Schlagwort-Archive: True Tales

Tod dem Helfer von Kilian Kleinschmidt

„Ich möchte erzählen, wie es angefangen hat. Wie der Horror in mein Leben kam, die Geister, die Toten und warum ich ihnen die Tür immer wieder weit aufgemacht, sie willkommen geheißen habe, wie alte Bekannte.“ (Seite 9)

Ich habe die Angewohnheit, kurz vor dem Schlafen noch die erste Seite eines neuen Buches anzulesen. Eines Nachts habe ich genau dies mit Tod dem Helfer vorgehabt, aber eine Stunde später – es war bereits 1:30 – war ich immer noch wach, das Büchlein ausgelesen und ich so aufgewühlt, dass ich nicht schlafen konnte.

Kilian Kleinschmidt, der mir schon durch sein großartiges Buch Beyond Survival ein Begriff war, hat mich von der ersten Seite an beeindruckt. Mit seiner gnadenlosen Ehrlichkeit, mit der er von seinem emotionalen Erleben spricht, entblößt sich der Autor regelrecht vor dem Leser, macht sich dadurch angreifbar und verwundbar. Tod dem Helfer von Kilian Kleinschmidt weiterlesen

Der Untergang der Bounty von Matthew Shaer

„Wenn ein Schiff sinkt, erzeugt es einen Strudel an der Meeresoberfläche, der alles, was lose in der Umgebung treibt – Planken, Rettungsflöße, Überlebende – hinter sich her unter Wasser reißt.“ (Seite 67)

Mitte Oktober 2012 bildete sich im Karibischen Meer ein Sturm, der später als Hurrikan Sandy in die Geschichte eingehen wird, der über Jamaika, Kuba und die Bahamas nach Norden zog und dann das Festland der USA erreichte.

Trotz der Sturmwarnung entschloss sich Robin Walbridge, der Kapitän der Bounty, einem Nachbau der Original-Bounty aus dem 18. Jahrhundert, aus dem Hafen auszulaufen, weil er sich sicher war, dass dies für das Schiff weniger gefährlich sei. Der Untergang der Bounty von Matthew Shaer weiterlesen

Über Bord von Paul Tough

„Er war allein in der Finsternis, und ein einziger Gedanke erfüllte ihn: Hier werde ich sterben.“

Fünfundsiebzig Kilometer vor der Spitze Long Islands fällt der 45-jährige Fischer John Aldridge mitten in der Nacht vom Hummerboot Anna Mary ins Wasser. Keiner hört seine Schreie, und Aldridge kämpft allein ums Überleben.

Zwar mobilisiert die Küstenwache sämtliche Kräfte, doch das Suchfeld ist riesig, da niemand weiß, wann genau Aldridge über Bord gegangen ist und wo sich das Boot zu der Zeit befunden hat, und die Helfer suchen an der falschen Stelle. Über Bord von Paul Tough weiterlesen

Der König der Pinguine von Ned Zeman

„Kaiserpinguine sind die zähesten Vögel von allen; sie schaffen es, sich in einem Klima warm zu halten, in dem selbst der robuste Vielfraß eingehen würde. Der beste Beweis dafür ist das Küken des Kaiserpinguins – des einzigen Pinguins, eigentlich des einzigen Tieres überhaupt, das es wagt, im tiefsten antarktischen Winter auf die Welt zu kommen.“ (Seite 9)

Etwa 2500 Kilometer nördlich des Südpols und 4000 Kilometer südwestlich der nächstgelegenen Stadt, Hobart auf Tasmanien, lebt eine Kaiserpinguinkolonie, die hier mitten im Polarwinter bei bis zu -45°C und bei Stürmen mit bis zu 180km/h ihre Eier ausbrütet und ihre Kinder großzieht.

Hierhin zieht es im Juli 1997 den Fotografen Bruno „Pinguin“ Zehnder, der schon seit seiner Kindheit von Pinguinen fasziniert ist und der in der russischen Forschungs- und Versorgungsstation Mirny unterkommt, die nur 2 1/2 Kilometer von der Pinguinkolonie entfernt ist. Von hier aus unternimmt er Fototouren, denn sein großer Wunsch ist, ein Kaiserpinguinküken beim Schlüpfen zu fotografieren. Der König der Pinguine von Ned Zeman weiterlesen

Die Teufelstaucher von James Nestor

„Der Mensch blieb lange Zeit auf die Meeresoberfläche beschränkt und fürchtete die Tiefe.“ (Seite 15)

Im Jahre 1782 ankerte das Kriegsschiff Royal George in der Nähe des Hafens von Portsmouth und sank dort beim Beladen. Neunhundert Menschen kamen dabei ums Leben, und das Schiff, das mit einem Vermögen beladen war, verschwand im Wasser.

Die Royal George lag 25 Meter unter der Wasseroberfläche, was im 18. Jahrhundert eine Tiefe war, die nicht ertaucht werden konnte. Nichtsdestotrotz gab es Wagemutige, die ihr Glück versuchten, um an die unermesslichen Reichtümer zu gelangen.

Anfang des 19. Jahrhunderts erfanden die Brüder Charles und John Deane, die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind und dieser Armut endlich entfliehen wollten, einen Atemschutzhelm, den sie schließlich so weiterentwickelten, dass er zum Tauchen benutzt werden konnte. Die Teufelstaucher von James Nestor weiterlesen

18 Tage im Sinai von Michael Obert

„Keine Arbeit, kein Geld, keine Zukunft“ (Seite 31)

Der 28-jährige Selomon ist aus seiner Heimat Eritrea in den benachbarten Sudan geflohen, wurde in Ostsudan gekidnappt, an ein internationales Menschenhändlernetzwerk verkauft und schließlich in ein Foltercamp auf der Sinai-Halbinsel verschleppt. Hier wurde er so lange gefoltert, bis seine Familie ein exorbitant hohes Lösegeld gezahlt und ihm somit die Freiheit erkauft hat.

Anhand der Geschichte Selomons erzählt Michael Obert von den Foltercamps, von Islamismus, von Menschen- und Organhandel. 18 Tage im Sinai von Michael Obert weiterlesen