Schlagwort-Archive: Skandinavien

Die Grenze. Eine Reise rund um Russland von Erika Fatland

„Das Imperium war so groß geworden, dass der Zar nicht genau wusste, wo die Außengrenze verlief; niemand überblickte mehr die Aufzeichnungen früherer Entdeckungsreisender.“ (Seite 15)

Erika Fatland reist entlang der russischen Grenze – von Nordkorea bis nach Norwegen, durch China, die Mongolei, Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien, die Ukraine, Weißrussland, Litauen, Polen, Lettland, Estland und Finnland.

Acht Monate ist sie unterwegs, und im Hinterkopf hat sie immer die Frage, was es eigentlich heißt, „das größte Land der Welt als Nachbarn zu haben“ (Seite 23). Auf ihrer Reise erfährt Fatland, dass es hierauf mindestens 14 Antworten gibt: für jedes Nachbarland Russlands eine.

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Der Beginn von Carl Frode Tiller

„Ich blickte sie direkt an, aber auch jetzt sah sie mich nicht, sie sah durch mich hindurch. Jetzt sterbe ich tatsächlich, dachte ich, so ist es, wenn man stirbt.“ (Seite 12)

Nach einem Suizidversuch liegt Terje im Sterben.

Während sich seine Familie im Krankenhaus um sein Bett versammelt, denkt er über sein Leben nach. Dabei geht er immer weiter in die Vergangenheit zurück und lässt den Leser so teilhaben an den großen und kleinen Wendepunkten und prägenden Erlebnissen seines Lebens: am Leben mit seiner Ehefrau Turid und seiner Tochter Marit, an der schwierigen Beziehung zur alkoholabhängigen Mutter, an den wechselhaften Gefühlen für seine Schwester Anita, an der Abwesenheit des Vaters, an der Liebe zur Natur.

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Wildauge von Katja Kettu

„Ich hatte das Gefühl, als wäre ich so angesehen worden, wie ich noch nie zuvor angesehen worden war.“ (Seite 36 der gebundenen Ausgabe)

Lappland im Sommer 1944: Der deutsche Offizier Johannes Angelhurst soll als Fotograf die finnischen Verbündeten porträtieren. Da trifft er auf eine Hebamme, die Johannes schließlich „Wildauge“ nennt.

Wildauge fühlt sich sofort zu Johannes hingezogen, und als Johannes bald darauf ins Lager Titowka versetzt wird, folgt Wildauge ihm und lässt sich als Krankenschwester in das Kriegsgefangenenlager einschleusen, um in seiner Nähe zu bleiben.

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Lesereise Finnland. Das letzte Postamt diesseits des Polarsterns von Helge Sobik

„Ein besonders schwerer Fall, dieser Finne. Er ist anders als andere. Seltsamer. Sehr eigen. Ein bisschen verschroben. Mindestens.“ (Seite 27)

Helge Sobik erzählt in Das letzte Postamt diesseits des Polarsterns. Finnische Fundstücke von Samen und Lappland, Schamanen und christlichen Missionaren, Kakslauttanen und Iglus, Jedermannsrecht und FKK, Rauchsauna und Eisbaden, Rovaniemi und dem echten Weihnachtsmann, Joiks und Leningrad Cowboys, Åland-Inseln und Weinbergschneckenfarm, Pankoka und Schnaps, Wegbeschreibungen und Einsamkeit, Wäldern und Seen, Eisbrechern und Hundeschlitten, Helsinki und Mitsommernacht, Rentieren und Geistern.

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Kalevala. Eine Sage aus dem Norden

„Väinämöinens Welt wurde größer, und wohin er ging, traf er auf Menschen. Sie bauten Höfe, bestellten das Land und fuhren aufs Meer, um zu fischen. Sie bekamen Kinder, die nichts mehr wussten von der Entstehung der Welt, nur das, was sie abends in den alten Liedern hörten. Väinämöinen hatte diese Lieder gedichtet, er zog mit ihnen von Dorf zu Dorf, und sein Ruhm verbreitete sich im ganzen Land.“ (Seite 17)

Das Kalevala gilt als finnisches Nationalepos, wurde im 19. Jahrhundert von Elias Lönnrot auf der Grundlage von mündlich überlieferter finnischer Mythologie zusammengestellt und zählt zu den wichtigsten literarischen Werken in finnischer Sprache. Bei Galiani Berlin ist Kalevala als großartige Nacherzählung von Tilman Spreckelsen und mit den kongenialen Illustrationen von Kat Menschik erschienen.

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Fettnäpfchenführer Finnland. Wenn der Fisch nicht beißt, spart man den Wurm von Gudrun Söffker

„Schweden sind wir nicht, Russen wollen wir nicht werden, also lasst uns Finnen sein!“ (Seite 37)

Ich kenne bereits mehrere Fettnäpfchenführer, die mir sehr gut gefallen haben, und da ich Finnland noch nie selbst bereist habe, das Land aber schon lange auf meiner Reise-To-do-Liste steht, war ich sehr gespannt auf den Fettnäpfchenführer Finnland. Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, denn ich habe zwar einiges über Finnland gelernt, aber insgesamt hat mir das Buch viel weniger gefallen als andere Fettnäpfchenführer.

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Fegefeuer von Sofi Oksanen

„[…] der Stolz war das Ende jeder Kunst und die Demut aller Dinge Anfang […]“

West-Estland im Jahre 1992: Aliide Truu lebt allein in einem Bauernhaus und findet eines Tages ein Bündel in ihrem Garten, das sich als junge Frau herausstellt, die auf der Flucht vor ihren Zuhältern ist.

Das Mädchen – Zara – ist völlig verängstigt und befürchtet das baldige Auftauchen der beiden Männer, die sie zur Prostitution gezwungen und sie mehrfach missbraucht und misshandelt haben.

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Gebrauchsanweisung für Finnland von Roman Schatz

„Am wohlsten fühlt sich ein Finne, wenn er alleine in der dunklen Sauna sitzt und über den Tod nachdenkt.“

Der Wahlfinne Roman Schatz berichtet in seiner Gebrauchsanweisung für Finnland von Geschichte und Politik, Alkohol und Drogen, Essen und Wohnen, Kunst und Kultur, Sauna und Tango, Depression und Suizidalität, Sprache und den feinen Nuancen der Kommunikation, Wirtschaft und Geschlechterrollen.

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Einer von uns. Die Geschichte eines Massenmörders von Åsne Seierstad

„Die Fachleute sahen einen Vierjährigen ohne Lebensfreude. Ganz anders als das anstrengende Kind, als das ihn die Mutter beschrieben hatte.“ (Seite 36)

Die norwegische Journalistin Åsne Seierstad erzählt in Einer von uns vom 22. Juli 2011, als Anders Behring Breivik im Osloer Regierungsviertel und auf der Fjordinsel Utøya 77 Menschen tötete.

Das Regierungsviertel in Oslo kurz nach dem Bombenanschlag (Quelle: Wikipedia)

Um dem Leser ein Bild von Breiviks Kindheit, seiner Jugend, seiner Ideologie, seinen beiden Terroranschlägen, seiner Psychopathologie und der Gerichtsverhandlung zu vermitteln, hat sie u.a. Aussagen von Freunden, Verwandten, Bekannten, Opfern und deren Angehörigen sowie Breiviks Tagebuch, sein Manifest, seine eigenen Aussagen im Verhör und vor Gericht zurate gezogen.

Die Insel Utøya (Quelle: Wikipedia)
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Messer von Jo Nesbø (Hörbuch)

„Und mit dem Glück kommt die Sehnsucht, die traurige Gewissheit, dass es nie wieder so wie jetzt sein wird, so dass man bereits vermisst, was man hat. Es graut einem vor der Abstinenz, vor der Trauer über den Verlust, und man verflucht das Wissen über das, was man zu fühlen in der Lage ist.“ (CD 1, Track 23)

Harry Hole hat scheinbar alles in den Sand gesetzt: Seine Ehe ist zerbrochen, er hat sich wieder dem Alkohol zugewandt, und er gefährdet seinen Job als Kommissar.

Nach einer durchzechten Nacht erwacht er mit einem Filmriss und mit Blut an den Händen und an der Kleidung. Am Abend ist es scheinbar zu einer tätlichen Auseinandersetzung mit einem Kneipenbesitzer gekommen.

Kurz darauf wird Harrys Frau Rakel erstochen in ihrem Haus gefunden, und der Vergewaltiger Svein Finne, der für seine Affinität zu Messern bekannt und derzeit auf freiem Fuß ist, den Harry schon einmal hinter Gitter gebracht hat und der mit Harry noch eine Rechnung offen hat, gerät schnell in den Fokus der Polizei.

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