Oman und Sansibar, zu erfahren. Diese verließ im 19. Jahrhundert ihre Heimat und lebte an der Seite ihres deutschen Ehemannes als Emily Ruete in Hamburg.

In Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam erzählt der Autor von ostafrikanischen Völkern und ihren Traditionen, vom Kilimandscharo und Dar es Salaam, von Sklaverei und Kolonialgeschichte, von Stone Town und Freddie Mercury, von Gewürzen und Sansibar-Stummelaffen, von Plattenbau und verfallenen Villen, von Zoroastrismus und schamanischem Geisterglaube, von Pemba und Sansibar – und natürlich von Salme und ihrem Leben.  Wie ich die Prinzessin von Sansibar suchte und dabei mal kurz am Kilimandscharo vorbeikam von Wolf-Ulrich Cropp weiterlesen

Tod dem Helfer von Kilian Kleinschmidt

„Ich möchte erzählen, wie es angefangen hat. Wie der Horror in mein Leben kam, die Geister, die Toten und warum ich ihnen die Tür immer wieder weit aufgemacht, sie willkommen geheißen habe, wie alte Bekannte.“ (Seite 9)

Ich habe die Angewohnheit, kurz vor dem Schlafen noch die erste Seite eines neuen Buches anzulesen. Eines Nachts habe ich genau dies mit Tod dem Helfer vorgehabt, aber eine Stunde später – es war bereits 1:30 – war ich immer noch wach, das Büchlein ausgelesen und ich so aufgewühlt, dass ich nicht schlafen konnte.

Kilian Kleinschmidt, der mir schon durch sein großartiges Buch Beyond Survival ein Begriff war, hat mich von der ersten Seite an beeindruckt. Mit seiner gnadenlosen Ehrlichkeit, mit der er von seinem emotionalen Erleben spricht, entblößt sich der Autor regelrecht vor dem Leser, macht sich dadurch angreifbar und verwundbar. Tod dem Helfer von Kilian Kleinschmidt weiterlesen

Afrika-Monatsthema (Länder M bis Z) im Juni 2019

Satellitenbild der NASA. Quelle: Wikipedia

Weil ich schon seit meiner Kindheit von Afrika fasziniert bin, habe ich bereits im April 2019 ein Afrika-Monatsthema gemacht, bei dem ich je ein Buch für jedes afrikanische Land von A bis L vorgestellt habe. Hier geht’s zum Eingangspost des Afrika-Themas im April 2019. Afrika-Monatsthema (Länder M bis Z) im Juni 2019 weiterlesen

Der Ort, an dem die Reise endet von Yvonne Adhiambo Owuor

„Erinnerungen sind einsame Geister.“

Der talentierte Student Odidi Oganda wird auf einer Straße in Nairobi erschossen. Seine Schwester Arabel Ajany kehrt aus Brasilien nach Kenia zurück, um ihren Vater bei der Überführung Odidis Leiche von der Hauptstadt zu der Familienfarm zu helfen.

Dort müssen sie sich nicht nur mit ihrer Trauer und dem Unverständnis, was passiert ist, auseinandersetzen, sondern werden zudem mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert, denn kurz nach Odidis Tod taucht der Engländer Isaiah auf der Farm auf und stellt Fragen nach seinem verschollenen Vater Hugh. Isaiah stand in Kontakt mit Odidi, der etwas über Hugh wusste, und reiste nach Kenia, um Odidi zu treffen und mehr über seinen Vater zu erfahren. Der Ort, an dem die Reise endet von Yvonne Adhiambo Owuor weiterlesen

Der Mann, der den Tod auslacht von Philipp Hedemann

„Ich habe eine jahrtausendealte Kultur kennengelernt und spektakuläre Landschaften gesehen. Ich habe Freunde gefunden, ich habe gelacht, ich habe den Kopf geschüttelt, ich habe geflucht, ich habe manchmal die Hoffnung aufgegeben und sie meist schnell wieder gewonnen, ich habe Angst und Freude empfunden. Verstanden habe ich Äthiopien immer noch nicht. Aber ich habe mir Mühe gegeben.“ (Seite 11)

Philipp Hedemann gibt seinen Redakteursjob in London auf und zieht nach Addis Abeba, wo seine Freundin einen Job in der Entwicklungshilfe angenommen hat. Er selbst reiste als freier Korrespondent durch Äthiopien und erzählt in Der Mann, der den Tod auslacht von Hyänenfütterung und Haile Selassie, Lachseminaren und Schwermut, Mittelalter und Moderne, Haile Mariam und Sozialismus, Armut und Träumen, Schuhputzern und Kinderarbeit, Injera und Qat, Christentum und Scharlatanen, Hochschulstudium und Arbeitslosigkeit, Bundeslade und trampenden Mönchen, Goldrausch und Straßenkindern, Danakil und Genitalverstümmelung, Hungersnot und Teff, Rastafari und Marihuana, Lippentellern und mingi-Kindern. Der Mann, der den Tod auslacht von Philipp Hedemann weiterlesen

Kleines Land von Gaël Faye (Hörbuch)

„Wir wussten es noch nicht, aber die Zeit des Infernos war gekommen.“

Zwischen April und Juli 1994 kam es in Ruanda zu extremen Gewalttaten, die zwischen 800.000 und 1.000.000 Menschen das Leben kosteten. In diesen knapp 100 Tagen massakrierten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75% der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie Hutu, die sich nicht an diesem Völkermord beteiligten. Die Stimmung von Hass und Gewalt schwappte zudem auf das kleine Nachbarland Burundi über, in dem es bereits in den Jahrzehnten zuvor mehrere Kämpfe zwischen Hutu und Tutsi gab, wo die Geschehnisse in den 1990er Jahren jedoch nicht das Ausmaß des Genozids in Ruanda erreichten.

Ein Teil der Handlung in Kleines Land ist in dieser hochexplosiven Zeit angesiedelt, so dass der Leser den Autor in das kleine ostafrikanische Land begleiten und so an den Geschehnissen der 1990er Jahre teilhaben kann. Kleines Land von Gaël Faye (Hörbuch) weiterlesen

Geschenkideen für den besten Freund, den es an die aufregendsten Orte zieht

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