Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House von Kate Summerscale

„[…] denn wenn er unschuldig war, was um alles auf der Welt war dann ich?“

Im Jahre 1860 wird in einem englischen Landhaus ein Kind ermordet: Der 3-jährige Saville wird mit durchgeschnittener Kehle im Abort gefunden.

Bald ist klar, dass der Mörder nicht eingebrochen ist. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass es sich beim Täter um einen Bewohner des Hauses handeln muss. Beinahe jedes Mitglied des Haushaltes steht somit unter Verdacht, und Detective Inspector Jonathan Whicher hat alle Hände voll zu tun, um den Fall aufklären zu können.

Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House erzählt die wahre Geschichte des Mordes an Saville Kent und berichtet damit von der Aufklärung eines brutalen Mordes, der Generationen von Autoren inspiriert hat.

Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House liest sich wie ein Landhauskrimi und ist dabei noch viel mehr, denn mit den zahlreichen Quellenangaben, den Abbildungen vom Haus und von den Personen sowie den Skizzen des Anwesens handelt es sich gleichzeitig um ein Sachbuch, das die Ereignisse vor mehr als 150 Jahren detailliert und authentisch beleuchtet.

Dies alles sorgt dafür, dass man sich sehr schnell in die Geschichte einfinden kann, dass alles sehr realistisch wirkt und dass man sich als Leser oft ins viktorianische England versetzt fühlt. Allerdings empfand ich die Schilderungen bisweilen als zu ausführlich, weitschweifig und langatmig, so dass ich stellenweise quer gelesen habe.

Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House ist spannend und unheimlich, weist jedoch kleinere Schwächen auf.

Kate Summerscale: Der Verdacht des Mr Whicher oder Der Mord von Road Hill House. Berlin Verlag, 2011, 432 Seiten; vergriffen (antiquarisch erhältlich).

Dieser Post gehört zum Monatsthema „Vereinigtes Königreich“ im März 2020.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.