Schlagwortarchiv: Psychose

Psychose und Gewalt von Ulrich Ertel, Günter Lempa, Thomas Müller, Alois Münch und Elisabeth Troje (Herausgeber)

„In der öffentlichen Wahrnehmung sind Geisteskrankheit, Psychosen und Gewalt nach wie vor untrennbar miteinander verbunden, und ein Großteil des mit Psychosen assoziierten Stigmas beruht wohl auf einer Kontamination mit Bedrohung und Gefährlichkeit.“ (Seite 7)

Die Herausgeber des Bandes Psychose und Gewalt fokussieren in ihrem Buch auf die Auseinandersetzung mit äußerer und innerer Gewalt bei Psychosen, auf den Mythos der gewaltfreien Psychiatrie, auf eine Reflexion über Hass, Aggression und Gewalt in der Psychiatrie, auf Macht und Gewalt in der psychiatrischen Behandlung, auf Unsagbares, Angst und Hass in der analytischen Psychosentherapie, auf den Umgang mit Aggressivität bei psychotischen Erkrankungen sowie auf Suizidalität.

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Why Psychosis Is Not So Crazy. A Road Map to Hope and Recovery for Families and Caregivers von Stijn Vanheule

„To get in touch with the world of a person experiencing psychosis, the first thing we need to do is to look beyond the simple conclusion that psychosis is strange.“ (Seite 2)

Stijn Vanheule befasst sich in seinem Buch initial damit, dass Psychosen mentale Krisen sind, geht danach näher auf diskrete psychotische Erlebnisse ein, beschreibt Charakteristiken einer manifesten Psychose, setzt sich mit Triggern von psychotischen Episoden und mit der Behandlung von Psychosen auseinander.

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Psychose von Joachim Küchenhoff

„Der erste Schritt führt von der Form psychotischer Produktion zum Inhalt und verbindet beide Aspekte. Nach dem Sinn in der Psychose zu fragen bedeutet, nicht nur eine Diagnose aus der ver-rückten Form des Erlebens zu extrahieren, sondern das, was der psychotisch kranke Mensch zu sagen hat, ernst zu nehmen, es an sich herankommen und sich davon berühren zu lassen.“ (Seite 10)

Joachim Küchenhoff befasst sich in seinem Buch zunächst mit der psychiatrischen Klassifikation und ihren Grenzen, mit psychotischen Störungen in der ICD-10 und mit dem Verstehen der Psychopathologie.

Danach geht er auf psychoanalytische Psychosetheorien ein, stellt ein psychodynamisches Faktorenmodell vor und beschreibt die psychotherapeutische Arbeit mit psychiatrischen Patienten.

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Von einem Schmerz getroffen, fiel ich bis zu den Sternen von Renate Schernus (Hg.)

„Was die Psychosen betrifft, äußerte sie einmal, sie habe nie ein Selbstverständnis von sich entwickelt, im tiefsten Kern ‚psychisch krank‘ zu sein und zu bleiben. Und so wurde sie auch wahrgenommen, als im tiefsten Kern gesund.“ (Seite 7)

Die Psychiatrieerfahrene Sibylle Prins starb am 14. Juli 2019 im Alter von 60 Jahren an einem Lungenkarzinom und vermachte ihre Tagebücher sowie andere Aufzeichnungen vor ihrem Tod dem Psychiatrie Verlag.

„Die Tagebücher erweitern den Blick sowohl für die zutiefst menschlichen Probleme eines Lebens mit Psychose als auch für die so oft übersehenen Chancen und kreativen Möglichkeiten.“ (Seite 11, Vorbemerkung der Herausgeberin Renate Schernus)

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Prinzessin Alice von Irene Dische

„Wenn du mit Gott sprichst, ist das Beten. Wenn Gott mit dir spricht, ist das Schizophrenie.“ (Seite 5, Zitat von Szasz)

Victoria Alice Elizabeth Julia Marie Prinzessin von Battenberg, die Ende des 19. Jahrhunderts im Windsor Castle geboren wurde und in den 1960er Jahren im Buckingham Palace in London starb, war die Mutter von Philip Mountbatten, dem Prinzgemahl der britischen Königin Elisabeth II. und Vater von König Charles III, so dass Prinzessin Alice von Battenberg die Großmutter von Charles III war.

Sie wurde offiziell als wahnsinnig diagnostiziert und erzählt hier ihre Geschichte sowohl die Geschichte ihrer Schwägerin Marie Bonaparte und einer dritten Schwägerin, Edwina Mountbatten.

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9 Jahre Wahn. Mein Leben mit paranoider Schizophrenie von Eric Stehfest

„Diese Figur ist frei von Ängsten und Unsicherheiten, kann sagen, was sie will.“ (Seite 37)

Die Konten des Autors sind gepfändet, er ist verschuldet. In der Vergangenheit war er drogenabhängig. Und nun ist sein Leben zudem gekennzeichnet durch Wahngedanken und Ängste.

In 9 Jahre Wahn erzählt er von seiner Behandlung, von der Auseinandersetzung mit seiner psychischen Störung und vom Weg der Genesung.

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Haus zur Sonne von Thomas Melle (Hörbuch)

„Anhedonie: die Unfähigkeit, irgendetwas zu genießen, irgendeine Freude zu empfinden bei jeglicher Tätigkeit. Es gab nichts mehr, was Spaß machte, und sei es nur für einen Augenblick. Alles war grau in grau, die Berührungen, die Filme, die Mahlzeiten, die Bücher, wenn sie alle eine Farbe gehabt hätten, es wäre immer nur grau gewesen. Ich selbst wäre grau gewesen. Ich schmeckte grau und sah grau und dachte grau.“ (Track 18)

Der Protagonist in Haus zur Sonne ist am Boden: Nach mehreren Krankheitsphasen im Rahmen seiner bipolaren Störung ist seine Wohnung heruntergewirtschaftet, die Wände sind vom Rauchen vergilbt, überall stehen unausgepackte Kartons, er ist verschuldet, nach der letzten Manie hat sich fast jeder von ihm abgewendet. Er hat sich aufgegeben:

„Denn die Katastrophe war wieder passiert, und zwar intensiver und länger denn je. Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass das geschehen könnte, und dann auch noch schlimmer, noch zerstörerischer als die Male davor. Jede Manie nimmt einem etwas, nimmt einem sogar sehr viel, aber diese, die letzte Manie, sie hat mir wirklich alles genommen.“ (Track 2)

Da erhält er einen Brief vom sogenannten „Haus zur Sonne“ – eine staatliche Einrichtung, in der einem alle erdenklichen Träume erfüllt werden, mit der Bedingung, dass man nach deren Erfüllung aus dem Leben scheiden muss.

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Haus zur Sonne von Thomas Melle

„Und mein Leben war vorbei.“ (Seite 7)

Der Protagonist in Haus zur Sonne ist am Boden: Nach mehreren Krankheitsphasen im Rahmen seiner bipolaren Störung ist seine Wohnung heruntergewirtschaftet, die Wände sind vom Rauchen vergilbt, überall stehen unausgepackte Kartons, er ist verschuldet, nach der letzten Manie hat sich fast jeder von ihm abgewendet. Er hat sich aufgegeben:

„Denn die Katastrophe war wieder passiert, und zwar intensiver und länger denn je. Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass das geschehen könnte, und dann auch noch schlimmer, noch zerstörerischer als die Male davor. Jede Manie nimmt einem etwas, nimmt einem sogar sehr viel, aber diese, die letzte Manie, sie hat mir wirklich alles genommen.“ (Seite 9)

Da erhält er einen Brief vom sogenannten „Haus zur Sonne“ – eine staatliche Einrichtung, in der einem alle erdenklichen Träume erfüllt werden, mit der Bedingung, dass man nach deren Erfüllung aus dem Leben scheiden muss.

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The Dialectical Behavior Therapy Skills Workbook for Psychosis von Maggie Mullen

„Psychosis involves changes in your perceptions and thoughts that make it difficult to determine what‘s real and what’s not. This loss of contact with reality can take the form of seeing, hearing, smelling, or believing things that others do not.“ (Seite 5)

Das Buch bietet zunächst einen Überblick über Psychosen und geht dann auf verschiedene Module ein, die aus der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) bekannt sind. Hier geht es zum einen um Achtsamkeit, um Stresstoleranz, um Emotionsregulation und um zwischenmenschliche Fertigkeiten, zum anderen um den Aufbau eines Unterstützungssystem.

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The Psychosis Workbook von Laura Dewhirst, Jessica Murakami-Brundage und Ron Unger

„In fact, we are all capable of experiencing psychosis under the right conditions. It is part of the incredible spectrum of experiences that are possible for us to encounter as human beings.“ (Seite IX)

Die beiden Autorinnen erklären in ihrem Buch initial, was eine Psychose ist. Danach leiten sie im Detail an, wie sich Betroffene eine „Recovery Road Map“ erstellen können, gehen dabei auf persönliche Stärken, Werte, Ziele im Leben, belastende Symptome, Hindernisse etc. ein.

Im Verlauf berichten sie von Copingstrategien bei Stimmenhören und bei anderen Halluzinationen, bei paranoiden und anderen wahnhaften Überzeugungen, bei kognitiven Schwierigkeiten und bei Minussymptomen sowie bei Manie, Depression und Suizidalität.

Am Ende des Buches gehen sie näher auf Antistigmaarbeit und auf die Erstellung eines Notfallplan zur Rückfallprophylaxe ein.

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