Schlagwort-Archiv: Depression

Einsamsein. Eine Befreiungsgeschichte von Daniel Haas

„Ich war einsam, nicht erst jetzt, als ausgebrannter, arbeitsloser und von der Freundin verlassener Single. Ich war schon seit langem einsam, und die Wohnungen, die ich seit meiner Studienzeit in den Achtzigerjahren bewohnt hatte, erschienen mir nun als perfekte Kulisse für meine Verfassung.“ (Seite 14)

Nach dem Suizid des Vaters 1984 entschließt sich 2021 auch die Mutter von Daniel Haas zu ihrem Suizid – mithilfe des Schweizer Sterbehilfevereins Exit.

Dazwischen liegen Jahre der Einsamkeit, der Isolation und Verwahrlosung des Autors, von Depression und Pandemie. Haas hatte irgendwann alles verloren: seinen Job als Journalist, seine Partnerin, sein Buchprojekt.

In Einsamsein erzählt Haas von seiner Mutter und ihrem zweiten Ehemann, vom Suizid der Mutter und des Vaters, von der Zeit nach dem Suizid der Mutter – und immer wieder von Einsamkeit, die ihn schon seit jeher begleitet hat. Er erzählt zudem von der Flucht nach vorn in die Manie sowie von der Suche nach Zuneigung und Verbundenheit.

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Frankie – Unter Menschen. Die Frankie-Reihe, Band 2 von Jochen Gutsch (Hörbuch)

„Vielleicht habt ihr mal diesen Satz gehört: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Aber wer immer sich das ausgedacht hat, weise war er sicher nicht. Denn Reden ist logisch Gold und Schweigen für Tote. Wenn ich niemanden mehr zum Reden hätte, würde ich lieber mit mir selbst reden, oder mit einem alten Stock, als schweigend durch die Welt zu latschen und zu glauben, dass Schweigen Gold ist. Wer das glaubt, war nie einsam gewesen.“ (Track 17)

Frankie ist – eigentlich – ein glücklicher Kater. Er lebt in einem großen Haus, hat Freunde und viel Futter. Doch er vermisst sein Herrchen – Gold -, der wegen Depressionen in der Psychiatrie ist.

Eines Tages gerät Frankie in die Biomülltonne und wird mit all den Essensresten in ein Auto der Müllabfuhr geleert. Zwar wird er später entdeckt und befreit, doch er befindet sich an einem unbekannten Ort, hat keine Ahnung, wie er nach Hause kommen soll und fühlt sich einsam.

Da trifft er auf ein 14-jähriges Mädchen, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Gold und nach Frankies Zuhause.

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Dunkelleuchten. Depressionen in Bildern verstehen von Lisa Pommerening

„Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung. Für viele Betroffene sind alltägliche Dinge plötzlich nicht mehr so leicht zu bewältigen. Die Depression raubt den Betroffenen jeglicher Energie.“ (Seite 19)

Lisa Pommerening hat für ihr Buch Dunkelleuchten mit Menschen mit Depressionen gesprochen. Sie erklärt zunächst, was eine Depression ist, stellt hierfür sechs Fakten vor, die mit Halbwissen und Mythen aufräumen.

Danach lässt sie fünf Betroffene von ihren typischen Symptomen erzählen und bietet zudem allgemeine Informationen zu Symptomatik und Beeinträchtigungen während einer depressiven Episode.

Im weiteren Verlauf stellt sie Wege aus der Depression vor und bietet Hilfe für Angehörige – beispielsweise, wie ein liebevoller Umgang miteinander gelingen kann und welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt.

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Haus zur Sonne von Thomas Melle

„Und mein Leben war vorbei.“ (Seite 7)

Der Protagonist in Haus zur Sonne ist am Boden: Nach mehreren Krankheitsphasen im Rahmen seiner bipolaren Störung ist seine Wohnung heruntergewirtschaftet, die Wände sind vom Rauchen vergilbt, überall stehen unausgepackte Kartons, er ist verschuldet, nach der letzten Manie hat sich fast jeder von ihm abgewendet. Er hat sich aufgegeben:

„Denn die Katastrophe war wieder passiert, und zwar intensiver und länger denn je. Ich hatte nicht für möglich gehalten, dass das geschehen könnte, und dann auch noch schlimmer, noch zerstörerischer als die Male davor. Jede Manie nimmt einem etwas, nimmt einem sogar sehr viel, aber diese, die letzte Manie, sie hat mir wirklich alles genommen.“ (Seite 9)

Da erhält er einen Brief vom sogenannten „Haus zur Sonne“ – eine staatliche Einrichtung, in der einem alle erdenklichen Träume erfüllt werden, mit der Bedingung, dass man nach deren Erfüllung aus dem Leben scheiden muss.

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Dinosaurier-Freundschaft von James Stewart und K. Roméy

„weil mir außerdem klar geworden ist, dass es sehr viel wichtiger und erfüllender ist, über Hoffnung zu schreiben“ (Seite 4)

Der Titel Dinosaurier-Freundschaft bezieht sich darauf, dass Freunde oft diejenigen sind, die uns Hoffnung vermitteln, aber sie sind nicht die Einzigen, die uns zuversichtlich machen können. Dieses Buch fokussiert deshalb auf all die Personen, die uns hoffnungsvoll stimmen können (Kapitel zu Freunden, Familie, Liebe und Profis), und es geht dabei natürlich auch um uns selbst.

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Das pack ich nicht. Wie ich mit meiner Angst um die ganze Welt reiste und überraschenderweise überlebte von Jeremy Leon Hance

„ein realistisches Buch über die furchtbare Komik psychischer Erkrankungen und die wilde Pracht der Natur“ (Seite 14)

Jeremy Leon Hance bereist mehrere Länder und Regionen, z.B. Peru, Kenia, Suriname und Guyana, Borneo, Ecuador, Haiti und die Dominikanische Republik, und im Gepäck hat er immer seine Ängste und seine Depression.

In seinem Buch beschreibt Hance nicht nur berühmte Orte und erzählt persönliche Anekdoten, sondern er berichtet auch über seine psychischen Störungen, von Krankheitsangst und Katastrophisierung.

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Suizid. Das Leben danach von Elisa Roth

„Ich hätte Dir so gerne geholfen.
Ich finde einfach keine Ruhe, weil ich es nicht konnte.“
(Seite 5)

Elisa Roth erzählt in ihrem Buch sehr ausführlich vom Suizid ihrer Mutter nach einem unbeschwerten Telefonat, von den Folgen des Suizids, von ihren Gedanken und Gefühlen. In diesem Zusammenhang hat Roth ihren Podcast Selbstwort ins Leben gerufen, auf dem sie Hinterbliebene nach Suizid einer nahestehenden Person interviewt.

Im Buch sind auch weitere Geschichten rund ums Thema Suizid abgedruckt, z.B. die Geschichte von Elke, die zwei Brüder durch Suizid verloren hat, aber auch die Geschichten von zwei Suizid-Überlebenden.

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Wir fliegen hoch, wir fallen tief von Astrid Freisen

„Ich sitze in einer leeren Wohnung, schlafe auf einer geliehenen alten Matratze, mit einem Mann, den ich kaum kenne, bin pleite und immer noch am Realisieren, was für eine Scheiße ich in den letzten Monaten gebaut habe. Wie ich mein Leben versaut habe.“ (Seite 9)

Entstigmatisierung von psychischen Störungen, v.a. von Psychosen, ist mir eine wichtige Herzensangelegenheit, und deshalb finde ich Bücher wie Wir fliegen hoch, wir fallen tief enorm wichtig. Die Tatsache, dass eine Psychiaterin so offen und erbarmungslos ehrlich von ihrer bipolaren Störung erzählt, ist unglaublich wertvoll, und ich werde dieses Buch, das zudem extrem viel Wissen vermittelt, sicherlich sehr häufig an Betroffene weiterempfehlen.

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Therapie-Basics CBASP von Anne Guhn

„Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) wurde von James P. McCullough, Jr., als störungsspezifische Methode für Betroffene mit chronischen Depressionen entwickelt.“ (Seite 13)

Anne Guhn berichtet in ihren Therapie-Basics initial, wie CBASP entstand, was Grundlagen und Grundhaltungen von CBASP sind, welche Indikationen und Kontraindikationen es gibt.

Danach schildert Guhn einen beispielhaften bzw. idealtypischen Therapieverlauf und widmet sich der Frage, wie man im CBASP eine Therapiebeziehung gestaltet.

Schließlich stellt Guhn die wichtigsten Techniken und Strategien im CBASP vor, beantwortet häufig gestellte Fragen, bietet Beispiele und Hilfestellungen, listet Dos und Don’ts auf.

Am Ende des Buches kann der Leser sein Wissen überprüfen und findet zudem Literaturempfehlungen und Infos zur CBASP-Zertifizierung.

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Psychologie to go! Wie verrückt sind wir eigentlich? von Franca Cerutti

„Durchbrich den paläolithischen Fluch!“

Die Psychologische Psychotherapeutin Franca Cerutti berichtet jede Woche in ihrem Podcast „Psychologie to go!“ über psychische Störungen, ihre Behandlung und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema.

In ihrem ersten Buch erzählt Cerutti von den drei häufigsten psychischen Störungen: Angststörungen, depressiven Störungen und Sucht (am Beispiel der Alkoholabhängigkeit).

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