Schlagwort-Archiv: Belgien

Mein Bruder Wolf von Lara Taveirne

„Du kamst jeden Tag aufs Neue nicht zurück. Niemand von uns kann sich daran erinnern, wie wir es durch diese Zeit geschafft haben.“ (Seite 9)

Der 18-jährige Wolf verschwindet, und Monate später wird sein Körper in einem Nadelwald im Norden Schwedens gefunden.

Dort findet sich auch ein schwarzes Moleskine, sein Tagebuch, in dem Wolf die letzten Tage seines Lebens niedergeschrieben hatte.

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Mathilde und Marie von Torsten Woywod (Hörbuch)

„Bücher verändern uns. Bücher retten uns. Ich weiß das, weil ich es selbst erlebt habe.“ (Zitat von Elif Shafak, Track 5)

Die 26-jährige Studentin Marie Ledoux muss raus aus Paris, will räumlich und gedanklich Abstand schaffen zu bestimmten Geschehnissen. Sie fährt kurzerhand mit dem TGV nach Brüssel und dann in die belgische Provinz.

Im Zug trifft sie auf die Isländerin Jónína, eine 77‑jährige Buchhändlerin, die in Redu lebt und Marie spontan mit in ihr Dorf nimmt.

Redu ist ein kleiner Ort in den belgischen Ardennen, hat 390 Einwohner, 13 Buchhandlungen, einen Fernseher, einen Internetanschluss und ringsherum wunderschöne Natur. Und dort trifft Marie auch auf die mürrische Mathilde.

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33 Place Brugmann von Alice Austen

„Was denkbar ist, ist auch möglich.“ (Seite 7, Zitat von Ludwig Wittgenstein)

August 1939 in Brüssel: Am Place Brugmann 33 lebt unter anderem die jüdische Familie Raphaël, die über Nacht verschwindet. Kurz darauf beginnt der Zweite Weltkrieg und der Einmarsch der Nationalsozialisten in Belgien.

Der Roman erzählt von den Bewohnern des Hauses, deren Geschichte und deren Leben miteinander verwoben sind. Da sind (neben den Raphaëls) z.B. die Studentin Charlotte, die mit ihrem Vater, dem Architekten Sauvin, in der 3. Etage lebt, der verwitwete Colonel Warlemont im 2. Stock, die Näherin Masha im Dienstbotenzimmer in der 4. Etage sowie der Rechtsanwalt Martin DeBaerre im ersten Stock.

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Autobiografie meines Körpers von Lize Spit

„Eine Mutter ist diejenige, trotz der man existiert, eine Mama ist diejenige, dank der man existiert.“ (Seite 18)

Die Mutter von Lize Spit hat ein Ösophagus-Karzinom und lässt sich zeitgleich zur Diagnosestellung von ihrem Ehemann scheiden.

Spit erzählt von ihrem eigenen Aufwachsen, von ihren Geschwistern Siska, Jules und Tiny, von der Alkoholabhängigkeit der Mutter, von ihrer Kindheit und Jugend mit Entbehrungen und von fehlender Bindung.

Sie berichtet zudem von selbstverletzendem Verhalten, vom eigenen Alkoholkonsum, von der langen Sprachlosigkeit zwischen ihr und der Mutter, die sich durch die Diagnosestellung plötzlich verändert.

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Bummelzug nach Istanbul. Ein Bahnabenteuer auf den Spuren des Orient-Express von Tom Chesshyre

„Du weißt, was Interrail ist? […] Die Pässe kosten gerade nur die Hälfte.“ (Seite 8)

Zum 50-jährigen Jubiläum von Interrail sind die Pässe deutlich günstiger, und der Autor und sein Freund Danny beschließen, die berühmte Orient-Express-Strecke auf langsame und günstige Weise zurückzulegen.

Sie reisen gemeinsam von London über Paris, Straßburg, Nürnberg, Passau, Bratislava, Budapest, Bukarest, Sofia bis nach Istanbul.

Der Autor Tom Chesshyre fährt dann allein zurück und kommt mit dem Zug durch Thessaloniki, Athen, Bari, Napoli, Milano, Zermatt, Luxemburg, Waterloo, Gent, Rotterdam, bis er wieder in London eintrifft.

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Tod in Brügge. Kriminalroman von Marvin Entholt

„[…] ob die Gäste wohl glaubten, dass in Brügge jeder Mensch seine Lebenszeit mit der Herstellung von geklöppelten Handarbeiten, Schokolade oder dem Brauen ungewöhnlicher Biersorten verbrachte“

Claire van de Velde hat seit drei Wochen Kontakt zu einem mysteriösen Mann in einem Chat, trifft sich eines Nachts erstmals mit ihm zu anonymem Sex auf einer Brücke in der Altstadt Brügges.

Am nächsten Morgen wird sie zur Leiterin des Dezernats für Tötungsdelikte befördert, und kurz darauf wartet bereits die erste große Herausforderung in der neuen Position auf sie: In der Altstadt wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden: bekleidet mit einem weißen Kleid und einem weißen Häubchen, von hinten erdolcht.

Der Täter meldet sich mit einer kryptischen Nachricht zeitnah bei der Polizei: „Brügge wird bluten. Sommer ist der Mädchen Tod. Stabunt matres mox.“.

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Ich bin nicht da von Lize Spit

„Mir fiel niemand ein, den ich jetzt um Rat hätte bitten können, niemand, den ich bitten könnte, Simon genau zu beobachten, ob er etwas Merkwürdiges sehe, denn es gab keinen Menschen, der Simon kannte, wie ich ihn inzwischen kannte, der so ein vollständiges Bild von ihm hatte, dass ich seinem Urteil glauben würde.“ (Seite 50)

Simon kommt eines Nachts nach Hause und wirkt auf Leo, mit der er schon zehn Jahre liiert ist, sonderbar verändert: beschleunigt, reizbar.

Er hat sich spontan ein Tattoo stechen lassen, kündigt seinen Job, setzt auf einen völlig neuen beruflichen Pfad, sprudelt über vor Ideen, überlegt nicht lange, lässt sich treiben und mitreißen.

Im Verlauf wird Simon immer argwöhnischer, sieht Dinge in Beziehung zu sich stehen, findet Zusammenhänge, wo kein anderer Zusammenhänge sieht, entfremdet sich mehr und mehr von Leo.

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Schwarze Schwestern von Chika Unigwe

„Die Menschen kannten die Risiken und gingen sie ein, weil sie wussten, dass sich der Einsatz, waren sie erst einmal am Ziel, lohnen würde.“ (Seite 80)

Sisi, Ama, Joyce und Efe kamen alle über den Menschenhändler Dele von Nigeria nach Europa. Sie leben in Antwerpen, verkaufen sich in den Schaufenstern des Rotlichtmilieus an unzählige Männer, um ihre Schulden bei Dele zu begleichen, und träumen von einem Leben nach der Prostitution.

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Sie allein von Fikry El Azzouzi

„Angst braucht man nur vor der Angst haben. […] Angst ist eine mächtige Waffe, die uns alle kaputt macht.“ (Seite 102)

Eva und ihr Mann Stefaan betreiben gemeinsam ein Restaurant, das All Cook Up, und eines Tages stellen sie einen neuen Tellerwäscher ein: Ayoub, einen Flamen mit marokkanischen Wurzeln.

Entgegen aller Vernunft verlieben sich Eva und Ayoub ineinander, Eva trennt sich von ihrem Mann, und die beiden ungleichen Menschen nähern sich immer mehr aneinander an, überwinden kulturelle und religiöse Schranken, überstehen zwischenmenschliche Konflikte, während in Europa Islamophobie und offener Hass auf Muslime immer gesellschaftsfähiger werden. Sie allein von Fikry El Azzouzi weiterlesen

Und es schmilzt von Lize Spit

„In der Zwischenzeit versuche ich mir, wie früher, das Schlimmste vorzustellen, das ich dort vorfinden könnte, so dass die Realität dahinter nur noch zurückbleiben kann.“

Die Ich-Erzählerin Eva erhält einen Brief von Pim, mit dem sie zur Schule gegangen ist, mit dem sie über Jahre hinweg eng befreundet war und dessen Bruder Jan bald 30 Jahre alt geworden wäre. Pim lädt Eva zu Jans posthumer Feier und zur Einweihung seiner fast vollautomatischen Melkanlage ein. Und so macht sich Eva auf den Weg in ihr Heimatdorf – mit einem Eisblock im Kofferraum und vielen Gedanken an ihre Kindheit und Jugend. Und es schmilzt von Lize Spit weiterlesen