Schlagwort-Archiv: wahre Geschichte

Der Araber von morgen, Band 1. Eine Kindheit im Nahen Osten (1978-1984) von Riad Sattouf

„‘Der Araber von morgen’ hat das fast Unmögliche vollbracht: in der stark polarisierenden Debatte wird das Buch von allen Seiten als Meisterwerk gefeiert.“ (Klappentext; Zitat von Adam Shatz, The New Yorker)

Riad Sattouf erzählt im ersten Band von Der Araber von morgen von seinen Eltern und seiner Kindheit in Frankreich, Libyen und Syrien.

Er berichtet von dem Gefühl, fremd und anders zu sein, von den Diktaturen Muammar al-Gaddafis und Hafiz al-Assads, von Korruption, Propaganda, Hinrichtungen, Zensur, Mangelwirtschaft, Gewalt, aber auch von Familienzusammenhalt und Unterstützung.

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Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House von Kate Summerscale

„[…] denn wenn er unschuldig war, was um alles auf der Welt war dann ich?“

Im Jahre 1860 wird in einem englischen Landhaus ein Kind ermordet: Der 3-jährige Saville wird mit durchgeschnittener Kehle im Abort gefunden.

Bald ist klar, dass der Mörder nicht eingebrochen ist. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass es sich beim Täter um einen Bewohner des Hauses handeln muss. Beinahe jedes Mitglied des Haushaltes steht somit unter Verdacht, und Detective Inspector Jonathan Whicher hat alle Hände voll zu tun, um den Fall aufklären zu können.

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The Five. Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden von Hallie Rubenhold

„[…] zwei Frauen, deren Leben und Sterben unsere Sicht auf das 19. Jahrhundert mitbestimmen sollten. Die eine war Königin Victoria, die der Ära von 1837 bis 1901 ihren Namen gab. Die andere war eine obdachlose Frau, Mary Ann Nichols, auch Polly genannt, die in dem fraglichen Jahr auf dem Trafalgar Square kampierte. Anders als im Fall der Monarchin geriet ihr Name in Vergessenheit, jedoch erinnerte sich die Welt mit Faszination und sogar mit einer gewissen Wollust an den Namen ihres Mörders: Jack the Ripper.“ (Seite 20)

Hallie Rubenhold erzählt in The Five nicht nur von Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary Jane Kelly, sondern lässt auch das Viktorianische Zeitalter wiederauferstehen.

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Nachtschicht in Neukölln. Eine Polizistin erzählt von Lana Atakisieva

„Meine gesamte Schullaufbahn in Deutschland war davon geprägt, dass mir Leute gesagt hatten, ich würde es nicht schaffen […].“ (Seite 153)

Lana Atakisieva ist Polizeioberkommissarin in Berlin-Neukölln. In Nachtschicht in Neukölln‘ erzählt sie vom Aufwachsen im aserbaidschanischen Baku, vom Umzug nach Deutschland als 15-Jährige, von Hauptschule, Jugend in Zehlendorf, Umzug nach Neukölln, Wechsel aufs Gymnasium, erster Liebe, Auszug bei den Eltern, Abitur und Bachelor-Studiengang.

Zudem berichtet sie (natürlich!) von ihrer Arbeit bei der Polizei, von konservativen Familien, Messerstechereien, Drogendealern, aggressiven Nachbarn, lauten Studentenpartys und Trickbetrügern.

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438 Tage. Überlebenskampf auf dem Pazifik von Jonathan Franklin

„Und das war sein letzter Kontakt mit der Küste.“

José Salvador Alvarenga flieht aus seiner Heimat El Salvador und lässt sich nach einem langen und beschwerlichen Fußmarsch im mexikanischen Dorf Costa Azul nieder. Hier arbeitet er als Fischer und erlangt in den nächsten Jahren viel Wissen über das Meer und seine Bewohner.

Eines Tages fährt Alvarenga mit dem jungen und unerfahrenen Ezequiel Córdoba ins offene Meer, um dort zu fischen, und wird von einem gewaltigen Sturm überrascht. Das Fischerboot und die beiden Männer werden immer weiter ins Meer getrieben, doch den beiden gelingt es, wieder näher an die Küste zu gelangen. Dort versagt der Bootsmotor, und Alvarenga ruft über sein Funkgerät um Hilfe. Doch da sein GPS-Gerät kaputt ist und er seine Position nicht angeben kann, kommt die erhoffte Hilfe nicht. Stattdessen werden die beiden Männer weiter und weiter von der Küste getrieben und müssen sich schließlich von rohen Schildkröten, Fischen und Vögeln ernähren, ihren Urin trinken und darauf hoffen, irgendwann von vorbeiziehenden Schiffen entdeckt oder an einer Küste angespült zu werden. 438 Tage. Überlebenskampf auf dem Pazifik von Jonathan Franklin weiterlesen

Schmetterling und Taucherglocke von Jean-Dominique Bauby

„Nichts fehlte, außer mir. Ich war anderswo.“

Im Alter von 43 Jahren erlitt Jean-Dominique Bauby, Chefredakteur der Elle, einen Hirnstamm-Infarkt, woraufhin er vollständig gelähmt war, nicht sprechen und nur durch Blinzeln mit seiner Umwelt interagieren konnte.

Schmetterling und Taucherglocke wurde von Bauby mit seinem linken Augenlid diktiert. Bauby starb nur wenige Tage nach der Erstveröffentlichung in Frankreich an Herzversagen.

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Blauschmuck von Katharina Winkler

„Der Blauschmuck der Frauen trägt die Handschrift der Männer.“

Filiz Lale wächst in einem Dorf in der Türkei auf und lebt hier zusammen mit ihren Eltern und ihren Geschwistern. Sie ist verliebt in den wenige Jahre älteren Yunus, doch ihr Vater ist gegen eine Heirat.

Und so verlässt Filiz ihr Dorf, heiratet Yunus heimlich und gegen den Willen ihres Vaters. Sie lebt mit Yunus im Haus seiner Mutter und wird von dieser und Yunus drangsaliert, verprügelt und bedroht. Blauschmuck von Katharina Winkler weiterlesen

Grausame Frauen. Schockierende Fälle einer forensischen Psychiaterin von Nahlah Saimeh

„Menschen sind komplexe Wesen, und die menschliche Psyche ist nicht eindimensional beschreibbar.“ (Seite 159)

Nahlah Saimeh erzählt im Vorwort von ihrem eigenen Werdegang als (forensische) Psychiaterin und stellt im Folgenden acht ausführliche Fallgeschichten vor. Der Leser erfährt dabei z.B. von einer Frau, die ihren Ex-Partner mit einem Saufänger erdolcht, und von einer Mutter, die ihre Kinder erstickt hat, sowie von einer Schülerin, die einen Amoklauf geplant und initiiert hat.

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ZEIT Verbrechen. Echte Kriminalfälle aus Deutschland von Sabine Rückert

„Aber das eigentlich Faszinierende daran ist, was Verbrechen über die Normalität des Menschen verraten, also über das, was in uns allen steckt.“ (Seite 8)

VERBRECHEN ist das Buch zum Podcast, den ich übrigens nicht kenne. Erzählt werden hier echte Kriminalfälle, z.B. von vorgetäuschten Straftaten und falschen Geständnissen, Kindstötung und Kindesmisshandlung, Autobahnrasern und jugendlichen Intensivtätern. Beschrieben wird dabei u.a., wer involviert war, was das Motiv sein könnte, wie sich der Tathergang (möglicherweise) zugetragen hat.

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Psychiatrie in der DDR. Erzählungen von Zeitzeugen von Thomas R. Müller und Beate Mitzscherlich

„Viele der Konflikte der Psychiatrie in der DDR sind nicht DDR-spezifisch. Viele der Erfahrungen, die dort gemacht wurden, ließen sich auch unter westdeutschen Bedingungen finden. Einen Teil dieser Erfahrungen machen Betroffene auch heute. Die Funktion der Psychiatrie zur Kontrolle gesellschaftlich nicht tolerierbarer Erfahrungs- und Lebensweisen, das Verhältnis von Hilfe und Zwang, die Diskrepanz im Erleben zwischen Betroffenen und Professionellen, sind Probleme der Psychiatrie allgemein.“ (Seite 33)

Psychiatrie in der DDR beinhaltet die Erinnerungen von Zeitzeugen der DDR-Psychiatrie. Dabei kommen sowohl psychisch kranke Menschen als auch Mitarbeiter psychiatrischer Einrichtungen zu Wort, und die beiden Herausgeber Thomas R. Müller und Beate Mitzscherlich stellen Menschen verschiedener Generationen und Professionen vor. Der Fokus liegt dabei auf der Psychiatrie in Sachsen.

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