Schlagwort-Archive: Trialog

Ver-rückte Welt. Wie sich Schizophrenie anfühlt von Lisa Kainzbauer und Brigitte Maresch

„Wie fühlt sich Schizophrenie an? […] In diesem Buch möchten wir Menschen sprechen lassen, die eigene Erfahrungen mit dieser Erkrankung gemacht haben: Psychiater:innen, Angehörige und Personen, die selbst an Schizophrenie erkrankt waren oder es nach wie vor sind. Sie alle haben unterschiedliche Perspektiven, die uns einen Schritt näher an die Antwort auf unsere Frage bringen können.“ (Seite 10)

Lisa Kainzbauer und Brigitte Maresch stellen in ihrem Buch Ver-rückte Welt 15 Personen vor, die Experten durch Erfahrung (d.h. Betroffene), Experten durch Miterleben (d.h. Angehörige) bzw. Experten durch Fachwissen (d.h. professionelle Helfer) sind.

Sie alle erzählen von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen bezüglich verschiedener Aspekte der Schizophrenie: Symptome wie Beziehungserleben, Konkretismus, Halluzinationen, Wahn, Negativsymptome, formale Denkstörungen und Ich-Störungen sowie Verlauf, Prognose, Auslöser, Therapie, Hilfsangebote, Prävention, Umgang mit der Erkrankung, Stigmatisierung und Entstigmatisierung.

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Borderline begegnen. Miteinander umgehen lernen von Susanne Schoppmann, Matthias Herrmann und Christiane Tilly

„Es macht einen Unterschied, ob sie als ‚Teamspalter, Energievampire und menschliche Superkleber‘ angesehen werden oder als Menschen, die es geschafft haben, trotz aller Widrigkeiten zu überleben, und nun Unterstützung bei der Suche nach ihrem individuellen Weg benötigen und dabei im zwischenmenschlichen Bereich bisweilen unabsichtlich Verwirrung stiften.“ (Seite 39)

Mit einem trialogischen Ansatz, also aus Sicht von Betroffenen, von Angehörigen und von Professionellen, erzählen Susanne Schoppmann, Matthias Herrmann und Christiane Tilly von den wichtigsten Aspekten der Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Sie bieten initial basale Informationen zum Begriff, zu Diagnosestellung, Symptomatik, therapeutischen Ansätzen und Eisbergmodell, gehen im Verlauf näher auf Stigmatisierung sowie bestimmte Erlebens- und Verhaltensweisen wie selbstverletzendes Verhalten, Probleme mit Nähe und Distanz sowie Suizidalität ein. Auch Übungen zur Selbstfürsorge für Helfende werden aufgeführt, und am Ende findet sich eine Liste mit Buch-, Film- und Linktipps.

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Stimmenreich. Mitteilungen über den Wahnsinn von Thomas Bock, Dorothea Buck und Ingeborg Esterer

„Menschen, mit denen man nicht spricht, lernt man auch nicht kennen, nimmt sie nicht als Menschen wahr. Darum konnten Psychiater in kommunalen und kirchlichen Anstalten uns zumuten, was sie selbst nicht ertragen hätten: die trostlose, menschenunwürdige, bloße Verwahrung ohne eine Beschäftigung; die von Psychiatern gegen uns beantragten und rigoros durchgeführten Zwangssterilisationen und ihre lebenslangen Folgen ohne eine menschliche Rehabilitierung; das Töten durch Vergasen, Abspritzen oder Zu-Tode-Hungern von über 200 000 als ‚lebensunwert‘ verurteilten Patientinnen und Patienten. […] Die heute wieder erstarkende biologisch-genetisch orientierte Psychiatrie kann nur unsere Angst erregen, denn sie war eine entscheidende Voraussetzung dieser Verbrechen. Wer die Patientenerfahrung seelisch verursachter Psychosen nicht gelten lässt, wird sie nur medikamentös bekämpfen.“ (Seite 85f)

Seit ich zum ersten Mal auf Thomas Bock gestoßen bin, wusste ich, dass ich mehr von ihm und über seine Anschauungen über Menschen mit Psychosen, über Psychopharmaka und über die therapeutische Beziehung zu Personen mit psychischen Problemen lesen und erfahren möchte. Seitdem habe ich mich näher mit seinen Büchern beschäftigt, und auch Stimmenreich vermittelt viel Wissen über den Umgang mit Menschen mit Psychosen und bietet so wertvolle Impulse für den persönlichen und den professionellen Umgang mit ihnen. Stimmenreich. Mitteilungen über den Wahnsinn von Thomas Bock, Dorothea Buck und Ingeborg Esterer weiterlesen