
„Liebe ist eine Beziehung zwischen Dingen, die sterben.“ (Zitat des Philosophen Roger Scruton)
Sarah Sands pflegt ihren kranken Vater und findet zusammen mit ihrem zweijährigen Enkel einen kranken Igel in ihrem Garten. Sie nennen den Igel Horace und bringen ihn in Emma’s Hedgehog Hospital, eine lokale Igelstation. Dort wird der Igel untersucht, und es wird festgestellt, dass er erst vier bis sechs Wochen alt ist und dass es sich nicht um ein männliches Tier, sondern um ein Weibchen handelt, so dass Sarah den Igel Peggy nennt.
„Wer Erfahrung mit Igeln hat, weiß, dass man schnell handeln muss, wenn man einen kranken Igel retten möchte.“
Peggy ist sehr krank und ihr Leben hängt an einem seidenen Faden – genau wie das des Vaters von Sarah.
Und während Sarah ihren Vater betreut und pflegt, versucht sie immer mehr über Igel zu erfahren und sucht ganz gezielt nach Informationen.
In Das Igel-Tagebuch erzählt die Autorin unter anderem von Trauer, Abschied und Tod, von Naturschutz und Klimawandel, von Dachs-Populationen und von Krieg. Und natürlich berichtet sie auch ganz viel über Igel.
Ich fand dieses Buch ganz wundervoll. Ich mag Igel sehr, aber mit diesem Buch habe ich mich richtig verliebt in die stacheligen Gesellen.
Hier erfährt man sehr viel über Igel, doch einige Passagen empfand ich als etwas langatmig, z.B. wenn Themen behandelt wurden, die ich weniger spannend fand. Und es gibt hier auch sehr verstörende Infos, wie zum Beispiel Informationen über die Zubereitung eines Igels für eine Mahlzeit.
Man liest aber auch sehr viel über Igel in Kunst und Kultur, erfährt von historischen Aspekten, vom Leben und von Besonderheiten von Igeln.
Ich kann dieses Buch jedem ans Herz legen, der oder die sich mit Igeln befassen möchte und eine herzerwärmende, ebenso traurige wie hoffnungsvolle Geschichte lesen will.
„Die Problematik der Tiere […] sei eine einfache: Wir müssten nur fragen: ‚Können sie leiden?‘, und wenn die Antwort Ja lautet, müssten wir uns die zweite, schwierigere Frage stellen – warum wir sie leiden lassen.“ (Zitat von Jacques Derrida)
Sarah Sands: Das Igel-Tagebuch. Über die Hoffnung und einen stacheligen Gefährten. Übersetzung von Sofia Blind. DuMont Buchverlag, 2024, 176 Seiten; 22 Euro.