Schlagwortarchiv: Lateinamerika

Das Verschwinden des Josef Mengele von Olivier Guez

„Bis zu den Zerstörungen der letzten Kriegsjahre haben alle vom System profitiert. Niemand hat Einspruch erhoben, als die Juden auf Knien die Bürgersteige scheuerten, und keiner hat etwas gesagt, als sie plötzlich über Nacht verschwunden sind.“

Helmut Gregor befindet sich an Bord des Ozeandampfers North King auf dem Weg von Italien nach Argentinien. Er hat einen langen Weg hinter sich, ist im Januar 1945 aus Polen geflohen und in der Wehrmacht untergetaucht, hat dann mehrere Wochen in einem amerikanischen Gefangenenlager verbracht, lebte unter falscher Identität in Bayern, und möchte sich nach vier Jahren der Rastlosigkeit und der Angst vor Entdeckung nun in Lateinamerika ein neues Leben aufbauen.

Helmut Gregor ist Josef Mengele, der berühmt-berüchtigte Lagerarzt von Auschwitz, der mit seinen menschenverachteten medizinischen Experimenten in die Annalen der Geschichte eingegangen ist.

Mit der Unterstützung von Juan und Eva Perón sowie von zahlreichen Menschen mit nationalsozialistischer Gesinnung gelingt es Mengele, sich für seine Verbrechen aus der Verantwortung zu ziehen und in Lateinamerika unterzutauchen. Das Verschwinden des Josef Mengele von Olivier Guez weiterlesen →

Die Frau unseres Lebens von Carla Guelfenbein

„Wir alle haben etwas Verachtenswertes. Jeder von uns trägt an einem Verbrechen, das er begangen hat, oder dem Verbrechen, das seine Seele von ihm verlangt.“

Im Sommer 1986 lernen sich Theo und Antonio an der Universität von Essex kennen und werden bald enge Freunde. Als Antonios Bruder Cristóbal, der im Gegensatz zu Antonio die chilenische Heimat nicht verlassen hat, bei einer Demonstration getötet wird, wächst in Antonio der Wunsch, mit einem gefälschten Pass nach Chile zurückzukehren und sich dort dem Widerstand anzuschließen. Die Frau unseres Lebens von Carla Guelfenbein weiterlesen →

Wölfe in der Nacht. 16 Geschichten aus Kuba von Ángel Santiesteban

<Aber ich schreibe weiter irgendwelche Wörter, um nicht zu weinen oder den Mund aufzutun, um nicht zu merken, wie schwach auch ich bin. Ich halte stand. Dabei fällt mir eine Anekdote ein, die ich mal gelesen habe, jemand hatte Mutter Teresa von Kalkutta gefragt:

„Wie lange muss man geben?“

„Bis es weh tut.“> (Seite 47)

Der kubanische Autor Ángel Santiesteban – einst vom kommunistischen Regime Kubas gefeiert und gefördert, dann der Selbstzensur unterworfen, schließlich verboten und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt – erzählt in Wölfe in der Nacht von Hunger, Polizeiwillkür, Bestechung, Denunziation, Militärdienst, Tod, Gefängnis, Einsamkeit, Geheimpolizei, Folter, Prostitution und Gewalt, aber auch von Kameradschaft, Beistand, Freundschaft, Liebe, Rückhalt, Mitgefühl und Menschlichkeit. Wölfe in der Nacht. 16 Geschichten aus Kuba von Ángel Santiesteban weiterlesen →

Geschenkideen für die liebe Freundin, für die das Beste gerade gut genug ist

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Mein Onkel der Jaguar von João Guimarães Rosa

Ein Fremder gelangt eines Tages zur Hütte eines Indios. Der Indio erzählt ihm vom Jaguar, dem Menschenfresser, der drittgrößten Raubkatze der Welt. Er kam in diese Gegend, um die Tiere zu jagen, zu töten, auszurotten und durchlief schließlich eine Transformation. Er sieht den Jaguar nun als seinen Verwandten, will das Geschehene ungeschehen machen, spricht voller Ehrfurcht, Bewunderung und Zuneigung von der größten Katze des amerikanischen Doppelkontinents. Mein Onkel der Jaguar von João Guimarães Rosa weiterlesen →

Unheimliche Gesellschaft von Carlos Fuentes

„Kein Latino ist je an Einsamkeit gestorben. Das überlassen wir den Skandinaviern.“

Unheimliche Gesellschaft beinhaltet sechs phantastische Erzählungen (In guter Gesellschaft, Calixta Brand, Die Katze meiner Mutter, Der Theaterliebhaber, Vlad, Die schöne Schlafende), die voneinander unabhängig sind und anfangs stets das Gefühl von Normalität vermitteln, um schließlich eine mehr oder weniger überraschende Wendung zu nehmen. Unheimliche Gesellschaft von Carlos Fuentes weiterlesen →

Fußball, Samba, Tropenfieber von Christoph Wöhrle

„Ich war noch ein kleiner Junge, vielleicht sieben oder acht Jahre alt, da erzählte mir mein Vater von einem Land, in dem immer die Sonne scheint: Brasilien. […] Ein Land mit 8000 Kilometern Küste, in dem Sommer ist, wenn es bei uns schneit, wo tropische Früchte von den Bäumen fallen und man von morgens bis abends Fußball am Strand spielt – welchen besseren Ort konnte es eigentlich geben?“

Lange bevor Christoph Wöhrle brasilianischen Boden betrat, war er fasziniert von dem Land, und mittlerweile hat er den fünftgrößten Staat der Erde mehr als 20 Mal bereist. Für Fußball, Samba, Tropenfieber hat er die Erlebnisse dieser Reisen zu einer Rundreise zusammengefügt. Er nimmt den Leser dabei unter anderem mit nach São Paulo, Rio de Janeiro, Corumbá und Bahia. Fußball, Samba, Tropenfieber von Christoph Wöhrle weiterlesen →

Ein diskreter Held von Mario Vargas Llosa (Hörbuch)

„Eher würde er sich umbringen lassen als einzuknicken.“

Felícito Yanaqué ist der Inhaber des Bus- und Fuhrunternehmens Narihualá im nordperuanischen Piura und erhält eines Tages einen Brief mit einer Schutzgeldforderung. Er zeigt sich darüber zwar besorgt, aber er ist sich sicher, dass er nicht zahlen und sich nicht beugen wird. Er bringt die Sache zur Anzeige, doch wenige Tage später erhält er einen zweiten Brief, und dann brennt sein Büro.

In Lima entscheidet sich Don Rigoberto, der Generaldirektor einer Versicherungsanstalt, vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Sein Chef Ismael Carrera bittet ihn kurz darauf um ein privates Treffen, und Don Rioberto erwartet, dass sein Chef ihn umstimmen möchte. Stattdessen bittet dieser den verblüfften Don Rigoberto, sein Trauzeuge zu sein, denn er möchte auf seine alten Tage seine fast halb so alte Haushälterin Armida heiraten. Den Zwillingssöhnen von Ismael gefällt das gar nicht, denn dadurch werden sie um ihr Erbe gebracht, und so versuchen sie, Don Rigoberto nach der Hochzeit einzuschüchtern, so dass die Ehe annulliert werden kann. Ein diskreter Held von Mario Vargas Llosa (Hörbuch) weiterlesen →

Die Enthüllung von Mario Vargas Llosa

„Enrique traute niemandem mehr. Mittlerweile war alles möglich in Peru. Einem Land, das er offenbar erst jetzt bis ins Innerste kennenlernte […]. Seit die Fotos in seine Hände gelangt waren, hatten sich ihm die Augen geöffnet vor einer Hölle, die noch schlimmer war als die Bomben des Leuchtenden Pfades und die Entführungen durch die Túpac Amarus.“

Eines Tages bekommt der wohlhabende und erfolgreiche Ingenieur Enrique Cárdenas sehr unangenehmen Besuch: Der Klatschreporter und Chefredakteur der Wochenzeitschrift „Enthüllt“ – Rolando Garro – sucht ihn nach zahllosen Anrufen in seinem Büro auf und übergibt ihm einen Umschlag mit brisanten Fotos, die Cárdenas bei einer Orgie zeigen. Die Enthüllung von Mario Vargas Llosa weiterlesen →