Schlagwortarchiv: Karibik

Per Anhalter in die Karibik von Carl Beccard

„[…] das Land hinter uns wird immer kleiner und das Abenteuer vor uns immer größer.“ (S. 41)

Bereits im Alter von 14 Jahren beschließt Carl Beccard, nach der Schule die Welt zu bereisen, nachdem er ein Hörbuch über einen Mann gehört hat, der mit 50 Euro um die Welt gereist und von den Kanaren in die Karibik gesegelt ist.

Vier Jahre nach dem Hören des Hörbuchs, bald nach dem Abitur, macht sich der Autor im Sommer 2022 auf den Weg. Doch erst einmal hängt er wochenlang auf Gran Canaria fest und versucht verzweifelt, ein Segelboot zu finden, das ihn in die Karibik mitnimmt. Er bekommt aber laufend Absagen.

Auf den Kanaren versteht er: „Langsam dämmert uns, dass wir jede Menge Konkurrenz bei unserem Ansinnen haben.“ (S. 45)

Doch am Ende ist er erfolgreich und findet eine Möglichkeit zur Überfahrt.

Per Anhalter in die Karibik von Carl Beccard weiterlesen →

Zerrissene Sonne von Jean D’Amérique

„Du wirst allein sein in der großen Nacht. Es ist nicht das erste Mal, dass ich diesen Satz höre.“ (Seite 17)

Die zwölfjährige Têle Fêlée lebt mit ihrer alkoholabhängigen Mutter, die als Prostituierte Geld verdient, und dem Mann, den sie ‚Papa‘ nennt, der jedoch nicht ihr leiblicher Vater ist, in der Cité de Dieu, einem Slum in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince.

Têle Fêlée, deren Vater der beste Söldner des mächtigsten Gangsters im Viertel ist, wächst mit häuslicher Gewalt auf, erlebt, beobachtet und hört von körperlicher und von sexueller Gewalt. Sie lernt früh, dass Gewalt ein probates Mittel ist, um sich abzugrenzen, um sich zu schützen, um Rache zu üben, um zu überleben.

Neben all dem Elend, das Têle Fêlée erlebt, gibt es jedoch auch Schönes, Hoffnungsvolles in ihrem Leben: die Liebe zu Silence, die Haiti jedoch verlässt und fortan in den USA lebt.

Zerrissene Sonne von Jean D’Amérique weiterlesen →

Das pack ich nicht. Wie ich mit meiner Angst um die ganze Welt reiste und überraschenderweise überlebte von Jeremy Leon Hance

„ein realistisches Buch über die furchtbare Komik psychischer Erkrankungen und die wilde Pracht der Natur“ (Seite 14)

Jeremy Leon Hance bereist mehrere Länder und Regionen, z.B. Peru, Kenia, Suriname und Guyana, Borneo, Ecuador, Haiti und die Dominikanische Republik, und im Gepäck hat er immer seine Ängste und seine Depression.

In seinem Buch beschreibt Hance nicht nur berühmte Orte und erzählt persönliche Anekdoten, sondern er berichtet auch über seine psychischen Störungen, von Krankheitsangst und Katastrophisierung.

Das pack ich nicht. Wie ich mit meiner Angst um die ganze Welt reiste und überraschenderweise überlebte von Jeremy Leon Hance weiterlesen →

Als wir Vögel waren von Ayanna Lloyd Banwo

„denn keiner kann überleben, kein Mensch und kein Tier, wenn die Natur ihren Reichtum für sich behält“ (Seite 13)

Port Angeles auf der karibischen Insel Trinidad: Hier spielt die Geschichte, in der Yejide und Darwin aufeinandertreffen.

Sie begegnen sich auf Fidelis, dem ältesten Friedhof der Stadt, wo Darwin einen Job als Totengräber angenommen hat und wo Yejide ihre Mutter beerdigt.

Als wir Vögel waren von Ayanna Lloyd Banwo weiterlesen →

Schwarzer Widerstand. Sklaverei und Rassismus in Lateinamerika und der Karibik von Toni Keppeler

„Sklaverei und Rassismus sind keine längst vergangene Geschichte. Und nicht nur die ehemaligen Kolonialmächte, Sklavenhalter und Sklavenhändler haben Schuld auf sich geladen. Das Europa, wie wir es heute kennen, wurde nicht nur mit dem Gold und Silber aufgebaut, das die Spanier aus Lateinamerika geraubt haben. Es wurde auch, wie es der argentinische Literaturwissenschaftler und Kolonialismusforscher Walter D. Mignolo sagt, ‚auf einem enormen Berg von Zucker, Kaffee und Nikotin errichtet‘. Dieser Berg wurde fast ausschließlich von schwarzen Sklaven geschaffen, die von Europäern nach Amerika verschleppt worden waren.“ (Seite 247f)

Toni Keppeler erzählt in seinem Buch von einer bisher eher weniger beachteten Facette der Eroberung der Welt durch die Europäer: von Kolonialismus, Sklaverei, Rassismus und Widerstand in Haiti, Martinique, Jamaika, Guatemala, Brasilien etc.

Schwarzer Widerstand. Sklaverei und Rassismus in Lateinamerika und der Karibik von Toni Keppeler weiterlesen →

Wölfe in der Nacht. 16 Geschichten aus Kuba von Ángel Santiesteban

<Aber ich schreibe weiter irgendwelche Wörter, um nicht zu weinen oder den Mund aufzutun, um nicht zu merken, wie schwach auch ich bin. Ich halte stand. Dabei fällt mir eine Anekdote ein, die ich mal gelesen habe, jemand hatte Mutter Teresa von Kalkutta gefragt:

„Wie lange muss man geben?“

„Bis es weh tut.“> (Seite 47)

Der kubanische Autor Ángel Santiesteban – einst vom kommunistischen Regime Kubas gefeiert und gefördert, dann der Selbstzensur unterworfen, schließlich verboten und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt – erzählt in Wölfe in der Nacht von Hunger, Polizeiwillkür, Bestechung, Denunziation, Militärdienst, Tod, Gefängnis, Einsamkeit, Geheimpolizei, Folter, Prostitution und Gewalt, aber auch von Kameradschaft, Beistand, Freundschaft, Liebe, Rückhalt, Mitgefühl und Menschlichkeit. Wölfe in der Nacht. 16 Geschichten aus Kuba von Ángel Santiesteban weiterlesen →

Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway

„Es gibt viele gute Fischer und einige ganz große. Aber niemand wie dich.“ – „Danke. Du machst mich glücklich. Hoffentlich wird mir kein Fisch begegnen, der so groß ist, daß er uns Lügen straft.“

„Solch einen Fisch gibt es nicht, wenn du noch so stark bist, wie du sagst.“

Seit 84 Tagen hat der alte, erfahrene Fischer Santiago keinen Fisch mehr gefangen, so dass er am 85. Tag beschließt, ganz allein – ohne seinen Gehilfen Manolin, dessen Eltern ihm das Fischen mit Santiago verboten haben, weil dieser vom Pech verfolgt zu sein scheint – weit in den Golf hinaus zu fahren, um dort sein Glück zu versuchen.

Tatsächlich beißt ein großer Fisch an, doch der Fisch ist zu groß und zu schwer, so dass Santiago ihn nicht ins Boot hieven kann. Stattdessen zieht der Fisch das Boot hinter sich her, doch nach ein paar Tagen ist er so erschöpft, dass er nur noch im Kreis schwimmt, so dass Santiago, der auch völlig geschwächt und delirant ist, den Fisch, den er mittlerweile seinen Bruder nennt, töten muss. Der alte Mann und das Meer von Ernest Hemingway weiterlesen →