Der Ort, an dem die Reise endet von Yvonne Adhiambo Owuor

„Erinnerungen sind einsame Geister.“

Der talentierte Student Odidi Oganda wird auf einer Straße in Nairobi erschossen. Seine Schwester Arabel Ajany kehrt aus Brasilien nach Kenia zurück, um ihren Vater bei der Überführung Odidis Leiche von der Hauptstadt zu der Familienfarm zu helfen.

Dort müssen sie sich nicht nur mit ihrer Trauer und dem Unverständnis, was passiert ist, auseinandersetzen, sondern werden zudem mit der Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert, denn kurz nach Odidis Tod taucht der Engländer Isaiah auf der Farm auf und stellt Fragen nach seinem verschollenen Vater Hugh. Isaiah stand in Kontakt mit Odidi, der etwas über Hugh wusste, und reiste nach Kenia, um Odidi zu treffen und mehr über seinen Vater zu erfahren.

Mir hat der Roman insgesamt gut gefallen, obwohl ich fand, dass er eine ziemlich harte Nuss ist und es dem Leser recht schwer macht.

Der Schreibstil ist außergewöhnlich: eigenwillige Interpunktion, lange Sätze, intrusionsartige Einschübe, Idiome. Zu Beginn des Romans empfand ich dies als eher anstrengend und hatte an der Lektüre initial wenig Vergnügen.

Nach einer gewissen Einlesezeit ist mir der Zugang zu Der Ort, an dem die Reise endet jedoch deutlich leichter gefallen, obwohl ich durchweg das Gefühl hatte, dass das Buch für meinen Geschmack etwas zu adjektivlastig und zu metaphernüberladen ist.

Sehr gut gefallen haben mir die Einblicke in die Geschichte Kenias sowie die Verwebung von Realität und Magie, wodurch mich der Roman vor Ort versetzt und mir das Leben in Kenia und die Überzeugungen der Menschen näher gebracht hat.

Yvonne Adhiambo Owuor: Der Ort, an dem die Reise endet. Aus dem Englischen von Simone Jakob. DuMont Buchverlag, 2017, 512 Seiten; 12 Euro.

Dieser Post ist Teil des Afrika-Monatsthemas (Länder A bis L) im April 2019 (Kenia).

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