Schlagwort-Archive: PTBS

Umgang mit traumatisierten Patienten von Jens Gräbener

„Traumatisierte Patientinnen und Patienten unterscheiden sich in einem Punkt deutlich von anderen Patientengruppen: Sie haben etwas erlebt, was sie dauerhaft verändert hat, und zwar in einer Umwelt, die sich oft wenig oder gar nicht vom Lebensumfeld anderer Menschen unterscheidet. Ihre Symptome lassen sich nicht auf neurophysiologische Funktionsstörungen oder genetische Dispositionen reduzieren. Das, was diesen Menschen zugestoßen ist, könnte auch anderen, und damit auch professionellen Helfern zustoßen. Wie würden wir selbst reagieren? Könnten wir lernen, damit umzugehen? Was würde sich für uns und in uns verändern? Wie würde unser soziales Umfeld reagieren?“ (Seite 9)

Jens Gräbener fasst in seinem Basiswissen-Titel das Wichtigste zum Thema Trauma und Traumatisierung zusammen. Er berichtet u.a. von Typ-I-Trauma (einmalig, kurzfristig einwirkend) und Typ-II-Trauma (mehrfach, langfristig einwirkend), akzidentiellen und interpersonellen („man-made“) Traumata, traumatischer Zange und Dissoziation, Hippocampus und Amygdala, Folgen von traumatischen Erlebnissen, Traumabewältigung, professionellen Hilfsangeboten sowie der professionellen Interaktion mit traumatisierten Menschen.

Umgang mit traumatisierten Patienten von Jens Gräbener weiterlesen

Wir sind dann wohl die Angehörigen von Johann Scheerer

„Wie fühlt es sich an, wenn man nichts fühlt?“

Im Rahmen meines Psychologie-Studiums habe ich vor vielen Jahren ein Seminar zum Thema Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) belegt und dort ein Referat über „PTBS nach Folter und politischer Gewalt“ gehalten. Der Professor hatte mir damals zur Vorbereitung u.a. Im Keller von Jan-Philipp Reemtsma ans Herz gelegt, und ich kann mich noch gut erinnern, wie stark mich das Buch beschäftigt hat und dass ich mir viele Sätze angestrichen habe, die ich heute noch auswendig kenne.

Fünfzehn Jahre später habe ich das Buch von Reemtsmas Sohn Johann Scheerer in den Händen gehalten und war gespannt, was der Sohn von der Entführung seines Vaters erzählt, welche Gedanken und Gefühle er mit dem Leser teilt.

Scheerer erzählt in seinem Buch Wir sind dann wohl die Angehörigen nicht nur von der Entführung seines Vaters am 25. März 1996, von den schweren Stunden und Tagen, als Scheerer und seine Mutter kaum zu hoffen wagten, dass Reemtsma überleben wird, sondern er bietet dem Leser auch Einblicke in seine Kindheit, seine Familie und ins Leben mit seinem Vater. Wir sind dann wohl die Angehörigen von Johann Scheerer weiterlesen