Schlagwort-Archive: Spanien

Ein Jahr in Madrid. Reise in den Alltag von Anne Grüttner

„De Madrid al cielo, y un agujerito para verlo.“ (Seite 189)

Anne Grüttner hat ein paar Jahre in Südamerika gelebt, doch nun zieht es sie wieder nach Europa. Zusammen mit ihrem Mann entscheidet sie sich für ein Leben in Madrid, wo sie erst einmal für ein Jahr wohnen möchten.

Architektur in Infrarot, Madrid (2016)
Palacio Real in Infrarot, Madrid (2016)
Palacio Real, Infrarot, Madrid (2016)
Säulen, Infrarot, Madrid (2016)

In Ein Jahr in Madrid erzählt Grüttner von Alcobendas und La Moraleja, Steuernummer NIE und Portero, Puerta del Sol und Plaza Mayor, Conjuntada und Nagelstudios, Prado und Palacio Real, El Escorial und Valle de los Caídos, Francisco Franco und Juan Carlos, Urbanización und Pueblo, Schweineschnauze und Eintopf, Mittagspause und ARHOE, Katalonien und Nationalismus, Gesundheitszentrum und Fehltagen, Silvester und Reyes Magos, Fluchen und Germanofobia, Verboten und Bußgeldern, Tapas und Parque del Retiro, Matanza und Stierkampf.

Palacio de Cibeles, Infrarot, Madrid (2016)
Palacio de Cibeles, Infrarot, Madrid (2016)

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Wie ein Stein im Geröll von Maria Barbal

Die Ich-Erzählerin Conxa wird im Alter von 13 Jahren zu ihrer Tante in ein benachbartes Dorf geschickt, da es dort genug Arbeit und auch genug zu essen gibt. Conxa muss damit alles Bekannte zurücklassen und fernab ihrer Eltern und Geschwister leben. Sie baut sich schließlich ein neues Leben in Pallarès auf und lernt die Liebe ihres Lebens – Jaume – kennen. Wie ein Stein im Geröll von Maria Barbal weiterlesen

Das Schweigen des Sammlers von Jaume Cabré

„Dass so viel Schmerz in einen drei Finger dicken Stapel Buchseiten passen soll, ist doch der reinste Hohn!“

Adrià Ardèvol i Bosch erlebt eine Kindheit voller Kontrolle, Zwang und Gehorsam, ohne elterliche Liebe und Zuneigung. Sein Vater hat große Ziele – Adrià soll mindestens 10 Sprachen sprechen und später Jura und Geschichte studieren. Seine Mutter wünscht sich, dass aus ihrem Sohn ein Geigenvirtuose wird. Eines Tages vertauscht Adrià die vom Vater geliebte, wertvolle Geige aus dem 18. Jahrhundert, mit der eigenen Geige, um seinem Freund Bernat die berühmte Storioni zu zeigen. Doch dann verlässt der Vater mit der falschen Geige das Haus und wird kurz darauf getötet.

Jahre später versucht Adrià, das Geheimnis um den Tod des Vaters zu lüften sowie der Herkunft und der tragischen Geschichte der Storioni auf die Spur zu kommen. Das Schweigen des Sammlers von Jaume Cabré weiterlesen

Ein Jahr in Barcelona. Auswandern auf Zeit von Barbara Baumgartner

„Man kann nichts tun, als demütig abzuwarten, bis das Unheil vorübergeht“

Barbara Baumgartner und ihr Mann ziehen ohne viel Vorbereitung, ohne Spanisch-Kenntnisse und ohne Freunde in der Stadt nach Barcelona.

In Ein Jahr in Barcelona erzählt die Autorin von Eixample und Barri Gòtic, Spanisch und Català, Tibidabo und Montjuϊc, Sagrada Familia und Gaudí, Rambla und Raval, Fahrradfahren und Corridas de toros, Kirchen und Kinos, Taschendieben und Einbrechern, Bauboom und Behördengängen, Bochorno und Orxata, Parc Güell und Pedro Almodóvar. Ein Jahr in Barcelona. Auswandern auf Zeit von Barbara Baumgartner weiterlesen

Kleine Helden von Almudena Grandes

„Wir sehen zu, wie einer nach dem anderen ins Unglück stürzt, und denken, na ja, solange es mich nicht trifft … Und jetzt hat es auch uns erwischt, klar, es musste ja so kommen. Wie hätten wir davonkommen sollen, wenn alle anderen um uns herum ihre Arbeit verlieren?“ (Seite 37)

Almudena Grandes nimmt den Leser in ihrem Roman Kleine Helden mit in ein Viertel im Zentrum Madrids. Der Name des Viertels wird nicht verraten, und das spielt auch keine Rolle, denn im Vordergrund stehen die Bewohner, die sich durchs Leben kämpfen.

Sie alle haben Sorgen, denn die Zeiten haben sich geändert, überall hört man von Arbeitslosigkeit, Armut, Konkurrenz, Sparmaßnahmen, Verzweiflung, Zwangsräumung und Zukunftsangst. Kleine Helden von Almudena Grandes weiterlesen

Die toten Gassen von Barcelona von Stefanie Kremser

„Warum habe ich plötzlich Angst? Oder fühlt sich so Einsamkeit an?“

Anna Silber kehrt zurück zu ihren Ursprüngen – nach Barcelona, wo ihre Mutter geboren wurde und wo Anna selbst nur als Kleinkind zu Besuch war. Sie soll für einen alternativen Reiseführer recherchieren, befindet sich jedoch sehr bald im näheren Umfeld einer Mordermittlung. Bereits sieben Menschen wurden in den vergangenen zwei Monaten umgebracht – völlig unterschiedliche Typen, stets andere Tatwaffen und Szenarien. Doch Anna vermutet sehr bald, dass es einen (bisher ungeahnten) Zusammenhang geben und es sich um die Taten eines einzelnen Täters handeln muss. Und dann gibt es auch bald die achte Leiche… Die toten Gassen von Barcelona von Stefanie Kremser weiterlesen

Patria von Fernando Aramburu (Hörbuch)

„Bittori, um der Liebe Jesu Willen, warum steckst du deinen Finger in diese Wunde? Da hab ich ihm geantwortet: Um den ganzen Eiter herauszupulen, der da noch drinnen steckt. Sonst schließt sie sich nie.“

Bittori und Miren – einst beste Freundinnen, die zusammen ins Kloster gehen wollten, aber schließlich beide 1963 geheiratet haben – haben sich voneinander entfremdet: Während Bittoris Ehemann Txato vor über 20 Jahren von Terroristen der Euskadi Ta Askatasuna (ETA) erschossen wurde, sitzt Mirens Sohn Joxe Mari wegen seiner ETA-Aktivität im Gefängnis.

Seit seinem gewaltsamen Tod besucht Bittori regelmäßig das Grab Txatos und spricht mit ihm. Nun hat sie eine Entscheidung getroffen, mit der sie ihn konfrontieren möchte: Sie will am selben Abend in ihr altes Haus zurückkehren, das sie nach seiner Ermordung verlassen hat.

Bittoris Wiederauftauchen im Dorf sorgt für Aufregung bei den Bewohnern, vor allem bei Miren, die der alten Freundin nur noch ablehnende und feindliche Gefühle entgegenbringt. Patria von Fernando Aramburu (Hörbuch) weiterlesen

So fängt das Schlimme an von Javier Marías

„Thus bad begins and worse remains behind“

Der 23-jährige Juan de Vere arbeitet als Assistent für den Filmemacher Eduardo Muriel, der mit seiner Frau Beatriz Noguera und ihren drei Kindern in Madrid lebt. Juan übernachtet häufiger bei Eduardo, da die beiden bis spät in die Nacht mit ihrer Arbeit beschäftigt sind, und wird so Zeuge der sonderbaren Beziehung zwischen Eduardo und Beatriz, beobachtet, wie herablassend und abweisend Eduardo seine Frau behandelt, die dem Ganzen mit Hoffnung, Demut und scheinbar ohne jeden Selbstrespekt entgegentritt.

Juan möchte erfahren, was in der Vergangenheit zwischen Eduardo und Beatriz passiert ist, was zu der Veränderung zwischen den beiden geführt hat. Doch obwohl er Beatriz verfolgt und beobachtet, dadurch Einblicke in ihre Geheimnisse und ihre Sehnsüchte bekommt, findet er keine Antwort darauf, was den Bruch zwischen ihr und Eduardo verursacht hat. So fängt das Schlimme an von Javier Marías weiterlesen

Spanien-Monatsthema im Mai 2019

Blick vom Dach des Círculo de Bellas Artes, Madrid. Eigenes Infrarotfoto (2016).

Wenn ich an Spanien denke, denke ich zuerst an den bitterbösen Don Ferrando aus dem DDR-Comic „Mosaik“, das mich jahrelang in meiner Kindheit begleitet hat. Dieser skrupellose und wunderbar fiese Spanier lebt in einem düsteren Schloss am Rande der Pyrenäen und ist auf der verzweifelten Suche nach einem Schatz.

Erst mein zweiter Gedanke gehört meinem Lieblingsautor Javier Marías, was bezeichnend dafür ist, wie prägend Kindheitslektüre sein kann und wie sehr sie viele andere Assoziationen mit einem bestimmten Ort überlagern kann. Spanien-Monatsthema im Mai 2019 weiterlesen

Pandora im Kongo von Albert Sánchez Piñol

„Der Kongo. Ein grüner Ozean. Und unter den Bäumen – nichts.“

Sommer 1914: Der 19-jährige Ich-Erzähler Thomas Thomson ist ein „literarischer Neger“, er schreibt Bücher für andere. Nach diversen Beerdigungen trifft Thomson auf den Rechtsanwalt Edward Norton, der möchte, dass Thomson die Geschichte des Häftlings und angeklagten Mörders Marcus Garvey in Buchform bringt. Dies bildet den Rahmen für den Bericht über Garveys Erlebnisse im Kongo, wohin er die beiden Brüder Richard und William Craver begleitet hatte, die dort das schnelle Geld machen wollten. Pandora im Kongo von Albert Sánchez Piñol weiterlesen