IRRT-Emotionsregulation. Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy bei Verhaltensrückfällen von Martin Fleckenstein, Rolf Köster und Susanne Leiberg

„Die Fähigkeit, Emotionen zu erkennen, auszuhalten und zu regulieren, ist zentral für die psychische Gesundheit – und zugleich eine der größten Herausforderungen in der Psychotherapie.“ (Seite 9)

Martin Fleckenstein, Rolf Köster und Susanne Leiberg erzählen in ihrem Buch initial von Emotionen und Emotionsregulation bei psychischen Erkrankungen, gehen dann näher auf Modelle der Emotionsregulation und IRRT-ER ein.

Sie bieten im Anschluss eine Zusammenfassung der Geschichte von IRRT und den bisherigen Therapieansätzen, berichten über den konkreten Ablauf einer IRRT-ER-Sitzung und stellen am Ende ihres Buches neun Fallbeispiele vor, bei denen IRRT-ER angewendet wurde.

Im Anhang finden sich sowohl IRRT-ER-Merkkarten als auch Möglichkeiten der Weiterbildung.

Ich bin ein echter IRRT-Fan und habe damit viele erfolgreiche Therapieerfahrungen gemacht. Auch die IRRT-Merkkarten empfand ich stets als besonders hilfreich, habe mir diese laminiert und schon mehrfach verwendet. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass auch dieses Buch Merkkarten zum Download enthält.

Bei der Lektüre des Praxishandbuch IRRT von Mervyn Schmucker und Rolf Köster hatte ich häufig das Gefühl, das Ganze klingt etwas zu optimistisch. Aber meine eigene Erfahrung mit IRRT zeigt: IRRT funktioniert tatsächlich extrem gut! Deshalb war ich besonders gespannt auf IRRT-ER, denn Emotionsregulation ist ein häufiges Thema in meiner psychotherapeutischen Arbeit.

Mir hat die Lektüre des Buches viel Spaß gemacht, auch weil die Technik sehr effektiv klingt und breit einsetzbar ist und da ich IRRT bereits sehr schätze.

Die Fallbeispiele sind sehr ausführlich beschrieben und heterogen, geben einen gelungenen Einblick in die Methode, die Vielfältigkeit der Problembereiche und die Kreativität der Behandelten. Gefallen hat mir dabei auch, dass in den Fallbeispielen nicht immer alles perfekt gelaufen ist, was zeigt, dass die Methode sowohl flexibel als auch robust ist.

Ich freue mich schon sehr auf den Einsatz der Merkkarten und des Gelernten.

„Historisch wurde die IRRT-ER in der Rückfallbearbeitung von Patient:innen mit substanzgebundenen Abhängigkeitserkrankungen entwickelt und erstmals eingesetzt […]. Bald schon zeigte sich im theoretischen Verständnis und in der praktischen Anwendung, dass sich dieser Ansatz zur Bearbeitung sämtlicher Formen repetitiver Rückfälle in unerwünschtes (Ich-dystones) Verhalten eignet, die durch unangenehme, subjektiv unaushaltbare Emotionen ausgelöst werden.“ (Seite 72)

Martin Fleckenstein, Rolf Köster und Susanne Leiberg: IRRT-Emotionsregulation. Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy bei Verhaltensrückfällen. Klett-Cotta, 2025, 312 Seiten; 30 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!