Schlagwort-Archive: Lateinamerika

Killing Pablo. Die Jagd auf Pablo Escobar, Kolumbiens Drogenbaron von Mark Bowden

„Er stand für etwas.“

1993 wurde Pablo Escobar in seiner Heimatstadt Medellín erschossen. Mark Bowden erzählt in Killing Pablo von der Kindheit und Jugend Escobars, von Delinquenz und Skrupellosigkeit, vom Beginn seiner Drogenhändler-Karriere und von seinem Aufstieg an die Spitze des Medellín-Kartells.

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Tagebuch eines sentimentalen Killers von Luis Sepúlveda

„Sie hatte mir das Hirn weichgekocht.“ (Seite 11)

Der Protagonist, ein alternder Auftragskiller, hat einen lukrativen Job angenommen: Für einen 7-stelligen Betrag soll er einen Mann töten.

Am liebsten möchte er seinen Job an den Nagel hängen, denn er hat sich verliebt, und seit drei Jahren bricht er deshalb die eiserne Regel seines Berufsstandes, in der feste Bindungen und tiefe Gefühle verpönt und nicht erlaubt sind.

Doch dann wird er zu allem Elend auch noch von seiner Freundin verlassen, muss sich nun nicht nur mit seinem Liebeskummer auseinandersetzen, sondern versucht auch herauszufinden, wer der Mann, den er liquidieren soll, überhaupt ist und warum er sterben soll.

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Nacht in Caracas von Karina Sainz Borgo

„Beim Aufsetzen ihrer Grabinschrift begriff ich, dass sich der Tod als Erstes in der Sprache vollzieht, in diesem Akt, die Personen aus der Gegenwart zu reißen und in die Vergangenheit zu pflanzen. Sie in abgeschlossene Handlungen zu verwandeln. In Dinge, die in einer erloschenen Zeit begannen und endeten. In etwas, was war und nicht mehr sein wird.“ (Seite 7f)

Mit dem Tod ihrer Mutter verliert Adelaida Falcón ihre wichtigste Bezugsperson und ihren sicheren Hafen mitten in der Unsicherheit, die Venezuela seit Jahren bietet.

Ihr Land und ihre Heimat hat Adelaida schon lange verloren, seit Entführungen, Überfälle, Vergewaltigungen und Inflation an der Tagesordnung in Caracas sind, und schließlich verliert sie auch die Wohnung, in der sie aufgewachsen ist und die voller Erinnerungen an ihre Mutter steckt, an eine Gruppe von Frauen, die ihre Wohnung besetzen und verwüsten, geliebte Erinnerungsstücke zerstören und Adelaida zwingen, ihren einzigen Zufluchtsort aufzugeben.

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Gebrauchsanweisung für Argentinien von Christian Thiele

„Wenn Sie dieses Land […] ausgiebig bereist haben, wenn Sie Freundschaften oder gar Liebschaften mit Einheimischen geschlossen haben, wenn Sie Bücher über Argentinien gelesen und Filme gesehen haben, wenn Sie also kurzum das Gefühl haben, das Land gut zu kennen, aber Sie gleichzeitig das Gefühl haben, je mehr Sie über Argentinien wissen, desto weniger begreifen Sie das Land – dann, aber auch wirklich erst dann haben Sie Argentinien verstanden.“ (Seite 10f)

Christian Thiele erzählt in seiner Gebrauchsanweisung für Argentinien von Stadtgründung und Kolonialzeit, Tangokurs und Tangonächten, Café am Eck und Kellnern, Carlos Gardel und Diego Maradona, Che Guevara und Evita Perón, Militärdiktaturen und Verschwundenen, Magie und Volksheilige, Truco und viveza criolla, Ushuaia und El Chaltén, den Wasserfällen von Iguazú und Las Malvinas, Stundenhotels und Superlativ, Gaucho und Poncho, Vegetariern und Asado, Mate und Fernet Coco, Peronismus und Cristina Kirchner, Schimpfwörtern und Beleidigungen, Adolf Eichmann und Josef Mengele. Gebrauchsanweisung für Argentinien von Christian Thiele weiterlesen

Ein Jahr in Buenos Aires von Lisa Franz

„Gott ist überall, empfängt aber nur in Buenos Aires.“ (Seite 43)

Lisa Franz vermietet ihre Kölner Wohnung, löst ihr Büro und ihr Fotostudio auf und geht für ein Jahr nach Buenos Aires.

In ihrem Buch erzählt sie von Blumen- und Zeitungsständen, Tango und Milongas, Korruption und Slums, Mate und Fernet-Coca, piropo und Wohnungssuche, Carlos Gardel und Astor Piazzolla, Sprache und Interpretation, Spülkasten und Schmiergeld, Ureinwohnern und Sklaverei, Gauchos und Rindern, Münzbeschaffungsproblem und öffentlichen Verkehrsmitteln, Jorge Luis Borges und One-Shower-Fotoprojekt, Drogen und Gewalt, Adolf Eichmann und Die Toten Höschen, Psychotherapie und sokratischem Dialog, Fußball und Politik, Patagonien und Stadtrundfahrt. Ein Jahr in Buenos Aires von Lisa Franz weiterlesen

Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta (Hörbuch)

„Im Morgengrauen werden wir, bewaffnet mit brennender Geduld, die strahlenden Städte betreten.“ (CD 3, Track 3; Zitat von Arthur Rimbaud)

Der 17-jährige Mario Jiménez bewirbt sich als Briefträger im kleinen chilenischen Dorf Isla Negra. Da die meisten Bewohner Isla Negras Analphabeten sind, hat Mario nur einen einzigen Kunden: den berühmten Dichter Pablo Neruda, dem später, im Jahre 1971, der Nobelpreis für Literatur zuerkannt wird.

Mario und Neruda verbindet bald eine enge Freundschaft. Der Dichter bringt dem Jungen bei, was eine Metapher ist, und hilft ihm schließlich, die 16-jährige Beatriz Gonzáles, in die sich Mario unsterblich verliebt hat, zu erobern. Mit brennender Geduld von Antonio Skármeta (Hörbuch) weiterlesen

Das schwarze Brautkleid von Elia Barceló

„Der Tango ist ein leiser Schrei.“

Auf einer Tango-Veranstaltung treffen ein Mann und eine Frau aufeinander, sie verführt ihn mit ihrem Tanz und verschwindet danach, ohne dass die beiden ein einziges Wort miteinander gewechselt hätten. Im Hotel findet der Mann schließlich einen Zettel mit ihrem Namen und einer Adresse in Buenos Aires in seiner Jackentasche. Das schwarze Brautkleid von Elia Barceló weiterlesen

Der Tote von der Plaza Once von Ernesto Mallo

„Die Angst ist das Brot der Soldaten.“

Argentinien zur Zeit der Militärdiktatur Jorge Videlas: Seit dem Tod seiner Frau lebt Comisario Lascano ein trostloses und freudloses Leben. Dann wird er zu einem Fall bestellt: Am Riachuelo wurden zwei Leichen entdeckt.

Am Fundort findet Lascano jedoch drei Tote – eine junge Frau und einen jungen Mann, die die typischen Zeichen politischer Morde tragen, sowie einen älteren Mann, der nicht recht in diese Konstellation passt. Der Tote von der Plaza Once von Ernesto Mallo weiterlesen

Mein Name ist Luz von Elsa Osorio

„Aber es gibt weder Freunde noch Zuneigung noch Treue; es gibt nichts, was vor der Folter bestehen könnte.“

Luz Iturbe trifft sich in Madrid mit einem Unbekannten, der ihr Vater ist, und erzählt ihm von ihrem Leben: von ihrer Mutter Liliana, die schwanger im argentinischen Gefängnis saß, für deren Kind sich sowohl die Ex-Prostituierte Miriam und ihr Lebensgefährte El Bestia als auch die Familie eines hohen Militärs interessierten, von ihrer Kindheit bei Eltern, die nicht die leiblichen Eltern waren, von der Unwissenheit über die eigene Herkunft, von der Praxis von Kindesentführungen in der Zeiten der Militärdiktatur Argentinien. Mein Name ist Luz von Elsa Osorio weiterlesen

Der Alte, der Liebesromane las von Luis Sepúlveda

El Idilío ist ein kleiner Ort mit wenigen Einwohnern, der nur zwei Mal pro Jahr von einem Briefträger und vom Zahnarzt Rubicundo Loachamín besucht wird. Der Zahnarzt kümmert sich nicht nur um das Ziehen von faulen Zähnen und dem Anpassen eines geeigneten Gebisses, sondern versorgt Antonio José Bolívar Proaño zudem mit Liebesromanen.

Eines Tages wird der Alltag jäh durchbrochen, da die Leiche eines jungen Mannes in einem Kanu ans Ufer getrieben wird. Dieser Gringo führt die Felle von Ozelotjungen mit sich. Antonio José Bolívar Proaño ist sich sicher, was sich zugetragen hat: Der Gringo hat die Jungtiere getötet, wurde daraufhin von der Mutter angegriffen und tödlich verletzt. Der Alte, der Liebesromane las von Luis Sepúlveda weiterlesen