Schlagwort-Archive: Karibik

Schwarzer Widerstand. Sklaverei und Rassismus in Lateinamerika und der Karibik von Toni Keppeler

„Sklaverei und Rassismus sind keine längst vergangene Geschichte. Und nicht nur die ehemaligen Kolonialmächte, Sklavenhalter und Sklavenhändler haben Schuld auf sich geladen. Das Europa, wie wir es heute kennen, wurde nicht nur mit dem Gold und Silber aufgebaut, das die Spanier aus Lateinamerika geraubt haben. Es wurde auch, wie es der argentinische Literaturwissenschaftler und Kolonialismusforscher Walter D. Mignolo sagt, ‚auf einem enormen Berg von Zucker, Kaffee und Nikotin errichtet‘. Dieser Berg wurde fast ausschließlich von schwarzen Sklaven geschaffen, die von Europäern nach Amerika verschleppt worden waren.“ (Seite 247f)

Toni Keppeler erzählt in seinem Buch von einer bisher eher weniger beachteten Facette der Eroberung der Welt durch die Europäer: von Kolonialismus, Sklaverei, Rassismus und Widerstand in Haiti, Martinique, Jamaika, Guatemala, Brasilien etc.

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Wölfe in der Nacht. 16 Geschichten aus Kuba von Ángel Santiesteban

<Aber ich schreibe weiter irgendwelche Wörter, um nicht zu weinen oder den Mund aufzutun, um nicht zu merken, wie schwach auch ich bin. Ich halte stand. Dabei fällt mir eine Anekdote ein, die ich mal gelesen habe, jemand hatte Mutter Teresa von Kalkutta gefragt:

„Wie lange muss man geben?“

„Bis es weh tut.“> (Seite 47)

Der kubanische Autor Ángel Santiesteban – einst vom kommunistischen Regime Kubas gefeiert und gefördert, dann der Selbstzensur unterworfen, schließlich verboten und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt – erzählt in Wölfe in der Nacht von Hunger, Polizeiwillkür, Bestechung, Denunziation, Militärdienst, Tod, Gefängnis, Einsamkeit, Geheimpolizei, Folter, Prostitution und Gewalt, aber auch von Kameradschaft, Beistand, Freundschaft, Liebe, Rückhalt, Mitgefühl und Menschlichkeit. Wölfe in der Nacht. 16 Geschichten aus Kuba von Ángel Santiesteban weiterlesen

Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

„Es gibt viele gute Fischer und einige ganz große. Aber niemand wie dich.“ – „Danke. Du machst mich glücklich. Hoffentlich wird mir kein Fisch begegnen, der so groß ist, daß er uns Lügen straft.“

„Solch einen Fisch gibt es nicht, wenn du noch so stark bist, wie du sagst.“

Seit 84 Tagen hat der alte, erfahrene Fischer Santiago keinen Fisch mehr gefangen, so dass er am 85. Tag beschließt, ganz allein – ohne seinen Gehilfen Manolin, dessen Eltern ihm das Fischen mit Santiago verboten haben, weil dieser vom Pech verfolgt zu sein scheint – weit in den Golf hinaus zu fahren, um dort sein Glück zu versuchen.

Tatsächlich beißt ein großer Fisch an, doch der Fisch ist zu groß und zu schwer, so dass Santiago ihn nicht ins Boot hieven kann. Stattdessen zieht der Fisch das Boot hinter sich her, doch nach ein paar Tagen ist er so erschöpft, dass er nur noch im Kreis schwimmt, so dass Santiago, der auch völlig geschwächt und delirant ist, den Fisch, den er mittlerweile seinen Bruder nennt, töten muss. Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway weiterlesen